Zweites Kommen Christi

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Seit der Schöpfung ist kein Ereignis auf der Erde dazu vorgesehen, eine solch klar erkennbare Auswirkung auf die Menschen, die Erde und die ganze Schöpfung zu haben, wie die nahebevorstehende Rückkehr des Menschensohnes.

Die Schriften enthalten Einzelheiten über zwei verschiedene Erscheinungen des Herrn unter den Menschen. Zum ersten Mal kam er in der Zeitenmitte, als er sich allem unterwarf, seinen Mitmenschen diente und das unbegrenzte, ewige Sühnopfer vollbrachte. Das Zweite Kommen ist für die letzten Tage verheißen, wenn er sich über alles erhoben hat und in Herrlichkeit zurückkehren wird, um inmitten seiner Heiligen zu herrschen.

Inhaltsverzeichnis

Erstes Kommen Christi

Bei seinem ersten Kommen wurde Christus von Maria geboren, wuchs zum Erwachsenen heran, wirkte unter den Menschen, gab von seinem Vater Zeugnis, berief und ordinierte die Zwölf, gründete seine Kirche, wurde gekreuzigt, starb und stand am dritten Tag von den Toten auf, erschien seinen Jüngern mit einem auferstandenen Leib aus Fleisch und Gebein, den zu berühren er sie aufforderte, damit sie nicht glaubten, er sei ein Geist.

Schließlich, in der Gegenwart seiner Jünger, „wurde er vor ihren Augen emporgehoben, und eine Wolke nahm ihn auf und entzog ihn ihren Blicken. Während sie unverwandt ihm nach zum Himmel emporschauten, standen plötzlich zwei Männer in weißen Gewändern bei ihnen und sagten : Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr da und schaut zum Himmel empor? Dieser Jesus, der von euch ging und in den Himmel aufgenommen wurde, wird ebenso wiederkommen, wie ihr ihn habt zum Himmel hingehen sehen” (Apostelgeschichte 1:9-11).

Beim Zweiten Kommen kehrt das gleiche persönliche Wesen (LuB 130:1,2), das damals in Demut, Sanftmut und Bescheidenheit wirkte, diesmal mit Macht und großartiger Herrlichkeit mit den Heerscharen des Himmels zurück. An dem Tag soll sich „jedes Tal ... heben, jeder Berg und Hügel sich senken. Was krumm ist, soll gerade werden, und was hüglig ist, werde eben” Ges 40:4). Er kommt nicht „in Gestalt einer Frau, auch nicht in der eines Mannes, der auf Erden wandert” 49:22), sondern mit Macht und Herrschaft, um an den Gottlosen Vergeltung zu üben, aber die Gerechten zu belohnen.

Vor diesem Tag werden jedoch bestimmte Zeichen und Wunder geschehen, die denjenigen, die seine Rückkehr erwarten, die Gewißheit vom ungefähren Zeitpunkt seines Kommens zu erkennen geben.

Es stimmt, dass kein Mensch den Tag und die genaue Stunde seiner Rückkehr kennt. „Doch jenen Tag und jene Stunde kennt niemand, auch nicht die Engel im Himmel, nicht einmal der Sohn, sondern nur der Vater” (Matthäus 24:36), aber alle, die sein Wort schätzen, lassen sich nicht täuschen, was den Zeitpunkt jenes glorreichen Tages, noch was die Erscheinungen anbetrifft, die ihm vorausgehen und gleichzeitig mit ihm stattfinden werden (JSMt 37). Die Gerechten können die Zeichen der Zeit erkennen. Denen, die in Finsternis wandeln, wird er überraschend und unerwartet erscheinen „wie ein Dieb in der Nacht”, aber die Kinder „des Lichts”, die „nicht der Nacht und nicht der Finsternis” angehören, kann „der Tag nicht wie ein Dieb überraschen”. Sie werden die Zeichen so sicher erkennen „wie eine schwangere Frau” in den Wehen ungefähr die Stunde der bevorstehenden Geburt ihres Kindes vorausweiß (1. Thessalonicher 5:1-6). Im folgenden werden nun einige Zeichen und Wunder aufgezählt, von denen einige vorausbestimmt sind, vor dem Zweiten Kommen und andere gleichzeitig mit dem Zweiten Kommen zu geschehen.

Der große Abfall

Zwischen dem Wirken des Herrn auf der Erde und seinem herrlichen Zweiten Kommen wird ein allgemeiner Abfall von den Lehren stattfinden, die er den Menschen verkündet hatte. Finsternis wird die Erde bedekken und eine ungeheure Finsternis den Verstand der Menschen, bis die Erde „durch ihre Bewohner entweiht ist”. Die Menschen werden die Gesetze und die ewigen Bündnisse brechen und die heiligen Handlungen verändern. Dem Laien geht es wie dem Priester (Jesaja 24). Falsche Erretter und falsche Propheten werden sich erheben, und falsche Lehren werden, wenn möglich, auch die Auserwählten irreführen (Matthäus 24). Paulus warnte die Heiligen in Thessalonika, die offenbar glaubten, das Zweite Kommen stände unmittelbar bevor: „Brüder, wir schreiben euch über die Ankunft Jesu Christi, unseres Herrn, und unsere Vereinigung mit ihm und bitten euch: Lasst euch nicht so schnell aus der Fassung bringen und in Schrecken jagen, wenn in einem prophetischen Wort oder einer Rede oder in ei nm Brief, der angeblich von uns stammt, behauptet wird, der Tag des Herrn sei schon da. Lasst euch durch niemand und auf keine Weise täuschen! Denn zuerst muss der Abfall von Gott kommen und der Mensch der Gesetzwidrigkeit erscheinen, der Sohn des Verderbens, der Widersacher, der sich über alles, was Gott oder Heiligtum heißt, so sehr erhebt, dass er sich sogar in den Tempel

Gottes setzt und sich als Gott ausgibt” (2. Thessalonicher 2:1-4).

Eine Zeit der Wiederherstellung

Von Anfang an haben Propheten Ereignisse vorausgesagt, die bei der Wiederherstellung von allem in den letzten Tagen stattfinden werden. Petrus erklärt, dass die Wiederherstellung vor dem Zweiten Kommen Christi stattfinden wird. Er bezog sich auf „die Zeiten des Aufatmens” und meinte damit das Zweite Kommen, bei dem die Erde (als Teil der Wiederherstellung von allem) erneuert und ihre paradiesische Herrlichkeit wiedererhalten wird. Er sagt, dass Gott dann Jesus Christus senden wird. „Also kehrt um, und bekehrt euch, damit eure Sünden getilgt werden und der Herr Zeiten des Aufatmens kommen lässt und Jesus sendet als den für euch bestimmten Messias. Ihn muss freilich der Himmel aufnehmen bis zu den Zeiten der Wiederherstellung von allem, die Gott von jeher durch den Mund seiner heiligen Propheten verkündet hat” (Apostelgeschichte 3 :19-21). Dieser Zeitabschnitt der Wiederherstellung ist der Zeitabschnitt, den wir als die Evangeliumszeit der Fülle kennen, in der der Herr verheißen hat, „die Fülle der Zeiten heraufzuführen, in Christus alles zu vereinen, alles, was im Himmel und auf Erden ist” (Epheser 1:10).

Die Wiederherstellung des Evangeliums

Ein Teil der Wiederherstellung von allem ist die Wiederherstellung der Fülle des Evangeliums mit allen errettenden Vollmachten kurz vor dem großen und schrecklichen Tag des Herrn. Johannes sah in einer Vision, dass Engel dieses Evangelium unter allen Völkern wieder verkünden werden. Das wird kurz vor dem Gericht Gottes geschehen, kurz vor der Rückkehr des Menschensohnes (Offenbarung 14:6,7).

Das Zeugnis des Evangeliums wird in aller Welt verkündet

Nicht nur das einzig wahre Evangelium wird in den letzten Tagen wiederhergestellt werden, sondern genau dasselbe Evangelium (das Christus in der Zeitenmitte verkündet hat) wird in aller Welt verkündet werden und nicht irgendein verfälschter Teil davon, wie es in den falschen Kirchen der Welt zu finden ist. Der Herr sagte über das wiederhergestellte Evangelium : „Dieses Evangelium vom Reich wird in der ganzen Welt gepredigt werden zum Zeugnis für alle Nationen, und dann wird das Ende kommen, nämlich die Vernichtung der Schlechten” (JSMt 31; s. (Matthäus 24:14).

Am 3. November 1831, kaum siebzehn Monate nachdem die Kirche und das Reich Gottes wieder errichtet und noch eine kleine unbekannte Organisation war, ließ der Herr durch den Propheten Joseph Smith verkünden: „Damit dies unter euch bekannt sei, o ihr Bewohner der Erde, habe ich meinen Engel gesandt, der flog mitten durch den Himmel mit dem immerwährenden Evangelium, und er ist einigen erschienen und hat es den Menschen überbracht, und er wird vielen erscheinen, die auf Erden wohnen. Und dieses Evangelium wird jeder Nation, jedem Geschlecht, jeder Sprache und jedem Volk gepredigt werden. Und die Knechte Gottes werden hinausgehen und mit lauter Stimme rufen: Fürchtet Gott und gebt ihm die Ehre, denn die Stunde seines Gerichts ist da; und betet ihn an, der den Himmel und die Erde geschaffen hat, das Meer und die Wasserbrunnen – ruft den Namen des Herrn an bei Tag und bei Nacht, nämlich : 0 dass du doch die Himmel zerrissest und herabkämst und dass die Berge vor deiner Gegenwart zerflössen!” (LuB 133:36-40).

Wenn Joseph Smith kein Prophet gewesen wäre, wie hätte er damals, als das Werk der letzten Tage noch an einem so kleinen Anfang stand, zu verkünden gewagt, dass dieselben Wahrheiten der Errettung durch ihn wiederhergestellt und auf der ganzen Erde verkündet werden würden als Zeugnis an alle Völker, dass das Kommen Christi nahe sei?

Veröffentlichung des Buches Mormon

Als Teil der verheißenen Wiederherstellung von allem war auch das Buch Mormon als ein Zeichen vorherbestimmt, dass das Ende nahe sei. Jesaja verbindet den Abfall, die Wiederherstellung und die Veröffentlichung des Buches Mormon miteinander (Jesaja 29). Ezechiel macht ähnliche Prophezeiungen bezüglich des Buches Mormon, die Sammlung in den letzten Tagen und die Errichtung eines Heiligtums oder Tempels in Jerusalem (Ezechiel 37). Moroni verkündet als Zeichen der Zeit, dass das Buch Mormon in den letzten Tagen hervorkommen würde unter Bedingungen, die ein Teil der Zeichen der Zeit, ein Teil derjenigen Zeichen sein würde, die vor dem Kommen des Herrn geschehen würden (Mormon 8). Der auferstandene Herr lehrte die Nephiten persönlich, dass das Hervorkommen dieses machtvollen Berichts unter ihren Nachkommen eines der großen Zeichen der Erfüllung der Bündnisse in den letzten Tagen sein würde (3. Nephi 21).

Die Wiederherstellung des Reiches Israel

Zum Teil wenigstens ist die Sammlung Israels in den letzten Tagen ein Ereignis, das vor dem Millennium stattfinden wird. Mit der Wiederherstellung des Evangeliums (die Gründung der Kirche am 6. April 1830 als ekklesiastisches Reich Gottes auf Erden) ist ein Anfang gemacht worden, den zerstreuten Überresten Israels die Erkenntnis von ihrem wahren Hirten zu vermitteln. Sie beginnen zur Herde zurückzukehren. Die Verheißung aus alter Zeit lautete, wenn der versammelte Überrest das „Haus des Gottes Jakobs” in den letzten Tagen auf den Bergen errichten würde und die Rechtschaffenen aus allen Nationen dorthin strömen würden, dass Christus dann kommen und das Zeitalter des Millenniums beginnen würde und dass alle Nationen aus ihren Schwertern Pflugscharen schmieden würden (Jesaja 2:1-4).

Das ist der Zeitpunkt, an dem die vollständige Antwort auf die Frage gegeben wird: „Herr, stellst du in dieser Zeit das Reich für Israel wieder her?” (Apostelgeschichte 1:2-8). Mit der Rückkehr des Messias wird das politische Reich Gottes auf der Erde errichtet, und die Reiche dieser Welt werden Reiche unseres Gottes und seines Sohnes, und er wird in alle Ewigkeit herrschen (Offenbarung 11:15). Die Wiederherstellung der Schlüssel der Sammlung Israels durch Mose an Joseph Smith und Oliver Cowdery am 3. April 1836 gibt uns die Gewissheit, dass alle Bündnisse, die Gott mit dem alten Volk Israel gemacht hat, bald erfüllt werden (LuB 110:11).

Das Kommen des Elija

Als am 3. April 1836 in Erfüllung der Verheißung aus alter Zeit der Prophet Elija Joseph Smith und Oliver Cowdery erschien (Maleachi 3:1), übergab er ihnen die Schlüssel der siegelnden Vollmacht und versicherte ihnen: „Dadurch könnt ihr wissen, dass der große und schreckliche Tag des Herrn nahe ist, ja, vor der Tür steht” (LuB 110:13-16). Wenn dieser Tag im Jahre 1836 bereits nahe war, wieviel näher ist er heute?

Der Bote vor dem Angesicht des Herrn

„Seht, ich sende meinen Boten; er soll den Weg für mich bahnen.... Der Bote des Bundes, den ihr herbeiwünscht. Seht, er kommt, spricht der Herr der Heere.” Das lässt der Herr durch Maleachi in bezug auf das herrliche Zweite Kommen verkünden. „Dann kommt plötzlich zu seinem Tempel der Herr, den ihr sucht” (Maleachi 3). Sowohl Joseph Smith, der den immerwährenden Bund und das Evangeliumsbündnis wiederherstellte, als auch Johannes der Täufer, der ihm diente, sind vom Herrn in Erfüllung dieser Verheißung gesandt worden (LuB 45:9).

Zeichen der Zeit werden erfüllt

Viele Offenbarungen fassen die Zeichen und Zustände in der Welt zusammen, nämlich die Kriege, Gefahren und Tumulte in den letzten Tagen. Das prophetische Wort spricht von Plagen, Seuchen, Hungersnot und Krankheiten, wie sie die Welt noch nie zuvor erlebt hat, vor der Wiederkunft des Herrn; von Widerwärtigkeiten, Katastrophen und Unheil ohnegleichen; von Auseinandersetzungen,

Kriegen, Kriegsgerüchten, Blutvergießen, Gemetzeln und Verwüstungen, die furchtbarer sind als alles vorherige; von Naturkatastrophen wie Überflutungen, Stürmen, Feuersbrünsten, Wirbelstürmen und Erdbeben von Ausmaßen, die den Menschen in vergangenen Zeiten unbekannt waren; von Bösem, Schlechtigkeit, Aufruhr, Vergewaltigung, Mord, Verbrechen und Chaos unter den Menschen in Ausmaßen, die man sich nicht vorstellen kann (Matthäus 24; Lukas 21; LuB 29; 43; 45; 86; 88:86-98; 133; JSMt 1-55; Maleachi 3).


Gewaltige Zeichen im Himmel und auf der Erde

„Und es wird sich begeben : Wer mich fürchtet, hält Ausschau nach dem kommenden großen Tag des Herrn, nämlich nach den Zeichen, die anzeigen sollen, dass des Menschen Sohn kommt. Und sie werden Zeichen und Wunder sehen, denn diese werden im Himmel oben und auf der Erde unten gezeigt werden. Und sie werden Blut und Feuer und Rauchdampf sehen. Und ehe der Tag des Herrn kommt, wird die Sonne sich verfinstern, und der Mond wird sich in Blut verwandeln, und die Sterne werden vom Himmel fallen” (LuB 45:39-42; s. 29:14; Joel 2:30,31 Matthäus 24:29).


Die Generation bei der Rückkehr des Herrn

Es ist wahr, dass der Tag und die Stunde des Kommens des Herrn nicht bekannt sind. Das soll dem Zweck dienen, dass alle jederzeit wachsam und bereit sein sollen. Es ist jedoch auch wahr, dass von allen, die wachsam sind und nach dem großen und schrecklichen Tag des Herrn Ausschau halten, erwartet wird, die Zeichen der Zeit zu erkennen und daher den ungefähren Zeitpunkt seines Kommens zu wissen. Wilford Woodruff lehrte, dass wir wissen, in welcher Generation er kommt (Discourses of Wlford Woodruff, S. .253).

Am 2. April 1843 schrieb der Prophet Joseph Smith: „Ich betete einmal sehr ernstlich, um die Zeit zu erfahren, wann des Menschen Sohn kommen werde; da hörte ich eine Stimme folgendes sagen: Joseph, mein Sohn, wenn du lebst, bis du fünfundachtzig Jahre alt bist, wirst du das Antlitz des Menschensohnes sehen; darum lass dir dies genügen, und behellige mich in dieser Sache nicht mehr. So hatte dies für mich sein Bewenden, ohne dass ich imstande war zu erkennen, ob dieses Kommen sich auf den Anfang des Millenniums oder auf ein vorhergehendes Erscheinen beziehe, oder ob ich sterben und so sein Antlitz sehen würde. Ich glaube aber, des Menschen Sohn wird nicht früher kommen als zur genannten Zeit” (LuB 130:14-17).

Vier Tage darauf, in der Generalkonferenz der Kirche am 6. April 1843, sagte der Prophet Joseph Smith, während der Geist auf ihm ruhte : „Wenn ich prophezeien würde, würde ich sagen, das Ende [der Welt] kommt nicht im Jahr 1844, 1845, 1846 oder in vierzig Jahren. Einige, die zur kommenden Generation gehören, werden den Tod nicht erleiden, bis Christus kommt.”

Die kommende Generation hat gerade angefangen. Eigentlich wären somit die Kinder, die am 6. April 1843 geboren wurden, die ersten der kommenden Generation, und alle Kinder, die denselben Eltern noch viele Jahre später geboren wurden, wären dieselbe kommende Generation. Es ist anzunehmen, dass viele junge Männer zur Zeit dieser Prophezeiung kleine Kinder hatten, und wenn wir voraussetzen, dass sie später nochmals jüngere Frauen heirateten, dann hätten sie noch 50 oder gar 75 Jahre später weitere Kinder haben können. Eine derartige Annahme würde das Datum in die zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts bringen, und die so geborenen Kinder würden ebenfalls zur kommenden Generation gehören, von der der Prophet damals sprach. Wenn diese Kinder nun ein normales Alter erreichten, würden sie bis nach dem Jahr 2000 leben.

Dieser Art Logik kann man zusätzliche Bedeutung zumessen, wenn man die Offenbarung in Betracht zieht, die kategorisch aussagt, dass Christus „zu Anfang des siebenten Jahrtausends” des Bestehens der Erde kommen wird (LuB 77:6,12). Wir wissen natürlich nicht genau, wie viele Jahre zwischen der Erschaffung Adams und der Geburt Christi vergangen sind, nehmen jedoch an, dass es 4004 waren. Aus historischen Quellen wissen wir auch nicht ganz genau, wie viele Jahre seit Christi Geburt vergangen sind. Aber wenn wir die inspirierten Berichte zusammen mit den Zeichen der Zeit lesen, die wir auslegen können, dann liegt das Zweite Kommen des Menschensohnes mit Sicherheit nicht weit in der Zukunft.

Doch zurück zur Predigt des Propheten. Darin bezieht er sich auf die Stimme, die zu ihm über das Zweite Kommen sprach, und der Prophet fährt fort: „Ich prophezeie im Namen Gottes, des Herrn, und es soll niedergeschrieben werden – der Menschensohn wird in den Wolken des Himmels nicht eher kommen, als bis ich fünfundachtzig Jahre alt bin. ... Das Kommen des Menschensohnes wird nicht, ja kann nicht geschehen, ehe das Strafgericht vonstatten geht, das für diese Stunde angekündigt ist, und dieses Strafgericht hat begonnen. Paulus schreibt: Ihr alle seid Söhne des Lichts und nicht der Finsternis, so dass euch der Tag nicht wie ein Dieb in der Nacht überraschen kann (1. Thessalonicher 5:2-6). Es ist nicht die Absicht des Allmächtigen, auf die Erde zu kommen und sie zu zertrümmern und zu zermalmen, ohne es seinen Knechten, den Propheten, zu offenbaren.

Juda muss zurückkehren, Jerusalem muss wiederaufgebaut werden, ebenso der Tempel, und unter dem Tempel muss Wasser hervorkommen, und die Gewässer des Toten Meeres müssen geheilt werden. Es wird eine Zeitlang dauern, bis die Mauern der Stadt und des Tempels usw. wieder errichtet sind, aber das muss alles geschehen, bevor der Menschensohn erscheint. Es wird Kriege und Kriegsgerüchte geben sowie Zeichen oben am Himmel und unten auf der Erde, die Sonne wird sich in Finsternis verwandeln und der Mond in Blut. An vielen Orten werden Erdbeben sein, und das Meer wird sich über seine Grenzen erheben. Dann wird das eine große Zeichen des Menschensohnes am Himmel erscheinen. Aber was wird die Welt tun? Sie werden sagen, es sei ein Planet, ein Komet oder etwas Ähnliches. Aber der Menschensohn wird so kommen wie das Zeichen seines Kommens, und es wird wie das Licht des Morgens sein, das aus dem Osten kommt” ( Teachings, S. 286-287).

Der Herr kommt plötzlich zu seinem Tempel

Jesus Christus kommt wieder zurück, um als König der Könige zu beherrschen

Maleachi verzeichnet die Verheißung, die sich auf die letzten Tage bezieht: „Dann kommt plötzlich zu seinem Tempel der Herr, den ihr sucht” (Maleachi 3:1 ). Natürlich ist der Allmächtige nicht begrenzt in der Anzahl seiner Erscheinungen auf der Erde in Erfüllung der Schrift, um die letzte Evangeliumszeit einzuleiten oder das große Werk der letzten Tage zu vollziehen.

Das plötzliche Kommen in den letzten Tagen zu seinem Tempel bezieht sich nicht auf den großen und schrecklichen Tag, denn dann setzt der Herr seinen Fuß auf den Ölberg mitten in dem letzten furchtbaren Krieg. Die Erscheinung im Tempel ist wenigstens zum Teil bei seiner Rückkehr zum Kirtland-Tempel am 3. April 1836 in Erfüllung gegangen. Es mag wohl sein, dass er nochmals plötzlich zu seinen anderen Tempeln kommt, besonders zu dem, der in der Grafschaft Jackson im Bundesstaat Missouri errichtet werden wird.

In diesem Zusammenhang ist erwähnenswert, wann und wo auch immer der Herr erscheint, er kommt plötzlich, „schnell, zu einer Stunde, da ihr es nicht denkt” (LuB 51:20). Seine häufig wiederholte Warnung, „siehe, ich komme schnell” [hhttp://lds.org/scriptures/dc-testament/dc/35.27?lang=deu#27 (LuB 35:27)], bedeutet, wenn die vorgesehene Stunde da ist, kommt er schnell und plötzlich und erlaubt keine Zeit mehr zur Vorbereitung auf den großen Tag.

Die Versammlung in Adam-ondi-Ahman

Vor dem großen und schrecklichen Tag des Herrn, vor dem Tag, an dem Christus kommt und als König der Könige und Herr der Herren persönlich auf der Erde herrschen wird, vor dem Tag, an dem er die Obliegenheiten seines irdischen Reiches direkt und persönlich in die Hand nehmen wird und nicht durch die Treuhandschaften, wie es jetzt geschieht, wird der Herr kommen, um die Schlüssel und Vollmachten wieder entgegenzunehmen, mit denen seine Treuhänder an seiner Stelle regiert haben. Das wird in Adam-ondi-Ahman, das ist Spring Hill in Daviess County im Bundesstaat Missouri, stattfinden (LuB 116).

Daniel berichtet, dass der Menschensohn vor den Hochbetagten (das ist Adam, unser Vater) geführt wird und „ihm wurden Herrschaft, Würde und Königtum gegeben. Alle Völker, Nationen und Sprachen müssen ihm dienen. Seine Herrschaft ist eine ewige, unvergängliche Herrschaft. Sein Reich geht niemals unter” (Daniel 7:9-14 ).

Von diesem Ereignis spricht der Prophet Joseph Smith, wenn er sagt: Adam „wird seine Kinder zusammenrufen und mit ihnen Rat halten, um sie auf das Kommen des Menschensohnes vorzubereiten. Er [Adam] ist der Vater des Menschengeschlechts und präsidiert über die Geister aller Menschen; und alle, die Schlüssel innegehabt haben, müssen in diesem großartigen Rat vor ihn hintreten. Das geschieht vielleicht noch, bevor einige von uns dieses Tätigkeitsfeld verlassen. Der Menschensohn wird vor ihm stehen, und ihm wird Ehre und Herrschaft gegeben. Adam übergibt seine Treuhandschaft an Christus, das, was ihm anvertraut worden war, nämlich die Schlüssel des Universums, die er innehatte, aber er behält seine Stellung als Oberhaupt des Menschengeschlechts” (Teachings, S. 157; s. Way to Perfection, S. 287-291). Nachdem das geschehen ist, wird Christus bereit sein, zu kommen und persönlich auf der Erde zu herrschen.

Physische Veränderungen auf der Erde beim Zweiten Kommen

Wenn der Herr in seiner Herrlichkeit kommt, werden sich die Erde und alles, was darauf ist, stark verändern. „Denn nur noch wenige Tage, und die Erde wird zittern und hin und her schwanken wie ein Trunkener; und die Sonne wird ihr Angesicht verbergen und sich weigern, Licht zu geben; und der Mond wird in Blut gebadet sein; und die Sterne werden überaus zornig werden und sich herabstürzen wie Feigen, die vom Baum fallen” (LuB 88:87). „Jedes Tal soll sich heben, jeder Berg und Hügel sich senken. Was krumm ist, soll gerade werden, und was hüglig ist, werde eben. Dann offenbart sich die Herrlichkeit des Herrn, alle Sterblichen werden sie sehen. Ja, der Mund des Herrn hat gesprochen” Ges 40:4,5; s. LuB 49:23; Ezechiel 38:19,20).

Der Herr „wird der großen Tiefe gebieten, und sie wird in die nördlichen Ländergetrieben werden, und die Inselnwerden zu einem einzigen Land werden. Und das Land Jerusalem und das Land Zion werden an ihren eigenen Platz zurückkehren, und die Erde wird wieder so sein, wie sie in den Tagen war, ehe sie geteilt wurde. Und der Herr, ja, der Erretter, wird inmitten seines Volkes stehen undüberallesFleischregieren” [(LuB 133 :23-25). Dann werden ein neuer Himmel und eine neue Erde entstehen, und sie wird ihre paradiesische Herrlichkeit empfangen, wenn das Millennium beginnt Ges 65:17-25; LuB 101:23-32; 10. GA).

Harmagedon: „Der Krieg am großen Tag Gottes”

(Offenbarung 16:14-21). Der größte Krieg aller Zeiten mit Tod, Blutvergießen und Vernichtung wird in derselben Stunde geführt werden, in der Christus zurückkehrt. „In jener Zeit tritt Michael auf, der große Engelsfürst, der für die Söhne deines Volkes eintritt. Dann kommt eine Zeit der Not, wie noch keine da war, seit es Völker gibt, bis zu jener Zeit. Doch dein Volk wird in jener Zeit gerettet, jeder, der im Buch verzeichnet ist” (Daniel 12:1 ).

Alle Nationen der Erde werden sich bei Jerusalem in Harmagedon, im Tal Jeshoshaphat, dem Tal der Entscheidung versammeln. Es ist „der Tag des Dunkels und der Finsternis, der Tag der Wolken und Wetter. Wie das Morgenrot, das sich über die Berge hinbreitet”. Die Heere Gog und Magog, die sich in der Schlacht gegenüberstehen, sind „ein Volk, groß und gewaltig, wie es vor ihm noch nie eines gab und nach ihm keines mehr geben wird bis zu den fernsten Geschlechtern. Vor ihm her verzehrendes Feuer, hinter ihm lodernde Flammen; vor ihm ist das Land wie der Garten Eden, hinter ihm schaurige Wüste – nichts kann ihm entrinnen” (Joel 2:2,3).

Jerusalem „wird erobert, die Häuser werden geplündert, die Frauen geschändet” (Sacharja 14:2), und alles ist in Aufruhr. Dann setzt der Herr den Fuß auf den Ölberg, schlägt die Schlachten seiner Heiligen, übt an den Schlechten Vergeltung, bringt Frieden auf die Erde und herrscht als „König über die Erde” (Ezechiel 38 39; Daniel 12:1; 12; Joel 2; 3; Sacharja 12; 13; 14; LuB 133).

Der große und schreckliche Tag des Herrn

Für die Schlechten wird das Zweite Kommen ein großer und schrecklicher Tag sein, ein Tag des Leids und der Vernichtung, ein Tag des Feuers und der Vergeltung, ein Tag des Gerichts, an dem sie nicht bestehen werden. „Denn die Gegenwart des Herrn ist wie das schmelzende Feuer, das brennt, und wie das Feuer, das das Wasser zum Sieden bringt. 0 Herr, komm herab und tue deinen Widersachern deinen Namen kund, und alle Nationen werden vor deiner Gegenwart zittern, wenn du Furchtbares tust, das, was sie nicht erwartet haben ... Und man wird sagen: Wer ist das, der von Gott im Himmel herabkommt mit farbigem Gewand, ja, aus unbekannten Regionen, angetan mit seiner herrlichen Kleidung, der da schreitet in seiner ganzen großen Stärke? Und er wird sagen : Ich bin der, der in Rechtschaffenheit gesprochen hat und die Macht hat, zu erretten. Und der Herr wird rotfarbene Kleidung tragen, und sein Gewand wird sein wie das eines, der im Weinbottich tritt.

Und die Herrlichkeit seiner Gegenwart wird so groß sein, dass die Sonne vor Scham ihr Angesicht verbirgt, und der Mond wird sein Licht nicht geben, und die Sterne werden aus ihren Plätzen geschleudert werden. Und man wird seine Stimme vernehmen : Ich habe die Weinkelter allein getreten und habe Gericht über alles Volk gebracht; und niemand war bei mir. Und ich habe sie voll Ungestüm getreten, und in meinem Zorn habe ich sie zertreten, und mit ihrem Blut habe ich mir das Gewand besprengt und meine Kleidung ganz befleckt; denn dies war der Tag der Vergeltung, die mir am Herzen lag” (LuB 133:41-51).

Das Jahr der Erlösten des Herrn

Für die Gerechten, die den Herrn erwarten und seine Gesetze gehalten haben, ist es ein Tag, den sie in Frömmigkeit herbeigewünscht haben, ein Tag des Friedens, der Erlösung, an dem Ungerechtigkeit und Schlechtigkeit enden und von der Erde verbannt werden, an dem der Weinberg des Herrn von Korruption gereinigt und der rechtliche Herrscher inmitten seiner Heiligen herrschen wird. „Ja, wenn du herabkommst und die Berge vor deiner Gegenwart zerfließen, wirst du dem begegnen, der sich freut und der Rechtschaffenheit bewirkt und sich deiner auf deinen Wegen erinnert. Denn seit Anbeginn der Welt haben die Menschen nicht vernommen, weder mit dem Ohr gehört, noch hat ein Auge gesehen – außer dir, o Gott –, was du Großes bereitet hast denen, die auf dich warten.... Und nun ist das Jahr meiner Erlösten gekommen; und sie werden das liebevolle Wohlwollen ihres Herrn und alles, was er ihnen gemäß seiner Güte und in seinem liebevollen Wohlwollen gewährt hat, rühmen für immer und immer” (LuB 133:44-62).

Orte, an die der Herr zurückkehrt

Diese sind zahlreich. Er ist bereits plötzlich zu seinem Tempel gekommen (Maleachi 3:2; LuB 36:8; 110). Bald wird er seine Treuhänder, die die Schlüssel des Reiches innehaben, in Adam-ondi-Ahman um sich versammeln (LuB 116; Daniel 7:9-14). Mitten in dem größten Krieg aller Zeiten, wenn alle Nationen bei Jerusalem versammelt sind, „wird der Herr hinausziehen und gegen diese Völker Krieg führen und kämpfen, wie nur er kämpft am Tag der Schlacht. Seine Füße werden an jenem Tag auf dem Ölberg stehen, der im Osten gegenüber von Jerusalem liegt. Der Ölberg wird sich in der Mitte spalten, und es entsteht ein gewaltiges Tal von Osten nach Westen. Die eine Hälfte des Berges weicht nach Norden und die andere Hälfte nach Süden” (Sacharja 14:2).

Danach wird er offenbar an vielen aufeinanderfolgenden Tagen an vielen verschiedenen Orten auf der Erde erscheinen. „Denn siehe, auf dem Ölberg wird er stehen und auf dem mächtigen Ozean, ja, über der großen Tiefe, und auf den Inseln des Meeres und auf dem Land Zion. Und er wird seine Stimme aus Zion erschallen lassen, und von Jerusalem aus wird er sprechen, und seine Stimme wird unter allen Völkern gehört werden” (LuB 133:20,21)

Der Weinberg wird bei seinem Kommen verbrannt

Maleachi stellt die Frage : „Wer kann bestehen, wenn er erscheint?” (Maleachi 3:2). Er antwortet, dass Christus kommt, um zu richten, und er tritt „als Zeuge auf gegen die Zauberer und die Ehebrecher, gegen die Meineidigen und gegen alle”, die weltlich nach dem telestialen Gesetz leben. „Der Tag kommt, er brennt wie ein Ofen : Da werden alle Überheblichen und Frevler zu Spreu” (Maleachi 3).

In der gleichen Ausdrucksweise, derer sich Maleachi bedient, spricht der Herr in unseren Tagen : „Siehe, jetzt, bis des Menschen Sohn kommt, sagt man >heutigen Tages<, also >heute<; und wahrlich, es ist ein Tag des Opferns und ein Tag, dass mein Volk gezehntet werde; denn wer gezehntet ist, wird bei seinem Kommen nicht brennen müssen. Denn nach dem >Heute< kommt das Brennen – wenn man nach der Weise des Herrn redet –, denn wahrlich, ich sage: Morgen werden alle Stolzen und alle, die Schlechtes tun, wie Stoppeln sein; und ich werde sie verbrennen, denn ich bin der Herr der Heerscharen; und ich werde keinen schonen, der in Babylon bleibt. Darum, wenn ihr mir glaubt, werdet ihr arbeiten, solange es noch >heute< heißt” (LuB 64:23-25).

Alles Verwesliche wird an dem Tag verbrannt. „Was aus Urstoff ist, wird vor glühender Hitze schmelzen, und alles wird neu werden”, die Erde wird erneuert und empfängt ihre paradiesische Herrlichkeit (LuB 101:23-31).

Auferstehung und Gericht beim Zweiten Kommen

Bei seinem Kommen wird der Herr alle Nationen richten, die Schafe von den Böcken trennen und einige ewig bestrafen und andere mit ewigem Leben belohnen (Matthäus 25:31-46). Auch alle, die das Recht erworben haben, in der Auferstehung der Gerechten hervorzukommen, werden aus ihren Gräbern hervorkommen und ihren Platz in einem celestialen oder in einem terrestrialen Reich erben (LuB 88:95-99).

Nehmt euch in Acht und seid bereit
„Nehmt euch in acht, dass Rausch und Trunkenheit und die Sorgen des Alltags euch nicht verwirren und dass euch jener Tag nicht plötzlich überrascht, so wie man in eine Falle gerät; denn er wird über alle Bewohner der ganzen Erde hereinbrechen. Wacht und betet allzeit, damit ihr allem, was geschehen wird, entrinnen und vor den Menschensohn hintreten könnt.” (Lukas 21:34-36)

verwendete Quellen

Mormon Doctrine von Bruce McConkie

weiterführendes Material

  • Der Stern September 1968 S. 384: Das bestgehütete Geheimnis des Universums
  • Der große Tag des Herrn - vor, während und nach dem Millennium -- LDS Books Verlag

externe Links

siehe auch

Scripture Guide

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