Zungenrede

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Mormon Missionaries

Zwei der vielen Geistesgaben sind die Zungenrede und das Auslegen derselben (Moroni 10:15,16; LuB 46:24-25; 1. Korinther 12:10,28,30; 14). Diese Gaben wurden in jedem Zeitalter unter den Heiligen offenbar (Omni 25; Alma 9:21; 3. Nephi 29:8; Mormon 9:7), und sie sind im Werk des Herrn wünschenswert und nützlich. Bei der Weihung des Kirtland-Tempels betete Joseph Smith: „Lass an ihnen erfüllt werden, wie es damals am Pfingsttag geschehen ist: Lass die Gabe der Zungen über dein Volk ausgegossen sein, ja, Zungen, zerteilt, wie von Feuer, und auch die Auslegung dazu” (LuB 109:36).

Die Zungenrede und das Auslegen der Zungenrede gehören zu den Zeichen und Wundern, die Gott den Gläubigen als Beweis für die Göttlichkeit seines Werkes erweist (Mormon 9:24; Markus 16:17; Apostelgeschichte 10:46; 19:6). Eher spektakulär ist das Sprechen und Auslegen einer dem Sprecher oder Ausleger völlig unbekannten Sprache mit der Macht des Heiligen Geistes. Manchmal ist es die reine adamische Sprache, um die es sich handelt. Häufig dreht es sich um bekannte Fremdsprachen, die die Missionare mit Leichtigkeit sprechen und übersetzen lernen. Auf diese Weise tragen sie zur Verbreitung der Botschaft der Wiederherstellung bei. Wenn die Ältesten Israels oft in nur wenigen Wochen eine Fremdsprache fließend sprechen lernen, hat der Herr sie mit der Gabe der Zungenrede gesegnet.

Die ideale und richtige Anwendung der Zungenrede fand am Pfingsttag statt. Mit dieser Gabe konnten die Apostel, die in ihrer eigenen Sprache sprachen, von den Anwesenden in vielen verschiedenen Sprachen verstanden werden (Apostelgeschichte 2:1-18). Joseph Smith sagt:

„Die Gabe der Zungenrede durch die Macht des Heiligen Geistes in der Kirche gereicht den Knechten Gottes zum Vorteil, um den Ungläubigen zu predigen, wie am ersten Pfingsttag” (Teachings, S.195).

Der Prophet sagt auch:

„Seid nicht so erpicht auf die Zungenrede, und sprecht nicht in Zungen, wenn keiner da ist, der es auslegen kann. Der eigentliche Zweck der Zungenrede besteht ja darin, zu Fremden zu sprechen, und wenn jemand besonders darauf aus ist, seine Intelligenz zur Schau zu stellen, so soll er das in der Fremdsprache tun” (Teachings, S.247-248).

Mit der Gabe der Zungenrede soll man immer vorsichtig umgehen. „Es ist nicht notwendig, dass die Kirche besonders in der Zungenrede unterrichtet wird; denn jeder, der den Heiligen Geist hat, kann das, was von Gott ist, in seiner eigenen Sprache ebenso ausdrücken wie in einer anderen; denn der Glaube kommt nicht durch Zeichen, sondern indem man das Wort Gottes hört” (Teachings, S.148-149). „Wenn ihr etwas mitzuteilen habt, sprecht in eurer eigenen Muttersprache und gebt euch nicht zu sehr damit ab, die Gabe der Zungenrede zu gebrauchen, Sonstt wird der Teufel die Unschuldigen und Arglosen übervorteilen.

Wenn etwas mit der Gabe der Zungenrede gelehrt wird, so ist es nicht als Lehrsatz anzunehmen (Teachings, 5. 229). „Sprecht nicht in der Gabe der Zungenrede, wenn ihr sie nicht versteht, oder ohne Auslegung. Der Teufel kann in Zungen reden; der Widersacher kommt mit seinem Werk; er kann Menschen aller Gesellschaftsschichten versuchen. Er kann Englisch oder Kauderwelsch reden. Ihr sollt niemand in Zungen reden lassen, wenn er es nicht auslegt, außer mit Zustimmung dessen, der eingesetzt ist zu präsidieren; dann kann er alles erkennen oder auslegen, oder ein anderer kann es tun” (Teachings, 5.162,212).

Die Zungenrede und ihre Auslegung sind eine Gabe für besondere Zwecke unter besonderen Umständen. Viele Gaben sind weitaus wichtiger, und bei ihrer Anwendung ist die Gefahr der Täuschung geringer. Die Gaben der Ermahnung, der Predigt, der Auslegung der Kirchenlehre, der Unterweisung im Evangelium sind zwar nicht so dramatisch, aber weit wichtiger und von größerem Wert als die Zungenrede. Der Apostel Paulus schreibt: „Doch vor der Gemeinde will ich lieber fünf Worte mit Verstand reden, um auch andere zu unterweisen, als zehntausend Worte in Zungen stammeln” (1. Korinther 14:19).

Wie alle anderen Geistesgaben wird die Zungenrede „niemals abgeschafft sein werden, solange die Welt steht, außer gemäß dem Unglauben der Menschenkinder” (Moroni 10:19). Am letzten vollkommenen Tag wird die Gabe der Zungenrede verstummen (1. Korinther 13:8). An dem letzten herrlichen Tag, wenn die Heiligen offensichtlich alles wissen und eine vollkommene Kenntnis aller Sprachen haben, wird es nicht mehr nötig oder möglich sein, in Zungen zu reden oder die Zungenrede auszulegen.

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