Zeugnis

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Ein Zeugnis vom Evangelium ist die durch Offenbarung vom Heiligen Geist empfangene Gewissheit von Gottes großartigem Werk in den letzten Tagen. In früheren Evangeliumszeiten war ein Zeugnis die offenbarte Erkenntnis von Gottes Werk jeweils in der früheren Zeit. Heute schließt ein Zeugnis auch das Wissen mit ein, dass die Wahrheit desselben Evangeliums in allen früheren Zeiten auf der Erde gewesen ist.

Wenn die einzige Quelle der Gewissheit von Gottes Werk der menschliche Verstand, die Logik oder die Überredungskunst ist, denen man keine Argumente entgegenzusetzen hat, dann hat man kein Zeugnis vom Evangelium. Ein Zeugnis besteht aus Wissen, das man durch Offenbarung empfängt, denn „das Zeugnis Jesu ist der Geist prophetischer Rede” [bei Luther und in der King-James-Bibel „der Geist der Weissagung”] (Offenbarung 19:10). Wer die Gewissheit vom Heiligen Geist empfängt, könnte auch von künftigen Ereignissen Wissen erlangen und sie voraussagen, wenn es der Wille des Herrn ist.

Logik und Verstand leiten den Wahrheitssucher auf den Weg zum Zeugnis und stärken die offenbarte Gewissheit, die die Grundlage für das Zeugnis ist. Die tatsächliche und absolute Gewissheit jedoch, aus der „das Zeugnis Jesu” besteht, muss durch den „Geist der Weissagung” kommen, bei dem der Heilige Geist zum Geist im Menschen spricht und der Mensch die Einflüsterungen der leisen, feinen Stimme in sich hört. Der Empfang des Zeugnisses wird begleitet von einer ruhigen, nicht zweifelnden Gewissheit. Wer ein Zeugnis hat, kann seinen Standpunkt und sein Zeugnis mit logischen, vernünftigen Argumenten verteidigen, aber die feste Grundlage eines Zeugnisses ist und bleibt die Eingebung des Geistes und nicht der Verstand.

Zu jedem echten Zeugnis gehören folgende drei fundamentale Wahrheiten:

  1. Jesus Christus ist der Sohn Gottes und der Erretter der Welt (LuB 46:13);
  2. Joseph Smith ist der Prophet Gottes, der in unserer Evangeliumszeit das Evangelium wiederhergestellt hat;
  3. die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage ist „die einzig wahre und lebendige Kirche auf dem ganzen Erdboden” (LuB 1:30).

Mit diesen drei fundamentalen offenbarten Gewissheiten sind eine ganze Reihe weiterer Wahrheiten eng verknüpft, nämlich, dass das Buch Mormon wahr ist, dass in unseren Tagen heilige Boten den Menschen die Schlüssel und das Priestertum wiedergebracht haben und dass die heutigen Führer der Kirche das Recht und die Macht besitzen, das Werk des Herrn auf der Erde zu leiten. Zeugnis ablegen bedeutet, ernsthaft zu erklären und zu bestätigen, dass man die Wahrheit, die die Grundlage für das Zeugnis ist, durch persönliche Offenbarung empfangen hat.

Die Propheten in allen Zeitaltern haben Zeugnis abgelegt: Christus (Johannes 4:25,26; 10:25,36), Ijob (Ijob 19:25), Petrus (Matthäus 16:13-20), (Johannes 6:68,69), Joseph Smith und Sidney Rigdon (LuB 76:22-24). Alma gibt sein eigenes Zeugnis, nachdem er das Zeugnis anderer Propheten angeführt hat, um die Wahrheit seiner Lehren zu bestärken: „Und dies ist nicht alles. Meint ihr denn nicht, ich wisse dies alles selbst? Siehe, ich bezeuge euch, ich weiß, dass das, wovon ich gesprochen habe, wahr ist. Und wie, meint ihr, weiß ich denn, dass es richtig ist? Siehe, ich sage euch: Es wird mir durch den Heiligen Geist Gottes zu wissen gegeben. Siehe, ich habe viele Tage gefastet und gebetet, um dies selbst wissen zu können. Und nun weiß ich selbst, dass es wahr ist; denn der Herr Gott hat es mir durch seinen Heiligen Geist kundgetan; und dies ist der Geist der Offenbarung, der in mir ist” (Alma 5:45,46).

Jeder verantwortungsbewusste Mensch kann ein Zeugnis des Evangeliums erlangen durch Gehorsam gegenüber dem Gesetz, auf dem der Empfang solchen Wissens beruht. Die Formel dafür lautet:

  1. Man muss den Wunsch haben, die Wahrheit des Evangeliums, des Buches Mormon, der Kirche usw. zu erfahren.
  2. Man muss eifrig in den Schriften forschen und die fundamentalen Tatsachen lernen, die sich auf die Sache beziehen, von der man ein Zeugnis haben will. „Erforscht die Schriften” (Johannes 5:39). „Forscht in diesen Geboten” (LuB 1:37).
  3. Man muss die Prinzipien und Wahrheiten, die man gelernt hat, praktisch anwenden und sein Leben nach ihnen ausrichten (Johannes 7:16,17).

' Man muss im Glauben und im Namen Jesu Christi zum Vater im Himmel beten, und die Wahrheit wird ihm dann durch Offenbarung kundgetan, „durch die Macht des Heiligen Geistes. ... Und durch die Macht des Heiligen Geistes könnt ihr wissen von allem, ob es wahr ist” (Moroni 10:3-5; s. 1. Korinther 2).

Wer ein Zeugnis empfangen hat, soll der Welt vom Werk Gottes verkünden. Zum Bündnis, das man bei der Taufe gemacht hat, gehört, dass die Neubekehrten „allzeit und in allem, wo auch immer” sie sich befinden mögen, „ja, selbst bis in den Tod, als Zeugen Gottes auftreten” (Mosia 18:9). „Siehe, ich habe euch ausgesandt, Zeugnis zu geben und die Menschen zu warnen; und wer gewarnt worden ist, dem kommt es zu, seinen Nächsten zu warnen” (LuB 88:81). Alle Ältesten Israels haben die Verantwortung, „überall von der Wahrheit Zeugnis zu geben” (LuB 58:47; s. 66:7; 100:10; 124:7). Die Apostel und Siebziger haben eine besondere Verantwortung für die Missionarsarbeit (LuB 107:23-25; 112). Nach dem Zeugnis der Ältesten kommt das Zeugnis von Katastrophen (LuB 43 :28-29; 88:88-90). Die Glaubenstreuen, die Zeugnis ablegen, empfangen Segnungen und Vergebung der Sünden (LuB 62:3; 84:61; 136:34-40).

Gemäß Gottes Gerechtigkeit wird jedem Menschen die Möglichkeit zuteil, entweder in diesem Leben oder vor seiner Auferstehung in der Geisterwelt, ein Zeugnis von der Wahrheit zu empfangen (LuB 1:2). Wem in diesem Leben eine echte und vollständige Möglichkeit geboten wird, die Wahrheit anzunehmen, sie jedoch verwirft, kann in der Geisterwelt ein zweites Mal die Möglichkeit erhalten, aber er keine zweite Gelegenheit auf Errettung haben, weil er die Wahrheit zu spät annimmt. Er wird ins terrestriale Reich kommen, weil er „das Zeugnis von Jesus im Fleische nicht empfangen ..., es aber nachher empfangen” hat (LuB 76:73,74)

Ein Mensch wird zwar nicht allein aufgrund seines Zeugnisses errettet (LuB 3,4) aber ein Zeugnis ist der Anfang wahren geistlichen Fortschritts. Mit dem Zeugnis ist eine größere Obliegenheit verbunden. Gott zu dienen, seine Gebote zu halten und in dem Licht zu wandeln, das man empfangen hat (LuB 82:2-4). Nur wer seiner:. Zeugnis treu bleibt, erarbeitet sich seine Errettung. Wer „im Zeugnis von Jesus nicht tapfer” bleibt, empfängt kein Erbe im Reich Gottes, sondern im terrestrialen Reich (LuB 76:79).

Zeugnisversammlungen

Von den Mitgliedern der Kirche wird erwartet, dass sie zu einigen Abendmahlsversammlungen fastend kommen. In diesen Versammlungen haben sie das Vorrecht, ihr Zeugnis von der Wahrheit zu geben, zu sprechen und zu lehren, wie es ihnen der Geist eingibt. Diese Versammlungen heißen Zeugnisversammlungen.

Missionare und andere Gruppen von Mitgliedern der Kirche halten oft besondere Zeugnisversammlungen ab, um eine gewisse Arbeit, die sie verrichten, zu fördern. Oft wird der Geist in solchen Versammlungen in reichem Maße ausgegossen, und als Ergebnis werden der Glaube und die Gottesverehrung im Herzen derjenigen gestärkt, die geistlich veranlagt sind und an solchen Versammlungen teilnehmen.

Verwendete Quellen

externe Links

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