Weitere Verfolgungen in Missouri

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Inhaltsverzeichnis

Verfolgung des Zionslagers

Das Zionslager wurde aufgrund einer Offenbarung (Lub103) gegründet, um den aus Jackson County verfolgten und vertriebenen Heiligen zu helfen. Als das Zionslager Ende Juni 1834im östlichen Clay County ankam, lief ein Pöbelhaufen von mehr als 300 Einwohner zusammen, um sie zu vernichten. Daraufhin errichteten auf Weisung Joseph Smiths die Brüder am Zusammenfluss des Little Fishing River und den Big Fishing River ein Lager. Der Mob griff mit Kanonen an, aber der Herr war mit den Heiligen. Am Himmel zogen sic rasch Wolken zusammen. Der Prophet schilderte das Geschehen:

"Es begann zu regnen und zu hageln... Der Sturm war gewaltig. Wind und Regen, Hagel und Donner brachen mit Macht über sie herein und nahmen ihnen den schrecklichen Mut und machten ihre Absicht zunichte, Joe Smith und seine Armee zu töten. Sie krochen unter die Wagen, in hohle Bäume, drängten sich in eine alte Hütte, usw, bis der Sturm sich legte, und ihre Munition durchweicht war."

Nachdem der Sturm die ganze Nacht gewütet hatte, zog sich der Pöbel nach Independence zurück, um sich dort mit der Hauptgruppe des Mobs zu vereinigen. Sie wollten, wenn Gott kämpft, lieber nicht dabei sein. Es schien, dass von Gott der Auftrag zur Vergeltung ausgegangen war, damit seine Diener vor der Vernichtung durch ihre Feinde geschützt waren."

Als der Mob ein Heer gegen die Heiligen aufgestellt hatte und der Gouverneur sein Versprechen, den Heiligen zu helfen, nicht hielt, betete der Prophet zum Herrn um Weisung. Der Herr erklärte ihm, die Umstände ließen es nicht zu, dass Zion jetzt erlöst werde. Die Heiligen müssen noch viel tun, um sich für dei Errichtung Zions bereit zu machen. Viele hatten noch nicht gelernt, den Forderungen des Herrn zu gehorchen:

"Und Zion kann nicht anders erbaut werden als nur nach den Grundsätzen des Gesetzes des celestialen Reiches, andernfalls kann ich es nicht zu mir nehmen. Und mein Volk muss notwendigerweise gezüchtigt werden, bis es Gehorsam lernt - und es sein muss, durch das was es leidet.LuB 105, 5,6

Der Herr gebot, dass das Zionslager sein militärischen Ziele nicht mehr weiter verfolgen solle. "Im Hinblick auf die Übertretungen nmeines Vokes ist es mir darum ratsam, dass meine Ältesten eine kurze Zeit auf die Erlösung Zions warten, damit sie selbst sich bereitmachen können und damit mein Volk noch vollkommener belehrt werden." LuB 105: 9 - 10)

Der Hauptsitz der Kirche in Far West

1836 wurden die Heiligen im Clay County an ihr Versprechen erinnert, nicht länger zu bleiben als nötig. Da eine Rückkehr nach Jackson County aber unmöglich war, zogen sie wieder fort. Es wurde ihnen gestattet, 90 km nördlich von Klay County ihre Stadt Far West zu gründen. Die maßgeblichen Beamten des Counties waren Heilige der Letzten Tage, und viele glaubten, die Verfolgungen wären jetzt zu Ende.

Im März 1838 kam Joseph Smith aus Kirtland nach Far West und etablierte dort den Hauptsitz der Kirche. Im Mai reiste er nach Norden in nach Davies County. Als er den Grand River besuchte, erkannte er prophetisch das Gebiet als Adam-ondi-Ahman, den Ort, an dem Adam sein Volk besuchen wird (LuB 116:1) Adam-ondi-Ahman wurde das wichtigste Gemeinwesen in Davies County.

Die Schlacht am Crooked River

Nachdem am 6. August 1838 eine Gruppe von 100 Leuten verhindert hatte, dass die Heiligen bei der Wahl ihre Stimme abgaben, entstand ein Handgemenge, und mehrere Menschen wurden verletzt. Der Mob aus Caldwell County schürte die wachsende Unruhe, sodass der Gouverneur eine Staatsmiliz entsenden musste, um den Frieden zu wahren. Hauptmann Bogart, ein Offizier der Staatsmiliz aber war ein Verbündeter des Mobs. Er ließ drei HLT und in sein Lager bringen. Als eine Mormonenmiliz sie befreien wollte, kam es am 23. Oktober zu einer erbitterten Schlacht. Hauptmann David W. Patten, einer der zwölf Apostel, führte die Gruppe an und er wurde in der Schlacht tödlich verletzt. An seinem Sterbebett sprach er über einige Heilige, die nicht mehr standhaft, sondern abgefallen waren:

"O dass sie doch in meiner Lage wären! Denn ich spüre, dass ich dem Glauben treu geblieben bin." Zu seiner Frau sagte er: "Was immer du auch tust - verleugne nie den Glauben!" Kurz bevor er starb, betete er: " Vater, ich bitte dich im Namen Jesu Christi, befrei meinen Geist und nimm ihn zu dir."

Die Armee von Hauptmann Bogart verhielt sich nicht wie eine Staatsmiliz sondern mehr wie der Mob. Dennoch benutzte Gouverneur Liburn W. Boggs den Tod eines Soldaten, der in der Schlacht am Crooked River gefallen war, und andere Berichte dazu, seinen unrühmlichen Ausrottungsbefehl zu erlassen. Dieser Befehl vom 27. Oktober 1838 besagt unter anderem:

Die Mormonen müssen als Feinde behandelt werden und müssen, fals dies notwendig ist, um des öffentlichen Friedens willen aus dem Staat vertrieben oder ausgelöscht werden - ihre Untaten spotten jeder Beschreibung." Ein Offizier der Miliz wurde damit beauftragt, den Befehl des Gouverneurs auszuführen.

Das Massaker in Haun's Mill

Am 30. Oktober 1838 fielen 200 Männer in einem Überraschungsangriff über die kleine Siedlung der Heiligen bei Haun's Mill am Shoal Creek her. Die Angreifer riefen die Männer, die sich retten wollten, in betrügerischer Absicht auf, in die Schmiede zu kommen. Dann umstellten die Angreifer das Gebäude uns schossen so lange hinein, bis sie glaubten, dass alle im Haus tot waren. Andere wurden bei dem Versuch zu fliehen erschossen. Insgesamt wurden 17 Männer und Jungen erschossen und 15 verwundet.

Nach dem Massaker kam Amanda Smith zur Schmiede und fand ihren Mann Warren und ihren Sohn Sardius tot vor. Inmitten des Schreckens freute sie sich, dass ihr zweiter Sohn Alma, der schwer verwundet worden war, noch lebte. Mit einer Muskete war ihm die Hüfte weggeschossen worden. Die meisten Männer waren tot oder verwundet. Amanda kniete nieder und flehte zum Herrn um Hilfe.

"Oh, himmlischer Vater", rief sie. "Was soll ich tun? Du siehst meinen armen verwundeten Sohn und weißt, dass ich mich nicht auskenne. Oh, himmlischer Vater, leite mich, damit ich weiß, was ich tun soll!"

Sie berichtete, dass sie dann angeleitet wurde, als ob eine Stimme zu ihr sprach. Sie sollte aus Asche eine Lauge mischen und die Wunde reinigen. Dann fertigte sie aus Ulmenrinde einen Breiumschlag an, mit dem sie die Wunde füllte. Am nächsten Tag goss sie eine Flasche Balsam in die Wunde. Amanda sagte zu ihrem Sohn:

"Alma, mein Kind, glaubst du, dass der Herr deine Hüfte geschaffen hat?"
"Ja, Mutter"
"Dann kann doch der Herr anstelle deiner Hüfte etwas anderes wachsen lassen, glaubst du nicht, Alma?"
"Glaubst du, dass der Herr das kann, Mutter?" fragte das Kind schlicht.
"Ja, mein Sohn," erwiderte ich, "Er hat mir alles in einer Vision gezeigt."
Dann drehte sie ihn so, dass er bequem auf dem Bauch lag und sagte, "Jetzt bleibst du so liegen und bewegst dich nicht, dann wird der Herr dir eine neue Hüfte machen."
Alma lag fünf Wochen lang auf dem Bauch, bis er ganz gesund war - anstelle des fehlenden Gelenks und der Gelenkpfanne war beweglicher Knorpel gewachsen.

Nur wenige arbeitsfähige Männer waren übriggeblieben. Weil man befürchtete, dass der Mob zurückkam, blieb keine Zeit, Gräber auszuheben. Die Leichen wurden in ein Massengrab geworfen.

Der zwanzigjährige Benjamin F. Johnson entging in Adam-ondi-Ahman einem ähnlichen Schicksal, als ein Bürger von Missouri ihn erschießen wollte. Benjamin war gefangengenommen und acht Tage lang bei offenem Feuer und sehr kaltem Wetter bewacht worden. Während er auf einem Baumstamm saß, kam einer der Rohlinge mit einem Gewehr in der Hand auf ihn zu und sagte:

"Schwör dem Mormonismus sofort ab, oder ich erschieße dich." Benjamin lehnte entschieden ab, worauf der Übeltäter anlegte und abdrückte. Das Gewehr versagte den Dienst. Der Mann fluchte entsetzlich und bemerkte, er habe das Gewehr seit 20 Jahren benutzt, und es habe noch nie versagt. Er untersuchte das Schloss, verfluchte die Waffe, zielte erneut und drückte ab - ohne Erfolg.

Dann versuchte er es ein drittes Mal mit demselben Ergebnis. Ein Zuschauer riet dem Mann: "Reparier dein Gewehr doch mal, dann kannst du den Kerl erschießen." So bereitete der Möchtegern-Mörder die Waffe ein viertes und letztes Mal vor und lud sogar nach. Benjamin beschrieb die Szene: "Dieses Mal explodierte die Waffe und tötete den Schuft auf der Stelle. Einer der anwesenden Missourianer sagte: "Diesen Mann versucht man besser nicht zu töten."

Fortsetzung: Auszug nach Illinois


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