Vorordination
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Der Herr hat diejenigen vorbereitet, die dazu berufen werden, sein Volk in der heutigen Zeit zu führen. Auch unser heutiger Prophet Thomas S. Monson ist vorherordiniert worden, Präsident der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage und Sprecher Gottes auf Erden zu sein. Er wurde durch den Geist der Prophezeiung und Offenbarung zu diesem Amt berufen, erwählt und ordiniert. Er war dabeigewesen, als der Geist des Herrn jedem im Rat der Zwölf bestätigt hat, dass es der Wille dessen ist, dem wir dienen, dass Bruder Monson nun sein Volk führen soll.
Diejenigen von uns, die fast täglich mit Thomas S. Monson, Henry B. Eyring und Dieter F. Uchtdorf zusammenkommen, staunen über die Weisheit ihrer Entscheidungen und über ihre Urteilskraft. Sie sind wahrlich Künder der Gerechtigkeit — wie Petrus, Jakobus und Johannes, die zu ihrer Zeit die Erste Präsidentschaft der Kirche bildeten.
Die Berufung dieser Brüder, das Werk des Herrn auf Erden zu leiten, erfolgt keineswegs willkürlich. Der Herr waltet es. Er kennt das Ende vom Anbeginn. Er hat den Erlösungsplan ersonnen und festgesetzt und beschlossen, daß den Menschen auf Erden zu verschiedenen Zeiten sein ewiges Evangelium offenbart werden sollte — und zwar von Adam bis hin zu Joseph Smith. Und er — der Allmächtige — hat sich zu allen Zeiten die Propheten und Apostel erwählt, die in seinem Namen handeln und der Welt seine Botschaft verkünden. Er hat sich seine Diener selbst erwählt und sie vorherordiniert. Er sendet sie zur vorherbestimmten Zeit zur Erde. Er lenkt und führt sie auf ihrem Lebensweg und beruft sie schließlich zu dem Amt, zu dem sie vor Grundlegung der Welt vorherordiniert worden sind.
Präsident Monson ist zu diesem Amt vorbereitet, vorordiniert und berufen worden. Er entstammt einer gläubigen Familie. Wie Jakob spirituelle Gaben von Isaak und Abraham geerbt hat, so hat auch er die Gaben und Fähigkeiten ererbt, die ihn für sein jetziges Amt als Präsident der Kirche gerüstet sein lassen.
Doch Herkunft und Vorbereitung in seinem bisherigen Leben sind nicht allein ausschlaggebend. Er wurde aus einem ganz bestimmten Grund in eine gläubige Familie hineingeboren. Nicht allein sein bisheriges Leben hat ihn darauf vorbereitet, seinen Mitmenschen ein Künder von Licht und Wahrheit und der Erlösung zu sein. Er ist ein Geistsohn Gottes, der vor Grundlegung der Welt berufen, erwählt und vorherordiniert worden ist; und er erfüllt jetzt seine Bestimmung, die ihm im vorirdischen Dasein verheißen worden ist, als wir in der Gegenwart Gottes im großen Rat im Himmel mit ihm zusammensaßen.
Joseph Smith hat gesagt: „Jeder Mann, der berufen ist, den Bewohnern der Erde im Evangelium zu dienen; wurde gerade zu diesem Zweck in der großen Ratsversammlung im Himmel vor Grundlegung der Welt ordiniert.” Und von sich selbst hat er gesagt: „Ich nehme an, daß auch ich zu diesem Amte in jenem großen Rat eingesetzt wurde.” Präsident Monson ist ebenso ein Prophet wie Joseph Smith, und er ist wie er dazu vorherordiniert worden.
Abraham, der ebenfalls auf jener großen Ratsversammlung anwesend war, durfte in einer Vision die große Zahl von Geistern im vorirdischen Dasein schauen. „Unter ihnen waren viele Edle und Große (Abraham 3:22)”, so berichtete er und beschreibt sie als „gut”. Abraham sah, daß Gott, der ewige Vater, mitten unter diesen Mächtigen stand und sagte: „Diese will ich zu meinen Regierern machen..., und er sagte zu mir: Abraham, du bist einer von ihnen, du warst erwählt, ehe du geboren wurdest (Vers 23).”
Und wie mit Abraham so ist es mit allen Propheten und bis zu einem gewissen Grade auch mit dem ganzen Haus Israel und mit allen Mitgliedern der Kirche des Herrn auf Erden — alle sind durch Vorherordinierung gesegnet.
Der Herr hat zu Jeremia gesagt: Ich kannte dich, ehe ich dich im Mutterleibe bereitete, und sonderte dich aus, ehe du von der Mutter geboren wurdest, und bestellte dich zum Propheten für die Völker(Jer. 1:5.)."
Jeder, der in diesem Leben das Melchisedekische Priestertum empfängt, ist — so lehrt uns Alma — „seit der Grundlegung der Welt nach dem Vorherwissen Gottes ... berufen und vorbereitet (Alma 13:3)”; denn er zählte in jener vorirdischen Sphäre zu den Edlen und Großen.
Paulus legte dar, daß durch dieses Gesetz der Vorherordinierung, das er die Lehre der Erwählung nannte, dem ganzen Haus Israel „die Kindschaft ... und die Herrlichkeit und der Bund und das Gesetz und der Gottesdienst und die Verheißungen (Röm. 9:4.)” zuteil geworden sind. Er sagte, daß die treuen Mitglieder der Kirche, die „Gott lieben” und „nach dem Vorsatz berufen sind”, vorherordiniert sind, „daß sie gleich sein sollten dem Ebenbilde seines Sohnes ( Röm. 8:28, 29.)". Er sagt, daß sie dazu vorherordiniert sind, „Miterben Christi (Vers 17)” zu sein und ewiges Leben im Reich des Vaters zu erlangen.
Von uns, den Mitgliedern der Kirche, hat er auch gesagt, daß Gott uns „in ihm ... erwählt [hat], ehe der Welt Grund gelegt war, daß wir sollten heilig und unsträflich sein vor ihm (Eph. 1:4)” und daß wir dazu vorherordiniert sind, durch Jesus Christus seine Kinder zu sein und „Vergebung der Sünden (Vers 7)” in diesem Leben und ewige Herrlichkeit im zukünftigen Dasein zu erlangen.
Die Offenbarungen aus alter und neuer Zeit enthalten zahlreiche Aussagen über das Gesetz der Vorherordinierung sowohl im Hinblick auf einzelne, die nach Gottes Vorsehung zu bestimmten Aufgaben in diesem Leben berufen sind, wie auch im Hinblick auf die Segnungen, die den getreuen Seelen verheißen sind, die in die Linie Israels hineingeboren werden und die Stimme des Guten Hirten hören und auf Erden in seine Herde aufgenommen werden.
Christus selbst ist der größte und höchste aller vorherordinierten Propheten. Er wurde im ewigen Rat zum Heiland und Erlöser erwählt. Petrus spricht von ihm als einem „unschuldigen und unbefleckten Lamm ( 1. Petrus 1:19)”. Er ist zuvor ersehen, ehe der Welt Grund gelegt ward (Siehe 1. Petrus 1:20), als der, der in der Zeitenmitte (Siehe LuB 20:26) kommen sollte, um das unbegrenzte und ewige Sühnopfer zu vollbringen. 4000 Jahre lang haben alle Propheten sein Kommen bezeugt und von seiner Güte und Gnade gesprochen.
Maria, die Mutter des Herrn „nach dem Fleisch ( 1. Ne. 11:18)”; Mose, der größte Prophet, den Israel je hatte; Johannes der Offenbarer, der in seinen Visionen das Ende der Welt geschaut hat; Joseph Smith, der Prophet und Seher der Wiederherstellung — sie alle wurden schon Tausende von Jahren vor ihrem Erdenleben beim Namen genannt und vorherordiniert; denn ihre Aufgabe war bekannt und wurde bereits vorhergesehen.
Das Werk Johannes des Täufers, das Wirken der Apostel in alter Zeit, die Aufgabe des Kolumbus: all dies war schon vorher bekannt und geplant. Dies sind nur einige Beispiele; denn alle Werke des Herrn sind vorhergeplant und bereitet, und wer zu einer Aufgabe berufen und erwählt ist, wird von ihm dazu beauftragt und ordiniert — zuerst im vorirdischen Dasein und dann noch einmal in diesem Leben, sofern er getreu bleibt.
Und Präsident Monson, der Mann, den der Herr auserwählt hat, für ihn zu sprechen und in der kommenden Zeit über sein Reich zu präsidieren? Er ist zweifellos mehr als nur der Nachkomme glaubenstreuer Vorfahren. Er ist ein Sohn Gottes, ein Geistkind des Allmächtigen. Er hat beim ewigen Vater gelebt, sein Angesicht gesehen, seine Stimme gehört und — was noch wichtiger ist — an sein Wort geglaubt und sein Gesetz befolgt.
Thomas S. Monson hat im vorirdischen Dasein zu den Edlen und Großen gehört, weil er gehorsam, treu und rechtschaffen gewesen ist und sich dafür entschieden hat, dem auserwählten und geliebten Sohn des Vaters zu folgen. Neben all seinen anderen Fähigkeiten hat er Geistigkeit entwickelt: die Fähigkeit, die Wahrheit zu glauben und anzunehmen und nach Gerechtigkeit zu trachten.
Er hat Jehova, den Herrn, gekannt und verehrt, der Gott gleich 3:24)" ist. Adam und Enoch sind seine Freunde gewesen. Er hat sich von Noah und Abraham Rat geholt und Jesaja und Nephi gekannt. Er ist im himmlischen Reich ein Mitdiener Joseph Smith' und Brigham Youngs gewesen.
Das vorirdische Dasein ist nicht etwas Fernes, Mystisches. Wir alle haben vor nur wenigen Jahren das Haus des ewigen Vaters verlassen, dessen Kinder wir sind. Wir sind nur durch einen dünnen Schleier von den Freunden und Gefährten getrennt, mit denen zusammen wir dem Herrn gedient haben, ehe unser ewiger Geist in einem irdischen Körper Wohnung bezogen hat.
Zwar sind wir von all dem durch einen Schleier getrennt, und wir erinnern uns nicht mehr daran; aber wir wissen, daß der ewige Vater alle Gewalt und Macht, Herrschaft und Wahrheit und eine Familie hat. Wir wissen, daß wir seine Kinder sind. Wir sind in seinem Ebenbild erschaffen und haben die Kraft und Fähigkeit, ihm gleich zu werden. Er hat uns Entscheidungsfreiheit gewährt und Gesetze aufgestellt, und wenn wir diese Gesetze befolgen, können wir ewiges Leben erlangen. Wir wissen, daß wir auf der anderen Seite des Schleiers Freunde und Gefährten hatten. Wir sind dort auf die vollkommenste Art und Weise geschult und belehrt worden, und durch Gehorsam zu seinen ewigen Gesetzen haben wir unendlich vielfältige und unterschiedliche Talente und Fähigkeiten entwickelt.
Daraus folgt die Lehre von der Vorherordinierung. Wenn wir zur Welt kommen, bringen wir die Talente, Eigenschaften und Fähigkeiten mit, die wir uns im vorirdischen Dasein durch Gehorsam zu den Gesetzen erworben haben. Mozart komponierte und veröffentlichte Sonaten, als er erst acht Jahre alt war; denn sein musikalisches Talent war ihm angeboren. Melchisedek kam mit einem so starken Glauben und so großer Spiritualität auf die Welt, daß er schon als Kind Gott fürchtete und wilden Löwen und der Gewalt des Feuers Einhalt gebot19. Kain dagegen war — ebenso wie Luzifer — ein Lügner von Anbeginn, und es wurde ihm gesagt: „Du sollst Verderben genannt werden, denn du warst auch, ehe die Welt war (Moses 5:24)
Dies also ist die Lehre von der Vorherordinierung, die Lehre von der Erwählung. Aus diesem Grund hat der Herr ein auserwähltes, ein begünstigtes und eigentümliches Volk auf Erden; und aus diesem Grund hat er gesagt: „Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir, und ich gebe ihnen das ewige Leben Joh. 10:27,28.”
Das Wissen um diese wunderbare Wahrheit legt uns mehr als anderen Menschen die Verpflichtung auf, Christus nachzufolgen — sein Joch auf uns zu nehmen, seine Gebote zu halten und stets das zu tun, was ihm wohlgefällt. Und wenn wir ihn lieben und ihm dienen, dann hören wir auf die Worte der Apostel und Propheten, die er sendet, damit sie uns sein Wort offenbaren und lehren.
Der Herr braucht keinen Propheten zu senden, der der Welt seinen Willen offenbart. Er hat dies bereits getan. Wir haben einen Propheten. Wir werden von Männern geführt, die den Geist der Inspiration haben. Was die Menschen heute wirklich brauchen, sind offene Ohren, damit sie die Worte hören, die aus dem Munde der Propheten kommen.
Gott sei gelobt, daß es einen Propheten in Israel gibt! Er schenke uns offene Ohren, damit wir auf die Stimme seines Propheten hören.
verwendete Quellen
Ansprache von Bruce McConkie aus dem Stern November 1974
