Verklärung

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„Die Verklärung ist eine besondere Veränderung im Aussehen und Wesen einer Person oder eines Gegenstandes, die durch die Macht Gottes bewirkt wird. Sie ist eine göttliche Transformation von einem niedrigeren zu einem höheren, ja, erhöhten, eindrucksvollen und herrlichen Zustand.” (Bruce McConkie, Mormon Doctrine) Die meisten Verklärungen, von denen berichtet wird, geschahen den Propheten oder Christus, als sie mit Gott sprachen, doch neuzeitliche Offenbarung und Erfahrungen zeigen, dass das auch gewöhnlichen glaubensvollen Nachfolgern Christi geschehen kann, sogar der Erde selbst.

Inhaltsverzeichnis

Beispiele der Verklärung

Biblische Zeiten

Moses

Als Mose vom Sinai herunterstieg, hatte er die beiden Tafeln der Bundesurkunde in der Hand. Während Mose vom Berg herunterstieg, wusste er nicht, dass die Haut seines Gesichtes Licht ausstrahlte, weil er mit dem Herrn geredet hatte. Als Aaron und alle Israeliten Mose sahen, strahlte die Haut seines Gesichtes Licht aus und sie fürchteten sich, in seine Nähe zu kommen. Erst als Mose sie rief, kamen Aaron und alle Sippenhäupter der Gemeinde zu ihm zurück und Mose redete mit ihnen. Als Aaron und alle Israeliten Mose sahen, strahlte die Haut seines Gesichtes Licht aus und sie fürchteten sich, in seine Nähe zu kommen. Dann kamen alle Israeliten herbei und er übergab ihnen alle Gebote, die der Herr ihm auf dem Sinai mitgeteilt hatte. Als Mose aufhörte, mit ihnen zu reden, legte er über sein Gesicht einen Schleier. Wenn Mose zum Herrn hineinging, um mit ihm zu reden, nahm er den Schleier ab, bis er wieder herauskam. Wenn er herauskam, trug er den Israeliten alles vor, was ihm aufgetragen worden war. Wenn die Israeliten das Gesicht des Mose sahen und merkten, dass die Haut seines Gesichtes Licht ausstrahlte, legte er den Schleier über sein Gesicht, bis er wieder hineinging, um mit dem Herrn zu reden. (Exodus 34: 29-35)

Paulus

Ich will jetzt von Erscheinungen und Offenbarungen sprechen, die mir der Herr geschenkt hat. Ich kenne jemand, einen Diener Christi, der vor vierzehn Jahren bis in den dritten Himmel entrückt wurde; ich weiß allerdings nicht, ob es mit dem Leib oder ohne den Leib geschah, nur Gott weiß es. Und ich weiß, dass dieser Mensch in das Paradies entrückt wurde; ob es mit dem Leib oder ohne den Leib geschah, weiß ich nicht, nur Gott weiß es. Er hörte unsagbare Worte, die ein Mensch nicht aussprechen kann. (2. Korinther 12:1-3) Obwohl Paulus das Wort Verklärung nicht gebraucht, ist aus seinen Wort offensichtlich, dass es genau das ist, was er erfahren hat und was er für eine Vision hielt. Paulus erklärt nicht den sofortigen Zweck dieser Vision, doch ist es klar, dass er dadurch ein sicheres Zeugnis hatte, um seine Brüder im Evangelium zu stärken und zu erleuchten.

Jesus

Christus wurde vor Petrus, Jakobus und Johannes auf einem hohen Berg verklärt, ein Ereignis, dass sie sehr beeindruckt hat. Danach nahm Jesus Petrus, Jakobus und dessen Bruder Johannes beiseite und führte sie auf einen hohen Berg. Und er wurde vor ihren Augen verwandelt; sein Gesicht leuchtete wie die Sonne und seine Kleider wurden blendend weiß wie das Licht. (Matthäus 17:1-2) Als Mose und Elias erschienen, warf eine leuchtende Wolke ihren Schatten auf sie und aus der Wolke rief eine Stimme: Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe; auf ihn sollt ihr hören.” (Matthäus 17:5) Als sie den Berg verließen gebot Jesus ihnen, niemandem vor seiner Auferstehung davon zu erzählen. Auch Markus berichtet davon, dass Jesus vor ihnen verklärt wurde, und er beschreibt die Verklärung auf diese Weise: „Und er wurde vor ihren Augen verwandelt; seine Kleider wurden strahlend weiß, so weiß, wie sie auf Erden kein Bleicher machen kann.” (Markus 9:3)

Lukas berichtet: „Und während er betete, veränderte sich das Aussehen seines Gesichtes und sein Gewand wurde leuchtend weiß.” (Lukas 9:29) Lukas gibt also noch eine zusätzliche Information, dass es geschah, während Jesus betete. Er berichtet wie die anderen von der Erscheinung der Propheten Moses und Elias und der Wolke und der Stimme. Auch Lukas berichtet, dass sie es für sich behielten. „Die Jünger schwiegen jedoch über das, was sie gesehen hatten, und erzählten in jenen Tagen niemand davon.” (Lukas 9:36)

Neuzeitliche Offenbarung der Verklärung des Mose

Moses 1:11 gibt einen Bericht darüber, wie Moses einmal verklärt wurde:

„Aber nun haben meine eigenen Augen Gott gesehen, aber nicht meine natürlichen, sondern meine geistigen Augen, denn meine natürlichen Augen hätten nicht sehen können; denn ich wäre in seiner Gegenwart vergangen und hätte sterben müssen, aber seine Herrlichkeit war auf mir, und ich habe sein Angesicht gesehen, denn ich bin vor ihm verklärt worden.”

Moses' Bezug auf geistige Augen zeigt, dass er auch Gott in einer Vision sah und während dessen verklärt war.

Neuzeitliche Offenbarung über Jesus auf dem Berg der Verklärung

„Dieses wichtige Ereignis auf dem Berg der Verklärung im Neuen Testament gschah etwa eine Woche nach dem Versprechen, das er Petrus gegeben hatte, nämlich dass er die Schlüssel des Himmelreiches erhalten würde.” (Matthäus 16: 13-18). Vers 19 von Matthäus zitiert Jesus wie folgt: „Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben; was du auf Erden binden wirst, das wird auch im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das wird auch im Himmel gelöst sein.” Elder McConkie sagte: „Bei dieser Gelegenheit wurden Petrus, Jakobus und Johannes ebenfalls vor Christus verklärt und empfingen von ihm und von Mose und Elija die Schlüssel des Reiches.” Auf diese Weise erfuhren die Apostel Christi die Verklärung in der Gegenwart von Christus, Moses und Elias.

Verklärungen im Buch Mormon

Christus erklärte den Menschen seiner Zeit: „Ich habe noch andere Schafe, die nicht aus diesem Stall sind; auch sie muss ich führen und sie werden auf meine Stimme hören; dann wird es nur eine Herde geben und einen Hirten.” (Johannes 10:16) Durch neuzeitliche Offenbarung wissen wir, dass diese anderen Schafe Israeliten sind, die zum amerikanischen Kontinent geführt wurden, von denen einige Vorfahren der heutigen Indianer sind. Drei von diesen Israeliten, die von dann an Nephiten genannt wurden, wurden in den Himmel entrückt und sahen und hörten Unaussprechliches. Und ob sie im Leib waren oder außerhalb des Leibes, konnten sie nicht sagen; denn es schien ihnen, als seien sie verklärt worden, daß sie von diesem Leib aus Fleisch in einen unsterblichen Zustand verwandelt worden seien, so daß sie das sehen konnten, was von Gott ist. (3. Nephi 28:13,15) Und nun, ob sie von dem Tag ihrer Verklärung an sterblich oder unsterblich waren, das weiß ich nicht (3. Nephi 28:17). Mormonen glauben, dass diese Apostel verklärt wurden von ihrem sterblichen Zustand zu einem unsterblichen und dass sie noch immer auf der Erde wandeln. Diese Verklärung ist keine Vision, sondern eine buchstäbliche Wandlung.

Verklärungen in der Zukunft

Menschen

Mormonen glauben, dass der Tod im Millennium ganz anders sein wird. (LuB 63:51 sagt : „Darum werden die Kinder aufwachsen, bis sie alt werden; alte Menschen werden sterben; aber sie werden nicht im Staub schlafen, sondern sie werden in einem Augenblick verwandelt werden.” Mormonen glauben, dass diese Wandlung von der Sterblichkeit zur Unsterblichkeit eine besondere Art der Verklärung ist, was den Tod im Millennium ersetzen wird.

Erde

Petrus spricht von den Zeiten des Aufatmens bei der Rückkehr des Herrn (Apostelgeschichte 3:19-21). Seine Aussage hat dieselbe Bedeutung wie die im 10. Glaubensartikel, die besagt, „daß die Erde erneuert werden und ihre paradiesische Herrlichkeit empfangen wird.” Diese Erneuerung findet statt, wenn „der Menschensohn sich auf den Thron der Herrlichkeit setzt” (Matthäus 19:28). Es ist auch der „Tag der Verklärung . . wenn die Erde verklärt werden wird.” (LuB 63:20,21)

Unsere Erde wurde im neuen oder paradiesischen Zustand erschaffen, aber beim Fall Adams fiel sie in ihren gegenwärtigen telestialen Zustand. Beim Zweiten Kommen des Herrn wird sie erneuert, regeneriert, verklärt und wieder eine neue, paradiesische Erde werden. Ihr Zustand im Millennium ist die Rückkehr in ihren ursprünglichen Zustand der Schönheit und Herrlichkeit, so wie sie vor dem Fall existiert hat.

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