Verfolgung im Kreis Jackson

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Bischof Partridge kaufte, so wie es Der Herr geboten hatte, im Kreis Jackson Hunderte Morgen Land, das für die vielen Heiligen bestimmt war, die aus Ohio und anderen Gebieten übersiedelten. Für diese Mitglieder gründeten die Führer zunächst die folgenden Zweige Independence, Colesville, Whitmer, Big Blue und Prairie. Bis Ende 1853 wurden zehn Zweige gegründet. Als im April 1853 der dritte Jahrestag der Gründung der Kirche gefeiert wurde, versammelten sich über 1000 Heilige am Ufer des Big Blue River. Newel Knight sagte, dass diese Versammlung die erste Feier dieser Art in Zion war und dass die Heiligen fröhlich waren. Newel beobachtete aber auch: "Wenn die Heiligen sich freuen, ärgert sich der Teufel, und die Kinder und Diener des Teufels haben am Geist des Teufels Anteil."

Noch im April setzte die Verfolgung ein. Zunächst erklärten die Einheimischen den Heiligen, der Zuzug so Mormonen werde nicht gern gesehen, denn man befürchtete, dass die Heiligen bei den Wahlen bald die Mehrheit bekommen würden. Die Heiligen stammten hauptsächlich aus den Nordstaaten und waren mehrheitlich gegen die Versklavung der Neger. Die Sklaverei war in Missouri damals noch gesetzlich erlaubt. Es beunruhigte die Einheimischen, dass die HLT an das Buch Mormon als heilige Schrift glaubten, dass sie sagten, dass der Kreis Jackson einmal ihr Zion sein werde und dass sie behaupteten, sie würden von einem Propheten geführt. Die Heiligen wurden auch deshalb von den Einheimischen verdächtigt, weil man ihnen vorwarf, sie hätten Kontakte zu den Indianern.

Von den Gegnern der Kirche wurde ein Rundbrief, der auch als Geheimverfassung bezeichnet wurde, in Umlauf gebracht. Durch diesen Brief versuchte man Unterschriften von denjenigen zu bekommen, die bereit waren, die Mormonengeißel auszumerzen. Am 20. Juli 1853 erreichten die Feindseligkeiten ihren Höhepunkt, als über 400 Männer am Amtsgebäude in Independence zusammenkamen, um ihr weiteres Vorgehen zu besprechen. Den Kirchenführern wurden Schreiben vorgelegt, in denen verlangt wurde, dass die Mormonen den Kreis Jackson verlassen sollten, sie sollten ihre Zeitung, den Evening und Morning Star nicht mehr drucken dürfen, und weiteren Mitgliedern sei der Zuzug in den Kreis Jackson zu verwehren. Als sich die Kirchenführer diesen ungesetzlichen Forderungen nicht beugen wollten, griffen die Männer das Büro der Zeitung an, das zum Wohnhaus von William W. Phelps gehörte. Die Angreifer stahlen die Druckerpresse und zerstörten das Gebäude.

Inhaltsverzeichnis

Das Buch der Gebote wird fast ein Opfer der Zerstörung

Das Buch der Gebote war das wichtigste Buch, das in der Zeitungsdruckerei gedruckt wurde. Es war die erste Zusammenstellung der Offenbarungen, die der Prophet Joseph Smith empfangen hatte. Als die Männe das Gebäude angriffen, warfen sie die ungebundenen Seiten des Buches auf die Straße. Dabei wurden sie von zwei Mädchen beobachtet, die diese Dokumente zusammenklaubten, als die Männer am anderen Ende des Gebäudes beschäftigt waren. Sie liefen damit aufs Feld und versteckten sich im Getreide. Sie wurden nicht gefunden.

Bischof Partridge wird geteert und gefedert

Als nächstes griffen die Männer Bischof Partridge und Charles Allen. Die beiden wurden zum öffentlichen Platz von Independence gebracht, und man befahl ihnen, das Buch Mormon zu widerrufen und die Gegend zu verlassen. Bischof Partridge sagte: "Ich erklärte ihnen, die Heiligen seien zu allen Zeiten verfolgt worden und ich hätte nicht getan, was bei irgend jemandem von ihnen Anstoß erregen könnte; falls sie Hand an mich legten, so misshandelten sie einen unschuldigen Menschen und ich sei bereit, um Christi willen zu leiden, sei aber jetzt nicht bereit, wegzuziehen."

Nach diesen Worten wurden beide bis auf die Unterwäsche entkleidet und geteert und gefedert. Bischof Partridge berichtet: "Ich ertrug die Misshandlung mit solch einer Ergebenheit und Demut, dass die Menge erstaunt schien. Die Leute ließen es zu, dass ich mich still entfernte, und ich glaube, dass ihr Mitgefühl angesprochen worden war. Ich selbst war so sehr vom Geist und von der Liebe Gottes erfüllt, dass ich weder für meine Peiniger noch für irgend jemanden sonst Hass empfand."

Die Schlacht am Big Blue River

Der Mob kehrte am 23. Juli zurück und drohten, alles und alle zu vernichten, wenn sie nicht zusagen würden, die Gegend zu verlassen. Weil der Mob gegen das Gesetz und die Verfassung der USA und Missouri verstieß, suchten die Kirchenführer Unterstützung beim Gouverneur von Missouri. Dieser klärte die Brüder über ihre Rechte auf und empfahl ihnen, rechtlichen Beistand zu suchen. Als die Kirche Rechtsanwälte beauftragte, sie juristisch zu unterstützen, brachte das den Mob noch mehr auf. Die Misshandlungen und der Vandalismus gipfelten in einem Kampf, der am Big Blue River ausgetragen wurde. Zwei Männer aus dem Mob wurden getötet und die Heiligen verloren Andrew Barber. Pilo Dibble wurde dreimal in den Bauch geschossen. Newel Knight wurde gebeten, ihm einen Krankensegen zu geben, der wunderbare Folgen haben sollte. Bruder Dibble berichtet:

"Bruder Knight sah nach mir und setzte sich auf mein Bett... Ich spürte, wie der Geist über meinem Kopf ruhte, noch bevor die Hände von Br. Knight mich berührten, und ich wusste in demselben Augenblick, dass ich geheilt werden würde... Ich erhob mich sofort und verlor drei Liter Blut oder noch mehr. Darin befanden sich einige Stoffreste, die mit den Kugeln in meinen Körper gelangt waren. Dann zog ich mich an und ging nach draußen... Seitdem hab ich keinen Tropfen Blut mehr verloren und auch nicht den geringsten Schmerz gespürt, außer dass ich wegen des Blutverlusts etwas geschwächt war."

Gouverneur Dunklin griff ein und wies Oberst Thomas Pitcher an, beide Seiten zu entwaffnen. Die Sympathien Oberst Pitchers aber gehörten dem Mob, und er nahm den Heiligen die Waffen ab und gab sie dem Mob. Die wehrlosen Heiligen wurden angegriffen, und ihre Häuser wurden zerstört. Die Männer suchten in den Wäldern Schutz oder wurden misshandelt. Zum Schluss riefen die Kirchenführer die Mitglieder auf, ihre Habseligkeiten zu sammeln und aus dem Kreis Jackson zu fliehen.

Zuflucht im Kreis Clay

1853 überquerten die meisten Heiligen den Missouri und fanden vorübergehend Zuflucht im Kreis Clay. Parley P. Pratt berichtet:

"Dort wo die Fähre an beiden Ufern anlegt, begannen Männer, Frauen und Kinder mit Gütern, Wagen, Kisten, Vorräten usw. die Ufer zu säumen, während die Fähre beständig hin- und herfuhr. Und als die Nacht über uns hereinbrach, sah das Pappelwäldchen wie ein Zeltlager aus. Hunderte lagerten in jeder Richtung, einige in Zelten, andere im Freien um ihr Feuer, und der Regen strömte herab. Männer suchten nach ihrer Frau, Frauen nach ihrem Mann, Eltern nach ihren Kindern, Kinder nach ihren Eltern. Einige hatten Glück gehabt und konnten zusammen mit ihrer Familie, ihrem Haushalt und ihren Vorräten fliehen, während andere nicht einmal um das Schicksal ihrer Freunde wussten und all ihre Habe verloren hatten....."

So wurde den Heiligen vorübergehend die Möglichkeit genommen, im Kreis Jackson Zion zu errichten und dort ihrem Gott einen Tempel zu bauen. Rund 1200 HLT unternahmen nun alles Notwendige, um den ungastlichen Winter am Fluss des Kreis Clay zu überleben.

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