Umkehr auf dem Sterbebett
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Manche gebrauchen die Geschichte von Lukas über den Erlöser, wie er einem Kriminellen neben ihm am Kreuz sagt: „Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.” (Lukas 23:39-46) als Beweis dafür, dass Umkehr auf dem Sterbebett möglich ist und man in der Stunde des Todes Vergebung erhalten kann. Neuzeitliche Offenbarungen jedoch geben einen genaueren Einblick in die Vorstellung der Umkehr auf dem Sterbebett.
„Dieses Leben ist die Zeit, in der der Mensch sich vorbereiten soll, vor Gott zu treten.” Wer in diesem Leben die Möglichkeit hat, die Wahrheit anzunehmen, ist verpflichtet es zu tun, denn sonst kann er nicht errettet werden. Die Hoffnung, auf dem Totenbett Vergebung zu empfangen, ist vergeblich.
Amulek sagt: „Ja, ich möchte, daß ihr vortretet und euer Herz nicht länger verhärtet; denn siehe, jetzt ist die Zeit und der Tag für eure Errettung, und darum, wenn ihr umkehren und euer Herz nicht verhärten wollt, wird der große Plan der Erlösung sogleich für euch zustande gebracht werden. Denn siehe, dieses Leben ist die Zeit, da der Mensch sich vorbereiten soll, Gott zu begegnen; ja, siehe, der Tag dieses Lebens ist der Tag, da der Mensch seine Arbeiten verrichten soll. Und nun, wie ich auch schon zuvor gesagt habe: Da ihr so viele Zeugnisse habt, flehe ich euch an, den Tag eurer Umkehr nicht bis zum Ende aufzuschieben; denn nach diesem Tag des Lebens, der uns gegeben ist, damit wir uns auf die Ewigkeit vorbereiten - siehe, wenn wir unsere Zeit während dieses Lebens nicht nutzbringend anwenden, dann kommt die Nacht der Finsternis, in der keine Arbeit verrichtet werden kann. Wenn ihr an diesen furchtbaren Punkt gelangt, könnt ihr nicht sagen: Ich will umkehren, ich will zu meinem Gott zurück. Nein, das könnt ihr nicht sagen; denn der gleiche Geist, der euren Körper beherrscht, wenn ihr aus diesem Leben scheidet, dieser selbe Geist wird die Macht haben, euch in jener ewigen Welt zu beherrschen. Denn siehe, wenn ihr den Tag eurer Umkehr bis an den Tod aufgeschoben habt, siehe, dann seid ihr dem Geist des Teufels untertan geworden, und er siegelt euch als die Seinen; darum hat der Geist des Herrn sich von euch zurückgezogen und hat keinen Platz in euch, und der Teufel hat alle Gewalt über euch; und dies ist der Endzustand der Schlechten” (Alma 34:31-35).
Darüber hinaus schrieb Präsident Spencer W. Kimball in seinem Buch ’’Wunder der Vergebung’’:
- „Zwar steht das erhabene Prinzip Umkehr immer zur Verfügung, aber für die Übeltäter und Bösen gibt es da beträchtliche Vorbehalte. Zum Beispiel wird Sünde sehr leicht zur Gewohnheit und führt die Menschen manchmal bis an den schrecklichen Punkt, von wo es keine Umkehr mehr gibt. Ohne Umkehr aber kann es keine Vergebung geben, und ohne Vergebung stehen alle Segnungen der Ewigkeit auf dem Spiel. In dem Maß, wie sich der Übertreter immer tiefer in seine Sünde verstrickt, der Fehler sich ständig tiefer eingräbt und der Wille zur Änderung schwächer wird, wird seine Lage immer hoffnungsloser; er gleitet immer tiefer, bis er sich entweder nicht mehr emporarbeiten kann oder die Kraft dazu verloren hat.” [1]
Diese Lehren weisen darauf hin, dass, obwohl der Erlöser in der Lage ist, jemanden sogar auf dem Sterbebett zu retten, ist das Aufschieben der Umkehr bis zum Sterbebett eine außerordentlich schlechte Idee und steht der Absicht des Retters und dem Plan der Erlösung entgegen.
Fußnoten
- ↑ (Kimball, Wunder der Vergebung, 113).
verwendete Quellen
- Mormon Doctrine - von Bruce McConkie
- Das Wunder der Vergebung von Spencer W. Kimball