Tod

Aus MormonWiki

Wechseln zu: Navigation, Suche

Der Tod ist nicht gleichbedeutend mit Vernichtung, denn die Elemente hören nicht auf zu existieren, und kein Lebewesen gibt seine bewusste Identität auf. Der Tod ist lediglich eine Veränderung aus einem Zustand in einen anderen oder aus einer Existenzebene in eine andere. In gewissem Sinn erleiden die Geistkinder Gottes einen Tod, wenn sie die Gegenwart Gottes verlassen und aus dem vorirdischen Dasein auf die Erde kommen. Man könnte sagen, dass sie im vorirdischen Leben sterben, aber ins sterbliche Dasein geboren werden.

Wenn wir in den Schriften vom Tod lesen, dann ist damit meistens der natürliche oder zeitliche Tod gemeint (LuB 29:42,43; Alma 11:42; 12:16,24; 42:8; Mormon 9:13). Dieser Tod ist die Trennung des ewigen Geistes vom irdischen Körper, so dass der Körper wieder zu Staub, das heißt zu dem Urstoff wird, aus dem Gott ihn erschaffen oder organisiert hat. Der Geist begibt sich in eine Welt, in der die Geister den Tag ihrer Auferstehung erwarten (Offenbarung 20:13; 2. Nephi 9:10-15).

Für entrückte Wesen und für die Gerechten, die im Millennium leben werden, tritt der Tod augenblicklich ein; sie werden in einem Augenblick aus ihrem sterblichen Zustand in den unsterblichen Zustand verwandelt, so dass der Geist sich nicht vom Körper trennt. Aber auch diese Verwandlung wird als Tod bezeichnet (LuB 63:49-52; 3. Nephi 28). Es ist jedoch kein Tod im üblichen Sinn des Wortes (LuB 101:29-31; Jesaja 65:20). „Der Tod ist über alle Menschen gekommen, um den barmherzigen Plan des großen Schöpfers zu erfüllen” (2. Nephi 9:6). Der Tod ist ein außerordentlich wichtiges und wünschenswertes Ereignis in der ewigen Existenz der geistigen Nachkommen Gottes. Gott hat den großartigen Plan der Barmherzigkeit entwickelt, zu dem der Tod gehört. Der Tod ist genauso wichtig wie die Geburt, denn es ist für den Geist des Menschen genauso wichtig, den Körper wieder zu verlassen, wie bei der Geburt in ihn einzutreten. Der sterbliche Zustand muss dem unsterblichen notwendigerweise vorausgehen. Der Mensch empfängt das ewige Leben, indem er die Prüfung dieses Lebens besteht.

Wenn Gott die Welt nicht erschaffen hätte, hätte der Fall Adams nicht eintreten können. Wenn der Fall Adams nicht eingetreten wäre, hätte es keine Geburt in das sterbliche Leben geben können. Ohne Sterblichkeit gäbe es keinen Tod, und ohne den Tod keine Auferstehung, keine Unsterblichkeit und kein ewiges Leben. Wenn Gott also den Tod beseitigen würde, könnte der ganze Erlösungsplan nicht wirksam werden (2. Nephi 9:6-16).

Auf dieser Erde trat der Tod als Ergebnis des Falls Adams ein. Vor der Übertretung Adams gab es den Tod weder für den Menschen noch für irgendein anderes Lebewesen (2. Nephi 2:22; Doctrines of Salvation, Bd. 1, S. 107-120). Der Tod wird auf unserer Erde ein Ende finden, wenn jeder Mensch und jedes Geschöpf Gottes unsterblich und wenn die Erde eine unsterbliche Sphäre geworden ist (LuB 29:22-29; 77:1-3; 88:16-32; 130:9).

Durch den Glauben wird zuweilen ein Verstorbener vom Tod erweckt, das heißt sein Geist wird zurückgerufen, um den irdischen Körper nochmals zu bewohnen (3. Nephi 7:19; 19:4; 4. Nephi 5; 1. Könige 17:17-23; Matthäus 9:18-26; Markus 5:32-43; Lukas 7:11-17,22; 8:41-56; Johannes 11:1-46; Apostelgeschichte 9:36-43; 20:9-12). Solche Menschen sterben den natürlichen oder zeitlichen Tod ein zweites Mal. Am Ende werden alle Menschen vom Tod erweckt, um danach in einem unsterblichen Zustand zu leben (Alma 11:41; 12:8).

Im Herzen des Rechtschaffenen besteht keine Furcht vor dem Tod. Es ist natürlich verständlich, dass er so lange am Leben bleiben möchte, wie es dem Herrn gefällt, aber wenn es zum Abschied kommt, geht er in Frieden. Bei dem Schlechten ist es jedoch anders, denn „der Stachel des Todes ist die Sünde(1. Korinther 15:56). Der Herr verheißt. Alle, die in mir sterben, werden den Tod nicht schmecken, denn er wird ihnen süß sein. Wehe aber denen, die nicht in mir sterben, denn ihr Tod ist bitter.” (LuB 42:46,47; Alma 40:23-26)

verwendete Quellen

Externe Links

Persönliche Werkzeuge