Tempelschein

Aus MormonWiki

Wechseln zu: Navigation, Suche

Sobald man erkennt, welchen Wert die Tempelsegnungen haben und wie heilig die Handlungen im Tempel sind, wird man die hohen Maßstäbe wohl nicht in Frage stellen, die der Herr an diejenigen legt, die den Tempel betreten möchten.

Um eingelassen zu werden, braucht man einen gültigen Tempelschein. Dieser Schein muss vom Bischof der Gemeinde des jeweiligen Mitglieds und vom seinem Pfahlpräsidenten unterschrieben sein. In einem Missionsgebiet obliegt das Ausstellen eines Tempelscheines natürlich dem Zweigpräsidenten sowie dem Distrikts- und Missionspräsidenten. Nur wer würdig ist, darf in den Tempel gehen. Der Bischof hat die Aufgabe, sich durch bestimmte Fragen von dieser Würdigkeit zu vergewissern. So ein Interview hat für das Mitglied der Kirche große Bedeutung; denn man hat da Gelegenheit, mit einem ordinierten Diener des Herrn seine Lebensweise zu überprüfen. Wenn etwas nicht in Ordnung ist, wird der Bischof helfen können, es in Ordnung zu bringen. Auf diese Weise, nämlich bei der Unterredung mit einem allgemeinen Richter in Israel, können man feststellen, dass man würdig ist, mit der Zustimmung Des Herrn in den Tempel zu gehen, oder es kann einem geholfen werden, diese Würdigkeit zu erlangen.

Präsident N. Eldon Tanner, ehemaliger Erster Ratgeber in der Ersten Präsidentschaft, sprach in der allgemeinen Priestertumsversammlung über diese Interviews. Seine Ausführungen sind nicht nur für die Beamten, die die Interviews halten, sondern auch für die Mitglieder bedeutungsvoll, die interviewt werden. Man beachte das folgende sehr genau:

Mormon-bishop-interview.jpg
„Sie, die Bischöfe und Pfahlpräsidenten, können das Interview für einen Tempelschein etwa folgendermaßen führen:
„Sie sind gekommen, um von mir einen Tempelschein zu erhalten. Bei dieser Unterredung obliegt es mir, den Herrn zu vertreten. Am Schluss des Interviews ist es vorgesehen, dass ich den Tempelschein unterschreibe; aber meine Unterschrift ist nicht die einzige wichtige Unterschrift auf dem Schein. Bevor der Schein gültig wird, müssen Sie ihn selber unterschreiben. Mit Ihrer Unterschrift geben Sie dem Herrn gegenüber die bindende Erklärung ab, dass Sie der Vorteile würdig sind, die dem Inhaber eines Tempelscheines zukommen. Es gibt da einige Standardfragen, die ich Ihnen stellen werde. Denn das ist ja Ihre Aufgabe! Und es wird von Ihnen erwartet, dass Sie auf jede ganz ehrlich antworten.'
Wenn Sie die erforderlichen Fragen gestellt haben, setzen Sie vielleicht noch hinzu: ,Wer in das Haus des Herrn geht, muss frei sein von jeder unreinen, entheiligenden und unnatürlichen Gewohnheit.' Unsere Interviews müssen liebevoll und taktvoll geführt werden. Oftmals lässt sich etwas ins richtige Lot bringen, wenn Sie fragen: ,Hätten Sie Grund, sich unbehaglich oder gar dem Herrn gegenüber unehrlich zu fühlen, wenn Sie Ihren Tempelschein selbst unterschreiben müssten?
Möchten Sie etwas Zeit haben, um ein paar ganz persönliche Dinge in Ordnung zu bringen, ehe Sie ihn unterschreiben? Vergessen Sie nicht, der Herr weiß alles und lässt keinen Spott mit sich treiben. Wir möchten Ihnen gerne helfen. Gebrauchen Sie nie eine Lüge, um eine Berufung, einen Tempelschein oder einen Segen vom Herrn zu erhalten!' Wenn Sie auf die eben gezeigte Weise an die Sache herangehen, obliegt es dem Mitglied, sich selbst zu interviewen. Bischof und Pfahlpräsident haben Anspruch auf die Gabe des Erkennens, und sie werden wissen, ob da etwas nicht stimmt, was noch bereinigt werden muss, ehe man einen Tempelschein ausstellt." ("Interviews sind ein Segen", Ensign' Nov.1978.)

Das Interview für den Tempelschein findet zwischen dem Bischof und dem betreffenden Mitglied unter vier Augen statt. Dem Bewerber werden eingehende Fragen über sein Verhalten und seine Würdigkeit gestellt und ob er der Kirche und ihren Beamten die Treue hält. Er muss erklären, dass er ein sittlich einwandfreies Leben führt und das Wort der Weisheit befolgt, dass er seinen Zehnten voll zahlt und gemäß den Lehren der Kirche lebt und mit abgefallenen Gruppen weder Verbindung hat noch sympathisiert. Der Bischof ist unterwiesen worden, dass es ganz besonders wichtig ist, alles, was ein solches Interview angeht, streng vertraulich zu behandeln Wenn die Fragen des Bischofs annehmbar beantwortet worden sind, ist damit normalerweise erwiesen, dass der Betreffende würdig ist, den Tempelschein zu erhalten. Falls der Bewerber die Gebote nicht hält oder es in seinem Leben etwas gibt, was in Ordnung gebracht werden muss, wird es notwendig sein, dass er wahre Umkehr zeigt, ehe ihm der Tempelschein ausgestellt wird.

Nachdem der Bischof das Interview geführt hat, werden wir auch von einem Mitglied der Pfahlpräsidentschaft in gleicher Weise befragt; erst dann gehen wir zum Tempel. Wenn jemand zum erstenmal gehen will, führt gewöhnlich der Pfahlpräsident selbst das Interview. Wer also zum Interview für den Tempelschein kommt, wird gewiss das Urteil dessen akzeptieren, der als Richter in Israel eingesetzt ist und an Stelle des Herrn zu entscheiden hat, ob es recht ist oder nicht, er in das heilige Haus geht.

Verwendete Quellen

externe Links

Liahona

Tempel
Chronologische Liste der Tempel | Ganz in Weiß | Garments | HLT-Hochzeiten | Im Tempel | Siegelungsmacht | Taufe für die Toten | Tempel-Begabung | Tempel im alten Israel | Tempelschein | Tempelverordnungen
Persönliche Werkzeuge