Tempel

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Der Bountiful Utah Tempel,  geweiht am 8. Januar 1995.
Der Bountiful Utah Tempel, geweiht am 8. Januar 1995.

Mit der Arbeit, die in ihren heiligen Tempeln verrichtet wird, unterscheidet sich die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage stark von allen anderen christlichen Kirchen auf der Welt.

Die Kirche hat zur Zeit 124 Tempel in mehr als 40 Ländern auf der ganzen Erde in Betrieb. Zehn weitere wurden angekündigt und werden zum Teil schon gebaut. Von den Tempeln, die zurzeit in Betrieb sind, wurden mehr als 60% in den letzten zehn Jahren geweiht (siehe Chronologische Liste der Tempel). Das exponentielle Wachstum der Anzahl an Tempeln hängt zusammen mit dem unglaublichen Wachstum der Kirche in der Welt. Präsident Gordon B. Hinckley (der über 80 Tempel geweiht oder wieder geweiht hat) hat viel getan, um die Segnungen des Tempels unter den Mitgliedern der Kirche zu verbreiten. Er sagte: "[Wir haben] alles nur Erdenkliche unternommen, die Tempel näher zu den Mitgliedern zu bringen. Viele müssen noch immer weite Strecken zurücklegen. Ich hoffe, sie werden die Strapazen auch weiterhin auf sich nehmen, bis sie einen Tempel in ihrer Nähe haben." (“Schlussworte”, Liahona, Nov. 2004, 104).

Inhaltsverzeichnis

Heilig dem Herrn, das Haus des Herrn

Nach einem Kirchenführer ist "jeder heilige Tempel [...] ein Symbol für unsere Mitgliedschaft in der Kirche, ein Zeichen für unseren Glauben an ein Leben nach dem Tod und ein heiliger Schritt hin zu ewiger Herrlichkeit für uns und unsere Angehörigen." (Russell M. Nelson, “Wie man sich für die Segnungen des Tempels bereitmacht”, Liahona, Juli 2001, 37)

Die Kirche Jesu Christi weiht alle ihre Gebäude der Verehrung Gottes und als Orte, an denen der Heilige Geist wohnen und alle Anwesenden segnen und inspirieren kann. Aber anders als diese Gebäude werden Tempel als Häuser des Herrn geweiht: heilig, besonders und abgeschieden vom Rest der Welt. In Häusern des Herrn ist er es, nach dessen Werten die Menschen, die Eintreten wollen, sich richten müssen. Diejenigen, die den Tempel betreten, müssen würdig dafür sein. Mitglieder müssen die Gebote halten und eine als Tempelschein bekannte Karte besitzen. Dieser Tempelschein muss vom Bischof und vom Pfahlpräsidenten unterschrieben sein und bestätigt, dass die entsprechende Person würdig ist. Der Herr lädt alle Männer und Frauen ein, würdig zu werden, den Tempel betreten zu dürfen.

Im Tempel führen gläubige Mitglieder der Kirche heilige Handlungen durch, die für die Errettung aller Menschen notwendig sind, und schließen Bündnisse mit dem Herrn. Der Tempel ist wie eine Schule, in der Brüder und Schwestern über heilige und ewige Dinge lernen. Der Tempel kann als Darstellung des Plans unserer Reise durch das Erdenleben gesehen werden, der oft auch als Plan der Erlösung bezeichnet wird. In Tempeln werden heilige Wahrheiten gelehrt und Bündnisse geschlossen, nicht nur für die jeweiligen Personen selbst, sondern auch für Verstorbene.

Tempel und Arbeit für Verstorbene

Als der Herr Jesus Christus auf der Erde lebte, hat er deutlich erklärt, dass es nur einen Weg gibt, durch den Menschen errettet werden können. Er sagte: "Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich." (Johannes 14:6).

Zwei Dinge fallen als erforderlich auf, wenn man dieser Äußerung glauben will. Als erstes kommt die Vollmacht zur Errettung von Menschen von Christus, wie es in der Bibel heißt: "Denn es ist uns Menschen kein anderer Name unter dem Himmel gegeben, durch den wir gerettet werden sollen." (Apostelgeschichte 4:12). Als zweites gibt es eine notwendige Handlung, die Taufe, die das Tor ist, durch das jede Seele hindurch muss, um ewiges Leben zu erlangen, wie es in dieser Schriftstelle heißt: “Jesus antwortete: Amen, amen, ich sage dir: Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, kann er nicht in das Reich Gottes kommen.” (Johannes 3:5).

Weil die Taufe notwendig ist, und die Vollmacht auf der Erde im Namen Jesu Christi zu handeln durch den Propheten Joseph Smith wiederhergestellt wurde, ist die Kirche Jesu Christi stark darum bemüht, das Evangelium Jesu Christi zu jeder Nation, jeder Sprache und jedem Volk zu bringen. Diese bekehrende Aufgabe ist ein Gebot, “Darum geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.” (Matthäus 28:19). In der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage nehmen die Mitglieder ihre Aufgabe das Evangelium allen Menschen zu verkünden ernst. Das Ziel ist die Segnungen des Evangeliums und die Verordnungen zur Errettung der ganzen Welt zu bringen. Ist das möglich? Was ist mit den Millionen oder Milliarden von Menschen, die ohne die Taufe gestorben sind? Sind sie verdammt, “ewig in der Hölle zu schmoren” oder wenigstens die größten Segnungen Gottes vorenthalten zu bekommen?

Entsprechend der Bibel und der Lehre der Kirche Jesu Christi, können Menschen nur im Namen Jesu Christi und durch die Taufe errettet werden. Aber die meisten der Menschen, die je auf der Erde gelebt haben, wussten nichts von diesen Vorraussetzungen. Verstößt Gott die Milliarden von Menschen, die nie die Gelegenheit hatten, vom Evangelium zu hören und mit der richtigen Vollmacht getauft zu werden?

Die Antwort dazu wurde von Gott selbst gegeben. Durch Offenbarung wies er den Propheten Joseph Smith an, Tempel zu bauen, in denen Verordnungen, wie die Taufe, vollzogen werden konnten, nicht nur für die Lebenden sondern auch für die Verstorbenen. Im Neuen Testament steht: "Wie kämen sonst einige dazu, sich für die Toten taufen zu lassen? Wenn Tote gar nicht auferweckt werden, warum lässt man sich dann taufen für sie?" (1. Korinther 15:29).

Die Realität der Auferstehung macht die Taufe für Verstorbene nicht nur sinnvoll, sondern auch notwendig für die Errettung von Milliarden, die gestorben sind ohne während ihres Lebens getauft zu werden. Jesus ging während der Zeit zwischen seinem Tod und seiner Auferstehung in die Geisterwelt und predigte sein Evangelium (siehe 1. Petrus 3:19-20; 4:6). Der Zweck der Predigt des Erretters zu den Verstorbenen in der Geisterwelt war ihnen die Möglichkeit zu geben sein Evangelium zu hören und anzunehmen, sodass nun eine stellvertretende Taufe für sie vollzogen werden kann. "Denn auch Toten ist das Evangelium dazu verkündet worden, dass sie wie Menschen gerichtet werden im Fleisch, aber wie Gott das Leben haben im Geist." (1. Petrus 4:6)

Auf den ersten Blick mögen Verordnungen für Verstorbene wie Zwang aussehen. Doch so funktioniert es nicht und war es auch nie beabsichtigt. Als Jesus für die Sünden aller Menschen litt, tat er für alle Menschen überall, was sie nicht für sich selbst tun konnten. Die Auswirkungen und Segnungen des Sühnopfer und der Auferstehung Christi können von jedem Menschen empfangen werden. Das Angebot der Errettung gilt allen, aber weil die Menschen ihre Entscheidungsfreiheit haben, müssen sie selbst entscheiden, ob sie Jesu Opfer annehmen oder verwerfen.

Wegen Christi Sühnopfer und Auferstehung und durch die Kraft und Vollmacht des Priestertums, können Mitglieder der Kirche Jesu Christi für die Verstorbenen tun, wozu sie nicht selbst in der Lage sind. Diese Arbeit kann nur in Tempeln verrichtet werden. Wenn Verordnungen für einen Verstorbenen vollzogen wurden, nimmt es ihm nicht die Möglichkeit, selbst zu entscheiden. Das Gegenteil ist der Fall. Wenn keine Arbeit verrichtet wurde, hat die Person keine Möglichkeiten zum Entscheiden. Wenn die Arbeit getan ist, kann sie ihre Möglichkeit zu wählen nutzen, um die vollzogenen Verordnungen entweder anzunehmen oder abzulehnen. Die Mitglieder der Kirche Jesu Christi glauben, dass jeder Mensch, der je gelebt hat, die Möglichkeit haben sollte, diese Entscheidung zu treffen. Aus diesem Grund werden Tempelarbeit und Genealogie auch weiterhin ein wichtiger Bestandteil der Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage bleiben.

Externe Links

gedrucktes Material

  • der Stern Juli 1998 S. 100: Neue Tempel, in denen die "krönenden Segnungen" des Evangeliums zu finden sind - Elder Richard G. Scott
  • der Stern April 1984 S. 51: "Das Haus des Herrn" von Elder Adney Y. Komatsu
  • der Stern Oktober 1982 S. 113: "Kommt, wir ziehen hinauf zm Haus Gottes" von Elder L. Tom Perry
  • der Stern Oktober 1982 S. 142: "Der Zweck des Tempels" von Elder W. Grant Bangerter
  • 166. Frühjahrs-Generalkonferenz, Stern Juli 1995 S. 11: "Der Tempel ist Familiensache" von Elder Ballard J Washburn
  • Scripture Guide: Tempel
Persönliche Werkzeuge