Taufe für die Toten
Aus MormonWiki
Die Taufe von jedermann verlangt
Die allgemeine Verbindlichkeit des Gesetzes der Taufe wurde bereits betont. Es wurde gezeigt, dass sich jedermann dieser Verordnung unterziehen muss, wenn er selig werden will. Diese Vorschrift gilt für alle Menschen. In der Schrift wird nirgends ein Unterschied gemacht zwischen den Lebenden und den Toten. Die Toten sind diejenigen, die einmal auf Erden gelebt haben; die Lebendigen sind Sterbliche, die dereinst die Veränderung durchmachen müssen, die wir Tod nennen. Alle sind Kinder desselben Vaters; durch die gleiche unfehlbare Gerechtigkeit und dieselbe liebreiche Barmherzigkeit werden alle gerichtet und belohnt oder bestraft werden. Das Sühnopfer Christi ist nicht allein für die wenigen gebracht worden, die auf Erden lebten, als Christus im Fleische war; auch nicht nur für diejenigen, die nach Seinem Tode in diese Sterblichkeit geboren werden sollten, sondern für alle vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen Bewohner der Erde. Christus ist vom Vater zum Richter verordnet worden, sowohl der Lebendigen als auch der Toten (Siehe Apostelgeschichte 10:42; 2. Timotheus 4:1; 1. Petrus 4:5). Er ist in gleicher Weise der Herr der Lebendigen und der Toten (Siehe Römer 14:9), denn vor Ihm werden sie alle in denselben Stand gesetzt werden; es wird nur eine einzige Klasse geben, „denn sie leben ihm alle” (Siehe Lukas 20:36,38).
Das Evangelium vielen noch unbekannt
Von der großen Zahl von Menschen, die schon auf Erden gelebt haben und gestorben sind, haben nur verhältnismäßig wenige das Evangelium gehört und noch weniger haben es befolgt. In der Geschichte der Welt hat es lange Zeitspannen geistiger Finsternis gegeben, wo das Evangelium den Menschen nicht gepredigt wurde und wo kein bevollmächtigter Vertreter des Herrn die seligmachenden Verordnungen des Evangeliums vollzog. Solche Zustände hat es aber nur gegeben wegen des Unglaubens und der Widerspenstigkeit der Menschen. Wenn die Menschen die Perlen der Wahrheit beständig in den Schmutz getreten und versucht haben, die Träger der Kleinodien zu vernichten, sind ihnen diese Schätze des Himmels — ebensosehr aus Gerechtigkeit wie aus Barmherzigkeit — genommen worden, bis eine empfänglichere Nachkommenschaft erweckt werden konnte. Man könnte nun mit Recht fragen: Welche Vorsorge hat Gott für die schließliche Seligkeit derer getroffen, welche so Seine Gebote versäumt,, und derer, welche sie nie gehört haben?
Nach gewissen Lehren, die unter vielen christlichen Glaubensgemeinschaften während der geistigen Nacht herrschten und die heute noch eifrig verkündet werden, soll endlose Strafe oder unermessliche Wonne, ohne Wechsel in Art und Grad, das Los jeder Seele sein; und zwar soll das Urteil gefällt werden gemäß dem Zustande, in dem sich die Seele zur Zeit des Todes befindet. Ein sündiges Leben werde daher durch Reue auf dem Totenbett gänzlich gesühnt, und ein ehrlicher Lebenslauf, der sich aber von den Sekten freigehalten habe, ernte die Qualen der Hölle, und zwar ohne Hoffnung auf Erlösung. Ein solcher Glaube muss der schrecklichen Ketzerei gleichgestellt werden, welche die Verdammung unschuldiger Kinder verkündigt, die nicht nach selbstherrlicher menschlicher Vorschrift besprengt worden sind.
Es ist eine Gotteslästerung, in dieser Weise dem göttlichen Wesen Laune und Rachgier anzudichten. Der gerechte Gott wird keine Seele verdammen auf Grund eines Gesetzes, das ihr nicht bekannt gewesen ist. Allerdings ist ewige Strafe als das Los der Bösen bestimmt worden, aber die wahre Bedeutung dieses furchtbaren Ausdrucks hat der Herr selbst erklärt (LuB. 19:10—12): „Ewige Strafe ist Gottes Strafe; endlose Strafe ist Gottes Strafe”, denn „Endlos” und „Ewig” sind Seine Namen, und die Wörter beschreiben Seine Eigenschaften. Nach der notwendigen Läuterung und nachdem die Gerechtigkeit befriedigt ist — zu welchen Endzwecken allein die Strafe auferlegt wird —, wird keine Seele im Gefängnis behalten oder in der Qual belassen werden [1]. Und anderseits darf keine Seele in irgendein Reich der Herrlichkeit eingehen, zu dem sie nicht durch ihren Gehorsam berechtigt ist.
Das Evangelium den Toten gepredigt
Es ist also klar, dass das Evangelium in der Geisterwelt verkündigt werden muss. Dass ein solches Werk vorgesehen ist, wird durch die Schrift hinreichend bewiesen. Als Petrus die Mission seines Erlösers beschrieb, erklärte er diese Wahrheit wie folgt: „Denn auch Toten ist das Evangelium dazu verkündet worden, dass sie wie Menschen gerichtet werden im Fleisch, aber wie Gott das Leben haben im Geist.” (1. Petrus 4:6) Christus eröffnete dieses Werk unter den Toten in der Zeit zwischen Seinem Tode und Seiner Auferstehung. Als Sein Leib im Grabe lag, diente Sein Geist den Geistern der Verstorbenen: „Denn auch Christus ist der Sünden wegen ein einziges Mal gestorben, er, der Gerechte, für die Ungerechten, um euch zu Gott hinzuführen; dem Fleisch nach wurde er getötet, dem Geist nach lebendig gemacht. So ist er auch zu den Geistern gegangen, die im Gefängnis waren, und hat ihnen gepredigt. Diese waren einst ungehorsam, als Gott in den Tagen Noachs geduldig wartete, während die Arche gebaut wurde; in ihr wurden nur wenige, nämlich acht Menschen, durch das Wasser gerettet..” (1. Petrus 3:18-20)
Auch andere Bibelstellen beweisen, dass Christus in Seinem entkörperten Zustand nicht nach dem Ort ging, der gewöhnlich Himmel genannt wird — dem Wohnplatz Seines Vaters —, sondern dass Er unter den Toten wirkte, die Seines Dienstes sehr bedürftig waren. Einer der Verbrecher, die an Seiner Seite gekreuzigt wurden, erwarb durch seine Demut vom sterbenden Erlöser das Versprechen: „Heute wirst du mit mir im Paradiese sein.” (Lukas 23:39-43) Und drei Tage später erklärte der von den Toten erstandene Heiland der trauernden Magdalena: „Ich bin noch nicht aufgefahren zu meinem Vater.” (Johannes 20:17)
Wenn es für richtig erachtet wurde, das Evangelium den zur Zeit Noahs ungehorsamen Geistern zu bringen, so ist es nur vernünftig anzunehmen, dass die gleichen Gelegenheiten auch anderen, die zu verschiedenen Zeiten das Wort verworfen haben, gegeben werden. Denn derselbe Geist der Gleichgültigkeit und des Ungehorsams, der zur Zeit Noahs herrschte, war auch später vorhanden (siehe Lukas 17:26). Und wenn ferner im Plan Gottes Vorsorge getroffen wird für die Erlösung der verstockt ungehorsamen Menschen, die in der Tat die Wahrheit zurückgestoßen haben, können wir dann glauben, dass die noch größere Zahl der Geister, die das Evangelium nie gehört haben, ewig in der Qual gelassen werde? Nein! Gott hat bestimmt, dass sogar die heidnischen Völker und die, welche kein Gesetz kannten, erlöst werden sollen (LuB 45:54). Die Gaben des Vaters sind nicht auf diesen irdischen Wirkungskreis beschränkt, sondern sie werden in Gerechtigkeit durch alle Ewigkeit hindurch gespendet werden. Über alle, die in diesem Leben das Wort Gottes verwerfen, werden die hierfür vorgesehenen Strafen kommen; aber nachdem die Schuld bezahlt ist, werden die Gefängnistüren geöffnet werden, und die Geister, .einst mit Leid eingeschlossen, jetzt gedemütigt und geläutert, werden hervorkommen, um an der für ihre Klasse bereiteten Herrlichkeit teilzunehmen.
Christi Werk unter den Toten vorausgesagt
Jahrhunderte vor dem Kommen Christi ins Fleisch erfreuten sich die Propheten der Erkenntnis, dass die Seligkeit durch Christus sowohl den Toten als auch den Lebendigen gebracht werden würde. Von der Strafe sprechend, die über die Stolzen und Hochmütigen der Erde kommen werde, erklärte Jesaja: „Sie werden zusammengetrieben und in eine Grube gesperrt; sie werden ins Gefängnis geworfen und nach einer langen Zeit wird er sie strafen.” (Jesaja 24:22) Von dem Werk des kommenden Erlösers zeugt derselbe Prophet wie folgt: „ch habe dich geschaffen und dazu bestimmt, der Bund für mein Volk und das Licht für die Völker zu sein: blinde Augen zu öffnen, Gefangene aus dem Kerker zu holen und alle, die im Dunkel sitzen, aus ihrer Haft zu befreien.” (Jesaja 42:6,7) David, göttlich erleuchtet, besang die Erlösung vom Grabe und rief aus: „Darum freut sich mein Herz und frohlockt meine Seele; auch mein Leib wird wohnen in Sicherheit. Denn du gibst mich nicht der Unterwelt preis; du lässt deinen Frommen das Grab nicht schauen. Du zeigst mir den Pfad zum Leben. Vor deinem Angesicht herrscht Freude in Fülle, zu deiner Rechten Wonne für alle Zeit.” (Psalm 16:9—11)
Das Werk der Lebenden für die Toten
Die Erlösung der Toten erfolgt im Einklang mit dem Gesetz Gottes, das in Gerechtigkeit geschrieben und in Barmherzigkeit entworfen wurde. Kein Geist, sei er im Fleische oder entkörpert, kann ewiges Leben erhalten, wenn er nicht die Gesetze und Verordnungen des Evangeliums befolgt. Und da die Taufe zur Seligkeit der Lebenden notwendig ist, ist sie es auch für die Toten. Dieses wussten die Heiligen in früheren Zeiten, und deshalb wurde die Lehre von der Taufe für die Toten unter ihnen gelehrt. In einem an die Heiligen zu Korinth geschriebenen Brief erklärte Paulus die Auferstehung, durch welche die Leiber der Toten aus den Gräbern hervorgehen sollen: „Der Erstling Christus; darnach die Christo angehören”, und als Beweis, dass diese Lehre von der Auferstehung zu dem Evangelium gehörte, welches sie angenommen hatten, fragte der Apostel: „Wie kämen sonst einige dazu, sich für die Toten taufen zu lassen? Wenn Tote gar nicht auferweckt werden, warum lässt man sich dann taufen für sie?” (1. Korinther 15:29) [2] Diese Worte sind unzweideutig, und dass ihnen keine Erklärung beigegeben ist, lässt darauf schließen, dass die Lehre von der Taufe für die Toten von den Empfängern des Briefes ohne weiteres verstanden wurde.
Hierin liegt die Notwendigkeit des stellvertretenden Dienstes der Lebenden für die Toten: dass die Kinder für ihre Vorfahren das tun müssen, was diese nicht selber tun können. Auf mancherlei Arten suchten die überklugen Menschen jene so klaren Worte Pauli zu deuten. Aber der einfache und ernste Wahrheitssucher versteht ihren Sinn ohne weiteres. — In den Schlusssätzen des Alten Testaments verkündigte Maleachi das große Werk, das während der letzten Tage für die Toten getan werden soll: „Siehe, ich will euch senden den Propheten Elia, ehe denn da komme der große und schreckliche Tag des Herrn. Der soll das Herz der Väter bekehren zu den Kindern und das Herz der Kinder zu ihren Vätern, dass ich nicht komme und die Erde mit dem Bann schlage.” Maleachi 4:5,8;) Viele Bibelforscher glauben, diese Prophezeiung beziehe sich auf die Gehurt und die Mission des Johannes des Täufers (Siehe Matthäus 11:14; 17:11; Markus 9:11; Lukas 1:17), auf dem, wie der Engel vorhersagte, der Geist und die Kraft des Elias in Wirklichkeit ruhte (siehe Lukas 1:17; LuB 27:7); wir haben jedoch keinen Bericht, dass der Prophet Elia dem Johannes diente; und überdies berechtigt das Wirken des Johannes nicht zu dem Schlusse, dass in ihm die Prophezeiung völlig verwirklicht worden ist.
Die Prophezeiung Maleachis muss sich deshalb in einer späteren Zeit erfüllt haben. Am 21. September 1823 wurde Joseph Smith von einem Engel, einem himmlischen, 'aus der Gegenwart Gottes gesandten Wesen besucht, welches sich als Moroni vorstellte. Indem er den Jüngling belehrte, führte er die schon erwähnte Prophezeiung Maleachis an; aber seine Worte wichen von der gewöhnlichen Übersetzung der Schrift etwas ab und waren sicher ausdrucksvoller als diese; die Wiedergabe dieser Stelle durch den Engel lautet: „Denn siehe, der Tag kommt, der brennen wird wie ein Ofen, und alle Stolzen, ja alle, die Böses tun, werden brennen wie Stoppeln, denn die, welche kommen, werden sie verbrennen, sagt der Herr der Heerscharen, dass es ihnen weder Wurzel noch Zweig lassen wird. * * * Siehe, ich will euch 'das Priestertum offenbaren durch die Hand des Propheten Elia, ehe denn da komme der große und schreckliche Tag des Herrn. * * * Und er wird in die Herzen der Kinder die den Vätern gemachten Verheißungen pflanzen, und die Herzen der Kinder werden sich zu ihren Vätern kehren; wenn es nicht so wäre, würde die ganze Erde bei seinem Kommen völlig verwüstet werden.” (Vergleiche Verse 1, 5 und 6, Mal., Kap. 4; K. P., S. 60.)
In einer am 3. April 1836 im Tempel zu Kirtland Joseph Smith und Oliver Cowdery gegebenen glorreichen Offenbarung erschien ihnen Elia, der Prophet, der gen Himmel genommen wurde, ohne den Tod zu schmecken. Er erklärte ihnen: „Sehet, die Zeit ist gänzlich erfüllt, von der Maleachi gesprochen, der bezeugte, ehe der große und schreckliche Tag komme, werde er, Elia, gesandt werden, um die Herzen der Väter zu den Kindern zu bekehren und die Kinder zu den Vätern, damit nicht das ganze Erdreich mit einem Fluche geschlagen werde. Deshalb sind die Schlüssel dieser Dispensation in eure Hände gelegt worden, und hierdurch könnt ihr wissen, dass der große und schreckliche Tag des Herrn nahe ist, ja sogar vor der Türe steht.” (LuB 110:13—16)
Die gegenseitige Abhängigkeit der Väter und der Kinder
Einer der großen, hinter der Lehre der Erlösung für die Toten stehenden Grundsätze ist die gegenseitige Abhängigkeit der Väter und der Kinder, der Vorfahren und der Nachkommen.
Wie der Prophet Joseph die Heiligen lehrte (LuB 127 und 128), würde ohne die Einfügung eines verbindenden Gliedes zwischen den verstorbenen Vätern und den lebenden Kindern die Erde mit einem Fluch geschlagen werden. Der göttliche Plan bestimmt, dass weder die Kinder noch die Väter allein vollkommen werden können; und die notwendige Verbindung wird durch die Taufe und die damit verbundenen Verordnungen für die Toten hergestellt. Die Art und Weise, in der die Herzen der Kinder und die der Väter einander nahegebracht werden, ist aus den angeführten Schriftstellen ersichtlich. Wenn die Kinder einsehen, dass sie ohne die Hilfe ihrer Vorfahren die Vollkommenheit nicht erreichen können, werden sicher ihre Herzen für die Erlösung ihrer Toten geöffnet, ihr Glaube wird entflammt und die Ausübung guter Werke für dieselben versucht werden. Und die Verstorbenen ihrerseits werden, wenn sie von den unter ihnen wirkenden Dienern des Evangeliums erfahren, dass sie sich auf ihre Kinder als stellvertretende Erlöser verlassen müssen, suchen, ihre noch sterblichen Stellvertreter in diesem Dienste der Liebe mit Glauben und Gebet zu unterstützen.
Und so wird die Liebe, die an sich schon eine Kraft ist, stärker. Neben den Gefühlen, die in der Seele durch die Gegenwart des Göttlichen erregt werden, gibt es wenige Gefühle, die stärker und reiner sind, als die Liebe zu den Familienangehörigen. Der Himmel wäre für uns nicht alles, was wir wünschen, wenn die Familienliebe dort unbekannt wäre [3]. Die Liebe wird sich dort von ihrem irdischen Urbild dadurch unterscheiden, dass sie tiefer, stärker und reiner sein wird. Und in dieser Weise können durch die Barmherzigkeit Gottes Seine irrenden sterblichen Kinder, die auf Erden den Namen Christi auf sich genommen haben, bis zu einem gewissen Grade Erlöser im Hause ihrer Väter werden, und dies durch ein stellvertretendes, in Demut dargebrachtes Wirken und Opfer, das, wie in der Taufverordnung dargestellt, den Tod, die Grablegung und die Auferstehung des Erlösers versinnbildlicht.
Das Werk für die Toten ist zwiefach
Das auf Erden vollbrachte stellvertretende Werk wäre ohne Ergänzung und Gegenstück jenseits des Schleiers unvollkommen. Ein Missionswerk ist auch dort im Fortschritt begriffen, wo durch die Botschaft des Evangeliums den dahingegangenen Geistern verkündigt wird, welche auf diese Weise von dem auf Erden für sie vollbrachten Werk in Kenntnis gesetzt werden. Soweit das göttliche Gesetz geoffenbart worden ist, fordert es, dass die äußerlichen Verordnungen, wie die Taufe im Wasser, das Auflegen der Hände für die Gabe des Heiligen Geistes und die folgenden höheren Segnungen auf Erden, durch einen befugten Stellvertreter für die Verstorbenen verrichtet werden müssen. Der Erfolg dieser stellvertretenden Werke soll Gott überlassen werden. Man soll aber nicht vermuten, dass durch diese Verordnungen die Verstorbenen in irgend einer Weise gezwungen seien, diese Verpflichtung auf sich zu nehmen; sie werden nicht im geringsten in der Ausübung ihres freien Willens gehindert. Nach ihrem Zustande der Demut oder der Feindseligkeit gegen göttliche Dinge werden sie diese annehmen oder verwerfen; aber wenn heilsame Belehrung und Einsicht ihnen ihren wahren Stand zeigt, wird ihnen das auf Erden für sie vollbrachte Werk von Nutzen sein.
Anmerkungen
- [back] Siehe Vitality of Mormonism, Artikel „How Long Shall Hell Last?” (Wie lange soll die Hölle währen?), S. 263
- [back] In der englischen Bibel heißt es „für die Toten” anstatt „über den Toten”. Auch in der von Van Eß 1859 herausgegebenen deutschen Übersetzung lautet diese Stelle: „Was machen sonst die, welche um der Toten willen sich taufen lassen, wenn die Toten überhaupt nicht auferstehen? Warum lassen sie sich um der Toten willen taufen?” Und in der von Dr. Joseph Franz von Allioli aus der Vulgata übersetzten Schrift lautet sie wie folgt: „Was täten sonst die, welche um der Toten willen sich taufen lassen, wenn es gewiss ist, dass die Toten nicht auferstehen? Warum lassen sie sich für dieselben taufen?”
- [back] Die Väter und die Kinder. — „Man darf sagen, daß die in unseren Tagen gegebene Offenbarung der Lehre von der Taufe für die Toten einen Wendepunkt in der Geschichte des Menschengeschlechtes bedeutet. Als der Prophet Joseph Smith diese Offenbarung erhielt, war der Glaube unter der Christenheit allgemein, daß bei dem Tode das Los der Seele unabänderlich und für alle Ewigkeit bestimmt werde. Würde sie dann nicht mit unendlicher Glückseligkeit belohnt, wäre unendliche Qual ihr Teil, ohne Möglichkeit der Erlösung oder der Änderung. Es wurde allgemein geglaubt — welch eine furchtbare, ja scheußliche Lehre, die zur göttlichen Gerechtigkeit in krassem Widerspruch steht! —, daß die heidnischen Völker, die ohne eine Erkenntnis vom wahren Gott und der durch Seinen Sohn Jesum Christum vollbrachten Lösung sterben, auf ewig der Hölle übergeben werden würden. Der Glaube über diesen Punkt wird erläutert durch die Antwort eines gewissen Bischofs auf die Frage des Königs der Franken, der im Begriff war, sich der Taufe durch die Hand des Bischofs zu unterziehen. Der König war ein Heide, hatte sich aber entschlossen, die Form der Religion, die damals als Christentum bezeichnet wurde, anzunehmen. Der Gedanke fiel ihm ein, wenn nun die Taufe zu seiner Seligkeit notwendig sei, was war dann aus seinen teuern Vorfahren, die als Heiden gestorben waren, geworden. Dieser Gedanke verdichtete sich zu einer Frage, die er an den Bischof stellte. Dieser Würdenträger, weniger schlau als viele seines Glaubens, sagte ihm offen, sie seien in die Hölle gekommen. ,Dann, bei Thor (Donnergott), will ich mit ihnen dahin-fahren!' sagte der König und weigerte sich, die Taufe anzunehmen oder ein Christ zu werden.” — George Q. Cannon, „Life of Joseph Smith”, S. 510.
Verwendete Quellen
- Die Glaubensartikel von James E. Talmage
Externe Links
- Warum lassen wir uns für die Toten taufen? - Liahona März 2009
- Taufe für die Toten - FAIR-Artikel
- Schriftenführer: Erlösung für die Toten (engl.)
- Lehren des Propheten Joseph Smith - Tempelverordnungen
| Tempel |
| Chronologische Liste der Tempel | Ganz in Weiß | Garments | HLT-Hochzeiten | Im Tempel | Siegelungsmacht | Taufe für die Toten | Tempel-Begabung | Tempel im alten Israel | Tempelschein | Tempelverordnungen |
