Sterblichkeit

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Der Mensch hat auf der Erde einen sterblichen Körper, der dem Tod, der Verweslichkeit und allen Krankheiten des Fleisches unterliegt. Sterblichkeit ist der Zustand, in dem Körper und Geist zeitweise miteinander vereint sind. Unsterblichkeit ist der zukünftige auferstandene Zustand, in dem Körper und Geist ewig und untrennbar miteinander vereint sind (LuB 93:33). In der Auferstehung werden alle Menschen von der Sterblichkeit zur Unsterblichkeit und von der Verweslichkeit zur Unverweslichkeit übergehen (1 Kor 15:53,54; Mos 16:10; Al 12:12; 41:4).

Unser gegenwärtiger sterblicher Körper besteht aus Fleisch, Blut und Geist. „Die Lebenskraft des Fleisches sitzt nämlich im Blut“ (Lev 17:11)). Wenn das Blut vergossen wird, verläßt der Geist den Körper, der Mensch stirbt, der Körper verwest (denn er ist verweslich) und wird wieder zu Staub, aus dem er erschaffen wurde. Durch den Vorgang der Sterblichkeit empfangen die Geister einen Körper, den sie bei der Auferstehung zurückerhalten. Sie werden auch versucht und geprüft, damit sie während dieser irdischen Prüfungszeit beweisen können, daß sie Gottes Gebote halten.

Entrückte Wesen leben in einem Zustand der Sterblichkeit, aber es wurde „an ihrem Leib eine Veränderung vorgenommen,“ damit sie den Tod nicht kosten mußten (3. Ne 28:36-40). „Und ihr werdet nie den Todesschmerz erleiden“, sagte der Herr zu den drei Nephiten, die wie der geliebte Jünger Johannes entrückt wurden, „sondern wenn ich in meiner Herrlichkeit komme, werdet ihr in einem Augenblick von der Sterblichkeit zur Unsterblichkeit verwandelt werden“ (3. Ne 28:8).

Menschen, die nach dem Kommen Christi weiter auf der Erde wohnen, und solche, die während des Milleniums geboren werden, sind sterblich. Aber auch in ihrem Körper werden Veränderungen vorgehen, damit sie gegen Krankheiten und Tod geschützt sind. „Darum werden die Kinder aufwachsen, bis sie alt werden, alte Menschen werden sterben, aber sie werden in einem Augenblick verwandelt werden.“ (LuB 63:51; 101:30-31; Jes 65:20)

Der Konflikt mit der Sterblichkeit

Wir sind aus unserer vorirdischen Heimat auf die Erde gekommen, um mehrere wichtige Ziele zu erreichen. Dazu gehört, dass wir einen physischen Körper erhalten. Der Körper kann natürlich jede Form und Größe haben, aber es ist im Grunde nicht besonders wichtig, wie wir aussehen. Es ist aber sehr wichtig, wie wir mit dem Körper umgehen, der uns geschenkt worden ist. Deshalb müssen wir uns fragen, ob unser Geist über unseren Körper herrscht oder unser Körper über unseren Geist.

Unser wirkliches Ich ist nicht einfach die Verschmelzung von Leidenschaften, Instinkten und Erfahrungen, die uns der Körper ermöglicht. Der Körper beherbergt den Geist, und auch wenn unser Geist nicht vollkommen ist, so kommt er doch schuldlos zur Erde und sehnt sich anfangs nach dem, was gut und richtig und rein ist LuB 29:46,47;93:38). Unser Geist kommt aus der Gegenwart Gottes, doch aufgrund des Schleiers, der über unserem Gedächtnis liegt, können wir uns nicht an unser vorirdisches Dasein erinnern. Allerdings fühlt sich unser Geist zu Geistigem hingezogen. Dieses Gutsein ist ursächlich für den Konflikt zwischen unserem Geist und unserem Körper, denn unser Körper ist den Versuchungen der Welt unterworfen (siehe Mose 6:49).

Man könnte den physischen Körper auch mit einem Auto und den Geist mit dem Fahrer vergleichen. Ein Auto ist ein wundervolles, kraftvolles Hilfsmittel. Wenn der Fahrer aufmerksam und nüchtern und reif genug ist, um vorsichtig zu fahren, hat er das Auto unter Kontrolle, und es kann ihn zu dem angesteuerten Ziel bringen. Aber wenn der Fahrer schläfrig oder betrunken oder unaufmerksam oder vielleicht auch zu unreif ist, um sicher zu fahren, dann übernimmt das Auto die Herrschaft, und dies kann sowohl für den Fahrer als auch für jeden, der gerade im Weg steht, zum Tod beziehungsweise zu viel Herzeleid führen.

Elder Melvin J. Ballard (1873–1939) vom Kollegium der Zwölf Apostel hat erklärt, der größte Konflikt, den wir je zu lösen hätten, sei der Konflikt mit uns selbst. Er hat gesagt: „Alle Angriffe, die der Feind unserer Seele führt, um uns gefangen zu nehmen, führen über das Fleisch, denn es kommt von der unerlösten Erde, und er hat Macht über die Elemente der Erde. Er greift uns durch Gelüste, Triebe und das fleischliche Verlangen an. Alle Hilfe, die der Herr uns in diesem Kampf gibt, kommt durch den Geist, der in dem sterblichen Körper wohnt. Diese beiden mächtigen Kräfte wirken von zwei verschiedenen Seiten auf uns ein.

Wie steht die Schlacht für Sie? ... Man weiß nie, wie der Kampf verläuft, wenn man nicht gut für den Geist sorgt. Jeder weiß, dass man körperlich nicht wächst, wenn man sich nicht entsprechend ernährt und körperlich betätigt. Will man einen starken Geist haben, der den Körper beherrscht, so muss man auch dafür sorgen, dass der Geist Nahrung und Betätigung hat.

Wo bekommt man die geistige Nahrung? ... Die Mitglieder der Kirche [sind] einmal in der Woche aufgefordert ..., an den Abendmahlstisch zu kommen, wo sie die Symbole des gebrochenen Leibes und des vergossenen Blutes des Herrn Jesus Christus zu sich nehmen. Die Symbole werden um des Geistes willen gesegnet, nicht um des physischen Körpers willen, denn wer davon isst und trinkt, nimmt geistiges Leben zu sich. Ferner sind wir aufgefordert, uns täglich im Gebet an den Herrn zu wenden, jeder für sich und auch gemeinsam als Familie. Was geschieht da? Wir schließen die Augen und verschließen uns so der Außenwelt. Wir öffnen das Fenster der Seele und holen uns geistige Segnungen, geistige Kraft. Diese Kraft fließt in unser Geistesleben ein. Das sind zwei Möglichkeiten von vielen, geistige Nahrung zu uns zu nehmen und uns geistig zu betätigen.

Wer sich weder geistig ernährt noch sich geistig betätigt, verkümmert bald zum geistigen Schwächling, und das Fleisch herrscht über ihn. Wer aber geistige Nahrung zu sich nimmt und sich geistig betätigt, hat Macht über den Körper und unterwirft ihn dem Willen Gottes....

Jeder kennt das Sprichwort, dass eine Kette nur so stark ist wie ihr schwächstes Glied. An der Schwachstelle bricht sie. Fast immer stellen wir fest, dass die Schwachstelle im Fleisch liegt. Der Teufel kennt sie, und wenn er daran geht, eine Seele zu fangen, schlägt er genau an dieser Stelle zu. Er greift uns nie dort an, wo wir stark sind. Er greift dort an, wo wir schwach sind....

Der Teufel will nicht den Körper, sondern die unsterbliche Seele. Und er versucht, sie mit Hilfe des Körpers gefangen zu nehmen, denn der Körper kann sich den Geist untertan machen. Aber der Geist kann sich den Körper unterwerfen und über ihn herrschen." („Conflict Will Come between Forces of Good and Evil; Every Soul Must Choose to Uphold One Side or Other" [Ansprache im Salt Lake Tabernacle, 29. April 1928].

verwendete Quellen

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