Sidney Rigdon
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Sidney Rigdon (1792 - 1876) war Josephs Smiths enger Freund und Berater. Er war einer der ersten und bekanntesten Bekehrten der Kirche, in den dreißiger Jahren ein überzeugender Redner, und von 1832 bis 1844 Erster Ratgeber in der Ersten Präsidentschaft. Nach dem Märtyrertod des Propheten Joseph Smith machte sich Sidney Rigdon als Abtrünniger der Kirche einen Namen.
Sidney Rigdon wurde an 19. Februar 1783 bei Pittsburg, Pennsylvania geboren. Während er sich im Jahre 1817 um seine verwitwete Mutter kümmerte, erfuhr er seine christliche Bekehrung und bekam ein Jahr darauf die Erlaubnis, in der Baptistengemeinde zu predigen. Dann verzog er nach Ost-Ohio, um zu predigen und mehr zu lernen. 1820 heiratete Rigdon Phebe Brooks. Er wurde erfolgreicher Prediger der Baptisten, und seine Gemeinde wurde eine der größten in Pittsburgh. Rigdon jedoch hielt beständig Ausschau nach der ursprünglichen Kirche des Neuen Testaments, in der das Händeauflegen für die Gabe des Heiligen Geistes und zur Krankenheilung praktiziert wurde. Im Jahre 1830 errichtete Rigdon in Kirtland eine Kirche, die nach der Wiederherstellung der Kirche Christi Ausschau hielt.
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Konvertierung und Kirchenaktivität
Im Oktober 1830 wurde Rigdon von vier Missionaren, der Kirche besucht, während er durch Nord-Ohio zog. Einer der Missionare war Parley P. Pratt, den Rigdon ein Jahr zuvor zu den Baptisten bekehrt hatte. Nachdem er zwei Wochen die Kirche untersucht und das Buch Mormon gelesen hatte, verkündete Rigdon, dass er glaube, die Kirche sei wahr. Im November wurde er getauft und zu einem Ältesten ordiniert. Über hundert Mitglieder seiner Gemeinde und seiner Gemeinschaft in Kirtland schlossen sich ebenfalls der Kirche an. und schließlich traten auch fast 3000 Campbelliten der Kirche bei. Rigdon brach sofort auf nach New York, um Joseph Smith zu treffen. Nach seiner Ankunft empfing Joseph Smith eine Offenbarung, in der Rigdon für seine bisherige Arbeit gelobt und zu einem größeren Werk berufen wurde, u. a. als Joseph Smiths Schreiber, an der neuen Übersetzung der Bibel mitzuarbeiten. (LuB 35) und für Teile des Buches Moses in der Köstlichen Perle
1931 reisten Joseph Smith, Sidney Rigdon und andere nach Independence, Missouri, das in einer Offenbarung als das Zion der Letzten Tage und als das neue Jerusalem bezeichnet worden war. Rigdon wurde beauftragt, das Land für die HLT zu weihen (58:50). Nach ihrer Rückkehr setzten Smith und Rigdon die Übersetzungsarbeiten fort, und am 16. Feb. 1832 empfingen sie beide gemeinsam die Vision von den drei Herrlichkeiten (LuB 76). Im März 1832 wurden sie wegen seines Erfolgs aus ihren Heimen geschleift, geschlagen, geteert und gefedert.
Im März 1833 wurde Rigdon als Erster Ratgeber für Joseph Smith eingesetzt. Er wurde auch zum Sprecher für die Kirche und für Joseph Smith berufen. und ihm wurde verheißen, dass er mächtig im Auslegen aller Schriften sein würde (LuB 100:11).
In den folgenden Jahren half Rigdon Joseph zu lehren, die Offenbarungen in Lehre und Bündnisse für den Druck zu arrangieren und verfasste und erstellte unter Josephs Leitung die Vorlesungen über den Glauben. 1838, verzog er nach Far West, Missouri. Als die Heiligen während des sogenannten Mormonenkriegs in Missouri vom Mob vertrieben und drangsaliert wurden, hielt er zwei berühmte explosive Reden: die "Salt Sermon" und die "Independence Day-Rede", die in Missouri Angst verbreiteten, zu Auseinandersetzungen, zum Erlass des Ausrottungsbefehls und zum Gefecht von Far West mit beitrugen. Rigdon wurde zusammen mit Joseph und Hyrum Smith verhaftet, jedoch aufgrund schwerer Schlaganfälle bald wieder entlassen. Rigdon half aktiv mit, dass die Heiligen nach dem Ausrottungsbefehl Missouri verlassen konnten und ebenso an der Gründung Nauvoos in Illinois. In Nauvoo wurde Rigdon in den Stadtrat gewählt und diente als Staatsanwalt, Postamtvorsteher und Professor für Kirchengeschichte in der nie gebauten Nauvoo Universität. Während dieser Zeit war Rigdon oft krank und predigte nur selten.
Nicht alles ist wohl
Rigdon wurde beschuldigt, zusammen mit John Bennett und anderen Abtrünnigen Pläne für die Absetzung Joseph Smiths zu schmieden, was er stets bestritt. Er war nicht einverstanden mit der neuen Lehre über die Vielehe, doch sprach er sich nie offen dagegen aus. Joseph Smith vertraute ihm schließlich nicht mehr und wollte ihn 1843 aus seinem Amt als Ratgeber entlassen, doch sein Bruder Hyrum Smith setzte sich für Rigdon ein, einen so langjährigen Freund doch nicht zu verprellen. Entgegen dem Gebot Des Herrn verzog Rigdon Anfang 1844 nach Pittsburgh. In einer früheren Offenbarung tadelte Der Herr ihn, indem Er sagte:
- Und nun siehe, wahrlich, ich sage euch: Ich, der Herr, habe kein Gefallen an meinem Knecht Sidney Rigdon; er hat sich in seinem Herzen erhöht und nicht Rat angenommen, sondern den Geist betrübt. (LuB 63:55)
Anspruch auf Nachfolge
Sofort nach dem Märtyertod von Joseph Smith kehrte Rigdon zurück und bot sich an, der Hüter der Kirche zu sein, doch sein Angebot von den Mitgliedern der Kirche abgelehnt (siehe Wahl eines Propheten. Rigdon unterlag und versuchte, eine abgesonderte Führerschaft zu bilden. Deshalb wurde Rigdon im September 1844 ausgeschlossen. Rigdon verließ Nauvoo und verzog nach Pennsylvania, wo er seine eigene Kirche errichtete, oft die Rigdoniten genannt, wo sich auch andere abgefallene Mormonen sammelten, die gegen die Vielehe und gegen andere Lehren waren. Die Kirche war am Kollabieren, und die Mitglieder eröffneten ihre eigenen Kirchen. Rigdon verzog nach Friendship in New York, wo er den Rest seines Lebens verbrachte und von der Wohlfahrt seiner Verwandten lebte.
Das Spalding Manuscript
Eine Zeitlang haben Antimormonen behauptet, Rigdon hätte ein handgeschriebenes Buch Mormon, seit sie vermuteten, dass Joseph Smith zu ungebildet war, um sowas getan zu haben. Sie behaupten, er hätte ein Buch gestohlen, das von Solomon Spalding geschsrieben wurde und gebrauchte es, um das Buch zu schreiben.
Spalding war calvinistischer Geistlicher und Autor einer epischen Erzählung über die alten, indianischen "Mound Builders". Die Theorie postuliert, Spalding habe sein Manuskript in biblischer Ausdrucksweise geschrieben und vielen Freunden daraus vorgelesen. Dann nahm er das Manuskript nach Pittsburg mit, wo es ein Mr. Patterson in die Hände bekam, in dessen Büro Sidney Rigdon arbeitete. Durch Rigdon sei es in den Besitz von Joseph Smith gekommen und zur Grundlage des Buches Mormon gemacht worden.
Mit dieser Theorie gibt es zwei Hauptschwierigkeiten:
1. Historische Aufzeichnungen weisen darauf hin, dass Rigdon zuerst im November 1830 von Parley P. Pratt und dessen Missionsmitarbeiter vom Buch Mormon erfuhr, Joseph Smith aber erst später, nämlich im Dezember 1830 getroffen hat. All dies geschah lange, nachdem das Buch Mormon übersetzt und veröffentlicht war. Kritiker können nur Indizien für eine Verschwörung aufstellen, in der Rigdon Joseph Smith viel früher traf und dann später vorgab, zum Mormonismus bekehrt zu werden.
2. Das betreffende Spalding Manuskript wurde deshalb keiner Analyse unterzogen, da niemand wusste, wo es war, ja nicht einmal, ob es überhaupt existierte. 1884 wurde ein authentisches Spalding Manuskript in Honolulu, Hawaii, gefunden und an die Bibliothek des Oberlin College in Ohio gebracht. Die unvollendete Geschichte zeigt kaum irgend eine Ähnlichkeit mit dem Buch Mormon. Der Text wurde von der RLDS Church 1885 unter dem Titel "Manuscript found" (gefundenes Manuskript) veröffentlicht. Auch die HLT-Kirche hat den Text veröffentlicht.
Die Entdeckung und Veröffentlichung des Manuskripts brachte die Spalding-Theorie für einige Jahrzehnte zum Schweigen. Früh im 20. Jahrhundert tauchte sie aber wieder auf, diesmal behauptete sie, es gebe ein zweites Spalding-Manuskript, das die wahre Quelle für das Buch Mormon wäre. Verfechter dieser überarbeiteten Spalding-Theorie konnten jedoch das behauptete zweite Manuskript nicht vorweisen.
Externe Links
verwendete Quellen
- englischer Artikel
- Auszüge aus der Encyclopeida of Mormonism ISBN 1-57345-388-9
- FAIR-Artikel zum Spalding Manuskript
