Sammlung Israels

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Inhaltsverzeichnis

Die Sammlung vorhergesagt

So schrecklich die Züchtigung war, die das Haus Israel durch seine Verstocktheit über sich brachte, eine Züchtigung, welche zur Auflösung des Reiches führte; so furchtbar die Anklagen desjenigen lauteten, dem es gefallen hatte, die Israeliten Sein Volk zu heißen, in allen Leiden und Entbehrungen, die sie als Verstoßene hinnehmen mussten unter fremden Völkern, die nie aufgehört haben, sie zu verfolgen, zu verhöhnen und schimpflich zu behandeln, als ihr bloßer Name zum Spottnamen und Sprichwort wurde, stets sind sie aufrecht erhalten worden durch die bestimmte göttliche Verheißung, dass ein Tag glorreicher Erlösung und segensreicher Wiederherstellung ihrer warte. Mit den Flüchen, unter denen sie stöhnten und sich verzehrten, waren Zusicherungen von Segnungen verbunden. Aus dem Herzen des Volkes wie aus der Seele ihres mächtigen Königs ist am Tage Seiner allerdings verdienten Leiden ein Gesang tränenvoller Freude emporgestiegen: „Du wirst meine Seele nicht in der Hölle lassen.” (Psalm 16:10; Apostelgeschichte 2:27 King James Bibel) Die Leiden Israels sind nur eine notwendige Züchtigung durch einen betrübten, aber immer liebenden Vater gewesen, der mit diesen wirksamen Mitteln Seine sündenbefleckten Kinder reinigen wollte. Diese Seine Absicht hatte Er ihnen, als Er sie so heimsuchte, freimütig kundgetan, und in Seinen Strafen haben sie Seine Liebe gesehen: „Denn wen der Herr liebt, den züchtigt er” (Hebräer 12:6), und „Wen der Herr liebt, den züchtigt er” (siehe auch Sprichwörter 3:12; Offenbarung 3:19).

Ob auch von den Menschen geschlagen und verfolgt und später zum großen Teil für die übrige Welt verloren, so ist Israel doch nie seinem Gott verlorengegangen. Er weiß, wohin sie geführt oder vertrieben worden sind. Noch schlägt Sein Herz für sie in väterlicher Liebe. Sicherlich wird Er sie zu Seiner Zeit und auf vorherbestimmte Weise hervorbringen in gesegnete und einflussreiche Verhältnisse, wie es Seinem Bundesvolk zukommt. Trotz ihrer Sünden und der Trübsale, die sie über sich selber bringen würden, hat der Herr gesagt: „Aber selbst wenn sie im Land ihrer Feinde sind, werde ich sie nicht missachten und sie nicht verabscheuen, um ihnen etwa ein Ende zu machen und meinen Bund mit ihnen zu widerrufen; denn ich bin der Herr, ihr Gott.” (Levitikus 26:44; siehe auch (Deuteroniomium 4:27-31) So vollständig wie die Zerstörung, so vollständig soll auch die Sammlung Israels werden.

Umfang und Zweck der Sammlung

Einige Prophezeiungen beziehen sich besonders auf die Wiederherstellung der zehn Stämme; andere weisen auf die Rückkehr des Volkes Juda nach dem Lande ihres Erbteils hin; wieder andere haben Bezug auf die Wiederaufrichtung Israels im allgemeinen, ohne besondere Stämme oder Teile zu erwähnen, währenddem endlich viele Stellen in den Offenbarungen unserer Zeit von der Sammlung der Heiligen handeln, die sich der wiederhergestellten Kirche Jesu Christi angeschlossen haben. Der Plan der Sammlung umfasst augenscheinlich:

  1. das Sammeln des Volkes Israel aus den Völkern der Erde nach dem Lande Zion,
  2. die Rückkehr der Juden nach Jerusalem,
  3. die Wiederherstellung der Verlorenen Stämme.

Die erste ist ein wichtiger Teil des heutigen Werkes der Kirche, obschon damit auch die Hilfeleistung bei der Wiederherstellung der Verlorenen Stämme verknüpft ist. Durch eine im KirtlandTempel gegebene Offenbarung sind Auftrag und Vollmacht zu diesem Werk der Kirche feierlich übertragen worden. Und durch wen anders sollte diese Vollmacht gebracht werden als durch den, der sie durch göttlichen Auftrag in einer früheren Dispensation des geeinigten Israels erhalten hatte? Moses, der Hauptvertreter des Volkes Israel, als der Herr Seine Hand zum erstenmal ausstreckte, um Sein Volk in das Land Seines Erbteils zu führen, ist persönlich gekommen und hat der Kirche der letzten Tage die Vollmacht übertragen, dieses Werk auszuführen, nun, da der Herr seine Hand abermals ausstreckte um Sein Volk zu befreien.

Joseph Smith und Oliver Cowdery, von denen jeder rechtmäßig zum Apostelamt ordiniert worden war, zeugen von der ihnen teilgewordenen Kundgebung mit folgenden Worten: „Nachdem dieses Gesicht geschlossen war, wurden uns die Himmel abermals geöffnet. Moses erschien und übergab uns die Schlüssel zur Sammlung Israels aus den vier Teilen der Erde und zur Herbeiführung der zehn Stämme aus dem Lande des Nordens.” (LuB 110:11) Die Wichtigkeit dieses Werkes, das so von der Kirche verlangt wird, ist in einer späteren Offenbarung nachdrücklich hervorgehoben worden, wobei der Herr folgendes Gebot gab:

Sendet die Ältesten meiner Kirche hinaus zu den Nationen, die ferne sind, zu den Inseln des Meeres; sendet hin zu fremden Ländern; ruft allen Nationen zu, zuerst den Andern und dann den Juden. Und siehe, ja siehe, dies soll ihr Ruf sein und die Stimme des Herrn an alle Völker: Geht hin zum Land Zion, damit die Grenzen meines Volkes sich erweitern und damit seine Pfähle gestärkt werden und damit Zion sich in die Gebiete ringsum ausbreite. (Darum lasst die, die sich bei den Andern befinden, nach Zion fliehen. Und lasst die, die von Juda sind, nach Jerusalem fliehen, zu den Bergen, da des Herrn Haus ist. Zieht aus von den Nationen, ja, von Babylon, mitten aus der Schlechtigkeit, die das geistige Babylon ist.

(LuB 133:8, 9, 12-14)

Der letzte Satz der eben angeführten Stelle bezeichnet den Zweck der Sammlung der Heiligen aus den Völkern der Erde. Der Herr möchte, dass Sein Volk sich von den Sünden der Welt trennt und das geistige Babylon verlässt, damit es die Wege Gottes kennen lerne, und Ihm um so besser dienen könne. Johannes der Offenbarer sah in einem Gesicht das Schicksal der sündigen Welt voraus, als er auf der Insel Patmos in der Verbannung lebte. Ein Engel kam vom Himmel, „Und er rief mit gewaltiger Stimme: Gefallen, gefallen ist Babylon, die Große! Zur Wohnung von Dämonen ist sie geworden, zur Behausung aller unreinen Geister und zum Schlupfwinkel aller unreinen und abscheulichen Vögel. ... Dann hörte ich eine andere Stimme vom Himmel her rufen: Verlass die Stadt, mein Volk, damit du nicht mitschuldig wirst an ihren Sünden und von ihren Plagen mitgetroffen wirst. Denn ihre Sünden haben sich bis zum Himmel aufgetürmt und Gott hat ihre Schandtaten nicht vergessen.” (Offenbarung 18:2, 4, 5)

Die Heiligen der Letzten Tage lehren, dass am Tage der Heimsuchung in Zion Sicherheit sein wird. Die Wichtigkeit, welche die Heiligen der Letzten Tage dem Werke der Sammlung beimessen, und die Treue, mit der sie der Pflicht gerecht zu werden suchen, die Welt zu warnen vor den drohenden Gefahren, wie sie im Gesicht des Offenbarers geschildert werden, werden zur Genüge bewiesen durch die große Ausdehnung ihrer Missionsarbeit, wie sie gegenwärtig von diesem Volke betrieben wird. Als die Kirche grade erst gegründet war, erhielten die heiligen die Anweisung, sich in Ohio zu sammeln, dann in Missouri und schließlich im Salzseetal. Die heutigen Propheten sagen jedoch, dass die Mitglieder der Kirche das Reich Gottes in ihrem eigenen Land aufbauen sollen. Elder Russell M. Nelson hat gesagt:

„Die Entscheidung, zu Christus zu kommen, hängt nicht davon ab, wo man sich befindet; ausschlaggebend sind Hingabe und Verpflichtung des Einzelnen. Menschen können „zur Erkenntnis des Herrn” gebracht werden, ohne ihr Heimatland zu verlassen. In den frühen Tagen der Kirche bedeutete Bekehrung zwar oft auch Auswanderung. Doch jetzt findet die Sammlung in jedem Land statt.
Der Sammelplatz für die brasilianischen Heiligen ist Brasilien; der Sammelplatz für die nigerianischen Heiligen ist Nigeria, der Sammelplatz für die koreanischen Heiligen ist Korea und so weiter. Zion, das sind „die im Herzen Reinen”. Zion ist dort, wo rechtschaffene Heilige sind.

Israel das Bundesvolk

Der Herr hat das Volk Israel ausdrücklich als Sein Volk bezeichnet. Mit Abraham trat Gott in einen Bund und sagte: „Ich werde dich zu einem großen Volk machen, dich segnen und deinen Namen groß machen. Ein Segen sollst du sein. Ich will segnen, die dich segnen; wer dich verwünscht, den will ich verfluchen. Durch dich sollen alle Geschlechter der Erde Segen erlangen.” (Genesis 12:2-3; siehe auch Galater 3:14,16) Dies sollte ein ewiger Bund sein (siehe Genesis 17:68). Er wurde auf Isaak (siehe Genesis 26:3, 4) bestätigt und später auch auf Jakob (siehe Genesis 35:11-12), der Israel genannt wurde. Die Verheißung einer zahlreichen Nachkommenschaft, darunter viele von erhabenem Rang, hat sich buchstäblich erfüllt. Nicht weniger sicher ist die Verwirklichung des zweiten Teiles der Verheißung, dass nämlich in und durch Abrahams Nachkommenschaft alle Völker der Erde gesegnet werden sollen. Denn infolge der weltweiten Zerstreuung haben sich die Kinder Israel mit den Völkern der Erde vermischt und das Blut des Bundesvolkes hat sich mit dem aller Völker vermengt. Heute nun, am Tage der Sammlung, da der Herr Sein Volk wieder zusammenbringt, um es zu ehren und zu segnen, mehr als ihm die Welt zu geben vermag, nimmt jedes Volk mit dem Blute Israels in den Adern seiner Bürger an den Segnungen teil.

Es gibt jedoch noch einen schlagenderen Beweis für die Segnungen, die durch das Haus Israel allen Völkern zugute gekommen sind. Der Erlöser kam ins Fleisch durch Abstammung von Vater Abraham und die Segnungen dieser göttlichen Geburt erstrecken sich nicht nur auf die Völker und Familien der Erde im großen und ganzen, sondern auch auf jeden einzelnen Sterblichen im besonderen.

Die Wiederherstellung der Verlorenen Stämme

Aus den Prophezeiungen der Sammlung geht klar hervor, dass wenn auch viele, die zu den zehn Stämmen gehörten, unter die Völker der Erde zerstreut wurden, doch eine die Beibehaltung des ursprünglichen Namens rechtfertigende Zahl als ein Ganzes weggeführt wurde, das an einem bestimmten Orte fortbesteht, wo sie der Herr verborgen hält. Ihnen zu dienen, besuchte sie Christus nach Seinem Besuch bei den Nephiten. Ihre Rückkehr bildet einen sehr wesentlichen Teil der Sammlung, die für die Dispensation der Fülle der Zeiten kennzeichnend ist.

Von diesem Teil des Werkes Gottes in den letzten Tagen wird uns gesagt: „Und derer, die in den Ländern im Norden sind, wird vor dem Herrn gedacht werden; und ihre Propheten werden seine Stimme hören und werden sich nicht länger zurückhalten; und sie werden die Felsen schlagen, und das Eis wird in ihrer Gegenwart zerfließen. Und in der Mitte der großen Tiefe wird eine Straße aufgeworfen werden. Ihre Feinde werden ihnen zur Beute werden; und in den unfruchtbaren Wüsten werden sich Teiche lebenden Wassers bilden, und der ausgedörrte Boden wird nicht länger ein durstiges Land sein. Und sie werden ihre reichen Schätze den Kindern Efraim, meinen Knechten, bringen. Und die Grenzen der immerwährenden Hügel werden vor ihrer Gegenwart erzittern. Und dort werden sie niederfallen und mit Herrlichkeit gekrönt werden, nämlich in Zion, von den Händen der Knechte des Herrn, nämlich den Kindern Efraim. Und sie werden von Liedern immerwährender Freude erfüllt sein. Siehe, dies ist der Segen des immerwährenden Gottes auf die Stämme Israel und der reichere Segen auf das Haupt Efraims und seiner Zugehörigen.” (LuB 133:26-34)

Bei der ausdrücklichen und wiederholten Erklärung, dass die zehn Stämme bei ihrer Rückkehr aus dem Norden nach Zion geführt werden sollen, um dort Segnungen aus den Händen derer von Ephraim zu empfangen, die also notwendigerweise zuvor selbst dort versammelt werden müssen, ist es klar, dass zuerst Zion gebaut werden muss. Im nächsten Kapitel wenden wir daher unsere Aufmerksamkeit der Gründung Zions zu.

verwendete Quellen

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