Sünde

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Wirkliche Sünde ist der willentliche Ungehorsam gegenüber Gottes Geboten oder wer scheitert, rechtschaffen zu Handeln trotz der Erkenntnis der Wahrheit. Jakobus 4:17 sagt: Wer nun weiß, Gutes zu tun, und tut's nicht, dem ist's Sünde.

Jede sterbliche Seele, die das Alter der Verantwortlichkeit erreicht hat, (jeder der älter als acht Jahre ist), hat in einigen Fällen gesündigt und ist deshalb getrennt von der Gegenwart Gottes, der nicht mit der geringsten Billigung auf Sünde blicken kann. Durch das Sühnopfer Christi können die Menschen von ihren Sünden umkehren und die Vegebung Gottes empfangen, sofern sie nicht mehr sündigen. Alle, die beständig von ihren Sünden umkehren und danach streben, die Gebote Gottes zu halten, werden möglicherweise wie Er.

Elder Orson F. Whitney gibt folgende Erklärung:

„Sünde ist die Übertretung göttlicher Gesetze, die uns durch unser Gewissen oder durch Offenbarung bekannt sind. Ein Mensch sündigt, wenn er gegen sein Gewissen und gegen Licht und Erkenntnis handelt, nicht gegen das Licht und die Erkenntnis, die sein Nachbar, sondern gegen Licht und Erkenntnis, die er selbst empfangen hat. Er sündigt erst, wenn er das Gegenteil von dem tut, was er als richtig erkannt hat. Bis zu dem Zeitpunkt macht er lediglich Fehler. Man kann durch seine Fehler schmerzhafte Erfahrungen sammeln, aber man kann nicht sündigen, wenn man nicht weiß, daß man eine Sünde begeht. Man muß erst ein Gewissen haben, bevor man dagegen verstoßen kann”(Saturday Night Thoughts, S. 239). „Wo kein Gesetz gegeben ist, da gibt es keine Strafe; und wo es keine Strafe gibt, da gibt es keinen Schuldspruch” (2. Nephi 9:25). „Wer Gut von Böse nicht unterscheiden kann, der ist ohne Schuld” (Alma 29:5).

Wenn kein Gesetz besteht, oder wenn der Mensch die Gesetze nicht kennt, kann er nicht sündigen (Alma 42:17) und das Gesetz nicht übertreten. Obwohl Adam und Eva im Garten von Eden Verhaltensregeln empfangen hatten, konnten sie nicht sündigen, denn sie hatten noch keine Kenntnis von Gut und Böse. Hätten sie nicht von der Frucht des Baumes der Erkenntnis des Guten und Bösen gegessen, „wären sie in einem Zustand der Unschuld verblieben: Sie hätten nicht Freude gehabt, denn sie kannten kein Elend; sie hätten nicht Gutes getan, denn sie kannten keine Sünde” (2. Nephi 2:23).

Der Herr berief sich auf dasselbe Prinzip, als er die schlechten Pharisäer verurteilte: „Wenn ihr blind wärt, hättet ihr keine Sünde. Jetzt aber sagt ihr: Wir sehen. Darum bleibt eure Sünde”(Johannes 9:41). Diesem Prinzip gemäß können kleine Kinder „nicht sündigen ... ehe sie anfangen, vor mir verantwortlich zu werden«, denn in ihrem unschuldigen Zustand sind sie ohne „Erkenntnis“ (LuB 29:46-50; Moroni 8:8). Sünde kommt vom Teufel. „Alles, was böse ist, kommt vom Teufel“ (Alma 5:40). Er ist „der Herr der Sünde” (Mose 4:14), „der Urheber aller Sünde”(Helaman 6:30); er „ist ein Feind Gottes und kämpft beständig gegen ihn; und er lädt ein und lockt, zu sündigen und beständig das zu tun, was böse ist” (Moroni 7:12). Wenn der Satan während des Millenniums gebunden ist, werden Kinder „ohne Sünde aufwachsen zu ihrer Errettung” (LuB 45:58). Wenn Menschen sündigen, machen sie sich dem Satan untertan (LuB 29:40); sie werden seine Diener und erhalten einen „Lohn“ von ihm (Alna 5:38-43). „Wer die Sünde tut, ist Sklave der Sünde” (Johannes 8:34).

Christus ist der einzige, der ganz ohne Sünde war (LuB 45:4; Hebräer 4:14,15; 1. Petrus 2:21,22). „Alle [anderen] haben gesündigt und die Herrlichkeit Gottes verloren“ (Römer 3:23; 5:12; LuB 109:34). Der Errettungsvorgang ist für die Menschen eine Reinigung von Sünden, damit sie am letzten Tag rein vor Gott stehen können. „Er kann sie nicht in ihren Sünden erretten” (Alma 11:37). Nur durch Umkehr, Taufe und indem der Mensch bis ans Ende in Rechtschaffenheit ausharrt, können ihm seine Sünden vergeben werden.

In der Erhöhung „gehört ihnen alles“ (LuB 76:54-60). „Aber niemand besitzt alles, außer er sei rein gemacht und von aller Sünde gesäubert” (LuB 50:28). Der Herr gebietet denen, denen er die Sünden vergeben hat: „Beharrt in der Freiheit, womit ihr frei gemacht seid; verstrickt euch nicht in Sünde, sondern laßt eure Hände rein sein, bis der Herr kommt” (LuB 88:86).

Vergebung von Sünden ist nur durch das Sühnopfer Christi erhältlich: „Wenn wir aber im Licht leben, wie er im Licht ist, haben wir Gemeinschaft miteinander, und das Blut seines Sohnes Jesus reinigt uns von aller Sünde. Wenn wir sagen, daß wir keine Sünde haben, führen wir uns selbst in die Irre und die Wahrheit ist nicht in uns. Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht; er vergibt uns die Sünden und reinigt uns von allem Unrecht. Wenn wir sagen, dass wir nicht gesündigt haben, machen wir ihn zum Lügner, und sein Wort ist nicht in uns.” (Johannes 1:7-10)

Allen, die den Herrn lieben und Errettung wünschen, spricht Nephi mit seiem Freudenruf aus dem Herzen:

„Erwache, meine Seele! Welke nicht länger in Sünde dahin. Freue dich, o mein Herz, und gib dem Feind meiner Seele nicht länger Raum.” (2. Nephi 4:28)

Inhaltsverzeichnis

Erbsünde

Die Lehre der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage unterscheidet sich wesentlich von den Glaubenslehren anderer Konfessionen, was die sogenannte Erbsünde betrifft. Wegen des Falles von Adam und Eva befinden sich alle Menschen in einem gefallenen Zustand, getrennt von Gott und dem physischen Tod unterworfen. Dennoch sind wir nicht verdammt wegen dem, was viele die Erbsünde nennen. In anderen Worten: wir sind nicht verantwortlich für Adams Übertretung im Garten von Eden. Der Prophet Joseph Smith sagte: „Wir glauben, daß der Mensch für seine eigenen Sünden bestraft werden wird und nicht für die Übertretung Adams.” (Die Glaubensartikel Nr. 2)

Durch das Sühnopfer Christi hat der Erretter den Preis für diese Übertretung im Garten Eden bezahlt (siehe (Mose 6:53). Er hat uns die Zusicherung der Auferstehung gegeben und das Versprechen, das auf unsere Glaubenstreue beruht, wieder in die Gegenwart unseres himmlischen Vaters zurückkehren zu können, um bei Ihm zu in Ewigkeit zu wohnen.

Sünde, die zum Tod führt

Alle, die sich vom Licht und der Wahrheit des Evangeliums abwenden, sich dem Satan ergeben, seine Sache vertreten und ihm folgen, werden dadurch seine Kinder und begehen eine Sünde, die zum Tod führt. Für sie gibt es keine Umkehr, keine Vergebung und keinerlei Hoffnung auf Erlösung. Als Kinder des Satans sind sie Söhne des Verderbens. „Wer aber böse Worte hervorbringt, der wird ein Kind des Teufels, denn er hört auf seine Stimme und folgt ihm nach. Und wer dies tut, muss seinen Lohn von ihm empfangen; darum erhält er als Lohn den Tod in dem, was die Rechtschaffenheit betrifft, denn er ist für alle guten Werke tot” (Alma 5:41,42). „Denn der Lohn der Sünde ist der Tod” (Römer 6:23).

„Wer sieht, dass sein Bruder eine Sünde begeht, die nicht zum Tod führt, soll (für ihn) bitten; und Gott wird ihm Leben geben, ah len, deren Sünde nicht zum Tod führt. Denn es gibt Sünde, die zum Tod führt. Von ihr spreche ich nicht, wenn ich sage, dass er bitten soll. Jedes Unrecht ist Sünde; aber es gibt Sünde, die nicht zum Tod führt” (1. Johannes 5:16,17). „Ich, der Herr, vergebe denen ihre Sünden, die ihre Sünden vor mir bekennen und um Vergebung bitten, sofern sie nicht zum Tode gesündigt haben” (LuB 64:7). „Denn wenn wir vorsätzlich sündigen, nachdem wir die Erkenntnis der Wahrheit empfangen haben, gibt es für diese Sünden kein Opfer mehr, sondern nur die Erwartung des furchtbaren Gerichts und ein wütendes Feuer, das die Gegner verzehren wird” (Hebräer 10:26,27). „Jede Sünde und Lästerung wird den Menschen vergeben werden, aber die Lästerung gegen den Geist wird nicht vergeben ... weder in dieser noch in der zukünftigen Welt” (Matthäus 12:31,32).

Wer vorsätzlich einen Mord plant und ihn dann ausführt, kann nicht ins celestiale Reich Gottes kommen. „Kein Mörder hat ewiges Leben, das ihm bleibt” (1. Johannes 3:15). Demnach ist auch Mord eine Sünde, die zum Tod führt. Ein Mensch, der vorsätzlich einen Mord begeht, kann sich niemals wieder geistigen Lebens erfreuen. Offenbar ist unter gewissen Umständen auch Ehebruch eine Sünde, die zum Tod führt. Der Prophet Joseph Smith schreibt darüber: „Wenn ein Mensch Ehebruch begeht, kann er das celestiale Reich Gottes nicht empfangen. Er kann in ein anderes Reich errettet werden, aber nicht ins celestiale Reich” (History of the Church, Bd. 6., S. 81; Doctrines of Salvation, Bd. 2, S. 92-94). Es ist möglich, dass ein Mensch noch andere Greueltaten tun kann, die ihn unter Umständen davon abhalten können, geistiges Leben in der Ewigkeit zu empfangen.

Unverzeihliche Sünde

Den Juden sagte der Herr, dass ihnen am Ende – entweder bereits in dieser oder in der künftigen Welt – alle Sünden vergeben würden mit Ausnahme der Lästerung gegen den Heiligen Geist (Matthäus 12:31,32; Markus 3:28-30; Lukas 12:10). Diese Sünde, die Lästerung gegen den Heiligen Geist, ist die unverzeihliche Sünde.

Es sei in diesem Zusammenhang auch besonders darauf hingewiesen, dass die Vergebung der Sünden nicht bedeutet, dass man dadurch automatisch celestiale Errettung empfängt. „Alle werden leiden, bis sie Christus gehorchen“, sagt der Prophet Joseph Smith (Teachings, S. 357). Die Schlechten und Gottlosen werden die Vergeltung des ewigen Höllenfeuers erleiden, bis sie endlich Christus gehorchen, von ihren Sünden umkehren und Vergebung ihrer Sünden erlangen. Dann werden sie auferstehen und ihr Erbteil im telestialen, aber nicht im celestialen Reich empfangen (LuB 76:81-107). Wer jedoch die unverzeihliche Sünde begangen hat, wind nicht vom Teufel erlöst, sondern statt dessen nach der Auferstehung als Sohn des Verderbens hinabgeworfen, um bis in alle Ewigkeit mit dem Teufel und seinen Engeln zu wohnen” (LuB 76:30-49).

Alle, die die unverzeihliche Sünde begehen, „schlagen den Sohn Gottes noch einmal ans Kreuz und machen ihn zum Gespött” (LuB 76:34,35). Bevor ein Mensch diese unverzeihliche Sünde begehen kann, muss er das Evangelium annehmen, vom Heiligen Geist die absolute Gewissheit empfangen, dass Christus Gottes Sohn ist, und danach „das neue und ewige Bündnis verneinen, durch das“ er geheiligt war, „es als unheilig verwerfen und gegen den Geist der Gnade handeln” (Teachings, 5.128). Er begeht dadurch einen Mord, indem er dem Tod Christi zustimmt, das heißt, er besitzt die vollkommene Gewissheit von der Wahrheit, wendet sich in offenem Aufruhr dagegen und begibt sich dadurch in die Lage, in der er Christus gekreuzigt hätte, obgleich er ohne jeden Zweifel gewusst hätte, dass er der Sohn Gottes war. Auf diese Weise schlägt er Christus noch einmal ans Kreuz und lästert ihn (LuB 132:27).

Der Prophet Joseph Smith stellt die Frage; „Was muss ein Mensch tun, um die unverzeihliche Sünde zu begehen?” Er antwortet: „Er muss den Heiligen Geist empfangen, der Himmel muss sich ihm öffnen, er muss Gott erkennen und dann gegen ihn sündigen. Wenn ein Mensch gegen den Heiligen Geist gesündigt hat, gibt es für ihn keine Umkehr mehr. Er muss sagen, dass die Sonne nicht scheint, obwohl er sie doch scheinen sieht. Er muss Jesus Christus verleugnen, obgleich sich ihm der Himmel geöffnet hat, und er muss den Plan der Erlösung leugnen, obwohl ei mit eigenen Augen die Wahrheit desselben erkannt hat. Von der Zeit an beginnt er, ein Feind Gottes zu werden. Das ist bei vielen der Fall, die von der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage abgefallen sind.

Wenn ein Mensch beginnt, ein Feind dieses Werkes zu werden, dann verfolgt er mich, versucht mich zu töten und hört niemals mehr auf, nach meinem Blut zu lechzen. Er bekommt den Geist des Teufels – denselben Geist, den die Menschen hatten, die den Herrn des Lebens gekreuzigt haben den gleichen Geist, der gegen den ledigen Geist sündigt. Solche Menschen kann man nicht erretten, man kann sie nicht zur Umkehr bringen. Genauso wie der Teufel führen sie einen offenen Krieg, und die Folgen sind schrecklich” (Teachings, S. 358). Unter anderem beseitigt diese Aussage des Propheten Joseph Smith ein für allemal das Märchen, dass es nur so wenige Söhne des Verderbens geben wird, wie man an den Fingern einer Hand abzählen könnte.

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