Sühnopfer
Aus MormonWiki
Die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage lehrt, dass das Sühnopfer Jesu Christi die zentrale Glaubenslehre des großartigen Plans der Erlösung ist. In einem Fall wurde der Prophet Joseph Smith gefragt: „Was sind die wesentlichen Grundsätze Ihrer Religion?” Die Antwort des Propheten auf diese Frage war: „Die wesentlichen Grundsätze unserer Religion sind das Zeugnis der Apostel und Propheten über Jesus Christus, dass er gestorben ist; begraben wurde und am dritten Tag wieder auferstanden und dann in den Himmel aufgefahren ist; und alles andere, was mit unserer Religion zu tun hat, ist nur eine Zugabe dazu.” (Lehren des Propheten Joseph Smith, Seite 124)
Die wahrhaftige Mission Jesu, die im Sühnopfer gipfelte, ist die wichtigste Botschaft der Kirche Jesu Christi.
Das Sühnopfer, welches das großartigste Ereignis in der Weltgeschichte ist, ist vollbracht durch die Leiden Jesu im Garten Gethsemani und am Kreuz. Obwohl der menschliche Verstand nicht in der Lage ist zu verstehen, wie Jesus für unsere Sünden litt, bestätigen die Schriften, dass Ihm im Garten Gethsemani die Last der Sünden der Menschheit so große Pein bereitete, sodass Er aus jeder Pore blutete. (Lukas 22:39-44)
Später am Kreuz erlitt Jesus freiwillig einen schmerzlichen Tod, welcher Ihm durch eine der grausamsten Hinrichtungen zugefügt wurde, die sich Menschen erdachten.
Derselbe Erlöser spricht über dies Erlebnis: „Denn siehe, ich, Gott, habe das für alle gelitten, damit sie nicht leiden müssen, sofern sie umkehren; aber sofern sie nicht umkehren, müssen sie leiden so wie ich” (siehe LuB 19:16–17).
Als Sohn Gottes ist Jesus Christus der Einzige, der das unbegrenzte Opfer erbringen konnte, um für unsere Sünden zu sühnen. Jesus tat seinen Teil, aber um Sein Sühnopfer voll wirksam werden zu lassen für unser jeweils individuelles Leben, müssen wir gewisse Dinge tun.
- müssen wir Glauben an Christus haben;
- brauchen wir die Umkehr von unseren Sünden;
- brauchen wir die Taufe von jemanden, der die geeignete Pristertumsvollmacht dazu hat und schließlich ist Gehorsam nötig zu Gottes Geboten bis zum Ende unserer Tage auf Erden.
Wenn wir diese Dinge tun, können wir die Segnungen des Sühnopfers für unser individuelles Leben erlangen und erlauben uns, zu Jesus Christus und unserem Himmlischen Vater zurückzukehren und mit Ihnen zu leben in Ewigkeit. Gemäß der Lehre der Kirche sind wir durch Gnade gerettet, aber nur nach allem, was wir tun können, um die Gesetze Gottes zu halten, um von unseren Sünden umzukehren und Seinem liebevollem Einfluß zu erlauben, unser Herz zu ändern, sodass wir Liebe gebende Menschen werden und rein gemacht werden können, wie Er rein ist. (Moroni 7:48)
Inhaltsverzeichnis |
der Garten Gethsemani und das Kreuz
Das Sühnopfer Jesu Christi ist die zentrale Lehre des Evangeliums und die wichtigste und selbstloseste Handlung in der Weltgeschichte.
Gemäß den Lehren der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage ist wegen Adams Sündenfall das Sühnopfer notwendig, denn er brachte den Tod in die Welt, als Adam und Eva von der verbotenen Frucht aßen (siehe Gen. 2:9; 3:1-24). Es kam nicht nur zu einem körperlichen Tod, die Trennung zwischen Geist und Seele, sondern auch zur Trennung aller Menschen von ihrem vollkommenen und heiligen Gott.
Durch das Sühnopfer erlitt Jesus Christus körperlich und geistig alle Sünden und Schmerzen der Menschheit. Er stellte sicher, daß alles Sterbliche nach dem Tod seinen Körper wiederbekommt und ewig lebt und dass alle Menschen in ihren neuen auferstandenen Körper gebracht werden, um vor Ihm zu stehen, auf dass sie gerichtet werden nach ihren Worten. Auf diese Weise garantiert das Sühnopfer bedingungslos die buchstäbliche Auferstehung jedes sterblichen Körpers für jede treue Seele und die ewige Wiedervereinigung mit Gott.
Um die erlösende Macht des Sühnopfers zu erlangen, ist für uns notwendig, Vertrauen in Christus zu entwickeln, unsere Sünden zu bereuen, getauft zu werden, die Gabe des Heiligen Geistes zu empfangen und auszuharren bis ans Ende im Gehorsam zu den Geboten des Evangeliums. Wenn wir bereuen, vergibt uns der Herr, und nimmt uns die Schuld von unserer Seele. Dadurch daß er für uns gelitten hat, sind unsere Sünden schon beglichen, was für uns bedeutet zu entscheiden, ob wir das sühnende Opfer annehmen oder ablehnen. Wenn wir uns weigern, das Sühnopfer zu akzeptieren, schließen wir uns ein für allemal aus von der Gegenwart Gottes. Denn Gott kann uns nicht in unseren Sünden erlösen, doch kann und wird er uns von unseren Sünden erlösen, wenn wir bereuen und Ihm folgen.
Wenn Christen (einschließlich der Mitglieder der Kirche Jesu Christi) über das Sühnopfer reden, betonen sie oft die körperlichen Aspekte. Sie sprechen oft von der Dornenkrone, die man auf das Haupt des Erretters drückte, über seine Auspeitschung durch die römischen Soldaten oder über seine Qual, die er litt, als man Nägel durch seine Hände und Füße trieb. Sicherlich waren das qualvolle Momente und wichtige Aspekte des Sühnopfers. Und doch gibt es größeres geistiges Ausmaß seiner erlösenden Handlung.
In der Nacht vor seiner Kreuzigung ging Jesus mit den drei führenden Aposteln Petrus, Jakobus und Johannes zum Garten Gethsemani. Gethemani bedeutet „Ölpresse”. Seit Generationen wurden an diesem Ort Oliven gepresst, ein wichtiger Rohstoff für Licht und Leben. Das sühnende Leiden des Lichts und des Lebens der Welt verursachte dem Erlöser, dass er aus jeder Pore seines Körpers blutete unter dem Gewicht der Sünden der Welt.
Die Schriften legen dar, dass Jesus sehr sorgenvoll und schwermütig wurde, als er in den Garten Gethsemani kam. Meine Seele ist betrübt bis an den Tod; bleibt hier und wachet!” (Markus 14:34) Und er ging ein wenig weiter, warf sich auf die Erde und betete, dass, wenn es möglich wäre, die Stunde an ihm vorüberginge, und sprach: mein Vater, alles ist dir möglich; nimm diesen Kelch von mir; doch nicht, was ich will, sondern was du willst! (siehe Markus 14:35-36) Für mehrere Stunden ergoss der Herr seine Seele im Gebet und das Blut floss zu Boden. Auf einmal kam ein Engel Gottes, um den Erlöser zu stärken und zu helfen, sein Opfer zu vollenden. Während dieser grauenhaften Zeit fühlte Jesus in seinem eigenen Körper und Geist die Wirkung aller Sünden und aller geistigen und körperlichen Leiden (einschließlich aller Krankheiten, Qualen und Ängste) aller Menschen. Er wurde bestraft in Körper und Geist für unsere Übeltaten. Ein enormes und unendliches Gewicht der Sorge und Angst erfüllte seine Seele, und er litt in einem ewigen unendlichen Sinn.
Der Erlöser war das einzige Kind unseres Himmlischen Vaters, der das Sühnopfer zustandebringen konnte. Er war dazu erwählt, ehe er als Erlöser geboren wurde. Er war der buchstäbliche Sohn Gottes im Fleisch, was bedeutet, dass er von seinem Vater die Macht über den Tod ererbte und von seiner sterblichen Mutter die Fähigkeit zu sterben. Er lebte ein vollkommenes Leben, indem er der einzige sündenfreie verantwortliche Sterbliche war, der je gelebt hat. Jeder andere wäre gestorben bei dem Versuch, das zu erleiden, was Jesus erlitt.
Ohne das Sühnoopfer würde jeder Sterbliche nach dem Tod für immer körperlos bleiben und wäre für ewig abgeschnitten aus der Gegenwart Gottes, dazu verdammt unter Satans Herrschaft zu leben in Dunkelheit und Elend, weil es keinen Weg geben würde, Tod und Sünde zu überwinden. DasSühnopfer gibt der gesamten Menschheit die einzige Hoffnung auf Rettung vor diesem trostlosem Verhängnis.
Es ist unmögilch für uns, den Umfang der Leiden Des Herrn in Gethsemani und am Kreuz voll zu verstehen. Selbst Jesus, der im voraus wusste, was für eine Erfahrung das sein würde, sagte, er sei schmerzlich erstaunt und in Schrecken versetzt. (Markus 14:33)
Nachdem Er sich vom Gebet erhob, kehrte Der Herr zurück, wo Petrus Jakobus und Johannes warteten. Kirz darauf traf der Verräter Judas Iscariot ein mit einem Aufgebot römischer Soldaten, die Jeus unter falschen Anklagen festnahmen. In jener Nacht und am folgenden Morgen ertrug der Retter körperliche und seelische Übergriffe der römischen Soldaten und anderen und machte verschiedene ungesetzliche und unfaire durch Prozesse durch. Letztendlich wurde Jesus in der Gegenwart von Pilatus unrechtmäßig verurteilt, als Gotteslästerer gekreuzigt zu werden. Von ungefähr neun Uhr an jenem entsetzlichen Freitagmorgen bis etwa drei Uhr nachmittags litt Jesus unter Qualen am Kreuz. Endlich als sein Leiden vollendet war, starb er aus freien Stücken und sein Geist ging in die Geisterwelt, um den Toten das Evangelium zu verkünden. Seine Apostel nahmen seinen Körper vom Kreuz herunter und begruben ihn in einer neuen Grabstätte, wo niemand zuvor beerdigt wurde. Der Körper lag von Freitagabend (der Beginn des jüdischen Sabbats) bis Sonntagmorgen im Grab. Dann kehrte Jesus zurück und sein Körper wurde mit seinem Geist zu einer verherrlichten, vollendeten, unsterblichen Seele wiedervereinigt. Auf diese Weise war Jesus der erste Sterbliche, der wieder auferstand. Seine Auferstehung vollendete seinen Triumph über Tod und Sünde. Seitdem haben die Nachfolger Christi das Evangelium oder „die gute Nachricht verkündet, dass Jesus es mögich gemacht hat für uns, nach diesem Leben mit Gott und all seinen treuen kinder wieder zu leben in Ewigkeit.
Christus enthüllte Joseph Smith als ein auferstandenes Wesen ein paar weitere Details über sein Leiden in Gethsemani: Denn siehe, ich, Gott, habe das für alle gelitten, damit sie nicht leiden müssen, sofern sie umkehren; aber sofern sie nicht umkehren, müssen sie leiden so wie ich, und dieses Leiden ließ mich, selbst Gott, den Größten von allen, der Schmerzen wegen zittern und aus jeder Pore bluten und an Leib und Geist leiden — und ich wollte den bitteren Kelch nicht trinken und zurückschrecken —, doch Ehre sei dem Vater, und ich trank davon und vollendete meine Vorbereitungen für die Menschenkinder. (LuB 19:16 - 19)
Die Erfahrung des „bitteren Kelches” in Gethsemani traf den Erlöser zutiefst. Es ist der Aspekt des Sühnopfers, das HLT-Schriften betonen. Jesus erlitt die Schmerzen des Gemüts, Geistes und Körpers sowohl im Garten Gethsemani als auch auf dem Hügel Calvary durch sein unbegrenztes Opfer - durch das er buchstäblich für uns bezahlte und uns vor der Verdammnis durch unsere Sünden rettete, wenn wir sein Opfer akzeptieren durch treues Befolgen der Lehren des Erlösers.
Externe Links
- 176. Herbst-Generalkonferenz, Oktober 2006 - Das Sühnopfer kann Ihren Frieden und Ihr Glück sichern von Elder Richard G. Scott
- „Das Sühnopfer - Alles für alles” von Elder Bruce Hafen, 175 Generalkonferenz April 2004
- „Das Sühnopfer - unsere größte Hoffnung,” von Präsident James E. Faust, 171. Generalkonferenz Oktober 2001
- Frerich Görts verteidigt Lehre vom Sühnopfer Jesu Christi
Weiterführendes Material
- Elder Neal A. Maxwell „Vom großen und herrlichen Sühnopfer Zeugnis geben,” Liahona (Aprill 2002) Seite 7 Link
- Richard C. Edgley, „Dir zum Guten,” Liahona (Januar 2002) Seite 72 Link
- Elder Russell M. Nelson, „Fest wie ein Felsen,” Liahona (Juli 2002) Seite 83 Link
- Elder Lynn Mickelson, „Das Sühnopfer, die Umkehr und schmutzige Wäsche,” Liahona (November 2003) Seite 10 Link
- Elder Neal A Maxwell, „Das sühnende Blut Christi anwenden” - Der Stern (Januar 1998] S. 23 Link
- Elder Bruce C. Hafen, „Schmuck anstelle von Schmutz” - Der Stern (April 1997) Seite 38
- Elder Neal A. Maxwell, „O göttlicher Erlöser” - Der Stern (April 1982) S. 13
- Elder ((Robert D. Hales]], „Was uns das Sühnopfer lehrt, hilft uns, bis ans Ende auszuharren” - Der Stern Nr. 2 1986 S. 17
