Söhne des Verderbens

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Inhaltsverzeichnis

Luzifers Auflehnung im vorirdischen Dasein

Aus der Schrift erfahren wir, dass sich Luzifer, einst ein Sohn des Morgens, der vor der Grundlegung der Erde in der Gegenwart Gottes Vollmacht ausübte gegen den Plan der Errettung und gegen Jesus Christus auflehnte, der schon von der Grundlegung der Welt als deren Erretter ausersehen wurde. (Siehe Jesaja 14:12-20; Mose 4:14; Abraham 3:22-28). Bei seiner Rebellion versuchte Luzifer, die Entscheidungsfreiheit der Geister der Menschen zu zerstören. Dabei verleitete er ein Drittel aller Geister dazu, ihm nachzufolgen. Mitsamt seinen Anhängern wurde er aus dem Himmel ausgestoßen, und als die Erde erschaffen wurde, kamen sie als Geister dorthin ohne das Recht, als Menschen geboren zu werden und auf dieser Welt einen irdischen Körper als Wohnstatt zu erhalten.

Diese Ausstoßung des Satans hatte Christus im Sinn, als er zu seinen Jüngern sprach: „Ich sah den Satan wie einen Blitz vom Himmel fallen.” (Lukas 10:18) Er ist der „Drache”, von dem Johannes in der Offenbarung spricht und von dem es heißt, er habe mit seinem Schwanz ein Drittel der Sterne des Himmels hinweggefegt; er habe gegen Michael und seine Engel gekämpft und sei aus dem Himmel ausgestoßen worden. Sodann sei er auf die Erde gekommen, um dort seinen Kampf gegen die Kirche Jesu Christi und das Priestertum fortzusetzen . (Siehe Offenbarung 12:79; LuB 76:25-31.)

Zwei Klassen von Söhnen des Verderbens

Diese aufrührerischen Geister werden schwer bestraft, denn sie müssen ewig ohne Körper bleiben und werden nicht durch das Sühnopfer Jesu Christi erlöst. Sie sind für immer aus der Gegenwart Gottes verbannt, weil sie die Fähigkeit zur Umkehr verloren haben, denn sie haben sich freiwillig und trotz ihrer Erkenntnis für das Böse entschieden. Noch während sie in der Gegenwart Gottes lebten, lehnten sie sich wissentlich gegen ihn auf. Ihr Trachten auf Erden ist darauf gerichtet, die Seele der Menschen zu zerstören und sie so elend zu machen, wie sie selbst sind. Diese Geister werden als Söhne des Verderbens bezeichnet. (Siehe 2. Nephi 9:8,9)

Es gibt jedoch noch eine andere Klasse von Söhnen des Verderbens. Sie setzt sich aus allen zusammen, die die Macht Gottes im irdischen Dasein gekannt und sich dann, obwohl sie eine vollständige Erkenntnis von der Macht und den Absichten Gottes hatten, gegen ihn aufgelehnt haben, indem sie Jesus Christus der offenen Schande preisgegeben haben. Der Herr hat diese Gruppe folgendermaßen beschrieben: „So spricht der Herr in bezug auf alle diejenigen, die meine Macht kennen und ihrer teilhaftig gemacht worden sind, sich aber durch die Macht des Teufels haben überwinden lassen und darum die Wahrheit leugnen und meiner Macht trotzen: Es sind diejenigen, die Söhne des Verderbens sind, von denen ich sage, es wäre besser für sie gewesen, sie wären nie geboren worden; denn sie sind Gefäße des Grimms, dazu verdammt, in Ewigkeit mit dem Teufel und seinen Engeln den Grimm Gottes zu leiden, von denen ich gesagt habe, dass es keine Vergebung gibt, weder in dieser noch in der künftigen Welt. Denn sie haben den Heiligen Geist geleugnet, nachdem sie ihn empfangen haben, und sie haben den einziggezeugten Sohn des Vaters geleugnet, indem sie ihn für sich selbst gekreuzigt und zum Spott gemacht haben.

Das sind diejenigen, die mit dem Teufel und seinen Engeln hingehen werden in den See von Feuer und Schwefel, die einzigen, über die der zweite Tod noch Macht haben wird, ja, wahrlich, die einzigen, die zu der vom Herrn bestimmten Zeit, nachdem sie seinen Grimm erlitten haben, nicht erlöst werden können.” ( LuB 76:31-38)

Die Strafe der Söhne des Verderbens

Das Ausmaß der Strafe erfassen nur diejenigen, über die sie verhängt wird. (Siehe LuB 29:27-29; 76:44-48) Offenbar ist es die schwerste Strafe, die einen Menschen überhaupt treffen kann. Die „äußerste Finsternis” lässt sich nicht beschreiben. Wir wissen darüber lediglich, dass die Verdammten dort dem wohltuenden Einfluss des Geistes Gottes entzogen sind, denn sie sind von seiner Gegenwart völlig ausgeschlossen.

Diese äußerste Strafe wird nur über die Söhne des Verderbens verhängt. Sogar die sündigen Menschen, die Gottes Macht nie gekannt haben, werden schließlich, nachdem sie den Preis für ihre Sünden bezahlt haben - sie müssen nämlich die qualvolle Strafe leiden, die die Sünde nach sich zieht, aus dem Gefängnis hervorkommen, bußfertig und gewillt, ihre Knie vor Christus zu beugen und ihn anzuerkennen. Im telestialen Reich werden sie dann im begrenzten Maße den Einfluss des Geistes Gottes verspüren.

„Denn sie werden gemäß ihren Werken gerichtet werden, und jeder Mensch wird gemäß seinen eigenen Werken seine Herrschaft empfangen in den Wohnungen, die bereitet worden sind; und sie werden Knechte des Allerhöchsten sein; aber dorthin, wo Gott und Christus wohnen, können sie in aller Ewigkeit nicht kommen.” (LuB 76:111,112)

Den Söhnen des Verderbens bleibt sogar diese Segnung versagt. Sie haben sich vorsätzlich zu Knechten des Satans gemacht, und sie müssen es ewig bleiben. Durch ihr Verhalten haben sie sich in eine Lage gebracht, wo sie nicht mehr umkehren können und wo sie jenseits der Barmherzigkeit Gottes sind.

Worin besteht die Sünde, die zum zweiten Tod führt?

Jesus Christus hat über die Söhne des Verderbens gesagt: „Darum sage ich euch: Jede Sünde und Lästerung wird den Menschen vergeben werden, aber die Lästerung gegen den Geist wird nicht vergeben. Auch dem, der etwas gegen den Menschensohn sagt, wird vergeben werden; wer aber etwas gegen den Heiligen Geist sagt, dem wird nicht vergeben, weder in dieser noch in der zukünftigen Welt.” (Matthäus 12:31,32)

Johannes hat diese Sünde eine „die zum Tode führt”, (Siehe 1. Johannes 5:16,17) genannt, und der Verfasser des Hebräerbriefes hat ausgeführt, daß sie nicht vergeben wird: „Denn es ist unmöglich, Menschen, die einmal erleuchtet worden sind, die von der himmlischen Gabe genossen und Anteil am Heiligen Geist empfangen haben, die das gute Wort Gottes und die Kräfte der zukünftigen Welt kennen gelernt haben, dann aber abgefallen sind, erneut zur Umkehr zu bringen; denn sie schlagen jetzt den Sohn Gottes noch einmal ans Kreuz und machen ihn zum Gespött.” (Hebräer 6:4-6)

Auch die Söhne des Verderbens werden auferstehen

Alle Menschen, die hier auf Erden leben und mit einem Körper aus Fleisch und Gebein gesegnet sind, sind hier, weil sie Gesetze in ihrem ersten Stand befolgt haben. Dieser erste Stand war die Geisterwelt, wo wir lebten, bevor das Erdenleben begann. Alle, die dort bestimmte Gesetze befolgten und sich nicht mit Luzifer auflehnten, durften auf diese Erde kommen und einen Körper aus Fleisch erhalten, und da die Menschen nicht für Adams Übertretung bestraft werden, hat der Herr alle Menschen vom leiblichen Tod errettet, der durch Adams Fall herbeigeführt worden ist... „Denn wie wir in Adam alle sterben, so werden wir in Christus alle lebendig gemacht werden”, (1. Korinther 15:22) das heißt, sie werden in der Auferstehung hervorkommen, wobei sich Geist und Körper wieder vereinigen und nie mehr voneinander getrennt werden können.

In der Schrift heißt es: „Nun wird aber diese Wiederherstellung für alle sein: alt und jung, geknechtet und frei, männlich und weiblich, schlecht und rechtschaffen; und nicht ein Haar von ihrem Kopf wird verloren sein.” Aber die Schlechten „verbleiben . . . so, als hätte es keine Erlösung gegeben, außer dass die Bande des Todes gelöst werden; denn siehe, der Tag kommt, da alle von den Toten auferstehen und vor Gott stehen werden; sie werden gemäß ihren Werken gerichtet werden.” (Alma 11:41,44)

Vergleich zwischen dem ersten und dem zweiten geistigen Tod

Der zweite Tod bedeutet also keine Auflösung oder Auslöschung von Geist und Körper, sondern die Verbannung aus Gottes Gegenwart und der Ausschluss aus allem, was zur Rechtschaffenheit gehört.

Mit Bezug auf Adams Übertretung hat der Herr gesagt: „Darum ließ ich, der Herr Gott, ihn wegen seiner Übertretung aus dem Garten von Eden, aus meiner Gegenwart, ausstoßen, und dadurch wurde er geistig tot, und das ist der erste Tod, nämlich derselbe Tod, der auch der letzte Tod ist, der geistig ist, der über die Schlechten ausgesprochen werden wird, wenn ich sagen werde: Hinweg, ihr Verfluchten!” (LuB 29:41)

Der zweite Tod ist somit geistiger Art; er stellt die Verbannung aus Gottes Gegenwart dar. Er ähnelt dem ersten geistigen Tod, von dem alle betroffen sind, die noch nicht umgekehrt sind und das Evangelium angenommen haben. Wer den ersten geistigen Tod erlitten hat, das heißt aus der Gegenwart Gottes ausgeschlossen worden ist, darf durch Befolgung der Prinzipien des Evangeliums davon erlöst werden. Durch Taufe und Konfirmation wird man wiedergeboren und hat dadurch wieder am geistigen Leben teil. Wenn man bis zu seinem Lebensende gehorsam bleibt, erlangt man die Segnungen des ewigen Lebens im celestialen Reich Gottes.

Den zweiten Tod erleiden alle, die der Geist erleuchtet hatte und die sich hernach dagegen aufgelehnt haben. Sie verbleiben in ihren Sünden und bleiben von Gott getrennt.

Die Söhne des Verderbens dürfen zwar auferstehen, werden aber nicht erlöst

Im Buch Mormon hat Alma das Geschick der Söhne des Verderbens klar und eindrucksvoll beschrieben:

„ Und nun siehe, ich sage euch, dann kommt ein Tod, ja, ein zweiter Tod, der ein geistiger Tod ist; dann ist eine Zeit, da jeder, der in seinen Sünden stirbt, also einen zeitlichen Tod, auch einen geistigen Tod sterben wird; ja, er wird in dem, was die Rechtschaffenheit betrifft, sterben. Dann ist die Zeit, da ihre Qualen wie ein See von Feuer und Schwefel sein werden, dessen Flamme für immer und immer emporsteigt; und dann ist die Zeit, da sie niedergekettet sein werden zu immerwährender Vernichtung, gemäß der Macht und Gefangenschaft des Satans; denn er hat sie sich gemäß seinem Willen untertan gemacht. Dann, so sage ich euch, werden sie sein, als sei keine Erlösung vollbracht worden; denn sie können gemäß der Gerechtigkeit Gottes nicht erlöst werden; und sie können nicht sterben, in Anbetracht dessen, daß es keine Verwesung mehr gibt.” (Alma 12:1618)

Dies besagt, daß alle auferstehen werden, die einen Körper aus Fleisch bekommen haben, und zwar deshalb, weil sie ihren ersten Stand bewahrt haben, wodurch sie sich einen Anspruch auf das irdische Dasein im Fleisch erworben haben. Da sie nicht für Adams Übertretung bestraft werden sollen, sind sie wegen der Barmherzigkeit und Gerechtigkeit Gottes, wegen des sühnenden Blutes und der Auferstehung Jesu Christi zur Auferstehung berechtigt, denn sie sind für den leiblichen Tod nicht verantwortlich.

Da es ihnen jedoch überhaupt nicht gelungen ist, ihren zweiten Stand zu bewahren, kommen sie in der Auferstehung zwar mit einem Körper hervor, der mit dem Geist untrennbar verbunden ist, doch bleiben sie, wie die Propheten gesagt haben, so, als wäre für sie keine Erlösung bewirkt worden; für sie werden nur „die Bande des Todes gelöst werden”, (Alma 11:41;) siehe a. LuB 76:42-48) das heißt des irdischen Todes. Danach wird das endgültige Urteil über sie gesprochen, und sie werden zusammen mit Luzifer und allen, die ihm schon am Anfang gedient haben, in die äußerste Finsternis hinausgeworfen.

Worin die Qual des ewigen Feuers besteht

Es folgen die Worte Samuels, des lamanitischen Propheten, der sich zu diesem Tod geäußert hat:

„Ja siehe, dieser Tod bringt die Auferstehung zustande und erlöst alle Menschen vom ersten Tod — jenem geistigen Tod; denn alle Menschen, durch den Fall Adams von der Gegenwart des Herrn abgeschnitten, sind als tot anzusehen, sowohl was das Zeitliche als auch was das Geistige betrifft. Aber siehe, die Auferstehung Christi erlöst die Menschen, ja, selbst alle Menschen, und bringt sie in die Gegenwart des Herrn zurück. Ja, und sie bringt die Bedingung der Umkehr zustande, so daß jeder, der umkehrt, nicht abgehauen und ins Feuer geworfen wird; wer aber nicht umkehrt, der wird abgehauen und ins Feuer geworfen; und über ihn kommt abermals ein geistiger Tod, ja, ein zweiter Tod, denn er wird abermals von dem, was die Rechtschaffenheit betrifft, abgeschnitten.” (Helaman 14:16-18)

Es heißt, dass Feuer und Schwefel Sinnbilder der Qual sind, die die Sünder werden erdulden müssen. Es ist kein wirkliches Feuer, sondern nur die Seelenqual gemeint, dies ist also, mit anderen Worten, die Strafe, wovon der Erretter gesprochen und gesagt hat, sie sei der Wurm, der nicht stirbt, und das nie verlöschende Feuer. (Siehe Markus 9:44; 2. Nephi 9:16) Seien wir dankbar, daß es nur wenige geben wird, die dieser schrecklichen Strafe anheimfallen.

Luzifer wurde durch Auflehnung ein Sohn des Verderbens

Hätte Luzifer die Folgen seiner Auflehnung gekannt, wie hätte er dann je „Verderben” werden können? Wenn er unwissend gewesen wäre, hätte er es nicht werden können. Er war aber nicht unwissend, und so wurde er „Verderben”, und diejenigen, die ihm nachfolgten, wurden Söhne des Verderbens, weil er und sie wissentlich sündigten. Sie lehnten sich vorsätzlich gegen Gott auf. Luzifer kannte jedoch nicht alle Absichten Gott Vaters, wie aus der Köstlichen Perle (Mose 4:6) hervorgeht. Daher benutzte der Herr die bösen Taten des Satans, um seine eigenen Absichten auszuführen.

verwendete Quellen

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