Reiche der Herrlichkeit
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Die Reiche der Herrlichkeit sind eine wichtige theologische Lehre der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (landläufig „Mormonen” genannt). Zunächst wird Bezug genommen auf eine Bemerkung von Paulus in seinem ersten Brief an die Korinther, Kapitel 15 Verse 40 bis 42, die lautet: „Der Glanz der Sonne ist anders als der Glanz des Mondes, anders als der Glanz der Sterne: denn auch die Gestirne unterscheiden sich durch ihren Glanz. So ist es auch mit der Auferstehung der Toten. Was gesät wird, ist verweslich, was auferweckt wird, unverweslich.” Diese Verse, zusammen mit anderen Aussagen im Neuen Testament und im Buch Mormon bedeuten, dass es eine körperliche Auferstehung gibt, nach der im Jüngsten Gericht jeder Mensch einem von drei Reichen der Herrlichkeit zugeteilt wird, gemäß seinem Verhalten in der Zeit der Sterblichkeit. Dabei wird jedoch betont, dass der Mensch zwar seinen Teil dazu tun muss, die höchste Herrlichkeit zu erreichen, ohne Gnade Gottes und ohne das Sühnopfer von Jesus Christus der Mensch aber überhaupt nicht in der Lage ist, auch nur die geringste Herrlichkeit zu erlangen, ja, er würde gar nicht auferstehen (2. Nephi 9:6-13#6)
Welche Voraussetzungen zur Erlangung welcher Herrlichkeit führen und was die einzelnen Herrlichkeiten bedeuten, davon spricht der Abschnitt 76 im Buch Lehre und Bündnisse am ausführlichsten. Zum Thema ewige Ehe findet sich wichtiges im Abschnitt 132 dieses Buches.
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Das celestiale Reich
Das Celestiale Reich, das mit dem Glanz der Sonne zu vergleichen ist, ist der Wohnort Gottes des Vaters und von Jesus Christus. Es wird in mehrere Grade unterteilt. Der höchste Grad bedeutet, in voller Gemeinschaft mit Gott dem Vater zu leben, und zwar als Familie. In diesem Zustand bringen Mann und Frau Geistkinder hervor, für die sie ihrerseits Welten schaffen können.
Diesen höchsten Grad der Herrlichkeit, also eine ewige Familie mit ewiger Vermehrung, können nur diejenigen erreichen, die durch die Vollmacht des Priestertums Jesu Christi getauft sind, die in einem Tempel ihre Begabung empfangen haben und die dort, ebenfalls durch die Vollmacht des Priestertums, für ewig als Ehepartner aneinander gesiegelt worden sind. Es sind diejenigen, die im Halten der Gebote und als Zeugen für Jesus Christus treu und stark geblieben sind. Wer willentlich keine Ehe eingegangen ist, dem bleibt dieser höchste Grad der Herrlichkeit verschlossen. Er oder sie wird als „dienender Engel“ im celestialen Reich tätig sein, wenn die anderen Voraussetzungen dafür erfüllt sind. Daraus ergibt sich, dass das celestiale Reich somit in mehrere Herrlichkeiten unterteilt ist.
Wer nicht durch die Vollmacht des Priestertums getauft worden ist, kann nach seinem Tod stellvertretend diese unerlässliche heilige Handlung empfangen (siehe Totentaufe), ebenso die Begabung und die Ehesiegelung. Wer keine Gelegenheit gehabt hat, eine Ehe einzugehen oder wessen Ehe ohne seine Schuld zerbrochen ist, der wird nach der Sterblichkeit eine Gelegenheit für eine ewige Ehe erhalten, vorausgesetzt seine Lebensführung war entsprechend.
Das terrestiale Reich
Das Terrestriale Reich, das entgegen seinem lateinischen Wortstamm „Terra” mit der Herrlichkeit des Mondes und nicht der Erde zu vergleichen ist, wird von Jesus Christus persönlich besucht, aber die „Fülle des Vaters“ ist den Bewohnern verschlossen. Dort finden sich alle rechtschaffenen Menschen, die aber im Erdenleben das Zeugnis von Jesus Christus verworfen haben, womit gemeint ist, die sich bewusst der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage nicht angeschlossen haben. In diesem Reich ist keine Vermehrung und Partnerschaften sowie Ehen zwischen den Bewohnern möglich.
Das telestiale Reich
Im Telestialen Reich, das mit der Herrlichkeit der Sterne zu vergleichen ist, herrscht der Einfluss des Heiligen Geistes. Jesus Christus kommt dort nicht hin. In diesem Reich finden sich die schlechten Menschen. Ihre Auferstehung findet erst am Ende des Millenniums, der tausendjährigen Herrschaft Jesu Christi, statt. Bis dahin werden sie „dem Satan zur Züchtigung“ übergeben und müssen in der Hölle leiden, bis sie für ihre Sünden bezahlt haben. Jedoch die Herrlichkeit des Telestialen Reiches ist immer noch eine „die alles Verständnis übersteigt”.
Ganz wenige Menschen werden gar kein Reich der Herrlichkeit erlangen, sie werden mit dem Satan in die „äußerste Finsternis” geworfen. Diese werden Söhne des Verderbens genannt. Ein Sohn des Verderbens wird jemand, der durch die Macht des Heiligen Geistes die volle Gewissheit erlangt hat, dass Jesus der Sohn Gottes und der Erlöser ist, und der diesen Umstand und alles was dazu gehört, willentlich und wissentlich leugnet und bekämpft.
Heute werden in der Kirche in der deutschen Sprache die obigen Bezeichnungen verwendet. Diese wurden direkt von den englischen Bezeichnungen übernommen, wie sie Joseph Smith eingeführt hat. Dabei sind die Begriffe celestialund terrestrial wiederum aus dem Lateinischen übernommen und bedeuten wörtlich himmlisch bzw. irdisch. Das Word telestial bedeutet fern von Gott. Früher waren bei den deutschsprachigen Kirchenmitgliedern auch die Bezeichnungen „Himmlische Herrlichkeit”, „Irdische Herrlichkeit” und „Unterirdische Herrlichkeit” gebräuchlich.