Reed Smoot
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Biographisches
Reed Smoot wurde am 19. Januar 1862 in Salt Lake City geboren. Seine Kindheit und Jugend verbrachte er in Provo. Sein Vater, Abraham O. Smoot, war der zweite Bürgermeister von Salt Lake City, Bürgermeister von Provo und einer der Gründer der Brigham-Young-Akademie. Seine Mutter, Annie Kirstine Morrison, stammte aus Norwegen. Sie hatte dort die Kirche kennengelernt und sich ihr angeschlossen. Sie folgte dem Ruf der Kirche und verließ ihre Familie und wanderte nach Utah aus.
In Salt Lake City besuchte Reed Smoot einige Jahre lang die Schule. Seine Lehrer waren William Willes und Dr. Karl Mäser. 1872 zog die Familie nach Provo, wo Reed Smoot eine Außenstelle der University of Deseret besuchte. Als im April 1876 die Brigham-Young-Akademie eröffnet wurde, war Reed Smoot der erste, der sich einschreiben ließ. Es heißt, dass er jeden der damals angebotenen höheren Lehrgänge absolviert und dann 1879 als Kaufmann graduiert hat.
Als Reed Smoot 1890 seine Heimat verließ, um in der Europäischen Mission zu dienen, war er bereits ein anerkannter und erfolgreicher Geschäftsmann.
1895 wurde Bruder Smoot der Ratgeber Edward Partridges, des Präsidenten des Utah-Pfahls. 1900 wurde er von Lorenzo Snow zum Apostel ordiniert. Im Januar 1903 wurde Bruder Smoot vom Staatsparlament in den Senat der Vereinigten Staaten von Amerika gewählt. Das Amt eines Senators bekleidete er 30 Jahre lang. Als Senator von Utah konnte er in Amerika ein ausgezeichnetes Image für die Kirche erzeugen.
Als Bruder Smoot im Jahre 1933 nach Utah zurückkehrte, widmete er seine ganze Kraft seiner hohen Aufgabe als Mitglied des Rates der Zwölf Apostel. Leider war seine Gesundheit damals schon sehr angegriffen. Insgesamt diente er 41 Jahre lang als Apostel. Sein Dienst endete mit seinem Tode im Januar 1941.
J. Reuben Clark machte Bruder Smoot folgendes großes Kompliment: „Ich möchte diese Gelegenheit ergreifen, um als Mitglied der Kirche dem Vater im Himmel für die Rückkehr eines Mannes zu danken, den ich als den größten Missionar seiner Generation ansehe — ich meine unseren ehrenwerten Bruder Reed Smoot.
Zu der Zeit, als Bruder Smoot in den Senat berufen wurde, zog ich auch in den Osten der Vereinigten Staaten. Ich weiß daher, welche Gefühle man uns damals entgegengebracht hat. Ich habe das geringschätzige Lächeln gesehen, das die Leute aufgesetzt haben, wenn sie hörten, dass jemand ein Mormone sei. In den 30 Jahren, die Senator Smoot im Osten verbracht hat, habe ich auch etliche Jahre in dieser Gegend gelebt, und ich möchte Ihnen nun sagen, Brüder und Schwestern, dass niemand einen solch großen Beitrag geleistet hat wie er, um die Änderung im Verhalten und in der Einstellung der Leute zu bewirken. Viele, die uns früher verspottet und verachtet haben, respektieren und achten uns nun. Senator Smoot hat seinem Vaterland einen Dienst erwiesen, wie ihn nur selten jemand geleistet und noch niemand überboten hat'.”
„Einige Zeilen von eurer Tochter Kirstine”
„Zusammen mit Bruder Widtsoe durfte ich im Juli und August dieses Jahres Europa bereisen. Auf dieser besonderen Mission haben wir auch die Länder Skandinaviens besucht. So nahm ich auch die Gelegenheit wahr, die Heimat meiner Mutter aufzusuchen. Als ich ein junger Mann war, pflegte ich immer zu meiner Mutter zu sagen: „Eines Tages werden wir in deine Heimat fahren.” Ich habe es zu lange hinausgeschoben — wie das bei so vielen Dingen im Leben ist, bis es dann zu spät ist. Meine Mutter verstarb, als sie sechzig Jahre alt war. Aber ich hatte mir fest vorgenommen, ihre Heimat einmal aufzusuchen und einige meiner Verwandten kennenzulernen.
Ich habe heute nicht Zeit, um Ihnen meine Gefühle zu schildern, die ich hatte, als ich die alte Tür sah, die meine Mutter vielleicht unzählige Male geöffnet hatte, als ich den Brunnen hinterm Hause sah, von dem sie mir erzählt hatte, als ich noch ein kleiner Junge war, und als ich im Schatten des wunderschönen Baumes stand, den Mutter gepflanzt und von dem sie mir erzählt hatte. Brüder und Schwestern, ich möchte Ihnen sagen, dass ich Gott von ganzem Herzen gedankt habe, als ich die Umgebung der Heimstätte meiner Mutter kennenlernte, dass das Evangelium Jesu Christi zu ihr gedrungen ist und dass sie es als wahr erkannt hat, obwohl sie damals noch ein Mädchen gewesen ist. Aller Widerstand und alle Drangsalierungen ihrer Eltern und Verwandten konnten nicht an ihrer Überzeugung rütteln, dass Gott existiert und dass Jesus der Christus ist.
Meine Cousins brachten mir die alte Familienbibel, und als ich sie aufschlug, entdeckte ich auf der letzten Seite den Namen „Anna Kirstine Maurits-datter”. Ich konnte nicht lesen, was dort geschrieben stand, so bat ich Bruder Widtsoe, es so schnell wie möglich abzuschreiben und mir zu sagen, was dort stand. Ich bat ihn, es mir Wort für Wort zu übersetzen. Es war ein Brief an ihre Eltern, den meine Mutter an dem Tage geschrieben hat, als sie ihr Zuhause verließ — an dem Tage, wo sie von einem liebenden Vater und einer liebenden Mutter aus dem Haus geschickt wurde, die glaubten, es würde nicht lange dauern, bis sie zurückkommen, um Verzeihung bitten und verleugnen würde, das sie wisse, dass Gott existiert und dass Jesus der Christus ist. Damals war sie noch ein Mädchen; aber ich möchte Ihnen nun jenen Brief vorlesen, der von dem Geist zeugt, der solche Frauen wie sie ausmacht. Dieser Brief ist erfüllt von dem Geist unserer Väter und Mütter, die bereit gewesen sind, für das Evangelium alles auf dieser Welt zu opfern: ja, es ist der Geist eines Missionars, der das Evangelium Jesu Christi verkündet. Meine Mutter hatte den Brief selbst geschrieben, und es war das letzte Lebewohl eines Mädchens, das seinen Vater und seine Mutter und seine Heimat liebte, aber noch mehr das Evangelium Jesu Christi:
„Einige Zeilen von eurer Tochter Kirstine.
- Liebe Eltern, betet zu Gott, damit ihr den Mut findet, die große Wahrheit anzuerkennen, die in diesem Buch enthalten und jetzt wiederhergestellt ist, auf dass diese Wahrheit, die ihr ablehnt, nicht am Tag des Herrn zum Zeugnis wider euch wird. Ich bete zu Gott, dass wir uns an jenem großen Tag in Freude vereinen können und zu Gottes Herrlichkeit gekrönt werden und dass der Herr zu uns sagen kann: ,Kommt, meine getreuen Kinder, ihr sollt für eure Mühe belohnt werden.' Es ist mein Herzenswunsch, dass ihr die Wahrheit annehmt; und ich habe im geheimen viele Tränen deswegen vergossen. Besonders traurig hat es mich auch gestimmt, wenn ich die Gottlosigkeit der Menschen gesehen habe. Die Jahre vergehen so schnell, und der Tag wird kommen, wo alle auf den Hirten hören und sich seinem Willen beugen müssen oder bestraft werden. Der große König wird kommen, um zu herrschen und zu regieren. Sünde und Übel werden dann gebannt sein. Gebe Gott, dass ihr unter den Würeigen seid. Mein Herz zerschmilzt, wenn ich daran denke. Gebe Gott, dass alle Menschen umkehren. Ich werde den Vater im Himmel bitten, dass alle, die diese Zeilen lesen, den wahren Zweck dieses heiligen Buches verstehen und ihre Sündenlast ablegen. Diese Zeilen habe ich an alle gerichtet, die sie lesen. Ich bitte Gott, dass er euch zum ewigen Leben führt.
— :Anna Kirstine Maurits-datter Drammen, 1. September 1854”
Ich schäme mich des Evangeliums Jesu Christi nicht, und ich schäme mich des Zeugnisses meiner leiblichen Mutter nicht. Es macht mir nichts aus, wohin ich gehe, sei es zu Königen, Herrschern oder sonst jemand auf dieser Welt: ich möchte, dass alle erfahren, dass ich ein Mitglied der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage bin.”
„Das ist eine große Lüge”
Als Bruder Smoot noch ein kleiner Junge war, kam einmal Brigham Young nach Provo. Auf einer Konferenzversammlung sagte er, dass der Tag kommen würde, wo man die Stimme eines Menschen von New York bis nach San Francisco werde hören können.
Der kleine Reed war mit seiner Mutter auf dieser Versammlung, und auf dem Heimweg sagte er (er bezog sich auf das, was Brigham Young gesagt hatte): „Das ist eine große Lüge. Das ist völlig unmöglich. Das kann gar nicht sein.” Reeds Mutter, die einen sehr großen Glauben hatte, erwiderte daraufhin: „Du wirst schon erleben, dass das wirklich eintritt, was der Prophet heute gesagt hat.” Doch Reed glaubte seiner Mutter kein Wort. Die Zeit verging, und als Bruder Smoot Mitglied des Senats wurde, wurde ein Sendernetz errichtet, das es einem ermöglichte, Gespräche von New York bis nach San Francisco zu führen. Einer seiner Kollegen im Senat war für die Durchführung dieses Unternehmens verantwortlich, und als das Sendernetz in Betrieb genommen wurde, wurde Senator Smoot nach New York eingeladen, um als erster über dieses Netz zu sprechen. Seine Stimme war über den ganzen Kontinent hinweg deutlich zu hören.
Bruder Smoot lebte also so lange, dass er die Verheißung Brigham Youngs buchstäblich erfüllen konnte.
„Wenn ich die Wahl hätte, ein Diakon zu sein ...”
In einem Gespräch mit Dr. Creed Haymond sagte James A. Farley, der Postminister der Vereinigten Staaten von Amerika unter Franklin D. Roosevelt: „Ich bin Demokrat, und Reed Smoot ist Republikaner; aber ich betrachte ihn als den fähigsten Diplomaten der Regierung der Vereinigten Staaten. Er weiß mehr, ist informierter und besucht mehr Versammlungen als irgend jemand, den ich kenne. Ich wünschte, wir hätten mehr Männer von seinem Format.
Ich bin von zuverlässiger Seite informiert worden, dass die Republikaner Reed Smoot die Kandidatur für die Präsidentschaft der Vereinigten Staaten angeboten haben, wenn er seinen Glauben verleugnet. Seine Mitgliedschaft in der Mormonenkirche würde eine solche Nominierung unmöglich machen.”
Dann fährt Dr. Haymond mit seiner Schilderung fort: „15 Jahre später, Senator Smoot war in meinem Büro, erzählte ich ihm, was mir James Farley über ihn gesagt hatte. Senator Smoot sagte: ,Auf zwei Parteikongressen der Republikaner hat man mir die Nominierung zur Kandidatur um das Präsidentenamt der Vereinigten Staaten angeboten. Ich hätte mich nur gegen meine Kirche zu stellen brauchen.'
Ich fragte den Senator dann: ,War es das denn nicht wert?' Er ergriff mich schnell am Arm und sagte eindringlich: ,Junger Mann, vielleicht wissen Sie nicht, wie ich zu meiner Kirche stehe. Aber wenn ich die Wahl hätte, ein Diakon in der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage oder der Präsident der Vereinigten Staaten zu sein, dann würde ich mich für den Diakon entscheiden.”
„Senator Smoot, war Ihnen mein Wein nicht gut genug?”
„Ich würde lieber sterben als mein Zeugnis verlieren wollen, und ich habe mich, wo ich auch gewesen bin, niemals meines Zeugnisses geschämt. Ich habe nie ein Amt bekleidet, wo ein Mann oder eine Frau hätte auf mich zeigen und sagen können: „Er lebt nicht den Grundsätzen gemäß, zu denen er sich bekennt.” Auf all den großen Empfängen der Reichen in Washington, an denen ich teilgenommen habe und auf denen Alkohol serviert worden ist, habe ich keinen einzigen Tropfen davon getrunken. An dem ersten großen Bankett, an dem ich teilnahm und das von der reichsten Frau der Welt gegeben wurde, waren am Platz jedes Gastes einige Gläser für die drei verschiedenen Weine, die serviert wurden, aufgestellt worden. Am Ende des Essens bemerkte die Gastgeberin, dass ich den Wein nicht angerührt hatte, und so fragte sie mich: „Senator Smoot, war Ihnen mein Wein nicht gut genug?”
So hatte ich eine Möglichkeit, dieser Frau vom Wort der Weisheit zu erzählen. Ich bat sie, nicht ungehalten zu sein, denn es war nicht meine Absicht gewesen, sie zu beleidigen. Es dauerte nicht lange, bis ganz Washington wusste, dass ich keine alkoholischen Getränke trinke; denn auf jedem Empfang und bei jedem Anlass weigerte ich mich, etwas Alkoholisches zu trinken. Ich danke Gott, dass ich genug Kraft gehabt habe, so zu handeln, wie es mich meine Religion gelehrt hatte ... Der Herr verlangt von seinem Volk nichts, wenn er nicht auch einen Weg bereitet hat, damit es seinen Willen ausführen kann.”
verwendete Quellen
- Der Stern Oktober 1974
