Provo Utah Tempel

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Tempel in Utah, einer in Ogden, einer in Provo, wurden im Januar und Februar 1972 geweiht. Sie dienen den Mitgliedern der Kirche in den beiden am dichtesten bevölkerten Gebieten des Staates Utah außerhalb von Salt Lake City. Sie entlasten die stark in Anspruch genommenen Tempel von Salt Lake City, Logan und Manti und machen es möglich, dass für weitere Zehntausende von Verstorbenen in jedem Jahr die Arbeit getan werden kann.

79 Jahre vergangen waren vergangen, seit der letzte Tempel in Utah vollendet und geweiht wurde, jenes große Gebäude, der Tempel in Salt Lake City, der 1853 begonnen und vierzig Jahre später, am 6. April 1893, von Wilford Woodruff geweiht wurde. Präsident Joseph Fielding Smith, nach dessen Weisung die Weihung der beiden neuen Tempel vorgenommen wurde, nahm als junger Mann von 17 Jahren an den Feierlichkeiten zur Weihung des Tempels in Salt Lake City teil.

Seit der Zeit sind an den verschiedensten Orten überall in der Welt Tempel errichtet worden: in Hawaii, Kanada, Arizona, Idaho, Los Angeles, Oakland, in der Schweiz, England und in Neuseeland. Ein weiterer Tempel war bei Washington, D.C., im Bau und wurde 1974 fertiggestellt.

Der Wunsch nach weiteren Tempeln für die Mitglieder der Kirche in Utah war schon sehr lange wach. Schon seit vielen Jahren nannte man einen Hügel nordöstlich von Provo den Tempelhügel. Die Träume von einem Tempel an dieser Stelle wurden jedoch 1904 zunichte gemacht, als dieser Platz als Teil des Geländes der Brigham-Young-Universität bestimmt wurde.

Ein Artikel in der Deseret News in Ogden vom 16. Mai 1921 berichtete: „Am frühen Sonntagmorgen wurde von Präsident Heber J. Grant und Anthony W. Ivins zusammen mit örtlichen Vertretern der Kirche ein Platz für einen Tempel in dieser Stadt besichtigt.” Weiter hieß es: „Eine Bewegung zur Errichtung eines Tempels in dieser Stadt ist schon vor längerer Zeit entstanden, weil die Tätigkeit der Mitglieder auf dem Gebiet der Genealogie und der Tempelarbeit sehr rege ist und weil der Tempel in Salt Lake City nur eine begrenzte Anzahl von Mitgliedern bewältigen kann.”

1966 zeigten Untersuchungen, dass 52% der heiligen Handlungen in den Tempeln in Salt Lake City, Logan und Manti vollzogen wurden, obwohl schon in dreizehn Tempeln gearbeitet wurde.

Man hat eine Zeitlang daran gedacht, die Tempel von Logan und Manti umzubauen, so dass sie eine größere Anzahl von Menschen fassen könnten, aber nach einem eingehenden Studium kam man zu dem Schluss, dass für eine bedeutende Erweiterung der Tempel das Innere der Gebäude vollständig zerstört und umgestaltet werden müsste und dass solche Maßnahmen nicht empfehlenswert seien. Infolgedessen wurde am 14. August 1967 auf Veranlassung Präsident David O. McKays eine Sitzung abgehalten, woran Hugh B. Brown und N. Eldon Tanner, Ratgeber des Präsidenten der Kirche und 28 Pfahlpräsidentschaften im Gebiet von Provo teilnahmen. Eine ähnliche Zusammenkunft mit 25 Pfahlpräsidentschaften gab es im Gebiet von Ogden. Dort wurde der Bau von neuen Tempeln vorgeschlagen.

Obwohl andere Gebiete ebenfalls Tempel brauchten, war man doch der Meinung, dass die beiden für Utah vorgeschlagenen Tempel der größten Anzahl von Menschen dienen würden. Dies wurde den Pfahlpräsidentschaften dargelegt. Sie stimmten den Vorschlägen von ganzem Herzen zu und versprachen ihre volle Unterstützung und Mitarbeit.

Der Tempel wurde in Provo nordöstlich der Brigham-Young-Universität gebaut. Man kann ihn von der BYU zu Fuß erreichen. Der feierliche erste Spatenstich fand am 15. September 1969 statt, und der Grundstein wurde am 21. Mai 1971 gelegt.

Die Pläne sahen im wesentlichen vier Geschosse vor, ein Kellergeschoss und drei darüber. Im Kellergeschoss sind Taufbecken, Geräteraum, Heißwassertank, Wäscherei, Küche, Speiseraum, Spinde für die Angestellten und Lagerraum. Das Erdgeschoss mit den Maßen 61 mal 56 m enthält das Foyer, Verwaltungsräume, Garderobe für Männer, Garderobe für Frauen, ein Zimmer für die Braut, ein Zimmer für die Unterweisung des Bräutigams und Aufenthaltsräume. Im ersten Stock befinden sich eine Kapelle und dreizehn Siegelungsräume. Im obersten Stock sind sechs Zeremoniensäle und der celestiale Raum. Aufzüge verbinden alle Geschosse miteinander, und Rolltreppen verbinden die drei Obergeschosse.

Die Pläne für die beiden oberen Stockwerke waren derzeit einmalig. In der beigefügten Skizze des obersten Stockwerkes erkennt man, dass der Korridor das ganze Stockwerk umschließt. Vom Korridor aus führen Eingänge zu den Zeremoniensälen. Da es fast unmöglich ist, sich in dem Gebäude zu verlaufen, war zu erwarten, dass der Strom von Angestellten und Besuchern wohlgeordnet hindurchgehen und sie gute Arbeit leisten können.

Jeder der Zeremoniensäle hat 80 Sitzplätze, und die Sessionen beginnen in regelmäßigen Abständen oder wenn ein Raum voll ist, wie es sich gerade ergibt. Das bedeutet, dass die Wartezeit vor einer Session möglichst gering bleibt, ganz gleich, wann jemand den Tempel betritt.

Interessanterweise ermöglichen diese Pläne und dieses Vorgehen, dass diese Tempel ungefähr genauso viele Personen pro Tag aufnehmen können wie unsere größten Tempel.

Das Innere beider Tempel wurde zwar nach denselben Plänen ausgestattet, die genauere Betrachtung des Äußeren jedoch zeigt einen deutlichen Unterschied. Die Bogen und das Gitterwerk der Türen und Fenster in den Erdgeschossen sind verschieden gestaltet. Der Kunststein des Tempels in Provo hat ein Flachrelief mit einem Blütenmotiv, während der Stein des Tempels in Ogden geriefelt ist. Ein interessantes Detail im ersten Stock des Tempels in Ogden ist das dekorative metallene Gitterwerk über den Fenstern, das in den Kunststein eingelassen ist. Das Blüten- oder Springbrunnenmotiv wiederholt sich im Turm des Tempels von Provo, und der Effekt der geriefelten Säulen kommt schön im Turm des Tempels in Ogden zur Geltung. Beide Türme, die sich bis zu einer Höhe von 55 m über dem Erdboden erheben, wirken dadurch recht unterschiedlich.

Wie üblich waren die beiden Tempel vor ihrer Weihung der Öffentlichkeit zugänglich. Der Tempel in wurde in zwei Gottesdiensten am 9. Februar geweiht. Alle Gottesdienste wurden von der Ersten Präsidentschaft geleitet. Die Generalautoritäten waren bei allen Weihungssessionen anwesend. Präsident Joseph Fielding Smith präsidierte über die Weihung des Provo Utah Tempels, doch das Gebet, das er geschrieben hatte, wurde auf seine Aufforderung hin von Präsident Harold B. Lee, gesprochen, dem ersten Ratgeber der Ersten Präsidentschaft.

Um Zuge von Renovierungen am Tempel im Jahre 2003 wurde dem Ogden-Tempel eine Statue des Engels Moroni hinzugefügt, und der Turm, der ursprünglich golden war, wurde weiß gestrichen.

verwendete Quellen

  • Der Stern Mai 1972

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