Prophet

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Ein Prophet ist ein Mensch, der durch persönliche Offenbarung weiß, dass Jesus Christus der Sohn Gottes ist, denn „das Zeugnis Jesu ist der Geist der prophetischen Rede“ (Offb 19:10; Teachings, S. 119, 312). Aus diesem Grund legt jeder Prophet von Christus Zeugnis ab (Apg 10:43; Jak 4:4). Wenn ein Mensch, der vorgibt ein geistlicher Diener der Errettung zu sein, nicht von Christus Zeugnis gibt, ist er kein Prophet.

Ein Mensch, der ein Zeugnis von Jesus hat, d.h. der eine persönliche Offenbarung vom Heiligen Geist empfangen hat, dass Jesus der Christus ist, ist ein Prophet. Wenn er dieses offenbarte Wissen nicht empfangen hat, ist er kein Prophet, auch wenn er noch so viele Talente oder Gaben besitzt. Aber wenn ein Mensch eine Offenbarung vom Geist empfangen hat, die ihm versichert, dass Christus Gottes Sohn ist, dann kann er in Rechtschaffenheit voranstreben und weitere Offenbarungen empfangen, auch Offenbarungen, die künftige Ereignisse voraussagen. Wenn die Umstände es erfordern und es ratsam ist, kann ein Prophet auf Grund seines Zeugnisses „über alles prophezeien“ (Mos 5:3).

In allen Zeiten haben Propheten die Zukunft vorausgesagt. Joseph Smith schreibt: :„Erforscht die Offenbarungen Gottes, befasst euch mit den Prophezeiungen und freut euch, dass Gott der Welt Seher und Propheten gibt. Sie haben die Geheimnisse Gottes gesehen: die Sintflut, bevor sie kam; die Engel, die auf einer Treppe hinauf und herabstiegen, die von der Erde bis in den Himmel reichte und den Stein, der aus dem Berg gehauen wurde und die ganze Erde füllte. Sie sahen den Sohn Gottes aus den Regionen der Seligkeit kommen und unter den Menschen auf der Erde leben; den Befreier aus Zion kommen und die Gottlosigkeit von Jakob abwenden und die Herrlichkeit des Herrn, als er auf dem Berg die Verklärung der Erde zeigte. Sie sahen, wie jeder Berg erniedrigt und jedes Tal erhöht wird, wenn der Herr an den Schlechten Rache nimmt und die Wahrheit aus der Erde hervorkommen und Gerechtigkeit vom Himmel herniederblicken wird in den letzten Tagen, bevor der Herr zum zweiten Mal kommt, um seine Erwählten zu sammeln. Sie sahen das Ende der Schlechtigkeit auf der Erde und den Sabbat der Schöpfung mit Frieden gekrönt; das Ende der herrlichen tausend Jahre, wenn der Satan eine kurze Zeit lang losgebunden wird; den Tag des Gerichts, wenn alle Menschen gemäß ihren Werken empfangen werden, und sie sahen den Himmel und die Erde hinwegfliehen, um für die Stadt Gottes Platz zu machen, wenn die Rechtschaffenen ein Erbteil in der Ewigkeit empfangen werden. Und, ihr Mitbewohner der Erde, es ist euer Vorrecht, euch zu reinigen und dieselbe Herrlichkeit zu empfangen und für euch selbst zu sehen und zu wissen. Bittet, und es wird euch gegeben werden; sucht, und ihr werdet finden; klopft an, und es wird euch aufgetan werden“ (Teachings, S. 12-13).

Es ist aber nicht nur Aufgabe der Propheten, die Zukunft vorauszusagen. Weit wichtiger ist es, dass sie ihren Mitmenschen bezeugen, dass Christus Gottes Sohn ist und dass ihre Lehren vom Plan der Errettung und von den heiligen Handlungen, die sie ausführen, göttlichen Ursprungs sind. Die meisten bedeutenden Propheten hatten das Melchisedekische Priestertum. Als bevollmächtigte Verwalter hatten einige Schlüssel inne, die es ihnen ermöglichten, die vollständigen Verordnungen des Evangeliums zu vollziehen.

Natürlich besteht ein Unterschied in Rang und Grad der prophetischen Verantwortung und Vollmacht. Jedes Mitglied der Kirche soll in seinen eigenen Angelegenheiten ein Prophet sein. Mose betete: „Wenn nur das ganze Volk des Herrn zu Propheten würde, wenn nur der Herr seinen Geist auf sie alle legte“ (Num 11:29). Die prophetische Rede ist eine Gabe des Geistes, die allen Heiligen zusteht (1 Kor 12:10). Glaubenstreue Mitglieder der Kirche werden ermutigt, nach der Prophetengabe zu streben (1 Kor 14:39).

Wer in der Kirche ein Amt hat, soll sowohl in seinen eigenen Angelegenheiten als auch in den Angelegenheiten der Organisation, für die er die Verantwortung trägt, ein Prophet sein. Ein Kollegiumspräsident soll seinem Kollegium ein Prophet sein, ein Bischof seiner Gemeinde, ein Pfahlpräsident seinem Pfahl. Die Erste Präsidentschaft der Kirche und der Rat der Zwölf werden als Propheten, Seher und Offenbarer bestätigt. Eine neue Offenbarung wird den Menschen natürlich vom Präsidenten der Kirche kundgetan, denn er ist Gottes Sprecher auf der Erde [http://scriptures.lds.org/de/dc/21/1-7#1 (LuB 21:1-7)}. „Nichts tut Gott, der Herr, ohne dass er seinen Knechten, den Propheten, zuvor seinen Ratschluss offenbart hat“ (Am 3:7).

Apostel und Propheten sind das Fundament, auf dem die Organisation der wahren Kirche steht (1 Kor 12:28; Eph 2:20). Wo keine Apostel und Propheten sind, ist auch Gottes Kirche nicht, aber wo Apostel und Propheten sind, da ist die Kirche Jesu Christi in all ihrer Herrlichkeit, Schönheit und Vollkommenheit. Es ist verheißen, dass die Kirche Jesu Christi Apostel und Propheten haben wird, bis „wir alle zur Einheit im Glauben und in der Erkenntnis des Sohnes Gottes gelangen, damit wir zum vollkommenen Menschen werden und Christus in seiner vollendeten Gestalt darstellen“ (Eph 4:13).

Manchmal wird der Eindruck vermittelt, dass einige Propheten im Alten Testament wichtiger oder größer seien als andere, weil wir von ihnen mehr Schriftzeugnisse in der Bibel haben. Elija und Johannes der Täufer jedoch waren zwei der größten Propheten, und von ihnen haben wir kein einziges geschriebenes Wort überliefert. Wir wissen, dass Adam (Mose 6:5), Henoch, Joseph (der Sohn Jakobs) (2. Ne 3), Zenos (Jakob 5), Zenoch (Al 33:15), Nehum (1. Ne 19:10) und viele andere Propheten vieles geschrieben haben, was uns nicht überliefert worden ist. Wir können nur raten, was Metuschelach, Lamech, Noach, Sem, Melchisedek, Esaia, Gad, Jeremia, Elihu, Kaleb und viele andere bekannte Propheten geschrieben haben. Außer diesen haben Tausende von Propheten gelebt, von denen wir überhaupt nichts wissen.

Wenn man sagt, dass es wahre Propheten gibt und gegeben hat, kann man daraus auch schließen, dass es falsche Propheten gibt und gegeben hat. Der Herr hat die Menschen gewarnt: „Hütet euch vor den falschen Propheten“ (Mt 7:15), und er rät uns, die Behauptungen eines Propheten zu prüfen und den wahren Propheten anzuerkennen, aber den falschen abzulehnen. Joseph Smith schreibt: „Wenn jemand prophezeit und den Menschen gebietet, seine Lehren zu befolgen, muss er entweder ein wahrer oder ein falscher Prophet sein. Es erheben sich immer falsche Propheten, die den wahren Propheten entgegenarbeiten, und was sie prophezeien, ist der Wahrheit so nahe, dass sie beinah auch die Erwählten irreführen“ (Teachings, S. 365).

Joseph Smith schreibt weiter: „Wenn man mich fragen sollte, ob ich ein Prophet bin, würde ich es nicht leugnen, denn dann wäre ich ein Lügner. Johannes hat gesagt, dass das Zeugnis von Jesus der Geist der Prophezeiung ist. Wenn ich daher behaupten würde, ein Zeuge oder ein Lehrer zu sein, aber nicht den Geist der Prophezeiung hätte, der das Zeugnis von Jesus ist, dann müsste ich ein falscher Zeuge sein. Wenn ich dagegen ein wahrer Lehrer und Zeuge bin, dann muss ich den Geist der Prophezeiung haben, denn das bezeichnet einen Propheten. Wenn jemand sagt, er sei ein Lehrer oder ein Prediger der Rechtschaffenheit, aber den Geist der Prophezeiung leugnet, dann ist er ein Lügner und hat die Wahrheit nicht in sich. Mit diesem Schlüssel kann man falsche Lehrer und Betrüger entlarven“ (Teachings, S. 269).

Viele Menschen behaupten, fromm zu sein und ein Zeugnis von Jesus Christus zu haben, aber diese Behauptung allein ist keineswegs eine Garantie oder ein Beweis dafür, dass sie den Geist der Prophezeiung tatsächlich besitzen oder dass sie wahre Propheten sind. Im Gegenteil, dem Wahrheitssucher ist geboten worden: „Traut nicht jedem Geist, sondern prüft die Geister, ob sie aus Gott sind; denn viele falsche Propheten sind in die Welt hinausgezogen“ (1 Joh 4:1). „Siehe, wahrlich, ich sage euch: Es gibt viele Geister, die lügnerische Geister sind, die auf der Erde umgehen und die Welt täuschen. Und auch der Satan hat danach getrachtet, euch zu täuschen, damit er euch zu Fall bringe. Siehe, ich, der Herr, habe auf euch geschaut und habe in der Kirche, die sich zu meinem Namen bekennt, Greuel gesehen. Aber gesegnet sind diejenigen, die glaubenstreu sind und ausharren, sei es im Leben oder im Tod, denn sie werden ewiges Leben ererben. Aber weh denen, die täuschen und heucheln; denn, so spricht der Herr, ich werde sie vor Gericht stellen“ (LuB 50:2-6).

Wer von sich behauptet, ein wahrer geistlicher Führer zu sein, kann einen wahren Propheten so geschickt nachahmen, dass er diejenigen verführen kann, die selber nicht die Führung oder die Inspiration des Geistes haben. Es genügt daher nicht, zu bekennen, dass Jesus der Christus ist, sondern ein wahrer Prophet muss ein Leben führen, das dem göttlichen Vorbild entspricht. Er muss die Gesetze und Verordnungen halten, die Gott offenbart hat: „Wer da redet – und sein Geist ist zerknirscht, und seine Sprache ist sanft und erbaulich –, der ist von Gott, wenn er meine Verordnungen befolgt“ (LuB 52:16). In unseren Tagen sind wahre Propheten immer Mitglieder der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage. Wenn sie als Mitglieder der Kirche bestätigt werden, erhalten sie die Berechtigung, den Heiligen Geist als ihren ständigen Begleiter bei sich zu haben. Sie leben so, dass sie für die Eingebungen und Einflüsterungen des Heiligen Geistes empfänglich sind, und sie stehen in völligem Einklang mit den Propheten und Offenbarern, die Gott erwählt hat, um die Angelegenheiten seines irdischen Reiches zu leiten. Man wird sie nicht in Kulten oder Sekten finden, die nicht der festgesetzten Kirchenordnung entsprechen, und sie werden sich nicht gegen die Erste Präsidentschaft und die zwölf Apostel auflehnen, denn „die Äußerung prophetischer Eingebungen ist nämlich dem Willen der Propheten unterworfen“ (1 Kor 14:32). Trotz aller Inspiration und Größe sind Propheten menschlich und unvollkommen, wie andere Menschen auch. Sie haben Meinungen und Vorurteile und müssen ihre persönlichen Probleme in vielen Fällen ohne Inspiration lösen. Joseph Smith berichtet: „Heute morgen ... unterhielt ich mich mit einem Bruder und einer Schwester aus Michigan, die dachten, ein Prophet sei jederzeit ein Prophet. Ich sagte ihnen jedoch, ein Prophet sei nur dann ein Prophet, wenn er als Prophet tätig ist“ (Teachings, S. 278). Die Meinungen und Ansichten von Propheten können also fehlerhaft sein, wenn sie nicht vom Geist inspiriert sind. Inspirierte Äußerungen dagegen sind heilige Schrift und werden als heilige Schrift anerkannt (LuB 68:4). Da „die Äußerung prophetischer Eingebungen dem Willen der Propheten unterworfen ist“ (1 Kor 14:32), ist alles, was von den präsidierenden Brüdern der Kirche vorgeschlagen wird, die Stimme der Inspiration. Man muss jedoch Äußerungen eines Menschen, die nicht inspiriert sind, auf ihre Wahrheit oder Fehlerhaftigkeit hin mit dem Geist der Unterscheidung und Inspiration prüfen, den jeder besitzt, der sich der Gabe des Heiligen Geistes erfreut. Außerdem müssen diese Äußerungen mit den heiligen Schriften übereinstimmen. Präsident Joseph Fielding Smith schreibt:

„Was jemand sagt oder schreibt ist belanglos, wenn es dem offenbarten Wort Gottes widerspricht. Wir können es beiseite legen. Wenn meine Worte oder die Lehren irgendeines anderen Mitglieds der Kirche, sei es in hoher oder niedriger Stellung, nicht mit den Offenbarungen übereinstimmen, brauchen wir sie nicht anzunehmen. Lasst uns in dieser Angelegenheit ganz klar sehen. Wir haben die vier Standardwerke als Maßstab angenommen, mit dem wir die Lehren jedes Mannes messen.
Ihr könnt die Bücher, die von den Autoritäten der Kirche geschrieben werden, nicht ohne weiteres als Maßstab für die Kirchenlehren annehmen. Das könnt ihr nur tun, wenn diese Bücher mit dem offenbarten Wort in den heiligen Schriften übereinstimmen. Jeder, der schreibt, ist für das Geschriebene selbst verantwortlich, nicht die Kirche. Wenn Joseph Fielding Smith etwas schreibt, was nicht mit den Offenbarungen übereinstimmt, dann obliegt es jedem Mitglied der Kirche, das Geschriebene zu verwerfen. Wenn er dagegen etwas schreibt, was vollkommen mit dem offenbarten Wort des Herrn harmonisiert, dann sollt ihr es annehmen“ (Doctrines of Salvation, Bd. 3, S. 203-204).

Folgt dem Propheten

verwendete Quellen

externe Links

zusätzliches Material

  • 151. Herbst-Generalkonferenz, Stern April 1982: "Folgt dem Propheten" von Elder Mark E. Peterson
  • 153. Frühjahrs-Generalkonferenz, Stern Oktober 1983: "Wer einen Propheten aufnimmt" von Elder Loren C. Dunn
  • 164. Herbst-Generalkonferenz, Stern Januar 1995 S. 15: "Hört auf den Propheten" von Elder L. Tom Perry
  • 165. Frühjahrs-Generalkonferenz, Stern Juli 1995 S. 14: "Hört auf die Stimme des Propheten und folgt ihr" von Elder Robert D. Hales


Propheten der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage
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