Pornographie
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Pornographie ein lebensgefährlicher Krankheitsträger
Ansprache von
Thomas S. Monson
am 7. Oktober 1979, 149. Herbst-Generalkonferenz
Meine Brüder und Schwestern, während dieser Woche.. machen sich Holzfäller mit schweren Äxten und Motorsägen an die immer noch stattlichen und einst mächtigen Ulmen, die der Landschaft um den Heathrow-Flughafen bei London ihren Reiz verleihen.
Einige dieser majestätischen Bäume sollen über hundert Jahre alt sein. Wie viele Menschen haben wohl ihre Schönheit bewundert oder in ihrem willkommenen Schatten ein Picknick gehalten, und wie viele Generationen von Singvögeln sind durch die ausladenden und üppigen Baumkronen geschwirrt und haben die Luft mit ihrem Gesang erfüllt.
Die Ulmen, jene mächtigen, alten Bäume, sind nun tot. Nicht weil sie alt waren, nicht wegen der immer wiederkehrenden Dürre und auch nicht wegen der Stürme, die zuweilen über jenen Landstrich fegen. Der Feind, der sie zerstört hat, erweckt einen viel harmloseren Anschein, doch seine Wirkung ist tödlich. Wir wissen, daß der Borkenkäfer daran schuld ist, der Träger einer verheerenden Pilzkrankheit, die das Ulmensterben bewirkt. Ganze Ulmenwälder hat diese Krankheit in Europa und Amerika vernichtet. Sie ist beständig im Vormarsch und man hat bisher noch kein wirksames Mittel dagegen gefunden.
Das Ulmensterben beginnt gewöhnlich damit, daß die Blätter der jüngeren Äste im oberen Teil der Krone verwelken. Später werden auch die unteren Aste befallen. Gegen Mitte des Sommers färben sich die meisten Blätter gelb, rollen sich ein und fallen ab. Das Leben stirbt ab, es kommt der Tod. Ein ganzer Wald wird vernichtet und fällt dem Borkenkäfer zum Opfer.
Welche Ähnlichkeit besteht doch zwischen der Ulme und dem Menschen! Nach einem göttlichen Plan wachsen wir von einem winzigen Samen auf, werden großgezogen und reifen heran. Das helle Sonnenlicht des Himmels und die reichen Segnungen der Erde sind unser. In der Gesellschaft unserer Familie und unserer Freunde führen wir ein erfülltes und schönes Leben gleichsam wie Bäume in einem Wald. Plötzlich erscheint in dieser Generation ein bedrohlicher und teuflischer Feind — die Pornographie. Wie der Borkenkäfer ist auch sie Träger einer tödlichen Krankheit. Ich nenne sie „gefährliche Sittenlosigkeit”.
Anfangs merken wir kaum, daß wir infiziert sind. Wir lachen über einen schlüpfrigen Witz oder eine geistreiche Karrikatur und geben leichthin unseren Kommentar dazu. Mit missionarischem Eifer schützen wir die sogenannten Rechte von Leuten, die uns mit ihrem Schmutz anstecken und alles zerstören, was uns teuer und heilig ist. Wie der Borkenkäfer tut die Pornographie ihr tödliches Werk; sie untergräbt unsere Willenskraft, zerstört unsere Immunität und behindert unser Streben nach Höherem. Ist daran tatsächlich etwas Wahres? Was kann denn Sittenlosigkeit schon schaden? Was sind die Tatsachen? Wir wollen uns umsehen, die Ohren offenhalten und dann zur Tat schreiten! Pornographie, dieser Krankheitsträger, ist ein großes Geschäft. Die Mafia hat dabei ihre Hände im Spiel. Pornographie ist ansteckend und suchtbildend. Eine Untersuchung des FBI im Vorjahr hat ergeben, daß in Amerika 2,4 Milliarden Dollar für Pornographie ausgegeben wurde. Andere Schätzungen belaufen sich auf bis zu 4 Milliarden — ein Vermögen, das besseren Verwendungszwecken entzogen und einem teuflischen Zweck gewidmet wurde.
Die Gleichgültigkeit gegenüber der Pornographie rührt weitgehend von der Meinung her, daß es sich dabei um ein Verbrechen ohne Opfer handelt und daß die Polizei wirkungsvoller auf anderen Gebieten eingesetzt werden soll. Gesetzesverordnungen der einzelnen Staaten und Städte zeitigen oft keinerlei Wirkung, die Strafen sind gering, und der gewaltige Profit überwiegt bei weitem das Risiko.
Das FBI weist darauf hin, daß zwischen Pornographie und Sexualverbrechen möglicherweise ein direkter Zusammenhang besteht. „In einer Großstadt im Westen der USA”, heißt es in einem offiziellen Bericht, „gab die Polizei an, daß 72 % aller Personen, die wegen Vergewaltigung oder Notzucht verhaftet wurden, im Besitz pornographischen Materials waren.”
Manche Verlage und Druckereien geben ihre Druckerpressen dazu her, Tag für Tag pornographisches Material in Millionenauflage zu produzieren. Man scheut dabei keine Kosten. Mit dem besten Papier und hervorragender Farbtechnik erzeugt man ein Produkt, das mit Bestimmtheit an Konsumenten gelangt. Auch Film- und Fernsehproduzenten und das Showgeschäft sind nicht frei von Schuld. Die Schranken von gestern sind gefallen. Heute will man „realistische” Filme sehen.
Einer der erfolgreichsten Filmstars hat geklagt: „Die Grenzen dessen, was die Offentlichkeit duldet, sind bis zum Außersten ausgedehnt worden. Der letzte Film, den ich gedreht habe, war obszön. Das war mein Eindruck, als ich das Manuskript las, und ich halte an dieser Meinung fest. Aber das Studio machte den Versuch einer einmaligen unangekündigten Vorführung, und das Publikum war begeistert .”
Iin anderer Star stellte fest: „Filmproduzenten betreiben genau wie Verleger ihr Geschäft um des Profits willen, und sie verdienen, indem sie dem Publikum geben, was es verlangt.”
Us gibt Leute, die eine Grenze ziehen möchten zwischen „sehr anstößigem” und „weniger anstößigem” pornographischem Material. In Wirklichkeit führt das eine zum andern. Wie treffend sind doch die Zeilen aus Alexander Popes „Philosophisches Lehrgedicht über den Menschen” :
„Nie war das Laster schön. Im nahen auf ,gedeckt
Ist's eine Mißgeburt, und seine Mine schreckt.
Zu oft gesehn, wird leicht es beß're Gunst erlangen
Geduldet, dann beklagt, am Ende gar umfangen”.
(Übersetzung v. Heinrich Christian K retsch. Altenburg : 1759. S. 71.)
Das ständig um sich greifende Übel der Pornographie trifft mit seinem Gifthauch nicht nur Einzelmenschen, sondern sogar ganze Gemeinwesen. In manchen Gegenden tritt sein heimtückischer Einfluß ganz besonders zutage.
Begleiten Sie mich kurz an einen Ort, der Gegenstand vieler amerikanischer Lieder ist und den Amerikanern am Herzen liegt — zum Broadway und zur Fortyfifth Street, jenen weltberühmten Straßen in New York City. Dort steht verloren und einsam auf einer kleinen Verkehrsinsel mitten im Gewühl von Autos eine mehr als lebensgroße Statue des bekannten Paters Francis P. Duffy, der während des Ersten Weltkrieges Militärkaplan des 69. Regiments gewesen ist. Er trägt die Kampfuniform und hat eine Feldflasche, um die körperliche Pein Verwundeter zu mildern, und eine Bibel, um den Sterbenden Trost zu spenden.
Wenn wir diese Statue betrachten, gehen uns alte Lieder aus der damaligen Zeit durch den Kopf, in denen der Broadway besungen wird. Stünden jene gefallenen Soldaten, die diese Lieder kannten und mit liebevoller Erinnerung an den Broadway und die Fortyfifth Street zurückdachten, heute mit uns vor Pater Duffy's Denkmal - was würden sie und wir dann sehen? Überall Massagesalons und Sexshops, Sexfilme und an den Fassaden lockende Neonaufschriften. Um die Statue Pater Duffys hat sich die Sünde niedergelassen und die Schlechtigkeit gelagert. Der Borkenkäfer der Pornographie hat jene Gegend fast zerstört. Unerbittlich kommt er auch Ihrer Stadt, Ihrer Straße und Ihrer Familie näher.
Laurence M. Gould, der emeritierte Präsident des Carlton College, hat eine Warnung ausgesprochen, die zu denken gibt: „Ich glaube nicht, daß Bomben oder ferngelenkte Geschosse die größte Gefahr für unsere Zukunft darstellen. Ich glaube nicht, daß unsere Zivilisation auf diese Weise sterben wird. Meine Meinung ist, daß sie stirbt, sobald wir gleichgültig werden. Arnold Toynbee hat darauf hingewiesen, daß 19 von 21 Kulturen nicht untergingen, weil sie von außen her erobert wurden, sondern weil sie von innen her starben. Beim Untergang dieser Kulturen spielten keine Musikkapellen und wehten keine Fahnen. Es geschah langsam, leise und im Dunkeln, als niemand es merkte.”
Diesen Monat erst habe ich die Kritik zu einem neuen Film gelesen. Die Hauptdarstellerin sagte dem Reporter, sie hätte die Rolle anfangs abgelehnt. Sie sollte im Film ein sexuelles Verhältnis mit einem vierzehnjährigen Jungen haben. Ihr Kommentar: „Zuerst habe ich gesagt: ,Solche Szenen spiele ich auf keinen Fall.' Dann wurde mir zugesichert, daß die Mutter des Jungen bei den Aufnahmen aller intimen Szenen zugegen sein würde, und willigte ein.”
Ich frage: Steht eine Mutter dabei und sieht zu, wie ihr Sohn von einer Kobra gebissen wird? Läßt sie ihn Arsen oder Strychnin kosten? Mütter, würden Sie so etwas tun? Väter, würden wir dies tun?
Aus lang verflossener Vergangenheit hören wir ein Echo, das heute von großer Bedeutung ist:
„Jerusalem, Jerusalem, die du tötest die Propheten und steinigst, die zu dir gesandt werden, wie oft habe ich wollen deine Kinder versammeln, wie eine Henne ihr Nest unter ihre Flügel, und ihr habt nicht gewollt!
Sehet, ,euer Haus soll euch wüste gelassen werden” — (Lukas 13:34, 35).
Heute entstehen Sodom und Gomorrha von neuem. Aus selten gelesenen und verstaubten Bibeln kommen sie hervor und werden zu wirklichen Städten in einer wirklichen Welt, Bilder einer Krankheit — der gefährlichen Sittenlosigkeit. Wir sind dazu imstande und dafür verantwortlich, daß wir uns wie ein Bollwerk zwischen die tödliche Ansteckung durch den Borkenkäfer und all das stellen, was uns teuer ist. Ich möchte für unseren Schlachtplan drei konkrete Schritte vorschlagen:
- zur Rechtschaffenheit zurückkehren. Wenn wir begreifen, wer wir sind und was der Erwartung Gottes zufolge aus uns werden soll, so fühlen wir uns zum Beten veranlaßt — allein und zusammen mit der Familie. Wer eine solche Umkehr vollzieht, erkennt, daß der ewige Grundsatz wahr ist: „Sünde war niemals Glückseligkeit” (Alma 41:10). Lassen wir uns nicht vom Bösen von unserem Weg abbringen. Wir können uns immer noch von der leisen, feinen Stimme führen lassen, die sich niemals irrt und deren Einfluß allmächtig ist.
- nach einem guten Leben trachten. Ich meine nicht ein Leben des Vergnügens, weltlicher Gelehrsamkeit oder ein Leben, wie die Massen es führen. Vielmehr fordere ich jeden dazu auf, nach dem ewigen Leben zu trachten nach einem immerwährenden Leben, wo Mutter, Vater, Brüder und Schwestern, Ehemann, Ehefrau, Söhne und Töchter auf immer beisammenbleiben. Drittens : entschlossen gegen die gefährliche Sittenlosigkeit ankämpfen. Wir wollen im Feldzug gegen die Pornographie das Banner hochhalten und die Schlacht gewinnen!
Wir wollen uns der inbrünstigen Erklärung Josuas anschließen: „Wählt euch heute, wem ihr dienen wollt . . . Ich aber und mein Haus wollen dem Herrn dienen” (Josua 24:15). Halten wir unser Herz rein und unser Leben sauber. Verschaffen wir uns Gehör durch unsere Stimme und unsere Taten!
Dann wird der Borkenkäfer der Pornographie in seinem Vormarsch aufgehalten werden. Jene Krankheit die gefährliche Sittenlosigkeit wird einen ebenbürtigen Gegner finden. Und zusammen mit Josua werden wir den Jordan sicher überqueren und in das Land der Verheißung eingehen — nämlich in das ewige Leben im celestialen Reich unseres Gottes.
Ich bete aufrichtig darum, daß wir dies tun. Im Namen Jesu Christi. Amen.
Zitat von Präsident Monson April 2009
Andererseits jedoch – und das ist äußerst alarmierend – häufen sich die Berichte über unzählige Menschen, die das Internet zu bösen und entwürdigenden Zwecken benutzen, wobei das Anschauen pornografischen Materials am weitesten verbreitet ist. Meine Brüder und Schwestern, wer sich mit so etwas abgibt, wird den Geist buchstäblich zerstören. Seien Sie stark. Seien Sie rein. Gehen Sie derart entwürdigenden und zerstörerischen Inhalten um jeden Preis aus dem Weg – wo auch immer Sie darauf stoßen mögen! Diese Warnung richte ich an alle Menschen überall. Und insbesondere den Jüngeren sei gesagt, dass dies auch pornografische Bilder betrifft, die über das Handy gesendet werden.
Meine lieben Freunde, gestatten Sie sich unter keinen Umständen, in die Falle zu geraten, sich pornografisches Material anzuschauen, eine der wirksamsten Verlockungen des Satans. Und falls Sie sich auf so etwas eingelassen haben, hören Sie jetzt damit auf. Bemühen Sie sich um die Hilfe, die Sie brauchen, um darüber hinwegzukommen und eine andere Richtung einzuschlagen. Ergreifen Sie die notwendigen Schritte, um auf den engen und schmalen Pfad zurückzukehren, und bleiben Sie dann darauf.
Video
externe Links
- 179. Herbst-Generalkonferenz, Oktober 2009 - Wie wir geistige Führung erhalten - von Elder Richard G. Scott mp3 dazu
- 176. Herbst-Generalkonferenz, Oktober 2006 - Erhebt euch, Männer des Herrn! - von Gordon B. Hinckley
- 175. Frühjahrs-Generalkonferenz, April 2005 - Pornografie - Elder Dallin H. Oaks
- 174. Herbst-Generalkonferenz, Oktober 2004 - Ein tragisches Übel unter uns - von Gordon B. Hinckley
- Die Enzyklopädie des Mormonismus - Pornografie
gedrucktes Material
- Pornografie - ein tödliches Virus / Botschaft der Ersten Präsidentschaft, Thomas Monson, Liahona Nov 2001
- Die Sucht meines Mannes - Liahona August 2006