Plan der Erlösung
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Der Plan der Erlösung, auch der Erlösungsplan genannt, ist der Entwurf Gottes für die Errettung des Menschen. Jesus Christus hat einem seiner Propheten gesagt: „Denn siehe, dies ist mein Werk und meine Herrlichkeit -- die Unsterblichkeit und das ewige Leben des Menschen zustande zu bringen“ (Mose 1:39). Alles, was Gott tut, tut er unseretwegen. Der Erlösungsplan erklärt, wer wir in Beziehung zu Gott sind, woher wir gekommen sind, warum wir hier sind, und wohin wir nach diesem Leben gehen werden. Im Mittelpunkt dieses Plans steht das Sühneopfer unseres Erretters, Jesus Christus, dass er sich unseretwegen geopfert hat.
Im Buch Mormon lesen wir:
- „Und wir sehen, daß der Tod über die Menschheit kommt, ja, der Tod, wovon Amulek gesprochen hat, nämlich der zeitliche Tod; doch wurde dem Menschen ein Zeitraum gewährt, worin er umkehren könne; darum ist dieses Leben zu einem Zustand der Bewährung geworden; eine Zeit, um sich bereitzumachen, Gott zu begegnen; eine Zeit, um sich für jenen endlosen Zustand bereitzumachen, von dem wir gesprochen haben, der nach der Auferstehenung der Toten sein wird.“ (Alma 12:24)
Dieses Leben ist jener „Zustand der Bewähurng.“ Es ist eine Erprobungszeit, worin Menschen sich als glaubenstreu erweisen kann. Lehi, der ein Prophet im Buch Mormon war, hat seiner Söhne gelehrt: „Adam fiel, damit Menschen sein können, und Menschen sind, damit sie Freude haben können“ (2. Nephi 2:25) Der Zweck des Lebens ist Freude zu haben, und wir können Freude haben, insofern als wir die Gebote Gottes halten, und anderem dienen. Lehi fährt fort:
- „Und der Messias kommt, wenn die Zeit erfüllt ist, damit er die Menschenkinder vom Fall erlöse. Und weil sie vom Fall erlöst sind, so sind sie für immer frei geworden und können Gut von Böse unterscheiden; sie können für sich selbst handeln und müssen nicht auf sich einwirken lassen, außer durch die Strafe des Gesetzes am großen und letzten Tag, gemäß den Geboten, die Gott gegeben hat“ (2. Nephi 2:26)
Die Erlösung durch den Messias, der Jesus Christus ist, bietet uns die Gelegenheit, unsere Entscheidungsfreiheit auszuüben. Ohne Entscheidungsfreiheit konnten wir Gut von Böse weder unterscheiden, noch lernen. Wären wir gezwungen, immer das Rechte zu wählen, dann könnten wir nicht zeigen, wie wir uns aus eigenen Stücken für das Rechte entscheiden würden.
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Das vorirdische Leben
Wir lebten, ehe wir auf die Welt gekommen waren. Wir lebten jedoch nicht auf einer Welt wie diese, aber in der Gegenwart Gottes im Himmel. Joseph F. Smith, der ein Prophet Gottes war, sagte, „Alle Menschen sind buchstäblich Söhne und Töchter Gottes ... Der Mensch wurde als Geist von himmlischen Eltern gezeugt und geboren und in den ewigen Wohnungen des Vaters bis zur Reife aufgezogen, bevor er in einem zeitlichen (physischen) Körper auf die Erde kam“ (The Origin of Man, Improvement Era, Nov. 1909).
Als wir in diesem vorirdischen Dasein gelebt haben, entwickelten wir Talente und Fähigkeiten. Einer der Zwecke Lebens ist diese Talente und Fähigkeiten weiter zu entwickeln. Jeder, der auf dieser Welt gewohnen hat, oder darauf wohnen wird, hatte seine eigene Persönlichkeit in diesem vorirdischen Leben.
In diesem Zustand, entwickelten wir uns, so weit wie möglich. An einem bestimmten Punkt hat unser himmlischer Vater uns einen Plan vorgelegt, wonach wir so werden können wie er. Dieser Plan, der der Erlösungsplan ist, schlug vor, dass wir auf eine Erde kommen, um einen Körper zu erlangen, und Fortschritt durch unser Erleben und Erprobungen machen.
In diesem großen Rat wurde Jesus Christus, der der Erstgeborene des Vaters war, als Eretter gewählt, um uns von unserer Sünde zu lösen. Gott wusste, dass wir keinen Fortschritt machen können ohne Fehler zu machen. Damit sandte er Jesus Christus als unseren Führer und Erretter ab. Auf der Erde is Jesus unser Führer, Erretter, Erlöser, Vorbild und Lehrer. Durch seinen Sühnopfer können wir die Auswirkungen unserer Sünden bewältigen und rein werden. Seine Lehre kennzeichnet den Weg zum ewigen Leben.
Die Entscheidungsfreiheit war eine der wichtigsten Streitfragen im vorirdischen Leben. Luzifer, der auch ein Geistkind Gottes war, wollte unser Führer zu sein. Doch Gott hatte Jesus schon ausgewählt, also lehnte er den Entwurf Luzifers ab. Luzifer wollte unsere Entscheidungsfreiheit wegnehmen, aber Gott wusste, dass wir uns ohne Entscheidungsfreiheit nicht entwickeln können. Luzifer und seine Anhänger wurden aus Himmel verstoßen und wurden der Teufel und seine Engel. Jeder, der auf die Erde kommt, haben sich vor der Geburt dafür entschieden, Jesus Christus zu folgen.
Das Leben auf der Erde
Jesus Christus hat die Erde und alles, was darinnen ist, unter der Leitung von Gott dem Vater erschaffen. Der Prophet Joseph Smith bezeugte, „daß von ihm, durch ihn und aus ihm die Welten sind und erschaffen worden sind und daß ihre Bewohner für Gott gezeugte Söhne und Töchter sind.“ ((LuB 76:24). Das Ziel der Schöpfung war eine Erde zu schaffen, die als Versuchsgelände für den Mensch herhalten konnte.
Adam und Eva wurden als die ersten Menschen in den Garten von Eden gesetzt. Zunächst waren sie noch nicht sterblich. Auch konnten sie keine Kinder bekommen. Gott sagte ihnen, dass sie von allen Bäumen im Garten essen dürften, außer von einem, nämlich dem Baum der Erkenntnis Gut und Böse. Gott sagte darüber: „An dem Tag, da du davon ißt, wirst du sicherlich sterben.“
Der Satan verleitete Adam und Eva, vom jenen Baum zu essen. Danach wurden sie aus dem Garten ausgetrieben. Wegen ihrer Übertretung erlitten sie zwei Arten des Todes: den zeitlichen Tod und den geistlichen Tod. Zeitlicher Tod ist, wenn der Geist vom Körper getrennt wird. Geistlicher Tod ist, wenn der Mensch von Gott getrennt ist. Durch Jesus Christus wird jedem Mensch die Auferstehung zuteil. Dadurch überwinden wir den zeitlichen Tod. Durch das Sühnopfer Jesu können wir den geistlichen Tod überwinden, wenn wir von unseren Sünden umkehren und Jesus nachfolgen.
Manche Leute meinen, Adam und Eva hätten eine schwere Sünde begangen, als sie vom Baum der Erkenntnis Gut und Böse aßen. Neuzeitliche heilige Schrift klärt uns allerdings darüber auf, dass der Fall Adams ein notwendiger Schritt im Plan des Lebens war und der Menschheit große Segnungen brachte. Infolge des Falls haben wir einen physischen Körper erhalten, können wir zwischen Gut und Böse wählen und haben die Möglichkeit, ewiges Leben zu erlangen. Wären Adam und Eva im Garten von Eden geblieben, so wäre uns keine dieser Segnungen zuteil geworden.
Das Buch Mormon lehrt darüber:
- „Wenn Adam nicht übertreten hätte, dann wäre er nicht gefallen, sondern er wäre im Garten von Eden geblieben. Und alles was erschaffen war, hätte in demselben Zustand beleiben müssen, in dem es war, als es erschaffen wurde; und es hätte so bleiben müssen immerdar und hätte kein Ende gehabt. Und sie hätten keine Kinder gehabt; darum wären sie in einem Zustand der Unschuld verblieben und hätten nicht Freude gehabt, denn sie kannten kein Elend, und hätten nicht Gutes getan, denn sie kannte keine Sünde“ (2. Nephi 2:22-23).
Tod, Auferstehung, und das Letzte Gericht
Der Tod ist nur Teil des Planes unseres himmlischen Vaters. Unser Körper wird sterben, aber unser Geist wird überleben und in die nachirdische Geisterwelt kommen. Die Geisterwelt ist der Ort, an dem wir warten, arbeiten, lernen und von den Sorgen und Lasten des Erdenlebens ausruhen. Wir werden dort bis die Auferstehung bleiben.
Der Prophet Alma im Buch Mormon spricht von zwei Abteilungen in der Geisterwelt:
- „Und dann wird es sich begeben: Der Geist derjenigen, die rechtschaffen sind, wird in einen Zustand des Glücklichseins aufgenommen, den man Paradies nennt, einen Zustand der Ruhe, einen Zustand des Friedens, wo er von allen seinen Beunruhigungen und allem Kummer und aller Sorge ausruhen wird. Und dann wird es sich begeben: Der Geist der Schlechten, ja derer, die böse sind -- denn siehe, sie haben kein Teil und kein Maß des Geistes des Herrn; denn siehe, sie haben sich lieber böse Werke als Gute erwählt; darum ist der Geist des Teufels in sie gekommen und hat von ihrem Haus Besitz ergriffen, der wird in die äußere Finsternis hinausgestoßen: Dort wird es Weinen und Wehklagen und Zähneknirschen geben, und dies wegen ihres eigenen Übeltuns, denn sie werden nach dem Willen des Teufels in Gefangenschaft geführt“ (Alma 40:12-13)
Die rechschaffenen Geister werden sich von den Beschwernissen des Erdenlebens ausruhen. Sie werden auch an der Missionsarbeit des Herrn teilnehmen. Der Prophet Joseph F. Smith hat in einer Vision gesehen, dass Christus nach seiner Kreuzigung die Geisterwelt besuchte. Er erwählte Boten, um „das Licht des Evengliums denen zu bringen, die in Finsternis waren, ja, zu allen Menschengeistern“ (LuB 138:30).
Jeder der stirbt, wird wieder leben. Nach der Auferstehung werden alle Menschen nach ihren Werken gerichtet werden. In der Offenbarung des Johannes lesen wir:
- „Ich sah die Toten vor dem Thron stehen, die Großen und die Kleinen. Und Bücher wurden aufgeschlagen; auch das Buch des Lebens wurde aufgeschlagen. Die Toten wurden nach ihren Werken gerichtet, nach dem, was in den Büchern aufgeschrieben war.“ (Offenbarung 20:12).
In diesem Vers bezieht sich Johannes der Offenbarer auf das letzte Gericht. Alle, die im vorirdischen Dasein als würdig befunden wurden, erhielten die Möglichkeit, auf die Erde zu kommen und einen Körper anzunehmen. Hier auf der Erde wird ebenfalls unsere Würdigkeit beurteilt, wenn es darum geht, ein Amt oder bestimmte Möglichkeiten zur Entwicklung im Reich Gottes zu empfangen.
Wovon werden wird gerichtet werden?
Jesus Christus selbst hat gesagt: „Ich sage euch: Über jedes unnütze Wort, das die Menschen reden, werden sie am Tag des Gerichts Rechenschaft ablegen müssen; denn aufgrund deiner Worte wirst du freigesprochen, und aufgrund deiner Worte wirst du verurteilt werden“ (Matthäus 12:36-37). Wir werden von unseren Gedanken, unseren Worten und unseren Taten gerichtet werden. Wenn wir nicht von unseren Sünden umkehren, werden wir davon verurteilt werden. Nur durch das Sühnopfer Jesu Christi können wir rein werden.
Der Apostel Johannes lässt uns wissen: „Auch richtet der Vater niemanden, sondern er hat das Gericht ganz dem Sohn übertragen.“ (Johannes 5:22). Der Sohn, Jesus Christus, seinerseits wird andere heranziehen die ihm beim Gericht helfen sollen. Die Zwölf, die er während seines Erdenwirkens ausgewählt hat, werden über die zwölf Stämme Israels zu Gericht sitzen (s. Matthäus 19:28; Lukas 22:30).
Die Drei Grade der Herrlichkeit
Infolge neuzeitlicher Offenbarung wissen wir, dass jeder dem Reich zugeteilt wird, das er verdient hat. Es gibt vier Orte, wohin wir zugeteilt werden können: das celestiale Reich; das terrestriale Reich, das telestiale Reich, und die äußere Finsternis, die kein Grad der Herrlichkeit ist.
In einer Offenbarung an dem Propheten Joseph Smith beschrieb der Herr mehrere grundsätzliche Möglichkeiten der Lebensführung hier auf Erden (s. Lehre und Bündnisse, Abschnitt 76). Dementsprechend verdienen wir uns eines der vier oben genannten Reiche. Auch Mormonen werden in verschiedene Reiche gelangen, weil nicht alle im Halten der Gebote gleich eifrig sind.
Das celestiale Reich
„Es sind diejenigen, die das Zeugnis von Jesus empfangen haben, die an seinen Namen geglaubt haben ... und getauft worden sind .. damit sie durch das Halten der Gebote von allen ihren Sünden gewaschen und gesäubert werden und den Heiligen Geist empfangen (LuB 76:51,52). Es sind diejenigen, die die Welt durch ihren Glauben überwinden und so rechtschaffen sind, dass der Heilige Geist ihnen ihre Segnungen auf das Haupt siegeln kann. Diejenigen, die die höchste Stufe im celestialen Reich ererben, müssen für die Ewigket im Tempel des Herrn getraut worden sein. Alle, die in das celestiale Reich gelangen, werden für immer mit dem himmlischen Vater und Jesus Christus leben.
Um in das celestiale Reich zu gelangen, müssen wir von unseren Sünden umkehren und an Jesus Christus glauben. Wir müssen uns taufen lassen, und Gott mit unserem ganzen Herzen, aller Macht, ganzem Sinn und aller Kraft dienen. Jesus hat gesagt: „Aber das Tor, das zum Leben führt, ist eng und der Weg dahin ist schmal und nor wenige finden ihn“ (Matthäus 7:14). Nur die Minderheit der Menschen werden das celestiale Reich ererben.
Das terrestriale Reich
Hier werden diejenigen leben, die das Evangelium verworfen, es aber dann in der Geisterwelt empfangen haben. Auf Erden waren es gute Menschen, aber durch die Verschlagenheit der Menschen verblendet. Auch solche werden dort leben, die zwar das Evangelium und ein Zeugnis von Jesus empfangen haben, nachher aber nicht tapfer gewesen sind. Jesus Christus wird dieses Reich besuchen, der himmlische Vater aber nicht. Es wird in diesem Reich keine Familie geben, sondern auf ewig nur einzelne Menschen.
Das telestiale Reich
Die Menschen, die hier leben, haben das Evangelium und das Zeugnis von Jesus weder auf Erden noch in der Geisterwelt angenommen. Es sind diejenigen, die für ihre Sünden in der Hölle leiden müssen. „Das sind diejenigen, die Lügner sind und Zauberer und Ehebrecher, die unzüchtig sind und Lüge liebhaben und tun.“ Sie sind so zahlreich wie die Sterne am Himmel oder der Sand am Meer. Weder der Vater noch der Sohn, Jesus Christus, wird dieses Reich besuchen, nur der Heilige Geist.
Die äußere Finsternis
Dorthin werden diejenigen verstoßen, die durch den Heiligen Geist ein Zeugnis von Jesus erhalten und die Macht des Herrn kennengelernt hatten und sich dann dem Satan ergaben. Sie haben die Wahrheit verleugnet und der Macht des Herrn getrotzt. Für sie wäre es besser gewesen, sie wären nie geboren worden. Es gibt für diese Menschen keine Sündenvergebung. Sie haben den Heiligen Geist verleugnet, nachdem sie ihn empfangen hatten, und sie werden deshalb keine Herrlichkeit ererben. Sie werden für immer zusammen mit dem Satan und seinen Engeln in Finsternis und Qual leben.
Gedrucktes Material
154. Frühjahrs-Generalkonferenz, der Stern Oktober 1984 S. 40 „Der große Plan des ewigen Gottes” von Elder Neal A. Maxwell
Externe Links
- Der Plan unseres Vaters Elder Christoffer Golden jun. Generalkonferenz Oktober 2001
- Der himmlische Vater hat einen besonderen Plan Elder Yoshihiko Kikuchi Generalkonferenz April 2000
- Der Erlösungsplan - ein Flugplan für das Leben - Duane B. Gerrard, Generalkonferenz Oktober 1997
- Plan der Erlösung - der Prophet Joseph Smith
- Der große Erlösungsplan - Lehren des Propheten Joseph Smith
- Ist man zur Hölle verdammt, etwa nur weil man nicht an das Sühnopfer Jesu Christi glaubt?
