Patriarch
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Ein ordiniertes Amt im Melchisedekischen Priestertum ist das des Patriarchen oder Evangelisten (LuB 107:39). Dieses Amt ist eine Beigabe zum höheren Priestertum (LuB 107:5). Der Patriarch der Kirche wird aufgrund seiner Abstammung und seiner Würdigkeit ordiniert. Ein Pfahlpatriarch wird von den Aposteln ohne Rücksicht auf seine Abstammung berufen und ordiniert. Ein Patriarch ist auch ein Hoher Priester (LuB 107:39-53). Es ist seine besondere Aufgabe im Priestertum, den Mitgliedern der Kirche den patriarchalischen Segen zu erteilen. Er kann jedoch auch die Aufgaben eines Hohen Priesters, Siebzigers, Ältesten oder von jemand erfüllen, der das Aaronische Priestertum trägt.
Außer dem ordinierten Patriarchen gibt es auch den natürlichen Patriarchen. Jeder Vater, der das Melchisedekische Priestertums trägt und in die patriarchalische Ordnung der celestialen Ehe eingetreten ist, wodurch er die Segnungen der Patriarchen Abraham, Isaak und Jakob empfangen hat, ist für seine Nachkommen ein natürlicher Patriarch.
Sogar die Welt erkennt die großen geistigen Führer, die zum größten Teil vor Mose lebten, als Patriarchen an, weil sie Häupter oder Fürsten ihrer Familien waren. In diesem Sinn spricht Petrus wahrscheinlich vom „Patriarchen David” (Apostelgeschichte 2:29) und Stephanus von den Söhnen Jakobs als den „zwölf Patriarchen” (Apostelgeschichte 7:8,9). Vielleicht waren jedoch auch alle vor Mose, die von der Welt als Patriarchen wie Abraham bezeichnet werden (Hebräer 7:4; Abraham 1:1-4; 2:11; LuB 86:8-11), sowohl ordinierte als auch natürliche Patriarchen (LuB 107:38-53).
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Patriarch der Kirche
Joseph Smith, sen., der Vater des Propheten Joseph Smith, war der erste Patriarch der Kirche in unserer Evangeliumszeit. Er wurde durch Offenbarung erwählt und am 18. Dezember 1833 ordiniert. An dem Tag segnete Joseph Smith seinen Vater und sagte: „Gesegnet vom Herrn ist mein Vater, denn ... er wird das Recht des patriarchalischen Priestertums und die Schlüssel dieses Amtes innehaben. ... Er wird Fürst über seine Nachkommen genannt werden und die Schlüssel des patriarchalischen Priestertums über das Reich Gottes auf Erden innehaben, nämlich über die Kirche der Heiligen der Letzten Tage. Er wird in der allgemeinen Versammlung der Patriarchen sitzen und alle Patriarchen mit ihm im Rat mit dem Hochbetagten, wenn dieser versammelt ist. Er wird sich seines Rechts und seiner Vollmacht erfreuen unter der Leitung des Hochbetagten” (Teachings, S.38,39,151).
Mit dieser Ordinierung begann die Wiederherstellung des Evangelistenamtes „zum geistigen Dienst” auf der Erde. „Die Ordnung dieses Priestertums war bestimmt, vom Vater an den Sohn weitergegeben zu werden, und sie gehört zu Recht den buchstäblichen Abkömmlingen der erwählten Nachkommenschaft, der diese Verheißungen gegeben worden sind.” Adam, Set, Enosch, Kenan, Mahalalel, Jered, Henoch, Metuschelach, Lamech und Noach erfreuten sich alle der Rechte und Mächte dieses Priestertumamtes (LuB 107:38-53). Von Joseph Smith sen. übernahm sein Sohn Hyrum Smith das Amt (LuB 124:91-96), und seitdem ist es in der rechtmäßigen Linie weitergereicht worden (Doctrines of Salvation, Bd. 3, S.160-183).
Über den Patriarchen der Kirche sagt der Herr: Er soll „hinfort die Schlüssel des patriarchalischen Segens für mein ganzes Volk” innehaben (LuB 124:92).
Seit der Präsidentschaft von Spencer W. Kimball ist die Kirche sehr stark gewachsen, und in den meisten Missionsgebieten sind Pfähle organisiert worden. In den Pfählen der Kirche amtieren Pfahlpatriarchen, die den Mitgliedern den patriarchalischen Segen erteilen. Die Aufgaben des Patriarchen der Kirche sind von diesen Pfahlpatriarchen übernommen worden, und das Amt ist daher in den letzten Jahren nicht mehr besetzt worden.
Patriarchalischer Segen
Fast jedes Mitglied ist ein buchstäblicher Nachkomme Jakobs, der seinen zwölf Söhnen seinen patriarchalischen Segen gab und vorhersagte, was mit ihnen und ihren Nachkommen geschehen würde (Genesis 49; Teachings, S.151). Als Erben von Jakobs Segen haben die gesammelten Reste Jakobs das Recht, ihren eigenen patriarchalischen Segen zu empfangen und durch ihren Glauben ebenso große Segnungen wie die Alten. Der natürliche Patriarch, das heißt der Vater in Israel, der sich der Segnungen der patriarchalischen Linie erfreut, oder ein ordinierter Patriarch kann den Patriarchalischen Segen erteilen. Ordinierte Patriarchen sind besonders erwählte Brüder, die würdige Mitglieder der Kirche segnen sollen (Doctrines Of Salvation, Bd. 3, S.169-172; Gospel Kingdom, S.146).
In einem Brief vom 28. Juni 1957 an alle Pfahlpräsidenten definierte und erklärte die Erste Präsidentschaft der Kirche (David O. McKay, Stephen L. Richards, J. Reuben Clark, jun.) den patriarchalischen Segen wie folgt: „Der patriarchalische Segen erwägt eine inspirierte Aussage über die Abstammung dessen, dem der Segen erteilt wird. Unter dem Einfluss des Geistes wird ihm ebenfalls eine inspirierte und prophetische Aussage über seine Lebensaufgabe gemacht, zusammen mit Segnungen, Warnungen und Ermahnungen, die der Geist dem Patriarchen eingibt, und die dem Mitglied helfen, seine Lebensaufgabe zu erfüllen. Die Erfüllung aller verheißenen Segnungen - darauf wird in jedem Segen ausdrücklich hingewiesen - ist abhängig von der Glaubenstreue des Mitglieds gegenüber dem Evangelium des Herrn, dessen Knecht der Patriarch ist. Jeder Segen wird aufgezeichnet, und im allgemeinen empfängt ein Mensch im Laufe seines Lebens nur einen einzigen Segen. Die Heiligkeit des patriarchalischen Segens verpflichtet jeden Patriarchen dazu, ernsthaft göttliche Führung für seine prophetischen Äußerungen, sowie höchste Weisheit für seine Warnungen und Ermahnungen zu suchen.”
Patriarchalische Ordnung
Der Herr hat eine patriarchalische Regierungsform geschaffen, deren Fundament die Familie ist. Im vorirdischen Leben war er der Vater der Geister, und alle Menschen sind buchstäblich geistige Bruder und Schwestern. Als der Herr den Menschen auf die Erde brachte, schuf er die irdische Regierung nach dem Vorbild der himmlischen. Er setzte ein vollkommenes theokratisches, patriarchalisches System mit Adam an der Spitze ein. Dieses System blieb unter den rechtschaffenen Menschen von Adam bis zur Errichtung Israels im verheißenen Land bestehen. Dann wünschten sich die Menschen Könige, wie die abtrünnigen heidnischen Völker sie hatten.
In den frühen Tagen der Kirche war die Führung der Kirche ebenfalls patriarchalisch. Von Adam bis zur Sintflut war der Präsident der Kirche immer ein Hoher Priester und Patriarch, und das Amt wurde vom Vater auf den Sohn weitergereicht. Diese Priestertumsordnung hieß die patriarchalische Ordnung. In der Kirche ist diese Ordnung lediglich im Amt des Patriarchen der Kirche erhalten. Von Aaron bis zu Johannes dem Täufer existierte ein abgeändertes System der patriarchalischen Verwaltung in kirchlichen Angelegenheiten. Aaron und seine Nachkommen sowie die größere Gruppe der Leviten, verwalteten kirchliche Angelegenheiten (Doctrines of Salvation, Bd. 3, S. 80-87, 101-106, 160-172; Teachings,S.319).
Heute wird die Kirche anders verwaltet, aber der wichtigste Teil der patriarchalischen Ordnung besteht für würdige Mitglieder der Kirche weiter fort. Wer im Tempel den neuen und immerwährenden Bund der Ehe schließt, ererbt alle Segnungen Abrahams, Isaaks und Jakobs und tritt auf diese Weise in die patriarchalische Ordnung ein. Wenn diese Menschen ihrem ewigen Ehebund treu bleiben, werden sie die vollständigen Segnungen des patriarchalischen Erbes in der Ewigkeit empfangen, wo die patriarchalische Ordnung die Grundlage der Herrschaft sein wird.
verwendete Quellen
- Mormon Doctrine - von Bruce McConkie
