Paradies

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Die Heiligen Schriften beweisen, dass zum Zeitpunkt des Endgerichtes jeder Mensch, angetan mit seinem auferstandenen Körper, vor dem Richterstuhl Gottes stehen wird, und zwar ohne Rücksicht auf seinen Zustand der Gerechtigkeit oder Schuld. Während die entkörperten Geister auf die Auferstehung warten, befinden sie sich in einem Zwischenzustand der Glückseligkeit und Ruhe, oder des Leidens und der Ungewissheit — je nach dem Weg, dem sie aus eigener Wahl in der Sterblichkeit folgten.

Das Paradies ist der Teil der Geisterwelt, in dem die Geister der Gerechten wohnen, die auf ihre Auferstehung warten. Hier wird der Geist des Verstorbenen in „einen Zustand des Glücklichseins aufgenommen .. einen Zustand der Ruhe, einen Zustand des Friedens, wo er von allen seinen Beunruhigungen und allem Kummer und aller Sorge ausruhen wird“ (Al 40:11-14; s. 4. Ne 14; (Moroni 10:34 LuB 77:2,5). Dann, am Tag der ersten Auferstehung, „muss das Paradies Gottes die Geister der Rechtschaffenen freigeben, und das Grab muss die Leiber der Rechtschaffenen freigeben; und Geist und Leib werden wiederhergestellt, ... und die Rechtschaffenen werden eine vollkommene Kenntnis ihrer Freude und ihrer Rechtschaffenheit haben, denn sie sind mit Reinheit bekleidet, ja, mit dem Mantel der Rechtschaffenheit“ (2. Nephi 9:13).

„Wenn der Mensch bereit ist, fällt es ihm nicht schwer, diese Welt zu verlassen. Die Geister der Gerechten werden zu einer größeren und herrlicheren Arbeit erhöht; daher ist es für sie ein Segen, wenn sie in die Geisterwelt hinübergehen. In ein flammendes Feuer eingehüllt, sind sie nicht weit von uns. Sie kennen und verstehen unsere Gedanken, Gefühle und Regungen, und diese bereiten ihnen oftmals Kummer“ (Teachings, S. 326).

Inhaltsverzeichnis

der bußfertige Sünder am Kreuz

Die Auffassung, dass die gnadenvolle Zusicherung Christi an den bußfertigen Sünder am Kreuz eine Vergebung der Sünden des Mannes und ein Geleitbrief in den Himmel gewesen wäre, widerspricht gänzlich sowohl dem Buchstaben wie dem Geist der Heiligen Schrift, der Vernunft und der Gerechtigkeit. Ein Vertrauen in die Wirksamkeit von Bekenntnissen und Beichten auf dem Totenbett auf Grund dieses Vorfalles steht auf höchst unsicherer Grundlage. Der gekreuzigte Übeltäter bekundete sowohl Glauben wie Bußfertigkeit; die ihm verheißene Segnung ging dahin, dass er noch an demselben Tage im Paradies das Evangelium gepredigt hören sollte; bei der Annahme oder Verwerfung des Wortes des Lebens würde er aus eigenem, freiem Ermessen handeln. Die Forderung nach Befolgung der Gesetze und Verordnungen des Evangeliums als notwendige Voraussetzung für die Erlösung wurde in seinem Fall weder aufgegeben noch aufgehoben noch aufgeschoben.

Der Prophet Joseph Smith sagt zu dieser Schriftstelle: „Im griechischen Originaltext findet sich nichts, was Paradies bedeutet. Dort hieß es: Heute noch wirst du mit mir in der Geisterwelt sein; dort werde ich dich über alles belehren und dir deine Fragen beantworten“ (Teachings, S. 309). Damit ist gemeint, dass Lehren und Antworten von den beauftragten Knechten des Herrn gegeben werden, wie das immer der Fall ist.

Die neutestamentliche Schrift ist von analoger Bedeutung (Luk. 23:43; 2. Kor. 12:4; Offb. 2:7). Das Wort „Paradies”, das aus dem Persischen stammt und in griechischer Form an uns gelangt ist, bezeichnet einen angenehmen Ort oder einen Ort der ruhevollen Freude. Viele verstehen unter den Ausdrücken „Hades” und „Scheol” die Bezeichnung des Aufenthaltsortes der abgeschiedenen Geister, und zwar sowohl das Paradies wie auch das Gefängnis; andere wieder verwenden diese Ausdrücke nur für das letztere, den Ort der Gottlosen, der vom Paradies, der Wohnstätte der Gerechten, getrennt ist.

Christus bei den Geistern im Gefängnis

Die revidierte Version von 1. Petr. 3:18—20 lautet: „Denn auch Christus ist einmal für Sünden gestorben, der Gerechte für die Ungerechten, auf dass er uns zu Gott führte, und ist getötet in dem Fleisch, aber lebendig gemacht in dem Geist; in demselben ist er auch hingegangen und hat gepredigt den Geistern im Gefängnis, die vor Zeiten ungehorsam waren, da Gott harrte und Geduld hatte zu den Zeiten Noahs, da man die Arche zurüstete, in welcher wenige, das ist acht Seelen, gerettet wurden durchs Wasser hindurch.” Nach der Ansicht der Gelehrten ist dies eine genauere Übersetzung als die übliche Version. Der aufmerksame Leser wird beim Vergleich der beiden Versionen ein paar wichtige Unterschiede bemerken. Im revidierten Text kommt besonders klar zum Ausdruck, dass Christus in Seinem eigenen Geist lebendig gemacht wurde — das soll heißen, tätig war, obwohl Sein Körper zu jener Zeit untätig und tatsächlich tot war; und dass Er in diesem entkörperten Zustand hinging und den ungehorsamen Geistern predigte. Dadurch wird auch die Zeit des Wirkens unseres Herrn unter den Abgeschiedenen eindeutig festgesetzt, nämlich zwischen Seinem Tod und Seiner Auferstehung.

verwendete Quellen

zusätzliches Material

  • Was kommt nach dem Tod? von LeGrand Richards Herbst-Generalkonferenz 5. Oktober 1974 - Der Stern Juni 1975
  • der Stern April 1977 S. 52: Die Toten, die in dem Herrn sterben von Bruce McConkie
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