Opfer
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Für Mitglieder der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage ist das Opfern der krönende Prüfstein des Evangeliums. Gott purüft den Menschsen in dieser Bewährungszeit, um festzustellen, ob es ihm zuerst um Gottes Reich und seine Gerechtigkeit geht (Matth 6.33). Um ewiges Leben zu erlangen, muss er alles für das Evangelium opfern können, wenn es von ihm verlangt wird. (Siehe LuB 76:62). Zu dem reichen Jüngling sagte Jesus: „Wenn du vollkommen sein willst, geh, verkauf deinen Besitz und gib das Geld den Armen, so wirst du einen bleiben Schatz im Himmel gaben, dann komm und folg mir nach.“ (Matth 9:21)
Als Petrus diese Aufforderung hört, fragt er den Herrn: „Du weißt, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt. Was werden wir dafür bekommen?“ Darauf antwortete Jesus: „Jeder, der um meines Namens willen Häuser oder Brüder, Schwestern, Vater, Mutter, Kinder oder Äcker verlassen hat, wird dafür hundertfache erhalten und das ewige Leben gewinnen“ (Mt 19:16-29; s. LuB 132:55). Joseph Smith belehrt uns über.das Gesetz des Opferns wie folgt:
- „Damit ein Mensch um der Vortrefflichkeit Jesu Christi willen allem entsagt – seinem Charakter und seinem guten Ruf, seiner Ehre, seinem Ruhm, seinem guten Namen bei den Mitmenschen, seinen Häusern, seinem Landbesitz, seinen Brüdern und Schwestern, seiner Frau und seinen Kindern, allem außer Schmutz und Unrat – braucht er mehr als den bloßen Glauben oder die Hoffnung, dass er den Willen Gottes tut. Er braucht dazu die Gewissheit, dass er in die ewige Ruhe eingehen und an der Herrlichkeit Gottes teilnehmen wird, nachdem seine irdischen Leiden beendet sind. .. .
- Eine Religion, die von einem Menschen nicht fordert, dass er alles opfert, hat niemals die Kraft, in ihm den nötigen Glauben zu entwickeln, der ihn zum ewigen Leben und zur Errettung führen kann. Vom ersten Augenblick des menschlichen Daseins an konnte der Glaube, der die Vorausetzung für die Freude am Leben und an der Errettung ist, nicht ohne das Aufopfern alles Irdischen erlangt werden. Gott hat verordnet, dass der Mensch das ewige Leben allein durch Opfern erlangen kann. Durch die Aufopferung aller irdischen Güter hat der Mensch die Gewissheit, dass er tut, was Gott wohlgefällt. Wenn der Mensch seinen ganzen Besitz für die Sache der Wahrheit geopfert hat, und wenn er sogar sein Leben opfern würde, wenn er glaubt, dass Gott dieses Opfer von ihm verlangt, weil er Gottes Willen tun will, dann weiß er mit Bestimmtheit, dass Gott sein Opfer annimmt und dass er sein Angesicht nicht vergebens sucht. Unter diesen Umständen kann er so großen Glauben entwickeln, dass er sich des ewigen Lebens gewiss ist.
- Derjenige ist töricht, der glaubt, dass er das Reich Gottes zusammen mit denen ererben kann, die alles geopfert und auf diese Weise Glauben an Gott entwickelt haben und vor ihm angenehm geworden sind, so dass sie ewiges Leben empfangen, wenn er Gott nicht auch alles geopfert und dadurch die Gewissheit erlangt hat, dass Gott sein Opfer angenommen hat....
- Von Abel bis heute erlangt der Mensch die Gewissheit, dass Gott ihn zu sich nimmt, durch das Darbringen von Opfern.... Wer alles opfert, empfängt das Zeugnis, dass sein Lebensweg in den Augen Gottes angenehm ist. Wer dieses Zeugnis hat, wird glauben, dass er ewiges Leben ererben wird. Sein Glaube ermöglicht es ihm, bis ans Ende auszuharren und die Krone zu empfangen, die für den bereitet ist, der die Erscheinung des Herrn Jesus Christus liebt. Wer jedoch keine Opfer bringt, kann sich solchen Glaubens nicht erfreuen, denn der Mensch muss Opfer bringen, um Glauben zu entwickeln. Er kann daher das ewige Leben nicht ererben, weil ihm Gott nicht offenbart, dass er es ererben wird, und ohne diese Gewissheit existiert der Glaube nicht“ (Lectures an Faith, S. 58-60).
Und so ist das Opfer ein wesentlicher Aspekt eines gottesfürchtigen Lebens und es bedeutet, dem Beispiel des Erretters nachzufolgen. Er opferte alles, einschließlich seines Lebens, um die Auferstehung eines jeden Menschen zustandezubringen. Wenn Heilige der Letzten Tage über das Opfer diskutieren, sollten sie das unendliche ewige Opfer Jesu Christi, das Sühnopfer Christi anführen.
Der Schriftenführer, den die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage veröffentlicht hat, erklärt:
- Vor alters bedeutete das lateinische Wort sacrificium (Opfer), etwas oder jemanden zu heiligen. Heutzutage bedeutet Opfer, Weltliches für den Herrn und sein Reich aufzugeben oder zu verlieren. Mitglieder der Kirche des Herrn sollen willens sein, alles für den Herrn zu opfern. Joseph Smith lehrte, dass „eine Religion, die nicht verlangt, dass man alles opfert, niemals genügend Macht hat, um den Glauben hervorzubringen, der zum Leben und zur Errettung notwendig ist“. In der ewigen Perspektive sind die Segnungen, die durch Opfer erlangt werden, größer als alles, was aufgegeben wird.
- Nachdem Adam und Eva aus dem Garten von Eden vertrieben worden waren, gab der Herr ihnen das Gesetz des Opferns. Zu diesem Gesetz gehörte auch die Opferung der Erstlinge ihrer Herden. Dieses Opfer symbolisierte das Opfer, das in dem Einziggezeugten Sohn Gottes dargebracht werden würde (Moses 5: 4-8.) Dieser Brauch wurde bis zum Tod Jesu Christi fortgesetzt, der dem Tieropfer als heiliger Handlung des Evangeliums ein Ende setzte (Alma 34: 13-14). Heutzutage nehmen die Mitglieder der Kirche zum Gedächtnis an das Opfer Jesu Christi vom Brot und Wasser des Abendmahls. Die heutigen Mitglieder der Kirche Christi werden auch gebeten, das Opfer eines reuigen Herzens und eines zerknirschten Geistes darzubringen (3. Nephi 9: 19-22). Das bedeutet, dass sie demütig und umkehrwillig sind und bereit, Gottes Geboten zu gehorchen.
Mitglieder zählen zu den Opfern auch das Spenden von Zeit, Energie und Talenten für die Kirche. Jene, die keine Mitglieder der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage sind, mögen das Gefühl haben, Mormonen leisten einen unmöglichen Beitrag, um den Lehren und Standards der Kirche zu folgen. Doch während es zuweilen schwierig ist, Arbeit, Familie und Kirchendienst aufeinander abzustimmen, glauben HLT, dass Gott sie mit Seiner Gnade unterstützt.
Opfern bezieht sich nur auf das Erdenleben; in der Ewigkeit gibt es kein Opfern. Es bedeutet Weltliches aufzugeben für die Verheißung von Segnungen, die man in der besseren Welt empfängt. Aus der Sicht der Ewigkeit ist das Aufopfern von allem, auch das Aufopfern des Lebens in der Sache des Herrn, kein eigentliches Opfer, wenn man dadurch ewiges Leben erlangt. LuB 98: 13-15)
Verwendete Quellen
- Originalversion
- Mormon doctrines von Bruce McConkie
weiterführendes Material
- Der Stern Juni 1972 S. 236: Opfer gingen immer noch Segnungen
- Der Stern Februar 1971 S. 46: Dem Herrn ein annehmbares Opfer darbringen
- Der Stern Mai 89 Nachrichten der Kirche S. 1: Das Gesetz des Opferns
