Nächstenliebe
Aus MormonWiki
-Am Leben des Erretters können wir sehen, wie er die Menschen geliebt hat. Er hat sogar sein Leben für uns gegeben. Nächstenliebe ist die reine Liebe, die unser Erretter Jesus Christus besitzt. Er hat uns geboten, einander zu lieben, so wie er uns liebt. Aus der Schrift erfahren wir, dass Nächstenliebe im Herzen verspürt wird. (1. Timotheus 1:5) Wir besitzen diese reine Liebe, wenn wir aus tiefstem Herzensgrund echte Anteilnahme, ungeheucheltes Mitgefühl für alle unsere Brüder und Schwestern an den Tag legen.
Inhaltsverzeichnis |
Nächstenliebe ist die größte aller Tugenden
Der Prophet Moroni schreibt: „Haltet an der Nächstenliebe fest, die ist das Größte von allem, denn alles sonst muß vergehen - aber die Nächstenliebe ist die reine Christusliebe, und sie dauert für immer fort.” (Moroni 7:46,47; siehe auch 1. Korinther 13; 2. Nephi 26:30; Moroni 7:44,45,48
Der Erretter hat uns vorgelebt, wie wir leben sollen. Er war vollkommen. Er besaß vollkommene Liebe und zeigte uns; wie wir lieben müssen. Er zeigt uns, dass die materiellen und geistigen Bedürfnisse unserer Mitmenschen genauso wichtig sind wie unsere eigenen. Bevor der Herr für uns sein Leben hingab, sagte er: „Das ist mein Gebot: Liebt einander, so wie ich euch geliebt habe. Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt.” (Johannes 15:12,13)
Als Moroni zum Herrn sprach, sagte er: „Und weiter: Ich denke daran, daß du gesagt hast, du habest die Welt geliebt, ja, so daß du dein Leben für die Welt niedergelegt hast ... Nun weiß ich, daß diese Liebe, die du für die Menschenkinder hast, Nächstenliebe ist; darum, wenn die Menschen keine Nächstenliebe haben, können sie die Stätte nicht ererben, die du in den Wohnungen deines Vaters bereitet hast.” (Ether 12:33,34)
Es wird von uns wahrscheinlich nicht verlangt, dass wir für unsere Freunde sterben wie Christus. Wir können aber Nächstenliebe ausüben, indem wir Christus zum Mittelpunkt unseres Lebens machen und seinem Beispiel folgen. So wie der Erretter können auch wir zum Segen anderer Menschen auf Erden da sein.
Zur Nächstenliebe gehört, dass wir uns der Kranken, Bedrängten und Armen annehmen
Der Erlöser hat die Menschen oft in Gleichnissen belehrt. Das Gleichnis vom barmherzigen Samariter (Lukas 10:30-37; siehe auch Talmage, Jesus der Christus, S. 353) lehrt uns, dass wir helfen müssen, wenn man unserer Hilfe bedarf, gleichgültig, um wen es sich handelt. Der Erretter erzählte in diesem Gleichnis von einem Mann, der von einer Stadt zur anderen unterwegs war. Er wurde von Wegelagerern überfallen, misshandelt, ausgeraubt und liegengelassen. Ein jüdischer Priester kam des Weges, sah den Verwundeten und ging vorüber. Dann kam ein jüdischer Tempeldiener und ging ebenfalls ungerührt vorbei. Schließlich sah ein von den Juden verachteter Samariter den Verwundeten. Er empfand Mitleid, kniete neben ihm nieder und verband seine Wunden. Dann brachte er ihn auf seinem Esel zu einer Herberge und bezahlte dort für die Pflege des Mannes.
Jesus lehrt, dass wir anderen, die Hilfe brauchen, diese Hilfe zuteil werden lassen sollen. Wenn wir einen Kranken besuchen, ist es, als ob wir den Herrn selbst besuchten. Er verheißt uns, daß wir sein Reich ererben, wenn wir für andere da sind. Weisen wir aber diejenigen, die sich um Hilfe an uns wenden, von der Tür, so ist es, als wiesen wir Christus selbst ab (s. Matthäus 25:34-46). Wir sollen nicht versuchen zu urteilen, ob jemand unserer Hilfe wirklich würdig ist (s. Mosia 4:16-24). Wenn wir unsere eigene Familie versorgt haben, sollen wir alles tun, um anderen zu helfen. Wir sollen uns so verhalten wie der himmlische Vater, der den Regen auf alle fallen läßt - auf Gerechte und Ungerechte (s. Matthäus 5:4,45).
Präsident Thomas S. Monson hat uns daran erinnert, dass es viele Menschen gibt, die nicht nur materieller Hilfe bedürfen:
- „Stellen wir uns doch die Frage: Hab ich Gutes am heutigen Tag getan? Half ich jemand in Kummer und Plag? (Gesangbuch Nr.187) Das ist ein Rezept, das einen glücklich machen kann! Das ist eine Medizin, die Zufriedenheit und inneren Frieden bringt – wenn wir nämlich einen anderen Menschen zur Dankbarkeit angeregt haben.
- Gelegenheiten, anderen etwas Liebes zu tun, gibt es unzählige, aber sie verstreichen rasch: Dem einen können wir Trost und Zuspruch geben, dem anderen ein freundliches Wort. Hier freut sich einer über ein Geschenk, dort muss man tatkräftig zupacken. Es gilt, Menschen zu erretten.” (Liahona Januar 2002 S. 69)
Nächstenliebe kommt aus dem Herzen
Selbst wenn wir den Bedürftigen geben, haben wir keine Nächstenliebe, wenn wir kein Mitgefühl für sie empfinden. (1. Johannes 3:16,17)
Der Apostel Paulus hat gelehrt, dass wir von guten Gefühlen für alle Menschen erfüllt sind, wenn wir Nächstenliebe haben. Wir sind geduldig und gütig. Wir prahlen nicht, sind nicht stolz, selbstsüchtig oder unhöflich. Wenn wir Nächstenliebe haben, erinnern wir uns nicht an das Schlechte, was andere getan haben, und sind nicht schadenfroh. Wir tun auch nichts Gutes, nur weil es zu unserem Vorteil ist. Statt dessen freuen wir uns mit denen, die nach der Wahrheit leben. Wenn wir Nächstenliebe haben, sind wir treu, glauben von anderen das Beste und sind freundlich zu ihnen. In der Schrift heißt es: „Die Liebe hört niemals auf.” (1.Korinther 13:4-8)
Der Herr hat uns durch sein Beispiel gezeigt, wie wir andere Menschen behandeln sollen. Er verabscheute die Schlechtigkeit, liebte aber trotzdem den Sünder. Er hatte Mitgefühl mit Kindern und alten Leuten, mit Armen und Kranken. Er besaß solch große Liebe, dass er den Vater bat, er möge den Soldaten vergeben, die ihm Nägel in die Hände und Füße geschlagen hatten (s. Lukas 23:34). Er sagte uns, dass der himmlische Vater uns nur vergibt, wenn wir bereit sind, anderen Menschen zu vergeben (s. Matthäus 18:33-35). In der Bibel lesen wir: „Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen ... Wenn ihr nämlich nur die liebt, die euch lieben, welchen Lohn könnt ihr dafür erwarten?” (Matthäus 5:44,46.) Wir müssen soweit kommen, dass wir anderen gegenüber so empfinden wie Jesus.
Wie können wir Nächstenliebe entwickeln?
Erstens können wir uns mit dem Leben Jesu Christi befassen und seine Gebote befolgen. Wir können herausfinden, wie er sich in bestimmten Situationen verhalten hat, und uns bemühen, es ihm gleichzutun (s. Moroni 8:25,26).
Zweitens können wir beten, wenn wir bei uns negative Gefühle feststellen, die der Liebe zum Nächsten im Weg stehen. Moroni fordert uns auf: „Betet mit der ganzen Kraft des Herzens zum Vater, dass ihr von dieser Liebe erfüllt werdet, die er allen denen verleiht, die wahre Nachfolger seines Sohnes Jesus Christus sind.” (Moroni 7:48.)
Drittens können wir uns selbst lieben. Der Herr hat gelehrt, dass wir den Nächsten lieben sollen ‚ wie uns selbst (s. Matthäus 22:37-39). Um sich selbst lieben zu können, muss man vor sich selbst Achtung haben. Das ist nur möglich, wenn man die Gebote des Evangeliums befolgt und von seinen Fehlern umkehrt. Und wenn man umgekehrt ist, muss man sich selbst vergeben. Wirkliche Liebe für sich selbst verspürt man erst, wenn man die Gewissheit im Herzen hat, dass der Erretter einen liebt. Je mehr man sich selbst liebt, um so mehr wird man seine Mitmenschen lieben.
Viertens können wir vermeiden zu meinen, wir seien besser als andere Menschen. Wir können für ihre Fehler Geduld aufbringen. Joseph Smith sagte: „Je näher wir unserem himmlischen Vater kommen, desto mehr sind wir bereit, für Seelen, die zugrunde gehen, Mitgefühl zu empfinden, wir möchten sie auf unsere Schultern nehmen und ihre Sünden hinter uns werfen.” (Lehren der Präsidenten der Kirche,Joseph Smith. S.476)
Im Buch Mormon lesen wir von Enos, einem jungen Mann, der wissen wollte, ob ihm seine Sünden vergeben waren. Er schreibt:
- „Meine Seele hungerte; und ich kniete vor meinem Schöpfer nieder und schrie zu ihm in machtvollem Gebet und voll Flehen für meine Seele; und den ganzen Tag lang schrie ich zu ihm; ja, und als die Nacht kam, ließ ich meine Stimme noch immer laut erschallen, so daß sie die Himmel erreichte.
- Und eine Stimme erging an mich, nämlich: Enos, deine Sünden sind dir vergeben, und du sollst gesegnet sein.” (Enos 4,5.)
Der Herr sagte zu Enos, dass ihm seine Sünden aufgrund seines Glaubens an Christus vergeben wären. Als Enos dies hörte, machte er sich um sich selbst keine Sorgen mehr. Er wusste, dass der Herr ihn liebte und ihn segnen würde. Statt dessen fing er an, sich um die Wohlfahrt seiner Freunde, der Nephiten, zu sorgen. Er schüttete für sie seine Seele vor Gott aus (s. Enos 7-9). Der Herr gab ihm zur Antwort, dass sie entsprechend ihrer Glaubenstreue gesegnet würden. Sie müssten nur die Gebote halten, die sie bereits erhalten hatten. Enos' Liebe für seine Mitmenschen ging danach noch weiter, denn er betete schließlich für die Lamaniten, die ja Feinde der Nephiten waren. Der Herr erfüllte ihm seine Wünsche, und Enos verbrachte den Rest seines Lebens damit, Nephiten wie Lamaniten zum Herrn zu führen. Er war so dankbar für die Liebe Gottes und die Vergebung seiner Sünden, dadd er bereit war, sein restliches Leben dafür zu verwenden, auch andere Menschen so weit zu bringen, dadd sie dieselbe Segnung erhalten konnten (s. Enos 11-23). Er hatte wahre Nächstenliebe entwickelt. Dies ist auch uns möglich. Es ist sogar eine Voraussetzung, wenn wir den Platz einnehmen wollen, der im Reich unseres Vaters für uns bereitet ist.
verwendete Quellen
- Grundbegriffe des Evangeliums
externe Links
- SG Nächstenliebe
- Herbst-Generalkonferenz 2010 Die Liebe hört niemals auf – von Präsident Thomas S. Monson
- Herbstgeneralkonferenz 2003 – Das Bessere wählen: Nächstenliebe – von Bonnie P. Parkin
- Nächstenliebe üben und für die Bedürftigen sorgen – Liahona Juni 2006
- Herbst-Generalkonferenz 1992 – Die Christusliebe – von Elder Max Caldwell
- Man verspürt die Liebe des Herrn, wenn man Nächstenliebe übt – Liahona Juni 2004
- Wie wir zu einem Werkzeug in der Hand Gottes werden, indem wir Nächstenliebe üben – Liahona Dezember 2007
- Nächstenliebe: Vollkommene und immerwährende Liebe – Liahona Juli 2002
- Nächstenliebe: Familie um Familie, Haus um Haus – Liahona November 2002
- Herbst-Generalkonferenz 1991 Die Nächstenliebe ist langmütig – von Aileen H. Clyde
- Herbst-Generalkonferenz 1994 Die Nächstenliebe ist Wissen – von Aileen H. Clyde
- Die Nächstenliebe ist stark Elaine L. Jack
- Nächstenliebe ist die reine Christusliebe
- Damit wir alle im Himmel beisammensitzen können von Kathleen H. Hughes
- Nächstenliebe: Vollkommene und immerwährende Liebe von Elder Gene R. Cook
- Ein zeitlos moderner Verfechter der Nächstenliebe: Gründer der Mormonen wird 200
