Missionare der Anfangszeit

Aus MormonWiki

Wechseln zu: Navigation, Suche

Als ins öffentliche und private Leben der Alltag eingekehrt war, wandte sich Präsident Young den Belangen der Kirche zu. Auf der Generalkonferenz am 6. Oktober 1849 beauftragte er verschiedene Mitglieder des Rates der Zwölf sowie neuberufene Missionare, eine Mission im Ausland zu erfüllen. Die Brüder nahmen die Berufung an, obwohl es bedeutete, daß sie ihre Familie, ihr neues Haus und viele unerledigte Aufgaben zurücklassen mußten. Erastus Snow begann, zusammen mit mehreren anderen Missionaren, die Missionsarbeit in Skandinavien; Lorenzo Snow und Joseph Toronto reisten nach Italien. Addison und Louisa Barnes Pratt begaben sich in das frühere Arbeitsgebiet von Addison, auf die Gesellschaftsinseln. John Taylor wurde nach Frankreich und Deutschland berufen. Die Missionare, die nach Osten reisten, trafen unterwegs auf Heilige, die auf dem Weg in die Rocky Mountains, das neue Zion, waren.

Die mormonische Missionare erlebten Wunder und tauften viele Menschen. Als Lorenzo Snow, der später Präsident der Mormonenkirche wurde, in Italien predigte, sah er einen dreijährigen Jungen, der dem Tod sehr nahe war. Lorenzo erkannte die Möglichkeit, das Kind zu heilen und so den Menschen in der Gegend das Herz zu öffnen. In jener Nacht betete er lange und aufrichtig um Weisung von Gott, und am darauffolgenden Tag beteten und fasteten Lorenzo und sein Mitarbeiter für den Jungen. Am Nachmittag desselben Tages gab er dem Jungen einen Krankensegen und betete im stillen um Hilfe in ihrem Bemühen. Der Junge durchschlief die Nacht friedlich und wurde auf wunderbare Weise geheilt. Die Nachricht von dieser Heilung verbreitete sich in den Tälern des Piemont. Den Missionaren öffneten sich Türen, und die ersten Taufen in diesem Gebiet wurden vollzogen.

Im August 1852 wurden anläßlich einer besonderen Konferenz in Salt Lake City 106 Missionare berufen, die in alle möglichen Länder der Erde gehen sollten. Diese Missionare und diejenigen, die nach ihnen kamen, verkündigten das Evangelium in Südamerika, China, Indien, Spanien, Australien, Hawaii und im südpazifischen Raum. Anfangs hatten die Missionare in den meisten Gebieten nur wenig Erfolg. Aber sie säten den Samen, der durch die spätere Missionsarbeit aufging, wodurch dann viele Menschen sich der Kirche anschlossen. Elder Edward Stevenson wurde in die Gibraltar-Mission nach Spanien berufen. Er kehrte an den Ort zurück, wo er geboren war, und verkündete seinen Landsleuten mutig das wiederhergestellte Evangelium. Er wurde inhaftiert und war so lange im Gefängnis, bis die Beamten herausfanden, daß er die Wachen unterwies und einen von ihnen schon fast bekehrt hatte. Nach seiner Freilassung taufte er zwei Menschen. Im Januar 1854 wurde ein Zweig mit zehn Mitgliedern gegründet. Sechs Mitglieder verließen zwar den Zweig, um in der Britischen Armee in Asien zu dienen, aber im Juli hatte er schon 18 Mitglieder, darunter einen Siebziger, einen 'Ältesten, einen Priester und einen Lehrer. So hatte der Zweig die Führung, die er brauchte, um wachsen zu können („The Church in Spain and Gibraltar“, Friend, Mai 1975, 33).

Die örtlichen Behörden in Französisch-Polynesien wiesen die mormonische Missionare 1852 aus. Die neugetauften Mormonen jedoch hielten die Kirche am Leben, bis 1892 neue Missionare in das Land eingelassen wurden. Bruder Tihoni und Bruder Maihea waren besonders tapfer; sie wurden verhaftet und mußten alle mögliche Drangsal auf sich nehmen, blieben dem Glauben aber treu. Beide mühten sich ab, damit die Heiligen aktiv und dem Evangelium treu blieben.

Für diejenigen, die sich außerhalb der Vereinigten Staaten der Mormonenkirche anschlossen, war dies die Zeit der Sammlung nach Zion, was bedeutete, daß sie mit dem Schiff nach Amerika reisten. 1860 kamen Elizabeth und Charles Wood mit dem Schiff aus Südafrika, wo sie mehrere Jahre gearbeitet hatten, um das nötige Geld für die Reise zu verdienen. Elizabeth war Haushälterin bei einem reichen Mann; Charles fertigte Ziegelsteine, bis sie das nötige Geld beisammen hatten. Elizabeth wurde nur 24 Stunden, nachdem sie einen Sohn geboren hatte, an Bord des Schiffs getragen. Sie erhielt die Kajüte des Kapitäns, damit sie es bequemer hatte. Während der Überfahrt war sie sehr krank und wäre zweimal fast gestorben, aber sie schaffte es und ließ sich mit ihrem Mann in Fillmore, Utah, nieder.

Die Menschen in den Ländern, in denen die Mormonenmissionare dienten, lernten die Missionare von Herzen lieben. Als Joseph F. Smith 1857 in Hawaii diente, wurde er gegen Ende seiner Mission sehr krank. Er hatte hohes Fieber und konnte drei Monate lang nicht arbeiten. Glücklicherweise kam er in die Obhut von Ma Mahuhii, einem treuen Mitglied der Kirche. Sie pflegte Joseph wie ihren eigenen Sohn, und zwischen den beiden entwickelte sich ein starkes Band der Liebe. Jahre später, als Joseph F. Smith Präsident der Kirche war und Honululu besuchte, sah er, wie eine blinde alte Frau hereingeführt wurde, die ein paar schöne Bananen als Geschenk in der Hand hatte. Er hörte sie rufen: „Iosepa, Iosepa“ (Joseph, Joseph). Sofort lief er zu ihr, umarmte und küßte sie mehrmals, strich ihr über den Kopf und sagte: „Mama, Mama, meine liebe alte Mama.“

Persönliche Werkzeuge