Melchisedekisches Priestertum

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Um die allzu häufige Wiederholung des Namens Gottes zu vermeiden, wird das heilige Priestertum nach der Ordnung des Sohnes Gottes das Melchisedekische Priestertum genannt (LuB 107:1-4). Das Melchisedekische Priestertum schließt das Aaronische oder Levitische Priestertum mit ein und ist das überragende Haupt und hat die höchste Vollmacht inne, die zum Priestertum gehört, und die Schlüssel des Reiches Gattes in allen Zeitaltern der Welt bis zu den letzten Nachkommen auf der Erde. Es ist der Weg, auf dem alle Erkenntnis, alle Lehre, der Plan der Errettung und jede wichtige Sache vom Himmel offenbart wird.

Es wurde schon vor der Erschaffung dieser Erde eingerichtet, „als die Morgensterne jauchzten und alle Söhne Gottes jubelten.“ Es ist das höchste und heiligste Priestertum und entspricht der Ordnung des Sohnes Gottes. Alle anderen Priestertümer sind nur Teile, Verzweigungen, Kräfte und Segnungen, die zu diesem Priestertum gehören, und es enthält, beherrscht und lenkt sie alle. Es ist der Weg, auf dem der Allmächtige begonnen hat, am Anfang der Erschaffung dieser Erde seine Herrlichkeit zu offenbaren und auf dem er fortfährt, sich den Menschenkindern gegenwärtig zu offenbaren, und auf dem er seine Absichten bis ans Ende der Zeit kundtun wird« ( Teachings, S. 166-167).

„Alle anderen Vollmachten oder Ämter in der Kirche sind Beigaben zu diesem Priestertum. ... Das Melchisedekische Priestertum hat das Recht auf die Präsidentschaft inne und hat Kraft und Vollmacht hinsichtlich aller Ämter in der Kirche in allen Zeitaltern der Welt, nämlich in geistigen Belangen zu amtieren. ... Die Kraft und Vollmacht des höheren oder Melchisedekischen Priestertums ist es, die Schlüssel aller geistigen Segnungen der Kirche innezuhaben: sie genießen den Vorzug, dass sie die Geheimnisse des Himmelreichs empfangen, dass sich ihnen die Himmel auftun, dass sie mit der Allgemeinen Versammlung und Kirche des Erstgeborenen in Verbindung stehen und sich der Gemeinschaft mit Gott dem Vater und Jesus Christus, dem Mittler des Neuen Bundes, und deren Gegenwart erfreuen“ (LuB 107:5,8,18,19).

Alles auf der Erde untersteht der Kraft und Vollmacht des Melchisedekischen Priestertums. Wenn Christus regieren wird, wird die Kraft ohne Einschränkungen offenbar werden, und alle Nationen werden sich vor dem Zepter des Evangeliums beugen. Das Melchisedekische Priestertum ist ein vollkommenes Gesetz der Theokratie und steht an Gottes Stelle, um den Menschen Gesetze zu geben und den Söhnen und Töchtern Adams ewiges Leben zuzumessen (Teachings, S. 322).

Selbst unter den heutigen Umständen, wo abtrünnige Mächte auf der Erde herrschen, ist das Gesetz des Herrn immer noch in Kraft, „dass jeder, der nach dieser Ordnung und Berufung ordiniert ist, die Macht haben soll, durch den Glauben Berge zu spalten, die Meere zu teilen, die Gewässer austrocknen zu lassen und sie aus ihrem Lauf zu wenden; den Heeren der Nationen zu trotzen, die Erde zu teilen, jede Fessel zu brechen, in der Gegenwart Gottes zu stehen, alles gemäß seinem Willen zu tun, gemäß seinem Geheiß, Länder und Mächte zu unterwerfen und das alles gemäß dem Willen des Sohnes Gottes, der bereits vor der Erschaffung der Welt war“ (Inspirierte Version, Gen 14:30,31).

Wie Gott ist das Melchisedekische Priestertum ewig und immerwährend. Das Priestertum ist ein ewiges Prinzip und hat zusammen mit Gott von Ewigkeit an existiert und wird bis in alle Ewigkeit bestehen, ohne Anfang der Tage und ohne Ende der Jahre (Teachings, S. 157-158, 323; LuB 84:17; Inspirierte Version, Hebr 7:1-3). Adam und andere empfingen das Priestertum während der Schöpfung, bevor die Welt gegründet worden war (Teachings, S. 157).

Alma schreibt, dass alle, die zum Hohen Priestertum der heiligen Ordnung Gottes ordiniert wurden, im vorirdischen Leben auf derselben Stufe wie ihre Brüder standen. Das bedeutet, dass sie am Anfang alle dieselbe Möglichkeit hatten, gemäß ihrer Rechtschaffenheit Fortschritt zu machen. Aber noch in den ewigen Welten wurden sie von Grundlegung der Welt an gemäß dem Vorherwissen Gottes und aufgrund ihres überaus großen Glaubens berufen und vorbereitet; von vornherein war es ihnen überlassen, zwischen Gut und Böse zu wählen; nachdem sie dann das Gute erwählt und überaus großen Glauben geübt haben, sind sie durch eine heilige Berufung berufen, sich der Segnungen und Mächte des Priestertums zu erfreuen (Al 13). Glaubenstreue Männer hatten die Kraft und Vollmacht des Priestertums zunächst im vorirdischen Leben inne und dann wieder auf der Erde. Alle, die berufen sind, den Bewohnern der Erde zu dienen, wurden zu diesem Zweck im großen Rat des Himmels ordiniert, bevor die Welt war. (Teachings, S. 365).

Auf der Erde empfing Adam als erster das Priestertum (Mose 6:67,68). Als Präsidierender Hoher Priester ist er (unter Christus) das Oberhaupt über die ganze Erde in allen Zeitaltern (Teachings, S. 157-158). Würdige Nachkommen Adams hatten dieses Priestertum der heiligen Ordnung bis zu den Tagen des Mose inne (LuB 84:5-16; 107:41-53). Durch Mose versuchte der Herr, das Haus Israel als Reich von Priestern der heiligen Ordnung aufzurichten, in dem jeder Mann mit seiner Familie sich der vollständigen Segnungen der patriarchalischen Ordnung und des Priestertums erfreuen sollte (Ex 19:5,6; Dtn 7:6). Aber Israel widersetzte sich, lehnte das höhere Gesetz ab, und der Herr nahm Mose und die Fülle des Priestertum aus ihrer Mitte fort (Inspirierte Version, Ex 34:1,2; LuB 84:17-25). Von damals bis zu der Zeit, als der Herr persönlich unter den Menschen auf der Erde wirkte, war das Aaronische Priestertum die vorherrschende Vollmacht Gottes auf der Erde (LuB 84:26-28).#

Zu vielen Zeiten jedoch, vielleicht sogar immer, hatten würdige Männer in Israel das Melchisedekische Priestertum inne. Joseph Smith schreibt: „Alle Propheten hatten das Melchisedekische Priestertum und wurden von Gott selbst ordiniert.“ Wer so geehrt wurde, hatte seine Vollmacht durch besondere Weisung von Gott empfangen, denn im allgemeinen war nur das Levitische Priestertum auf der Erde ( Teachings, S. 181; Doctrines of Salvation, Bd. 3, S. 80-102). Die Nephiten gehörten zu dem Teil Israels, das mit der Fülle des höheren Priestertums gesegnet wurde [(Al 13).

Christus war ein Hoher Priester auf ewig flach der Ordnung Melchisedeks (Hebr 2:17,18; 3:1; 5:6,10; 6:20; 7:15-17,21), und als er auf der Erde wirkte, wurde diese heilige Ordnung auf der Erde wieder eingesetzt (Joh 15:16; 1 Petr 2:5,9). Unter der Leitung des Apostels war wieder ein Reich von Priestern auf der Erde. Als die Apostel aufhörten, unter den Menschen zu wirken, hatte niemand mehr die Schlüssel inne, die notwendig waren, um jemand zu einem Amt im Priestertum zu ordieren, und daher nahm der Herr das Priestertum von der Erde (Offb 12).

Auf göttliches Geheiß kamen Petrus, Jakobus und Johannes im Juni 1829 zu Joseph Smith und Oliver Cowdery und übertrugen ihnen das Melchisedekische Priestertum (LuB 27:12,13). Elija und andere Propheten brachten eine zusätzliche Priestertumsoffenbarung. Sie kamen mit den Schlüsseln und Mächten, die das Priestertum bevollmächtigten, zusätzliche Aufgaben zu erfüllen (LuB 110:11-16; 128:17-21; JSLg 38). Dieses Priestertum mit all seinen Mächten, Teilen, Schlüsseln, Ordnungen und Verzweigungen ist jetzt unter den Menschen vollständig in Kraft. Wieder besteht ein Reich von Priestern auf der Erde, und Gott hat verheißen, dass es ewig bestehen bleiben und dass das Priestertum nie wieder verlorengehen wird (LuB 65).

Alle, die in diesem Leben in ihrer Priestertumsberufung treu bleiben, werden diese heilige Vollmacht auch in der Ewigkeit behalten. Sie werden auf ewig Priester und Könige sein und Priester des Allerhöchsten nach der Ordnung Melchisedeks, welche nach der Ordnung Henochs war, welche nach der Ordnung des einziggezeugten Sohnes war (LuB 76:56,57).

Im Gegensatz zum Aaronischen Priestertum im alten Israel kam die Ordnung Melchisedeks nicht von einer Abstammung von Vater und Mutter (Teachings, S. 323). Das Recht auf dieses Priestertum wurde nicht vererbt wie bei den Leviten und den Söhnen Aarons. Rechtschaffenheit war eine absolute Voraussetzung für die Übertragung des höheren Priestertums. „Diese Ordnung kam nicht vom Menschen oder durch den Willen des Menschen; ist ohne Vater und Mutter, ohne Anfang der Tage und ohne Ende der Jahre. Es wurde den Menschen durch den Ruf seiner Stimme geschickt, nach seinem Willen, und allen, die an seinen Namen glaubten“ (Inspirierte Version, Gen 14:28,29; Hebr 7:1-3).

Aber jeder rechtschaffene Geist, der berufen wird, in diesen Priesterämtern zu amtieren, ist dazu ordiniert, durch eine bestimmte Linie zu kommen. Folglich haben diejenigen, die besondere Erben in der erwählten Stammlinie des Herrn sind, das Recht auf dieses Priestertum, vorausgesetzt, sie sind gehorsam und glaubenstreu. So trachtete Abraham nach den Segnungen der Väter und dem Recht, wozu er ordiniert war. Und aufgrund seiner Rechtschaffenheit wurde er ein rechtmäßiger Erbe, ein Hoher Priester, der das Recht innehatte, das den Vätern gehörte. Das Priestertum wurde ihm „von den Vätern übertragen; es kam von den Vätern her, vom Anfang der Zeit her, ja, nämlich vom Anfang, also noch vor den Grundlegungen der Erde, bis in die heutige Zeit, nämlich das Recht des Erstgeborenen, das auf dem ersten Menschen war, auf Adam, unserem ersten Vater, und durch die Väter bis zu mir. Ich trachtete danach, zum Priestertum bestimmt zu werden, wie Gott es den Vätern in bezug auf die Nachkommen bestimmt hatte“ (Abr 1:1-4).

Danach empfing Abraham die Verheißung, dass seine Nachkommen das Recht auf dasselbe Priestertumserbe haben würden wie er. „Und ich werde segnen, die dich segnen, und verfluchen, die dich verfluchen. Und in dir (das heißt in deinem Priestertum) und deinen Nachkommen (das heißt deinem Priestertum) — denn ich gebe dir die Verheißung, dass dieses Recht in dir und deinen Nachkommen nach dir verbleiben wird (und zwar in den buchstäblichen Nachkommen, nämlich deinen leiblichen Nachkommen) – werden alle Familien der Erde gesegnet sein, ja, mit den Segnungen des Evangeliums, und das sind die Segnungen der Errettung, ja, des ewigen Lebens“ (Abr 2:11).

Folglich sind die Nachkommen Abrahams rechtmäßige Erben gemäß dem Fleisch des Priestertums und seiner Segnungen. Obgleich sie mit Christus in Gott vor der Welt verborgen gewesen sind, ist ihnen dennoch das Priestertum durch ihre Linie in der Wiederherstellung von allem übertragen worden (LuB 86:8-11). Es sind diejenigen, denen das Priestertum ... zu Recht« gehört und alles, was dazu gehört (LuB 113:6). Aber obgleich sie rechtmäßige Erben gemäß dem Fleisch sind, erhalten sie ihr Erbe erst, wenn sie dazu durch Glaube, Ergebenheit und einen rechtschaffenen Lebenswandel berechtigt sind. Persönliche Würdigkeit ist eine unabänderliche Vorausetzung für die Übertragung des höheren Priestertums.

Andererseits werden die Segnungen des Evangeliums denen vorenthalten, die aufrührerisch sind und die Heiligen verfolgen: „Sie sollen kein Anrecht auf das Priestertum haben, auch nicht ihre Nachkommenschaft nach ihnen, von Generation zu Generation“ (LuB 121:21) . Ohne das Melchisedekische Priestertum wäre den Menschen auf der Erde die Errettung im Reich Gottes nicht zugänglich, denn die Verordnungen der Errettung – zum Beispiel das Auflegen der Hände zum Empfang des Heiligen Geistes — könnten nicht rechtmäßig vollzogen werden. Folglich sind alle religiösen Organisationen falsch, die augenblicklich auf der Erde existieren, wenn sie dieses Priestertum nicht haben. „Dieses Priestertum besteht in der Kirche Gottes in allen Generationen fort. ... Es hat die Führung im Evangelium und den Schlüssel der Geheimnisse des Reichs inne, nämlich den Schlüssel der Gotteserkenntnis (LuB 84:17-19), und diese Gotteserkenntnis ist das ewige Leben (Joh 17:3). Wenn das Melchisedekische Priestertum nicht auf der Erde wäre, dann wäre die wahre Kirche nicht hier und das Evangelium Christi den Menschen nicht zugänglich. Aber wo das Melchisedekische Priestertum ist, da ist das Reich Gottes, nämlich die Kirche Jesu Christ und die Fülle des Evangeliums.

Das höhere Priestertum hat die Aufgabe, es den Menschen zu ermöglichen, Erhöhung im höchsten Himmel in der Ewigkeit zu erlangen. Der Prophet Joseph Smith schreibt: „Die Macht des Melchisedekischen Priestertums besteht darin, die Macht »endloser Leben« zu haben; denn der immerwährende Bund kann nicht gebrochen werden“ ( Teachings, S. 322). Man kann nur in, durch und aufgrund dieses Priestertum vollkommen werden. Joseph Smith sagt: „Ich rate allen, vollkommen zu werden und fleißiger in den Geheimnissen Gottes zu forschen. Ein Mensch kann nichts für sich selbst tun, Gott muss ihn auf den rechten Weg leiten, und das Priestertum dient diesem Zweck“ (Teachings, S. 364). Durch dieses Priestertum wird der Mensch ein Miterbe Christi und empfängt und besitzt die Fülle des Reiches Gottes. „Und alle, die zu diesem Priestertum ordiniert werden, werden ein Abbild des Sohnes Gottes und bleiben Priester für immer“ (Inspirierte Version, Hebr 7:3).

Alles, was mit diesem höheren Priestertum zusammenhängt, hat den Zweck, die Aufmerksamkeit des Menschen auf Geistiges zu lenken und ihm den Weg zum ewigen Leben zu weisen. Durch dieses Priestertum gehen glaubenstreue Menschen in die Ruhe des Herrn ein, nämlich in die Fülle seiner Herrlichkeit, und haben die Kraft, ihre Seele zu heiligen. Die Geheiligten ererben die celestiale Welt. .

Alle, denen das Melchisedekische Priestertum übertragen wird, empfangen ihr Amt und ihre Berufung in diesem höheren Priestertum gemäß einem Eid und einem Bund. Der Bund ist: 1. Der Mensch verspricht, seine Berufung im Priestertum zu vergrößern, die Gebote Gottes zu halten, nach jedem Wort zu leben, das aus dem Mund Gottes hervorkommt und auf den Wegen der Rechtschaffenheit und Tugend zu wandeln. 2. Gott verheißt diesem Menschen sein Erbe der Erhöhung und Göttlichkeit in seiner ewigen Gegenwart. Der Eid ist Gottes feierliches Versprechen und sein Eid, dass alle, die den Bund schließen und ihn nicht brechen, alles ererben, was Gott Vater verheißen hat.

Christus selbst hat das Melchisedekische Priestertum inne und ist Vorbild in allem, was die Errettung und die Erhöhung anbetrifft. Paulus erklärt, dass Priester im Aaronischen Priestertum ihre Berufung »ohne Eid« empfingen, dass Christus jedoch seine Berufung im Priestertum empfing „durch einen Eid dessen, der zu ihm sprach: Der Herr hat geschworen, und nie wird es ihn reuen: Du bist Priester auf ewig“ (Hebr 7:21; s. Teachings, S. 323). Alle, die Priester auf ewig sind, sind „Priester des Allerhöchsten nach der Ordnung Melchisedeks, ... Götter, ja, die Söhne Gottes“ (LuB 76:57,58). Sie sind Miterben Christi geworden und haben denselben Bund geschlossen und sind durch denselben Eid gebunden.

Der Herr offenbarte die Bedingungen des Eids und des Bundes des Priestertums in dieser Evangeliumszeit: „Denn diejenigen, die treu sind, so dass sie diese zwei Priestertümer erlangen, von denen ich gesprochen habe, und ihre Berufung groß machen, werden vom Geist geheiligt, so dass sich ihr Körper erneuern wird. Sie werden zu Söhnen Moses und Aarons und zu Nachkommen Abrahams; sie werden die Kirche und das Reich und die Auserwählten Gottes. Und alle, die dieses Priestertum empfangen, die empfangen mich, spricht der Herr; denn wer meine Knechte empfängt, der empfängt mich; und wer mich empfängt, der empfängt meinen Vater; und wer meinen Vater empfängt, der empfängt meines Vaters Reich; darum wird ihm alles gegeben werden, was mein Vater hat. Und dies ist gemäß dem Eid und Bund, der zum Priestertum gehört.

Darum: Alle diejenigen, die das Priestertum empfangen, die empfangen diesen Eid und Bund meines Vaters, den er nicht brechen kann und der unverrückbar ist. Wer aber diesen Bund bricht, nachdem er ihn empfangen hat, und sich gänzlich davon abwendet, der wird weder in dieser Welt noch in der künftigen Welt Vergebung der Sünden erlangen. Und weh all denen, die nicht zu diesem Priestertum hinkommen, das ihr empfangen habt, das ich jetzt auf euch, die ihr heute anwesend seid, durch meine Stimme aus den Himmeln bestätige; und ich habe sogar die himmlischen Scharen und meine Engel in bezug auf euch beauftragt. Und nun gebe ich euch das Gebot, in bezug auf euch selbst auf der Hut zu sein und den Worten des ewigen Lebens eifrig Beachtung zu schenken. Denn ihr sollt von jedem Wort leben, das aus dem Mund Gottes hervorkommt“ (LuB 84:33-44).

Welche Ämter und Berufungen empfangen Männer in diesem Priestertum und wie können sie diese Ämter groß machen? Um diese Frage zu beantworten, muss erklärt werden, dass es in der Kirche Ämter und Berufungen gibt. Zu einem Amt im Priestertum wird man ordiniert, aber eine Berufung hat mit der Verwaltung zu tun, und ein Mann wird berufen und dann in ein Amt eingesetzt. Ein Mann wird zum Beispiel zum Ältesten, Siebziger oder Hohen Priester im Melchisedekischen Priestertum ordiniert. Einige werden dann eingesetzt, um als Kollegiumspräsident, als Hoher Rat, als Mitglied der Pfahlpräsidentschaft oder in einer anderen Verwaltungsaufgabe zu dienen.

Sein Amt und seine Berufung groß zu machen bedeutet hier, es zu ehren, es in den Augen aller Menschen Ansehen, Würde und Respekt zu verleihen, indem man seine Aufgaben erfolgreich erfüllt. Dazu muss man zuerst lernen, was einem obliegt und sich dann mit ganzer Kraft einsetzen und die aufgetragene Arbeit verrichten. Dazu gehört auch, »den Worten des ewigen Lebens eifrig Beachtung zu schenken« und »von jedem Wort [zu] leben, das aus dem Mund Gottes hervorkommt. (LuB 84:43,44). Wer das tut, ererbt am Ende ewiges Leben im Reich Gottes. Die größten Segnungen sind denen vorbehalten, die die Fülle des Priestertums empfangen, das heißt die vollständigen Segnungen oder alle Segnungen des Priestertums. Diese Segnungen empfangen sie im Tempel Gottes (LuB 124:28,34,42; 127:8). Bestimmte Schlüsselwörter und Zeichen, die zum Priestertum gehören, müssen befolgt werden, um diese Segnungen zu empfangen (Teachings, S. 199). Diese werden nur im Tempel offenbart. Die Waschung, die Salbung, das Endowment und die Übertragung von Schlüsseln sind unerlässlich, um es dem Menschen zu ermöglichen, „die Fülle der Segnungen zu empfangen, die für die Kirche des Erstgeborenen bereitet sind, und um in die Gegenwart Elohims zu gelangen und in den ewigen Welten zu wohnen“ (Teachings, S 237). Die celestiale Ehe selbst ist eine Verordnung des Priestertums, ohne die niemand die Fülle der Herrlichkeit in den ewigen Welten erlangen kann (LuB 131: 1-3; 132). In alten Zeiten sagte man von den Ältesten Israels, die den Bund der Ehe nicht im Tempel schlossen, „dass sie das Priestertum und den Bund der Priester und Leviten befleckt haben (Neh 13:25-30).

„Diejenigen, die die Fülle des Melchisedekischen Priestertums haben, sind Könige und Priester Gottes, des Allerhöchsten, und haben die Schlüssel der Macht und der Segnung inne“ ( Teachings, S. 322). „Wenn ein Mann die Fülle des Priestertums Gottes erlangt, muss er es auf die gleiche Weise erlangen wie Jesus Christus, nämlich indem er alle Gebote hält und alle Verordnungen des Hauses des Herrn befolgt. ... Alle Menschen, die Erben Gottes und Miterben Christi werden, müssen die Verordnungen seines Reiches vollständig empfangen. Wer nicht alle Verordnungen empfängt, wird die Fülle der Herrlichkeit nicht empfangen, ja, sie vielleicht sogar ganz verlieren“ (Teachings, S. 308-309).

Es ist leider eine Tatsache, dass viele berufen aber nur wenige erwählt sind, dass heißt, viele sind zum Priestertum berufen, aber wenige sind zum ewigen Leben erwählt (LuB 95:5,6,12). „Siehe, viele gibt es, die berufen sind, aber wenige werden erwählt. Und warum werden sie nicht erwählt? Weil sie ihr Herz so sehr auf die Dinge dieser Welt gesetzt haben und nach den Ehren der Menschen streben, dass sie diese eine Lehre nicht lernen wollen, nämlich: Die Rechte des Priestertums sind mit den Himmelskräften untrennbar verbunden, und die Himmelskräfte können nur nach den Grundsätzen der Rechtschaffenheit beherrscht und gebraucht werden“ (LuB 121:34-46).

verwendete Quellen

Mormon Doctrine von Bruce McConkie

zusätzliches Material

Scripture Guide: Melchisedekisches Priestertum

Persönliche Werkzeuge