Marriner W. Merrill
Aus MormonWiki
Inhaltsverzeichnis |
Biographisches
Marriner W. Merrill wurde am 25. September 1823 in Sackville in Kanada geboren. Seine Eltern waren Nathan Merrill und Sarah Ann Reynolds. Im Jahre 1853 verließ Bruder Merrill Sackville, um sich den Heiligen in Salt Lake City anzuschließen.
1861 wurde er zum Bischof der Gemeinde Richmond im Cache Valley berufen. Dieses Amt hielt er 17 Jahre lang inne. 1879 wurde Bruder Merrill zum Ersten Ratgeber des Präsidenten des Cache Pfahles eingesetzt. In diesen Jahren war Bruder Merrill sowohl im Geschäftsleben als auch im öffentlichen Leben sehr tätig. 1884 wurde er zum Präsidenten des neu errichteten Tempels in Logan berufen. In dieser Position verblieb er bis zu seinem Tode am 7. Februar 1906. Am 7. Oktober 1889 wurde er zum Apostel ordiniert und wurde Mitglied des Rates der Zwölf. Auch dieses hohe Amt hielt er bis zu seinem Tode inne. Aufgrund außergewöhnlicher Umstände wurde Bruder Merrill 1899 auch noch zum Präsidenten des Cache Pfahles ernannt, sodass er etwa eineinhalb Jahre lang, bis er als Pfahlpräsident entlassen wurde, gleichzeitig Mitglied des Rates der Zwölf Apostel, Tempelpräsident und Pfahlpräsident war. Und trotzdem fand dieser Bruder noch die Zeit, seine vielen geschäftlichen Unternehmungen zu leiten.
Bruder Marriner Wood Merrills Leben war untrennbar mit den fundamentalen Wahrheiten des Evangeliums verbunden. Seine Sparsamkeit, seine Redlichkeit und seine Ehrlichkeit im Umgang mit seinen Mitmenschen schufen ihm Möglichkeiten, die auf andere Weise nicht hätten erlangt werden können. Bruder Merrill war sowohl in religiösen als auch in geschäftlichen Angelegenheiten von bemerkenswerter Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit. Er stellte seine Pflichten in der Kirche immer an erste Stelle und alle anderen an die zweite; aber alles wurde gewissenhaft und ehrenhaft erledigt.
Ein bemerkenswertes Erlebnis
„Im Winter 1855/56 arbeitete ich wie im vorangegangenen Jahr im North Mill Creek Canyon in den Bergen oberhalb von Salt Lake City. Ich möchte nun von einer Begebenheit erzählen, die sich damals zu-getragen hat. Im Januar war es sehr kalt, und die Temperaturen sanken oft unter 30°C. An einem Tag war es so kalt, dass sich niemand außer mir in das Canyon (= Tal) wagte. Wie an den anderen Tagen so wollte ich auch heute Bäume für den Hausbau fällen. Nachdem ich fünf Bäume gefällt und sie zum Verladeplatz gezogen hatte, begann ich wie gewöhnlich damit, sie auf einen Schlitten zu laden. Dabei legte ich immer das dicke Ende des Baumstammes auf den Schlitten und das dünnere Ende bremste im Schnee. Der Verladeplatz war sehr glatt, und deshalb war ich sehr vorsichtig. Als ich den ersten Baumstamm auf den Schlitten gelegt hatte, drehte ich mich um, um den nächsten zu holen. Doch plötzlich rutschte der eine Baumstamm vom Schlitten und traf mich mit voller Wucht an den Beinen. Ich wurde quer über die anderen vier Baumstämme geschleudert und blieb mit dem Gesicht nach unten liegen.
Bei dem Sturz verlor ich den Eisenhaken, mit dem ich den ersten Baumstamm aufgeladen hatte. So lag ich nun bäuchlings auf den vier Baumstämmen, und über meinen beiden Beinen lag der fünfte. Ich war regelrecht festgenagelt, denn der Baumstamm über meinen Beinen war eine schwere Kiefer mit einem Durchmesser von 25 cm und einer Länge von fast 7 m. Zu allem Unglück konnte ich kein Werkzeug entdecken, womit ich mich aus meiner misslichen Lage hätte befreien können. Niemand war heute im Canyon, den ich hätte zur Hilfe rufen können. So kam mir in den Sinn, dass ich wohl erfrieren und allein in den Bergen Utahs sterben müsse. Wie Sie sich vorstellen können, kamen mir viele ernste Gedanken in den Sinn. Außerdem hatte ich mir bei dem Sturz den Brustkorb und den Bauch verletzt, so dass jeder Atemzug schmerzte. Da ich mir nicht zu helfen wusste, beschloss ich, den Herrn zu bitten, mir zu helfen. Nachdem ich mich im ernsthaften Gebet an den Herrn gewandt hatte, unternahm ich erneut einen Versuch, mich zu befreien. Doch es war alles vergebens. Ich konnte den Baumstamm nicht wegschieben, der auf meinen Beinen lag. Ich plagte mich so lange, bis ich erschöpft aufgab und das Bewusstsein verlor.
Das nächste, woran ich mich wieder erinnerte, war, dass ich auf meiner Ladung Baumstämme saß und die Ochsen mich und die Ladung bereits 1,5 km von der Unfallstelle fortgezogen hatten. Mein Mantel lag neben mir und es begann mich zu frösteln. Ich redete zu meinen Ochsen, hielt sie an und blickte verwundert um mich. Dann erinnerte ich mich daran, dass ich zuletzt auf dem Verladeplatz unter einem schweren Baumstamm gelegen hatte. Wie lange ich dort gelegen hatte, weiß ich nicht genau. Ich vermute ungefähr zwei Stunden, weil ich zwei Stunden später als gewöhnlich nach Hause kam. Ich schaute auf die Ladung und stellte fest, dass ich fünf Baumstämme auf dem Schlitten hatte, drei unten und zwei obenauf. Sie waren säuberlich zusammengebunden. In einen der oberen Baumstämme war meine Axt eingeschlagen, neben mir lag die Peitsche, und ich saß wie gewöhnlich auf meinem Schaffell. Ich versuchte vom Schlitten hinunterzusteigen, um meinen Mantel anzuziehen; aber meine Beine und meine Brust schmerzten derart, dass ich mich kaum bewegen konnte.
Ich zog meinen Mantel im Sitzen an und verhüllte meine Beine, so gut ich konnte. Dann machte ich mich auf den Weg nach Hause. Meine Ochsen gingen langsam und blieben in der Spur. Den ganzen Berg hinunter ging alles problemlos, und so langte ich glücklich zu Hause an. Meine Frau hatte schon mit großer Sorge auf mich gewartet, da ich später kam als üblich. Sie half mir ins Haus, bettete mich neben die Feuerstelle und machte es mir so bequem wie möglich. Anschließend kümmerte sie sich um die Tiere und die Ladung. Ich musste etliche Tage im Hause bleiben, bevor ich wieder meiner Arbeit nachgehen konnte.
Wer mich unter die Baumstämme dem Baumstamm hervorgeholt, aufgeladen, die Ochsen angespannt und mich auf die Ladung gesetzt hat, kann ich nicht sagen. Ich kann mich nicht erinnern, irgend jemanden gesehen zu haben, und ich weiß ganz sicher, dass niemand außer mir an diesem Tag im Canyon gewesen ist. Daher schreibe ich es dem Herrn zu, dass er mein Leben gerettet hat. Er hat mich aus dieser gefährlichen Situation befreit."
„Vater, deine Trauer über meinen Tod ist ungerechtfertigt”
Bruder Merrill war ein sehr vielseitiger Mann. Er betätigte sich als Kaufmann und Mühlenbesitzer und beschäftigte sich in der Landwirtschaft, besonders mit der Viehzucht und der Milchwirtschaft. Dieses weitgespannte Betätigungsfeld erforderte natürlich umsichtige Beaufsichtigung und bedachte Lenkung. Besonders die letzteren Gebiete vertraute er seinen älteren Söhnen an. Auf den ältesten Sohn, der den gleichen Namen wie sein Vater trug, ruhte die Hauptlast der Arbeit. Doch dieser starb in der Blüte seines Lebens. Der Verlust seines Sohnes erfüllte Bruder Merrill mit großer Trauer, und es hatte fast den Anschein, als ob er den Tod seines Ältesten nicht überwinden konnte.
Apostel Merrill präsidierte damals schon über den Tempel in Logan. Aus diesem Grund reiste er oft mit Pferd und Wagen von Logan nach Richmond, wo seine Kinder lebten.
Eines Tages, es war nicht lange nach dem Tode seines Sohnes, befand sich Bruder Merrill auf dem Weg nach Hause. Er war so tief in Gedanken über seinen verstorbenen Sohn versunken, dass er gar nicht wahrnahm, was um ihn herum geschah. Plötzlich kehrte er wieder in die Gegenwart zurück, als sein Pferd mitten auf der Straße stehen blieb. Als er aufsah, stand sein Sohn neben ihm auf der Straße. Dieser redete ihn an und sagte:
- „Vater, deine Trauer über meinen Tod ist ungerechtfertigt! Du machst dir zu große Sorgen über meine Familie (sein Sohn hatte eine Frau und viele zum Teil noch kleine Kinder zu-rückgelassen) und ihr Wohlergehen. Ich habe sehr viel zu tun, und ich mache mir Sorgen wegen deiner Trauer. Ich bin in der Lage, meiner Familie einen großen Dienst zu erweisen. Sei nicht mehr traurig, denn du weißt, dass es hier viel zu tun gibt und dass es notwendig gewesen ist, dass ich abberufen worden bin. Du weißt, dass der Herr alles richtig tut.”
Mit diesen Worten verschwand Bruder Merrills Sohn. Nach diesem Erlebnis war Bruder Merrill getröstet, denn er hatte erkannt, dass der Tod seines Sohnes sich in Übereinstimmung mit dem Willen Gottes eingestellt hatte.
verwendete Quellen
Der Stern Juli 1974: 'Auszüge aus dem Buch „Exceptional Stories from The Lives of Our Apostles”, zusammengestellt von Leon R. Hartshorn; mit freundlicher Genehmigung der Deseret Bock Co., Salt Lake City.
