Lorenzo Snow
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Lorenzo Snow (1814-1901) war von 1898 bis 1901 fünfter Präsident der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage. Er war ein gebildeter und kultivierter Mann und mehrere Male Missionar der Kirche, und zwar in England, Italien, im Pazifik sowie auch in den südlichen und nordwestlichen Bundesstaaten der USA. Lorenzo Snow trat sein Amt als Präsident der Kirche zu einer Zeit an, in der die Kirche hoch verschuldet war. Er legte besonderen Wert auf das Gesetz des Zehnten und brachte die Kirche dadurch langsam wieder in die schwarzen Zahlen.
Jugend
Lorenzo Snow wurde am 3. April 1814 als ältester Sohn und fünftes der sieben Kinder des Ehepaares Oliver und Rosetta Pettibone Snow geboren. Er wuchs in Mantua, Kreis Portage, in Ohio auf, wo seine Eltern führende Stellungen im Gemeinwesen einnahmen. Sein Vater war oft beruflich unterwegs, daher waren in erster Linie Lorenzo und seine jüngeren Brüder für die Bewirtschaftung der Farm verantwortlich. Lorenzo las gerne und besuchte die öffentlichen Pflichtschulen in Mantua und in der nahegelegenen Ortschaft Ravenna, eignete sich aber eine höhere Bildung an und studierte ein Semester am damals neugegründeten Oberlin College.
Seine Familie lernt das Evangelium kennen
Die Familie Snow gehörte der Baptistenkirche an und war religiös sehr aufgeschlossen. Lorenzo war Jugendlicher, als sich der Prophet Joseph Smith etwa drei Kilometer von der Snow-Farm entfernt in Hiram, Ohio, niederließ. Obwohl Lorenzo Snows Schwester Eliza in der Biographie ihres Bruders behauptet, sein Interesse an der Mormonenkirche geweckt zu haben, während er am Oberlin College studierte, behauptet er selbst, dass bei ihnen zu Hause in Mantua aus dem Buch Mormon vorgelesen worden war und er den Propheten 1831 in Hiram besuchte. Im Gegensatz zu den üblichen Beschuldigungen, dass Joseph Smith ein „falscher Prophet” sei, schätzte Lorenzo Snow ihn als »ehrlich und „aufrichtig” ein. Später berichtete er, dass damals „in meinem Verstand ein Licht aufging, das nie wieder ausgelöscht wurde”. (IE 40, Februar 1937, S. 82-83; Lorenzo Snows Tagebuch, Archive der Kirche.) Lorenzo Snows Mutter, seine beiden ältesten Schwestern und vermutlich auch sein Vater ließen sich schon bald taufen; Lorenzo hingegen reiste unentschlossen nach Oberlin ab. Eine zufällige Begegnung mit Apostel David W. Patten verschaffte ihm weitere Informationen über die Kirche, und als Lorenzo sein Studium in Oberlin aufnahm, fiel er bei den Professoren und Studenten in Ungnade, weil er den Mormonismus verteidigte. Lorenzo Snow wollte in Kirtland mehr erfahren, reiste seinen beiden Schwestern nach und wurde am 19. Juni 1836 getauft.
Vollkommene Erkenntnis
„Etwa zwei, drei Jahre nach meiner Taufe, als ich einmal in meine Studien vertieft war, begann ich darüber nachzudenken, daß ich eigentlich noch nicht die Erkenntnis besaß, daß das Werk wahr war, daß sich mir noch nicht erfüllt hatte, was verheißen ist. nämlich : ,Wer meinen Willen tut, soll wissen. ob die Lehre wahr ist.' Das machte mich auf einmal sehr unsicher. Ich legte meine Bücher beiseite, verließ das Haus und wanderte unter dem bedrückenden Einfluß eines schwermütigen, trostlosen Geists durch die Felder. Eine unerklärliche Wolke der Finsternis schien mich einzuhüllen. Ich hatte es mir zur Gewohnheit gemacht, mich am Abend in ein Wäldchen unweit meines Hauses zurückzuziehen und dort für mich zu beten, doch diesmal verspürte ich keine Neigung dazu. Mir war nicht mehr nach Beten zumute, und der Himmel schien wie eine undurchdringliche Glocke über mir zu hängen. Schließlich wurde mir bewußt, daß es Zeit war für mein Abendgebet, und da ich es nicht missen mochte, kniete ich auch nieder, wie ich es mir zur Gewohnheit gemacht hatte, empfand aber nicht das gleiche dabei wie sonst. Kaum hatte ich den Mund aufgemacht, um zu beten, hörte ich direkt über mir etwas, das klang wie das Rascheln von seidenen Gewändern, und unmittelbar darauf kam der Geist Gottes über mich, hüllte mich ganz und gar ein, erfüllte mich vom Scheitel bis zur Sohle, und mein Glück und meine Freude kannten keinen Ausdruck! Dieser augenblickliche Übergang von der dichten Wolke seelischer und geistiger Finsternis zu dem strahlenden Licht der Erkenntnis, daß Gott lebt, daß Jesus Christus der Sohn Gottes ist und daß das heilige Priestertum und das vollständige Evangelium wiederhergestellt worden sind, läßt sich nicht mit Worten erfassen. Es war eine vollständige Taufe ein spürbares Untertauchen in dem himmlischen Grundsatz oder Element, dem Heiligen Geist: es war noch wirklicher und am ganzen Körper spürbarer als das Untertauchen im Wasser; es schließt, solange Verstand und Gedächtnis intakt sind, aus, daß ich jemals wieder an dem historisch überlieferten Bericht zweifeln könnte, daß das ,Kind von Bethlehem' wirklich der Sohn Gottes ist; sowie daran, daß er sich den Menschenkindern auch heute offenbart wie zur Zeit der Apostel. Ich war völlig zufriedengestellt und hatte wohl auch allen Grund dazu, hatten sich meine Erwartungen doch mehr als erfüllt, ja, eigentlich in unendlichem Maße. Ich weiß nicht, wie lange diese glückselige Freude und göttliche Erleuchtung mich völlig einhüllten, doch erst nach mehreren Mimten zog sich das himmlische Element, das mich erfüllte und umgab, allmählich zurück. Ich erhob mich von den Knien, das Herz floß mir über von Dankbarkeit gegenüber Gott, für die ich keinen Ausdruck fand. Ich wußte, er hatte mir übertragen. was nur ein allmächtiges Wesen übertragen kann, etwas. was von größerem Wert ist als aller Reichtum und alle Ehre der Welt. Als ich mich am Abend zur Ruhe begab, kam die gleiche wunderbare Kundgebung noch einmal, und sie wiederholte sich noch an mehreren darauffolgenden Abenden. Die holde Erinnerung an diese herrlichen Erlebnisse ist mir seitdem immer noch ganz gegenwärtig und erfüllt mein ganzes Sein mit Inspiration, und ich glaube, so wird es bis zum Ende meines irdischen Lebens bleiben” (Preston Nibley, The Presidents of the Church, Salt Lake City, 1974, S.139 f:).
Auf Mission
Lorenzo Snow gab sein College-Studium auf und ging im Frühjahr 1837 auf Mission, und zwar erst in die Gegend von Mantua, wo er einige Freunde und Verwandte taufte, sodann in andere Landkreise von Ohio und kehrte danach nach Kirtland zurück. Im Jahr 1838 zog die Familie Snow zu den anderen Heiligen der Letzten Tage nach Missouri, und Lorenzo ging wieder auf Mission — diesmal nach Illinois und Kentucky. Während sich die Heiligen der Letzten Tage dem Aufbau der Stadt Nauvoo widmeten, zogen Lorenzo Snows Eltern nach Walnut Grove in Illinois, und Lorenzo ging nach England auf Mission.
Elder Snow lehrte drei Monate im Gebiet von Birmingham das Evangelium, taufte Menschen in Greet's Green und gründete in Wolverhampton einen Zweig der Kirche. Im Februar 1841 wurde der sechsundzwanzigjährige Missionar dazu berufen, über die zehn in London bestehenden Gemeinden zu präsidieren. Im Jahr 1843 kehrte er als Führer einer 250-köpfigen Bekehrtengruppe nach Nauvoo zurück. Auf der Reise nach Amerika führte Elder Snows ruhiges Selbstvertrauen, die Heilung des im Sterben liegenden Schiffsstewards durch Elder Snow sowie der Glaube der neubekehrten Auswanderergruppe zur Bekehrung des Ersten Maates und mehrerer Schiffsbesatzungsmitglieder. Die Reisegruppe erreichte Nauvoo am 12. April 1843.
In Gehorsam zu der Offenbarung über die Vielehe heiratete Lorenzo Snow noch vor dem Exodus der Heiligen der Letzten Tage im Jahr 1846 Charlotte Squires, Mary Adalin Goddard Sarah Ann Pritchard und Harriet Amelia Squires. Auf der Reise in den Westen unterbrach die Familie Snow in Mount Pisgah in Iowa aus Krankheitsgründen ihre Reise. Zwei der drei dort geborenen Kinder überlebten den Winter. Snow wurde als Leiter der Übergangssiedlung berufen und half bei der Geldbeschaffung für die Reise in den Westen der Heiligen der Letzten Tage mit. Seine Familie kam 1848 in Salt Lake City an.
Berufung zum Apostelamt
Am 12. Februar 1849 wurde Lorenzo Snow als Mitglied des Kollegiums der Zwölf Apostel ordiniert. Noch im gleichen Sommer beauftragte man ihn, die Feier des ersten Jahrestages des Einzugs der Heiligen der Letzten Tage in das Salzseetal zu organisieren. Damals erwarb Elder Snow seinen Ruf als Veranstalter und Förderer von Festspielen zur Förderung der Moral und der Gruppenidentität. Noch Jahrzehnte später beging man in den Siedlungen wichtige Ereignisse durch Festspiele.
Während der Generalkonferenz im Oktober 1849 wurde Elder Snow nach Italien auf Mission berufen. Er reiste mit der ersten Missionarsgruppe aus Utah ab, ging zuerst nach England und kam dort durch Studium und „Licht« zu dem Entschluss, er solle mit der Missionsarbeit unter den Waldensern im norditalienischen Piemont beginnen. Gemeinsam mit seinen Mitarbeitern gelang es ihm, mehrere Waldenser zu bekehren und zur Auswanderung nach Utah zu bewegen, aber die Mission selbst wurde geschlossen. Snow begab sich in die Schweiz, ließ dort mehrere Missionare zurück und schickte zwei Missionare nach Indien. Nach seiner Rückkehr nach England wurde er für den Druck der italienischen Ausgabe des Buches Mormon zuständig. Er reiste nochmals durch Frankreich in die Schweiz und das Piemont und schloss seine Mission auf Malta ab. Nach beinahe dreijähriger Abwesenheit kehrte Elder Snow am 30. Juli 1852 nach Utah zurück und erfuhr, dass seine Frau Charlotte in der Zwischenzeit verstorben war. Er begann sich sofort im Gemeinwesen zu betätigen und gründete die Polysophische Gesellschaft zur Förderung der kulturellen Bildung. Im Herbst desselben Jahres wurde er in das Abgeordnetenhaus von Utah gewählt, wo er neunundzwanzig Jahre lang politisch tätig war, zehn Jahre als Vorsitzender des Rechtsausschusses.
Seine zahlreichen Missionen
lm Jahr 1853 wurde Elder Snow berufen, einer aus fünfzig Familien bestehenden Kolonistengruppe im Kreis Box Elder in Utah weltlich und geistlich vorzustehen. Der eigentliche Ort war eine aus Lehmziegelhütten bestehende Siedlung, die später zur Stadt Brigham City wurde. Lorenzo Snow rief eine Laienschaupieltruppe ins Leben, gründete eine öffentliche Schule sowie die Brigham City Mercantile and Manufacturing Association, die aus vierzig Abteilungen bestand. Diese genossenschaftliche Vereinigung, die zur Vereinigten Ordnung gehörte, wurde zur erfolgreichsten Genossenschaft im ganzen Utah-Territorium. Im Jahr 1875 produzierte sie Waren im Wert von 260.000 Dollar.
Im Jahr 1864 begleitete Elder Snow vier Missionare auf eine Kurzzeitmission zu den Sandwich-Inseln (heute Hawaii). Als ihr kleines Boot im Hafen von Lahaina kenterte, fiel Elder Snow ins Wasser und wäre dabei ertrunken, wenn seine Mitarbeiter nicht sofort mit der Mund-zu-Mund-Beatmung begonnen hätten – ein medizinischer Handgriff, der damals überhaupt noch nicht „erfunden” worden war. Auf Lanai schlossen die Missionare den selbsternannten Missionspräsidenten auf Hawaii, Walter Murray Gibson, Walter Murray, aus der Kirche ausgeschlossen von der Kirche aus, da dieser eine neue Kirche gegründet und Priestertumsämter sowohl an Männer als auch an Frauen gegen Geld übertragen sowie Kircheneigentum unterschlagen hatte.
Damit war es mit Lorenzo Snows Missionsreisen aber noch nicht genug. Acht Jahre später begleitete er George Albert Smith, damals Mitglied der Ersten Präsidentschaft, nach Palästina, wo sie auf dem Ölberg das Land mit Fruchtbarkeit segneten und es für die Rückkehr der Juden weihten. Im Jahr 1885 erfüllte Lorenzo Snow eine Kurzzeitmission zu den Indianern in den amerikanischen Nordweststaaten.
Kurz nach seiner Rückkehr nach Utah wurde Lorenzo Snow wegen Übertretung des Edmunds-Gesetzes aus dem Jahr 1882, das die Mehrehe verbot, verurteilt und eingesperrt. Caleb W. West. Gouverneur des Utah-Territoriums, versprach ihm Straffreiheit, wenn er die Mehrehe aufzugeben einwillige. Elder Snow lehnte jedoch mit folgenden Worten ab: :„Ich danke Ihnen, Gouverneur, aber da wir uns heilige Grundsätze zu eigen gemacht haben, für die wir bereits mehrmals unseren Besitz, unser Heim und unser Leben geopfert haben... .vertreten wir nicht die Ansicht, diese nach so langer Zeit aufgeben zu sollen, nur weil uns Gefahr droht.” (Romney, S. 381.) Lorenzo Snow verbrachte elf Monate im Gefängnis und wurde erst auf Geheiß des obersten amerikanischen Bundesgerichts freigelassen.
Elder Snow strahlte eine außergewöhnliche Reinheit und Heiligkeit aus. Im Jahr 1888 weihte er den Manti-Tempel in Utah. Rhoda W. Smith, die damals zugegen war, schrieb: „Als sich Apostel Lorenzo Snow erhob, wurden sein Haupt und seine Schultern von herrlichem Himmelslicht umgeben. Er sah einem Engel gleich.” (Spiritual Manifestations in the Manti Temple, .Millennial Star, 50, 13. August 1 888, S. 522.)
Um die Zeit seiner Bekehrung herum war Lorenzo Snow von Joseph Smith sen. ein Teil der apostolischen Macht aus alter Zeit verheißen worden: „Wenn nötig, werden auf dein Geheiß hin Tote erwachen und hervorkommen.” (Romney, S.406.) Im Jahr 1891 erweckte Lorenzo Snow eine junge Frau namens Ella Jensen wieder zum Leben, die bereits zwei Stunden lang tot gewesen war.
Lorenzo Snow wird zum Präsidenten der Kirche berufen
Anlässlich der Generalkonferenz im April 1889 wurde Lorenzo Snow als Präsident des Kollegiums der Zwölf Apostel bestätigt. Im Jahr 1893 wurde er der erste Präsident des Salt-Lake-Tempels, und am 13. September 1898 wurde er im Alter von vierundachtzig Jahren als fünfter Präsident der Kirche bestätigt. Sein fortgeschrittenes Alter machte ihm Sorgen, und er betete daher um eine Kundgebung des Willens Gottes. Lorenzo Snow bezeugte, dass ihm daraufhin der Herr im Salt-Lake-Tempel erschienen sei, ihm bestätigt habe, dass er die Berufung annehmen und die Erste Präsidentschaft sogleich umbilden solle. (S. 677-679.) Dies geschah auch sofort und ohne die damals übliche längere Übergangszeit nach dem Tod der ersten vier Präsidenten. Damit war die Regel der unmittelbaren Nachfolge im Amt des Präsidenten der Kirche eingeführt.
Durch Lorenzo Snows Amtsantritt wurde auch endgültig geklärt und festgelegt, dass der Rang eines Apostels nicht aufgrund seines Alters, sondern nach dem Datum seiner Ordimerung zum Apostel bestimmt wird. Voller Demut und Bescheidenheit sagte Präsident Snow zum Kollegium der Zwölf:
- „Ich möchte nicht, dass die Zeit meines Wirkens als `Präsident Snows Amtszeit' bezeichnet wird, sondern als die Zeit des Wirkens Gottes durch Lorenzo Snow.” (L.D.S. Biouraphical Encyclopedia, Bd. 1, S. 30, Salt Lake City, 1901.)
Schulden und das Gesetz des Zehnten
Bis zum Jahr 1898 hatte die Kirche Außenstände in Höhe von 2,3 Millionen Dollar, was angesichts ihrer Ressourcen eine überwältigende Schuldenlast darstellte. Der Hauptgrund dieser Verschuldung war der Heimfall des Kircheneigentums an die amerikanische Regierung nach dem Edmunds-Tucker-Gesetz aus dem Jahr 1887. Der Großteil der finanziellen Rücklagen der Kirche, unter anderem auch die Zehntenkonten, waren von der Regierung konfisziert worden. Viele Heilige der Letzten Tage reagierten darauf, indem sie keine Barspenden mehr an die Kirche leisteten. Im Vergleich zu den über 500.000 Dollar, die die Kirche in den achtziger Jahren jährlich eingenommen hatte, waren es in den neunziger Jahren nur mehr 350.000 Dollar.
Die Erste Präsidentschaft konsolidierte die Schulden der Kirche, legte zwei öffentliche Schuldverschreibungen in Höhe von 500.000 Dollar auf und verkaufte ihre maßgeblichen Beteiligungen an vielen Firmen. Diese Maßnahmen erleichterten die Lage der Kirche zwar, waren aber nicht genug. Als Präsident Snow 1899 im Tabernakel von St. George eine Ansprache zur Verschuldung der Kirche hielt, empfing er eine göttliche Kundgebung und sagte sodann: „Dies ist die Antwort auf unsere finanziellen Schwierigkeiten. Auch wenn wir als Kirche noch so schwer verschuldet sind, so werden wir die Fesseln der Verschuldung abstreifen können, wenn wir als Volk der Kirche einen vollen und ehrlichen Zehnten zahlen.” (MFP 3, S. 322; siehe auch Tagebucheintrag vom 8. Mai, 1899.) Er überbrachte diese Botschaft an alle Heiligen der Letzten Tage im ganzen Territorium und rief eine Neuverpflichtung gegenüber dem Gesetz des Zehnten in den Menschen wach. Die Schulden der Kirche konnten noch vor seinem Tod getilgt werden.
ein neues Jahrhundert
Mit dem Anbruch eines neuen Jahrhunderts wies Präsident Snow auf die weltweite Mission der Generalautoritäten der Kirche hin: „Hier sind die Apostel und Siebziger, und ihre Aufgabe besteht darin, die Nationen der Erde zu warnen und sie auf das Kommen des Erretters vorzubereiten.” (CHC6. S. 377.) Er forderte die Heiligen der Letzten Tage auf, in ihren Heimatländern zu bleiben und anstatt nach Salt Lake City auszuwandern, die Kirche zu Hause aufzubauen.
Zu Präsident Snows Plänen gehörte, in Russland, Österreich und Lateinamerika die Missionsarbeit einzuleiten. Er eröffnete erneut die Mexiko-Mission und beauftragte Heber J. Grant vom Kollegium der Zwölf Apostel mit der Gründung einer Mission in Japan. Junge Männer wurden als Pfahlmissionare der Gemeinschaftlichen Fortbildungsvereinigung Junger Männer berufen, um die jugendlichen zu vermehrter Teilnahme an der GFV zu bewegen.
Präsident Snow ging es gesundheitlich inmer schlechter, und er starb am 10. Oktober 1901 im Beehive-House, dem damaligen Wohnsitz des Präsidenten der Kirche. Zum Zeitpunkt seines Todes gab es 50 Pfähle und 292.931 Mitglieder der Kirche. Während seiner dreijährigen Amtszeit war die Kirche um 10 Pfähle und 25.680 Mitgliedergewachsen.
Lorenzo Snow war ein kleingewachsener und schlanker Mann. Er war 1.65 m groß und wog 64 kg. Er hatte ruhige, graue Augen und trug einen Vollbart. Er war Forscher, Lehrer, Missionar, Politiker, Genossenschaftsleiter, Financier, Tempelarbeiter und Prophet. Durch seinen vergeistigten Gesichtsausdruck und seine gütige, sanfte Würde wirkte er auf Mormonen und Nichtmormonen gleichermaßen beeindruckend. Als ihn ein protestantischer Geistlicher zum ersten Mal kennenlernte, sagte dieser: :„Voller Überraschung blickte ich in das heiligste Antlitz, das ich je gesehen habe ... Mich überkam das seltsamste Gefühl, nämlich dass ich auf heiliger Erde stünde.” Ein anderer Geistlicher sagte:
- „Sein ganzes Wesen ist sanft wie das eines Kindes. Man wird ihm vorgestellt, man findet ihn sympathisch, man spricht mit ihm, man mag ihn. Man unterhält sich längere Zeit mit ihm ... und man gewinnt ihn lieb.” (Romney, S. 14-16.)
Sein Zeugnis
Wenn wir so leben, können wir voller Erwartung dem Land der Geister, das weit entfernt liegt, entgegensehen, mit voller Sicherheit, daß wir dann dort eine Stätte der Glückseligkeit erreichen werden, wo wir mit den Söhnen und Töchtern Gottes gekrönt und den Reichtum und die Herrlichkeit eines celestialen Reiches erlangen werden.
Der Apostel Paulus belehrte die Heiligen zu seiner Zeit, daß sie so gesinnt sein sollten, wie Jesus Christus es war, der, als er feststellte, daß er in der Gestalt Gottes war, es nicht als Raub erachtete, Gott gleich zu sein. Der Apostel Johannes hat zum gleichen Thema gesagt, daß wir Jesus, wenn er erscheinen wird, gleich sein werden. „Ein jeglicher, der solche Hoffnung hat zu ihm, der reinigt sich, gleichwie Gott auch rein ist.“
Wie der Mensch ist, war einst Gott – ja, ein kleines Kind in Bethlehem, das von der Kindheit über das Knabenalter und das Mannesalter zum Gottestum aufstieg; dies als ist der „Siegespreis, den die in Christus Jesus ergangene himmlische Berufung Gottes in Aussicht stellt.“ Wir sich die Kinder Gottes, die von ihm in der Geisterwelt gezeugt wurden, wo wir seiner Wesensart teilhaftig waren, wie Kinder hier im Ebenbild ihrer Eltern sind. Unsere Prüfung und Leiden vermitteln uns Erfahrung und schaffen in uns Grundlagen für die Göttlichkeit.
zusätzliches Material

