Haus Israel
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ARTIKEL: Wir glauben an die buchstäbliche Sammlung Israels und an die Wiederherstellung der Zehn Stämme
Der Sammelname und Titel Israel bezeichnete ursprünglich einen Menschen, dem der Herr eine Bitte erfüllen musste, einen Kämpfer Gottes”, einen, der mit Gott gerungen hatte, einen Fürst Gottes. Dies sind einige der gebräuchlichsten Übertragungen ins Deutsche. Der Name erscheint in der Heiligen Schrift zuerst als ein Titel, den der Herr dem Patriarchen Jakob gab, als dieser seinen Entschluss, sich von dem himmlischen Besucher in der Wildnis eine Segnung zu sichern, durchsetzte. Darauf erhielt er die Verheißung: „Nicht mehr Jakob wird man dich nennen, sondern Israel (Gottesstreiter); denn mit Gott und Menschen hast du gestritten und hast gewonnen.” (Genesis 32:29) Wir lesen dann weiter: „Gott erschien Jakob noch einmal nach seiner Rückkehr aus Paddan-Aram und segnete ihn. Gott sprach zu ihm: Dein Name ist Jakob. Dein Name soll jedoch nicht mehr Jakob lauten, sondern Israel soll dein Name sein. Er gab ihm also den Namen Israel.” (Genesis 35:9-10)
Indessen erfuhr die zugleich als Name und als Titel gebrauchte Bezeichnung, die unter so feierlichen Umständen erteilt worden war, bald eine weitergehende Anwendung und wurde zur Benennung der gesamten Nachkommenschaft Abrahams durch Isaak und Jakob (siehe 1. Samuel 25:1; Jesaja 48:1; Römer 9:4; 11:1), mit denen der Herr einen Bund gemacht hatte, dass durch sie und ihre Nachkommen alle Völker der Erde gesegnet werden sollten (siehe Genesis 12:13; 17:18; 26:3,4; 28:13-15). Der Name eines einzelnen Patriarchen wurde so zum Namen eines ganzen Volkes, dessen zwölf Stämme sich des TitelsIsraeliten oder Kinder Israel erfreuten. Unter diesem Namen waren sie in den dunklen Tagen der ägyptischen Knechtschaft bekannt (siehe Exodus 1:1, 7; 9:6-7, 12:3), dann während der vier Jahrzehnte ihres Auszuges und ihrer Wanderung nach dem verheißenen Land (Exodus l2:35, 40; 13:19; 15:1; 35:20, 30; Levitikus l:2; 20:1,19,24 etc.), und weiterhin, während der Zeit ihres Bestehens als ein mächtiges Volk unter der Regierung der Richter und noch später als eine geeinigte Nation unter Saul, David und Salomo, die zusammen hundertundzwanzig Jahre lang regierten (siehe die vielen Stellen im Buch der Richter; 1. und 2. Samuel und 1. und 2. Könige).
Nach dem Tode Salomos etwa ums Jahr 975 vor Christus spaltete sich das Königreich. Der Stamm Juda und ein Teil des Stammes Benjamin anerkannten Rehabeam, den Sohn und Nachfolger Salomos, als ihren König, während der übrige Teil des Volkes, gewöhnlich die zehn Stämme genannt, sich gegen Rehabeam empörte und so den Zusammenhang mit dem Hause Davids zerriss. Diese zehn Stämme wählten sich Jerobeam zum König. Die unter Jerobeam vereinigten Stämme behielten den Namen Reich Israel bei, wenngleich sie auch unter der Bezeichnung Ephraim (siehe Jesaja 11:13; 17:3; Ezechiel 37:16-22; Hosea 4:17) bekannt waren (nach dem vornehmsten ihrer Stämme). Dagegen wurden Rehabeam und seine Untertanen das „Reich Juda” geheißen. Etwa zweihundertfünfzig Jahre lang bestanden diese beiden Reiche getrennt nebeneinander. Später (721 v. Chr.) wurde die Unabhängigkeit des Reiches Israel vernichtet und das Volk von den Assyrern unter Salmanasser in die Gefangenschaft geführt. Das Reich Juda bestand über ein Jahrhundert länger. Nebukadnezzar machte ihm aber ein Ende und führte das Volk in die babylonische Gefangenschaft. Siebzig Jahre lang verblieb es dort, eine Tatsache, die Jeremia (siehe Jeremia 25:11; 12; 29:10) vorhergesagt hatte. Endlich erweichte der Herr die Herzen der regierenden Könige, und der Perserkönig Cyrus schenkte dem Volke die Freiheit wieder. Es durfte nach Judäa zurückkehren und in Jerusalem den Tempel des Herrn wieder aufbauen.
Das Volk, alsdann gewöhnliche Hebräer oder Juden genannt, behielt als nationalen Namen die Bezeichnung Israel bei, obschon es von den ursprünglichen zwölf Stämmen kaum noch zwei vollständige umfasste. Der Name Israel, auf diese Weise vom Überrest eines einst mächtigen Volkes mit lobenswertem Stolze weitergeführt, wurde später in biblischem Sinne auf das Bundesvolk angewandt, das die Kirche Christi bildete (siehe Römer 9:6; Galater 6:16); in diesem Sinne wird er noch heute gebraucht. Die Israeliten, wie wir ihnen in der Geschichte zuerst begegnen, waren ein geeinigtes Volk. Damit wir die tatsächliche Bedeutung der Sammlung verstehen, auf die sich der 10. Glaubensartikel bezieht, müssen wir zuerst die Wegführung und die Zerstreuung betrachten, der das Volk unterworfen wurde. Die heiligen Schriften enthalten eine Fülle von Prophezeiungen hierüber; Bibel und Weltgeschichte geben vereint Zeugnis von ihrer Erfüllung.
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Hebräer
„Sem wird der Vater aller Kinder von Eber” genannt, wie Ham der Vater Kanaans ward. Die Hebräer und Kanaaniter kamen oft miteinander in Berührung und zeigten die jeweiligen Eigenschaften der Semiten und Hamiten. Der Ausdruck „Hebräer” wird so abgeleitet von „Eber”. (Genesis 10:21, verglichen mit Levitikus 24:24.) Der Verfasser des Artikels „Hebräer” in Cassells biblischem Wörterbuch bezweifelt die Beweise, die für die Ableitung des Wortes Hebräer von „Eber” oder „Heber” vorgebracht werden können, und sagt: „Alles, was wir mit Bestimmtheit bestätigen können, ist, dass der Ausdruck auf Abraham und die Nachkommen Jakobs allgemein angewandt wird. Die mit dem Wort verbundene Bedeutung, zusammen mit seinem dunklen Ursprung genügt als Erklärung für die mannigfachen darüber angestellten Vermutungen und Betrachtungen. Es mag noch hinzugefügt werden, daß einige Gelehrte den Namen Hebräer ein wenig geändert auch auf den Denkmälern Ägyptens gefunden haben. Wenn diese Beobachtung erwiesen ist, wird sie auch deshalb von Wert sein, weil damit gezeigt werden kann, dass wenn die Ägypter Joseph einen Hebräer nannten, sie die von ihnen allgemein angenommene Bezeichnung gebraucht haben.”
Juden
Der Ausdruck bedeutet eigentlich ein Mann aus Juda oder ein Nachkomme Judas. Das Wort wurde dann aber auch auf alle angewandt, die sonst als Hebräer bezeichnet werden. Es scheint erst lange nach der Empörung Jerobeams und der zehn Stämme in Gebrauch gekommen zu sein. Solange das Königreich Juda bestand, wurde es natürlich zur Bezeichnung der Bürger dieses Reiches gebraucht (2. Könige 16:6; 25:25), jedoch kommt es in diesem Sinne nur selten vor. Nach der Gefangenschaft nahm es die erweiterte Bedeutung an, die es heute hat. Es ist von den übriggebliebenen sämtlicher Stämme angenommen worden und war der eine Name, unter dem die Nachkommen Jakobs in der ganzen Alten Welt bekannt waren; sicherlich war er weit bekannter als der Ausdruck Hebräer. Er erscheint in den Büchern Esras, Nehemias, Daniels, Esthers usw., findet sich in den Apokryphen und allgemein auch in Josephus und im Neuen Testament Cassells Biblisches Wörterbuch.
„Unter der Gottesherrschaft waren sie als die ,Hebräer' bekannt, unter der Monarchie als die ,Israeliten` und unter der Fremdherrschaft als die >Juden<. Ihre heutigen Vertreter nennen sich selbst Hebräer in Rasse und Sprache, Israeliten in Religion und Juden im Sinne beider.” Standard Dictionary.
verwendete Quellen
- Die Glaubensartikel von James E. Talmage
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