Krankensegen

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Ist einer von euch krank? Dann rufe er die Ältesten der Gemeinde zu sich; sie sollen Gebete über ihn sprechen und ihn im Namen des Herrn mit Öl salben. Das gläubige Gebet wird den Kranken retten, und der Herr wird ihn aufrichten (Jakobus 5:14-16). Diese Worte des Jakobus fassen die Handlungsweise der Kirche zu allen Zeiten in bezug auf die Krankensegnung zusammen (LuB 42:43,44; 66:9; Markus 5:23; 6:5, 16:18, Lukas 4:40,41; 13:11-13; Apostelgeschichte 28:8). Die Krankensegnung besteht aus zwei Teilen: Der Salbung und der Siegelung. Beide werden durch das Auflegen der Hände vollzogen.

In der Regel wird in der Kirche die Krankensegnung dann vorgenommen, wenn der Kranke oder jemand, der dem Kranken sehr nahe steht, die Segnung erbittet, damit sie im Glauben durchgeführt wird. Wer die Krankensegnung durchführt, soll den Kranken ermutigen, sich auf die Verheißung Gottes zu verlassen: „Alles, was ihr den Vater in meinem Namen bittet sofern es gut ist und ihr voll Glauben darauf vertraut, dass ihr es empfangen werdet siehe, das wird euch geschehen” (Moroni 7:26). Wenn nötig, soll der Kranke dazu ermutigt werden, die Gebote Gottes zu halten, damit er Glauben entwickeln kann und dadurch Anspruch auf die Segnungen des Herrn hat.

Bei der Ausführung der Krankensegnung salbt einer der Ältesten das Haupt des Kranken in der Nähe des Wirbels mit reinem Öl zur Wiederherstellung der Gesundheit. Gewöhnlich siegelt er die Salbung nicht selbst. Man verwendet reines Olivenöl, das vorher zur Salbung und Heilung von Kranken im Haushalt des Glaubens geweiht worden ist. Das geweihte Öl wird nicht eingenommen oder dazu verwendet, den Körper oder die betroffenen Körperteile damit einzureiben. Das gehört nicht zur Verordnung der Krankensegnung.

Nach der Salbung legen zwei oder mehr Älteste ihre Hände auf das Haupt des Kranken. Einer von ihnen siegelt die Salbung. Der Sprecher betet, segnet, verheißt, spricht und gebietet dem Leiden Einhalt, so, wie es der Geist Gottes ihm eingibt.

Gewöhnlich genügt eine Segnung für eine Erkrankung, aber in schweren Fällen oder wenn es unter gewissen Umständen angebracht ist, kann ein Kranker auch mehr als einmal während seiner Krankheit gesegnet werden. Wenn ein Kranker vor kurzem eine Krankensegnung empfangen hat, aber einen zweiten Segen verlangt, segnen die Ältesten ihn gewöhnlich mit der Vollmacht des Priestertums, ohne die Salbung zu wiederholen. Wenn im Notfall nur ein Ältester zu erreichen ist, kann er den Kranken entweder segnen oder die ganze Krankensegnung mit der Salbung und Siegelung abermals durchführen.

Heilungen, die aufgrund einer Krankensegnung erfolgen, sind ein Beweis der Göttlichkeit des Werkes des Herrn. Wo sie vorkommen, da ist auch das Reich Gottes. Wo sie nicht vorkommen, da ist das Reich Gottes nicht. Ernsthafte Wahrheitssucher müssen sich deshalb vor satanischen Vorspiegelungen wahrer Verordnungen in acht nehmen.

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