Heiligung

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Wer geheiligt wird, ist rein und makellos, frei vom Blut und den Sünden der Welt, ein neues Geschöpf des Heiligen Geistes. Sein Körper wird durch die Wiedergeburt des Geistes erneuert. Heiligung ist ein Zustand der Heiligkeit, der nur durch Befolgen der Gesetze und Verordnungen des Evangeliums erreicht werden kann. Der Plan der Erlösung wurde dem Menschen gegeben, damit er seine Seele heiligen und würdig werden kann, das celestiale Reich zu ererben.

Heiligung ist eine grundlegende Lehre des Evangeliums (LuB 20:31-34). Der Mensch soll glauben, umkehren und sich taufen lassen, damit er „durch den Empfang des Heiligen Geistes geheiligt” wird und dadurch makellos vor dem Richterstuhl Christi stehen kann (LuB 27:19-21).

Moroni fasst den Plan der Erlösung mit folgenden Worten zusammen: „Ja, kommt zu Christus, und werdet in ihm vollkommen, und verzichtet auf alles, was ungöttlich ist, und liebt Gott mit aller Macht, ganzem Sinn und aller Kraft, dann ist seine Gnade ausreichend für euch, damit ihr durch seine Gnade in Christus vollkommen seiet; und wenn ihr durch die Gnade Gottes in Christus vollkommen seid, könnt ihr die Macht Gottes keineswegs leugnen. Und weiter: Wenn ihr durch die Gnade Gottes in Christus vollkommen seid und seine Macht nicht leugnet, dann seid ihr durch die Gnade Gottes in Christus geheiligt, nämlich dadurch, dass das Blut Christi vergossen wurde, das im Bund des Vaters der Vergebung eurer Sünden dient, damit ihr heilig werdet, ohne Makel” (Moroni 10:32,33).

Der Ruf „heiligt euch” ergeht fortwährend an die Heiligen (LuB 39:18; 43:9,11,16; 133:4; Levtikus 11:44; 1 Petrus l:15). Diesem Ruf kann der Mensch durch Gehorsam zum „Gesetz Christi” folgen (LuB 88:21,34,35), und seine Heiligung wird durch das Sühnopfer Christi möglich (LuB 76:41). Und „alle diejenigen, die eine Züchtigung nicht ertragen, sondern mich verleugnen, können nicht geheiligt werden”, sagt der Herr (LuB 101 :5). Diejenigen aber, die ihre Berufungen im Melchisedekischen Priestertum treu erfüllen, „werden vom Geist geheiligt, so dass sich ihr Körper erneuern wird” (LuB 84:33). Alma spricht von vielen, die diesen Zustand der Heiligung erreicht haben: „Darum wurden sie nach dieser heiligen Ordnung berufen, und sie wurden geheiligt, und ihre Kleider wurden durch das Blut des Lammes weiß gewaschen. Nachdem sie also durch den Heiligen Geist geheiligt worden waren, indem sie ihre Kleider hatten weiß machen lassen und vor Gott rein und fleckenlos dastanden, konnten sie nur mit Abscheu auf Sünde blicken; und es gab viele, überaus viele, die rein gemacht wurden und in die Ruhe des Herrn, ihres Gottes, eingingen” (Alma 3:11,12). Wer diesen Zustand der Reinheit und Vollkommenheit erlangt, wird imstande sein, Gott und sein Reich zu sehen (LuB 84:23; 88:68; Ether 4:7). Die drei Nephiten „wurden im Fleische geheiligt, so dass sie heilig waren und die Mächte der Erde sie nicht halten konnten” (3. Nephi 28:39).

Wenn ein Mensch in diesem Leben geheiligt wird (LuB 105:31,35,36) und weiterhin an der Wahrheit festhält, ererbt er zusammen mit den Geheiligten das celestiale Reich (LuB 76:21; 88:2,116). „Und dem, der umkehrt und sich vor dem Herrn heiligt, wird ewiges Leben gegeben” (LuB 133:62). Selbst Geheiligte haben jedoch keine absolute Garantie, dass sie errettet werden. „Aber es ist möglich, dass der Mensch die Gnade verwirken und den lebendigen Gott verlassen kann, darum sollen die Mitglieder der Kirche achtgeben und immer beten, damit sie nicht in Versuchung fallen, ja, und selbst diejenigen, die geheiligt sind, sollen achtgeben” (LuB 20:32-34).

Heiligung ist eine persönliche Belohnung, die auf persönlicher Rechtschaffenheit beruht. Die guten Werke eines Menschen können nicht auf einen anderen übertragen werden. Es ist ein Irrtum, wenn man nach Paulus annimmt, dass der ungläubige Ehemann durch seine Frau oder die ungläubige Ehefrau durch ihren Ehemann geheiligt werden kann (1. Korinther 7:14). Wie wir durch neuzeitliche Offenbarungen wissen, hat Paulus an dieser Stelle seine eigene Meinung über die sozialen Verhältnisse seiner Zeit ausgedrückt. Damals glaubte man, dass Kinder „unrein” sein könnten. Die Wahrheit ist jedoch: „Kleine Kinder aber sind heilig, denn sie sind durch die Sühne Jesu Christi heiliggemacht” (LuB 74).

Die Erde wird bald „in ihrem geheiligten, unsterblichen und ewigen Zustand” sein (77:1,12; s. 130:9). Wenn die Erde eine celestiale Sphäre wird, sollen „die Armen und Sanftmütigen der Erde sie ererben. Darum muss sie notwendigerweise von allem Unrecht geheiligt werden, damit sie für die celestiale Herrlichkeit vorbereitet werde” (LuB 88:17-26).

Heiligkeit

Solange die Heiligen der Letzten Tage sich an die Gesetze und Verordnungen des Evangeliums halten, haben sie die Kraft, den Stand der vollkommenen Heiligkeit vor dem Herrn zu erlangen (LuB 60:7). Dieser Stand bedeutet geistiges Leben, Göttlichkeit, unbeeinträchtigte Unschuld und erwiesene Tugend. „Dadurch, dass das Blut Christi vergossen wurde”, empfangen die Gehorsamen Vergebung ihrer Sünden und werden „heilig..., ohne Makel” (Moroni 10:32,33 3 Nephi 28:39; LuB133:35). „Ihr sollt euch heiligen, um heilig zu sein; denn ich bin der Herr, euer Gott” (Levitikus 20:7). Übt „Tugend und Heiligkeit” vor mir (LuB 38:24). „Ihr werdet euch verpflichten, in aller Heiligkeit vor mir zu handeln” (LuB 43:9). Führt „in Glaube, Liebe und Heiligkeit ein besonnenes Leben” (1. Timotheus 2:15; 2. Korinther 7:1; Epheser 1:4; Hebräer 12:10-14; LuB 2O:69; 21:4; 46:7). Vieles, was mit der Kirche und dem Reich Gottes zu tun hat, wird in der Schrift als heilig bezeichnet: Länder, Gesetze, Propheten, Verträge, Priestertum und anderes mehr. Heilige Geheimnisse des Reiches werden dem Menschen nur dann angeboten, wenn er durch seinen heiligen Lebenswandel gezeigt hat, dass er bereit ist, sie zu empfangen (Alma 12:9-11). Die Knechte des Herrn erhalten das strenge Gebot von Gott: „Gebt das Heilige nicht den Hunden” (Matthäus 7:6; 3. Nephi 14:6).

verwendete Quellen

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