Geschichte der Kirche in Deutschland
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VON JAY M. TODD
Nur wenige Nationen oder Völker waren so mächtig und haben eine solche Blüte des Handels, der Bildung, der Wissenschaften und der Kultur erlebt wie die deutschsprachigen Länder in der zweiten Hälfte des neunzehnten und zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts. In diesen Jahren ist auch zum erstenmal ein junger Mormonenmissionar aus dem fernen Westen in diese Länder gekommen.
Die größten Errungenschaften der Menschheit sind eng mit den Namen großer deutscher Männer verknüpft: Luther, Goethe, Bach, Beethoven, Wagner, Kopernikus, Kant und viele andere.
In der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts war Deutschland auf fast allen Gebieten der Wissenschaft führend. Es war berühmt wegen seiner Universitäten, die es zum Mekka der Studenten aus aller Welt machten. Es war die größte militärische Macht und die größte Industriemacht des Kontinents. Es war eine geschäftige, zuversichtliche Nation, deren Stadt- und Kleinstaaten sich erst 1871 unter Bismarck zum Deutschen Reich zusammengeschlossen hatten — der jüngsten europäischen Macht. In diesem Mahlstrom intellektueller, wirtschaftlicher und militärischer Blüte begann der Mormonenmissionar die Saat der Demut und des Friedens. Seine Arbeit war schwer.
Das erste Mitglied der Kirche, das seinen Fuß auf deutschen Boden setzte, war jedoch kein Missionar aus Amerika. Es war James Howard, ein bekehrtes Mitglied aus England; er kam als Gießereiarbeiter nach Hamburg. Auf Wunsch der Brüder in England versuchte er das Evangelium zu verkünden; er hatte jedoch mit so großen Schwierigkeiten zu kämpfen, daß er am 13. September 1840 seiner Frau schrieb: „Ich bin zu schwach, um ohne sie (die Brüder) hier in Hamburg etwas zu erreichen.”
Zehn Jahre lang wurde nicht viel unternommen, um das Evangelium in den deutschsprachigen Ländern zu verbreiten, obgleich Orson Hyde auf seinem Weg nach Palästina zehn Monate in Deutschland weilte. Erst 1851 konnte man in Deutschland die erste Taufe verzeichnen. Aber das Werk gedieh nur langsam und stieß bei den Behörden auf beträchtlichen Widerstand: Zuerst wurde ein Missionar und dann ein zweiter aus einem Stadtstaat ausgewiesen. Im Jahre 1855, drei Jahre nach der Veröffentlichung des Buches Mormon in deutscher Sprache, gab es in Deutschland erst 165 Mitglieder. In der Schweiz war es nicht viel besser, 1854 gab es dort 144 Mitglieder.
Erst gegen Ende der sechziger Jahre begann sich das Bild etwas aufzuhellen, und die Zahl der Bekehrungen stieg steil an. 1868 schrieb Karl G. Mäser, ein gebürtiger Deutscher, der zum Präsidenten der deutsch-schweizerischen Mission berufen wurde: ,.Seit einiger Zeit gibt es in der Mission Anzeichen für einen bevorstehenden Wandel. Es ist wie das Kräuseln des Wassers, das den nahenden Windhauch anzeigt. Es zeigt sich, daß ein anderer Geist eingekehrt ist."
Bruder Mäser kehrte 1870 nach Utah zurück, um die Leitung der neuen Brigham-Young-Akademie in Provo zu übernehmen. In den Jahren seines Wirkens in Deutschland schlossen sich 600 Menschen der Kirche an; mit wenigen Ausnahmen waren es Schweizer. Noch immer aber erlebten die Missionare, daß man auf ihre Botschaft so reagierte, wie es Alt. C. W. Wilcken beschrieb: „Die Deutschen sagen, sie seien zu gescheit, um an Engelserscheinungen zu glauben und daran, daß der Mensch in der heutigen Zeit noch Offenbarungen empfängt. Als ich in Holstein missionierte, sagte man mir, ich könnte diesen Unsinn wohl den Indianern erzählen, aber nicht einem aufgeklärten Volk. Sie lachten darüber."
Und so ging es weiter. Im Gegensatz zu den Tausenden, die sich in England und Skandinavien der Kirche anschlossen, hatte die Kirche bis zur Jahrhundertwende in den deutschsprachigen Gebieten nur wenig Erfolg. Es entstanden nur vereinzelte Gemeinden, die oftmals nicht lange bestehen blieben. Die Öffentlichkeit zeigte keinerlei Interesse, und das Verhältnis zu den Behörden war frostig. In der Schweiz war es um die Bekehrungen noch trauriger bestellt. Hundert Jahre lang — von 1860 bis 1960 — lag die jährliche Zahl der Bekehrtentaufen unter dem Höchststand von ungefähr 300 im Jahr 1862.
Wer sich der Kirche anschloß, erkannte bald, daß er nach Amerika auswandern mußte, damit er seine Kinder unter Heiligen der Letzten Tage aufziehen konnte — und bis zu den 40er Jahren haben sich die deutsch-sprachigen Heiligen oft dazu entschlossen. Die Folgen des wirtschaftlichen Zusammenbruchs in Deutschland im Jahr 1875 haben sie in diesem Entschluß noch bestärkt. Nach dem Zusammenbruch sind schätzungsweise zweieinhalb Millionen Deutsche nach Amerika ausgewandert.
Jahr um Jahr kamen neue Missionare, und Jahr um Jahr ließen sich „einer aus einer Stadt und zwei aus einem Geschlecht" taufen (siehe Jer. 3:14). Doch Jahr um Jahr trafen die Sendboten der Wahrheit auf versteckte oder offene Feindschaft, wie es aus folgenden wahllos herausgegriffenen Sätzen in den Missionsgeschichtsberichten hervorgeht: „Unser Gesuch um die Erlaubnis, in Baden zu missionieren, wurde abgelehnt” — 1875. „Präsident Stucki wurde festgenommen und verurteilt, weil er ein Flugblatt veröffentlicht hat” — 1876. „Die Missionare wurden gefangengesetzt und ausgewiesen” — 1880. „Die ersten Bekehrten in Österreich getauft” — 1883. „Auf der Suche nach Missionaren wurde die ganze Gemeinde verhaftet. Die Bücher wurden konfisziert” — 1897. „In Sachsen wurde den Ältesten von der Behörde mitgeteilt, daß sie keine Sonntagsschule abhalten dürfen und daß keine Kinder unter 18 Jahren an den Versammlungen teilnehmen dürfen. Es wurde ihnen auch nicht gestattet, Traktate zu verteilen” — 1900.
Mit dem neuen Jahrhundert schien in Deutschland zumindest teilweise ein neuer Geist einzukehren. 1906 kam Präsident Joseph F. Smith nach Deutschland. Er war der erste Präsident, der in seiner Amtszeit Auslandsreisen unternahm. Ein Jahr darauf schrieb Präsident Serge F. Ballif von der deutsch-schweizerischen Mission: „Auf meinen Reisen sehe ich viele Menschen, die, wie ich glaube, für das Evangelium bereit sind; ich fühle es in meinem Innern.” Er täuschte sich nicht. In den darauffolgenden Jahren schlossen sich über 2.500 Bekehrte der Kirche an. Diese Zahl brach alle Taufrekorde in den deutschsprachigen Ländern.
Doch der Widerstand gegen die „amerikanische” Kirche schwand nicht. Wenige Jahre später, am 30. August 1914, kam aus dem Hauptsitz der Kirche die völlig unerwartete Mitteilung: „Entlassen Sie alle Missionare und sorgen Sie unverzüglich dafür, daß sie nach London abreisen ...” Fast zweihundert Missionare aus ungefähr sechzig Gemeinden in Deutschland und der Schweiz reisten nach England ab. Der Erste Weltkrieg war ausgebrochen.
Auf den Monat genau drei Jahre später erhielt Präsident Angus J. Cannon von der Regierung die Erlaubnis, die deutschen Gemeinden der Kirche zu besuchen. Er berichtete: „Die Wirren des Krieges haben zwangsläufig zur Auflösung einiger Gemeinden und zu einem beträchtlichen Mitgliederverlust in zahlreichen anderen Gemeinden geführt, denn viele Gemeindebeamte und Mitglieder wurden einberufen, und einige sind nicht wieder zurückgekehrt. Es ist jedoch höchst bemerkenswert, daß die meisten Gemeinden, eigentlich fast alle, trotzdem eine gewisse Organisation aufrechterhalten haben und Versammlungen abhalten, wann immer und wo immer es möglich ist...” Das gleiche wiederholte sich zwanzig Jahre später, als „der Führer” Adolf Hitler an der Macht war.
Diese zwanzig Jahre zwischen den beiden Weltkriegen waren für die Kirche in den deutschsprachigen Ländern eine glückliche Zeit. Als auf der Welt wieder Frieden einzog, begann der Plan des Friedefürsten wieder das Herz der Aufrichtigen zu durchdringen. Präsident Serge F. Ballif gab 1920 einen Überblick über die deutsch-schweizerische Mission, und er sagte: „Wir haben über sechzig Missionare in der Mission, sie reisen umher ohne Beutel und Tasche. Sie sind demütig, sie beten und arbeiten, sie sind rein und sind willig und bereit, alles zu tun, was man von ihnen verlangt.”
1925 wurde das deutschsprachige Missionsgebiet — wie schon etliche Male vorher — geteilt, und zwar in die Deutsch-Österreichische Mission mit 6.125 eingetragenen Mitgliedern und die Deutsch-Schweizerische Mission mit 5.305 eingetragenen Mitgliedern — insgesamt über 11.000 deutschsprechende Heilige!
Es war ein beachtlicher Grundstein, der ein stetes und sicheres Wachstum versprach. 1930 begingen die deutschsprachigen Heiligen die Hundertjahrfeier der Kirche mit Ausstellungen, die zahlreiche Menschen anlockten. Bei einer Ausstellung in Dresden wurden über 250.000 Traktate über das Wort der Weisheit verteilt, und in Bern gewannen die Heiligen mit ihrer Ausstellung über Gesundheit und Sport viele Freunde. Präsident Fred Tadje sagte: „Nie zuvor haben wir in der deutschen Presse so wohlwollende Beachtung gefunden.” Elder John A. Widtsoe, der damalige Präsident der Europäischen Mission, schrieb kurz darauf über die Heiligen in Deutschland und in der Schweiz: „Nirgends in der Kirche findet man eine größere Treue und Hingabe.”
Doch die Mächte des Bösen ruhten nicht. SA und SS marschierten im Paradeschritt, und bald zeigte sich, wie das Regime zur Kirche stand. Im Mai 1933 störten militante Nazis eine Versammlung der Heiligen; im gleichen Monat wurden in einem anderen Teil Deutschlands zwei Missionare von einem uniformierten Nazi geschlagen. 1934 wurde die Pfadfinderbewegung der Kirche auf Befehl der Regierung aufgelöst, und das Traktat „Göttliche Vollmacht" wurde verboten. Ein Jahr später wurden die „Glaubensartikel” von James E. Talmage verboten und die Verbrennung der Bücher angeordnet. 1937 wurde der Kirche auch die Erlaubnis zur Verbreitung der meisten anderen Traktate entzogen. Im darauffolgenden Jahr wurden einige führende Heilige der Letzten Tage inhaftiert und des „Landesverrats” angeklagt, weil sie ihre religiöse Pflicht erfüllten. Der Schatten Hitlers fiel über das Land.
Trotz dieser Schwierigkeiten wurden die Kräfte der Gerechtigkeit auf die kommenden Geschehnisse vorbereitet. Es ist inspirierend, wenn man liest, daß am 2. Juli 1935 alle Missionare in Deutschland angewiesen wurden, in den einzelnen Gemeinden Männer auszuwählen und sie als Gemeindepräsidenten und Ratgeber einzusetzen. Die Getreuen des Herrn sollten in den Grundsätzen des Priestertums geschult werden.
Diese Anweisung kam nicht zu früh, denn am 25. August 1939 traf Elder Joseph Fielding Smith vom Rat der Zwölf in Deutschland ein und teilte allen Missionaren mit, daß sie Deutschland sofort verlassen sollten. Dies zählt zu den inspirierendsten Geschehnissen des Zweiten Weltkriegs. Präsident M. Douglas Wood ließ einen groß und kräftig gebauten Missionar aus Idaho in sein Büro kommen und sagte zu ihm: „Bruder, irgendwo zwischen hier und der holländischen Grenze sind noch einunddreißig Missionare; suchen Sie sie und sorgen Sie dafür, daß sie Deutschland verlassen.”
Der junge Missionar machte sich auf den Weg, er hatte fünfhundert Mark und einige Fahrkarten nach Dänemark und London in der Tasche. Man hatte ihm gesagt, er solle sich ganz auf seine Eingebung verlassen. Er bestieg einen Zug und fuhr nach Westen; er wußte nicht, wohin er sich wenden sollte. Köln war eigentlich nicht sein Ziel, doch er hatte das Gefühl, hier aussteigen zu müssen. Auf dem großen Bahnhof wimmelte es von Menschen. Wie sollte er die vermißten Missionare finden? Er begann das Lied „Tu, was ist recht” zu pfeifen, und in einer Ecke des Bahnhofs hörten ein Missionar und ein Missionarsehepaar den Ruf und erhielten in aller Eile ihre Fahrkarte nach Dänemark.
Der Missionar bestieg wieder den Zug und setzte seine Reise fort; er stieg in einer Stadt nach der anderen an den Grenzbahnhöfen aus, wenn es ihm sein Gefühl sagte. Er ließ sich ganz von der Inspiration leiten und fand siebzehn Missionare, die noch in derselben Nacht Deutschland verlassen konnten. Kurze Zeit später erhielt das Missionsbüro die Nachricht, daß alle Missionare Deutschland verlassen hatten und in Sicherheit waren. Neun Tage später erklärten Frankreich und England den Krieg.
Die Geschichte der Kirche in Deutschland und Österreich in den Kriegsjahren ist angefüllt mit inspirierenden Begebenheiten. Niemand wagte es, sich offen gegen die Nationalsozialisten zu stellen, doch drei junge Mitglieder der Kirche hatten den Mut. Sie hatten eine englische Radiosendung angehört und druckten die Nachricht und verteilten sie an öffentlichen Plätzen. Einer von ihnen, Helmuth Hübner, wurde wegen „Landesverrat” zum Tode verurteilt und geköpft. Die anderen beiden wurden zu KZ-Haft verurteilt. Heute ist ein Gebäude in Hamburg nach Bruder Hübner benannt, diesem jungen Heiligen der Letzten Tage, der den Mut hatte, frei und offen seine Meinung zu sagen.
Einige der ergreifenden Geschichten erzählen von den Bemühungen der deutschen Gemeinden, Kleidungsstücke für andere deutsche Mitglieder zu beschaffen, die ihre Habe in den Luftangriffen verloren hatten. So hat beispielsweise die Gemeinde Altona den notleidenden Geschwistern im Ruhrgebiet zu helfen versucht.
In den Jahren 1943,;44, in denen die Alliierten schwere Luftangriffe flogen, wurden die Heiligen immer wieder inspiriert, so daß sie rechtzeitig die Abendmahlsversammlung oder die Sonntagsschule verlassen und sich auf den Luftangriff vorbereiten konnten.
1945, gegen Ende des Krieges, schrieb Distriktspräsident Willi Deters: "Die Hölle hat ihre feurigen Pforten geöffnet. Es ist nahezu unmöglich, die Gemeinden zu besuchen. Ständig werden die Züge aus der Luft angegriffen. Nachts gibt es keine Ruhe. Viele Brüder, ganz junge fünfzehnjährige oder Brüder über fünfzig, sind zum Volkssturm eingezogen worden, damit sie das Vaterland retten. Die Vernunft ist dem Wahnsinn gewichen."
Der Krieg hatte Schrecken und Zerstörung gebracht, und Millionen Deutsche waren heimatlos oder tot. Über 600 Geschwister waren umgekommen, weitere 2.500 waren vermißt und über achtzig Prozent waren heimatlos. Allein in Bremen verloren 95 Prozent der Mitglieder ihre Wohnung. Es gab wenig zu essen. In Danzig lebten die Mitglieder von „Unkraut, Katzen, Hunden, ein paar Kartoffeln und Tierkadavern. Da die Alten und Kranken sich nicht einmal das beschaffen konnten, wurde beschlossen, diese ,Lebensmittel' zu verzehnten; und so wurde der zehnte Teil davon den Bedürftigsten gegeben.” Es gibt kein besseres Zeugnis für die Macht und die Wirksamkeit des Evangeliums. Inmitten von Furcht, Hunger und bitterster Armut und als Opfer der schrecklichsten menschlichen Erfindung — des Krieges — zeigten die treuen Heiligen Liebe und Brüderlichkeit.
Zu dieser Zeit macht auch Bruder Halvorsen als der Schokoladebomber in Berlin von sich reden.
Als Präsident Heber J. Grant 1945 starb, hielten einige Gemeinden einen Gedenkgottesdienst ab. In Berlin drängten sich über dreihundert Heilige in einer Halle, die nur für 175 Menschen Platz bot. Unter ihnen befanden sich viele amerikanische Mitglieder, die als Angehörige der Armee dort stationiert waren. Im Bericht der Mission heißt es: „In allen Fällen wurden die Männer und Frauen in Uniform freundlich aufgenommen. Man begrüßte sie an der Tür mit der Frage: ,Ein Bruder?' Lautete die Antwort ,Ja', dann wurde die Tür weit geöffnet. Das Wort ,Bruder' war so etwas wie ein Losungswort.”
Das beherrschende Anliegen war jetzt der Wiederaufbau der Nation und des Volkes, der Wiederaufbau der Heime und Familien und des eigenen Lebens. Alt. Ezra Taft Benson vom Rat der Zwölf kam wenige Monate später nach Deutschland, um einen Überblick über die Notlage der Mitglieder zu gewinnen und die tonnenweise Lieferung von Bekleidungsstücken und Lebensmitteln für die bedürftigen Heiligen vorzubereiten.
Ein Jahr später schickten die Heiligen in Holland eine Ladung Kartoffeln für die deutschen Heiligen, und jedes Mitglied erhielt fünfundzwanzig Pfund. Präsident David 0. McKay nannte es „den wohl schönsten Beweis wahren christlichen Verhaltens, von dem ich je gehört habe”. Wieder einmal hatte das Evangelium nationale Schranken überbrückt.
Bald wurden auch wieder Kirchenkonferenzen abgehalten: 1946 nahmen über achthundert Mitglieder an der Priestertumskonferenz der Westdeutschen Mission teil, und die Konferenz der Ostdeutschen Mission in Leipzig verzeichnete 11.981 Anwesende — die höchste Anwesenheit, die jemals in einer Versammlung der Heiligen in Europa verzeichnet wurde.
1947 kamen auch wieder einige amerikanische Missionare nach Deutschland. Doch ihr Erntefeld sollte bald eingeengt werden. Rußland, einer der alliierten Partner, enthüllte die bösen Machenschaften seiner Herrscher, als es die Berlinblockade begann. Wieder einmal sollte den Menschen die Freiheit versagt werden; und es dauerte nicht lange, da wurde Deutschland in Westdeutschland und Ostdeutschland geteilt. Bis zum Bau des Tempels in Feiberg verkündeten die Missionare das wiederhergestellte Evangelium in Westdeutschland.
Doi 50er und 60er Jahre standen im Zeichen der Präsidentschaft David O. McKays, und in dieser Zeit ist wirklich Erstaunliches erreicht worden. Es waren fünf Pfähle (Berlin, Hamburg, Stuttgart, den Schweizer Pfahl und den Pfahl für die Angehörigen der amerikanischen Armee in Europa, in dem Tausende von Heiligen der Letzten Tage der US-Streitkräfte zusammengefaßt sind); sechs Missionen, einen Tempel in Bern in der Schweiz, die Europäische Verwaltung der Kirche auf dem Kontinent in Frankfurt mit Rechtsabteilung, Bauausschuß, genealogischen Büros, einer Druck- und Versandzentrale und Übersetzungsabteilung entstanden. Das Verhältnis zur Öffentlichkeit, zu den Behörden und zur Presse wurde gut. Präsident McKay hat den Anstoß zu diesem bemerkenswerten Aufschwung gegeben, als er 1952 die Schweiz und Deutschland bereiste. Mit Tränen in den Augen und voller Andacht sangen die Heiligen das Lied „Wir danken dir Herr für Propheten”.
Drei Jahre später unternahm der Tabernakelchor eine Konzerttournee durch Deutschland und die Schweiz und sang bei der Einweihungsfeier des Schweizer Tempels. Überall schlug ihm großes Wohlwollen entgegen, und die Menschen beider Nationen waren von der Redlichkeit und der Ehrbarkeit der Mormonen sehr angetan.
Präsident Ezra Taft Benson sagte bei der Eröffnungssession im Tempel: „Das ist für unsere Kirche in Europa der größte Augenblick seit dem Tag, wo vor 118 Jahren das Evangelium in diese Länder getragen wurde. Nirgends in der Kirche findet man einen stärkeren Glauben als den der Heiligen in Europa.”
Heute genießen einige tausende deutschsprachige Heilige in Deutschland, Österreich und der Schweiz die Freiheiten, Bequemlichkeiten und Errungenschaften, die ihr Land ihnen bietet. Wie überall, so wird auch hier die Kirche immer mehr bekannt und geachtet. Viele Europäer hören den amerikanischen Soldatensender AFN und die allwöchentliche Übertragung des Tabernakelchors.
Das Merkmal der Kirche sind auch heute noch die jungen Missionare, die zu zweit durch Städte und Dörfer ziehen. Doch inzwischen dringen noch andere Kennzeichen in das Bewußtsein der Öffentlichkeit: schöne Versammlungshäuser der Gemeinden und Pfähle sowie einige prominente Heilige der Letzten Tage. Das Mitgliederverzeichnis der Kirche enthält die Namen wohlhabender Geschäftsleute, begabter Handwerker, Zeitungsverleger und Reporter; es enthält die Namen von Doktoren, Zahnärzten, Lehrern, Universitätsprofessoren, Architekten und bekannten Künstlern.
Die modernen Nachrichtenmittel schaffen eine enge Verbindung zwischen diesen Heiligen und dem Hauptsitz der Kirche, und die Generalkonferenzen werden direkt in ihre Gemeinden übertragen. Die deutschsprechenden Mitglieder erhalten außerdem im Liahona inspirierende und nützliche Botschaften. Er gehört zu dem in 104 Sprachen (von albanisch bis vietnamesich] veröffentlichten neuen Unified Magazine der Kirche und wird von den Kirchenführern korreliert und geleitet.
externe Links
- Offizelle Seite der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage - Die Anfänge der Kirche in Deutschland
- Offizelle Seite der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage - Deutsche Kirchengeschichte - später Entwicklung
Siehe auch: Die Kirche in Ostdeutschland
Video - Die Missionare vor Kriegsausbruch evakuieren
verwendete Quellen
- Der Stern Mäz 1969
