Geschichte der Frauenhilfsvereinigung
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Frauen in der Kirche vor 1842
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Frauen waren schon immer ein wesentlicher Teil des Dienstes der Kirche Jesu Christi. Sie haben Seite an Seite seit der Gründung 1830 mitbestimmt bei allen Fragen, die den Kirchenmitglieder zur Abstimmung vorgelegt wurden. Frauen waren beim ersten Treffen der Kirche am 6. April 1830 anwesend und waren unter den ersten, die getauft wurden. Als Joseph Smith die Arbeiten der Vereinigung der Schwestern aufmerksam verfolgte, sagte er: "Schwestern, Sie sind stets gut verfügbar. Die Schwestern sind immer die ersten und führend in allen guten Werken. Maria war die erste bei der Auferstehung; und jetzt sind die Schwestern die ersten, die am und im Tempel arbeiten." (History of Relief Society 1842-1966, Seite 19)
1842: Organisation der Frauenhilfsvereinigung von Nauvoo
Im Frühling des Jahres 1842 waren Mitglieder der Kirche in Nauvoo mit dem Bau des dortigen Tempels beschäftigt. Zwei dieser Mitglieder waren Sarah Granger Kimball und ihre Schneiderin, Margaret A. Cook, die eines Tages während eines Gespräch beschlossen, den Arbeitern am Tempel mit vereinten Kräften zu helfen. Schwester Kimball sagte, dass sie Stoff besorgen würde, damit Schwester Cook Hemden für die Männer herstellen könne. Die beiden Frauen beschlossen, auch andere Schwestern <aufzufordern, mit ihnen gemeinsam eine Frauenvereinigung zu gründen und so ihre wohltätigen Bemühungen voranzubringen. Sarah Granger Kimball erinnerte sich: „Die Schwestern der Nachbarschaft kamen in meinem Wohnzimmer zusammen und beschlossen, sich zu organisieren. Ich erhielt den Auftrag, Schwester Eliza R. Snow aufzusuchen und sie zu bitten, für uns eine Satzung und Statuten zu verfassen, und diese dann vor unserem nächsten Treffen am Donnerstag Präsident Joseph Smith vorzulegen.
Nach Durchsicht der vorgeschlagenen Satzung und Statuten erklärte der Prophet, sie seien die besten, die er jemals gesehen hätte, sagte dann aber: „‚Das ist nicht das, was ihr wollt. Sag den Schwestern, dass ihr Opfer vom Herrn angenommen worden ist, und dass er etwas Besseres für sie hat als eine schriftlich niedergelegte Satzung. Ich lade sie alle ein, ... nächsten Donnerstagnachmittag mit mir und einigen der Brüder zusammenzukommen.“ (History of Relief Society 1842-1966, Seite 18)
Dementsprechend kam am 17. März der Prophet, begleitet von Elder John Taylor und Elder Willard Richards, mit 20 Frauen jeden Alters im Obergeschoss des roten Backsteinhauses zusammen. Der Prophet gründete offiziell die Frauenhilfsvereinigung von Nauvoo und belehrte die Anwesenden über den Zweck der neuen Organisation. Die Schwestern wählten Emma Smith zur Präsidentin der Frauenhilfsvereinigung, und Emma suchte sich ihre zwei Ratgeberinnen aus. Der Prophet verlas daraufhin eine Offenbarung, die er 12 Jahre zuvor empfangen hatte, und in der der Herr Emma beauftragt hatte, Lieder für die Veröffentlichung auszuwählen und in der er sie als eine „auserwählte Frau“ (LuB 25:3) bezeichnete. Emma Smith erhob sich und sprach über die großen Möglichkeiten der Vereinigung: „Wir werden etwas Außergewöhnliches tun. ... Wir erwarten außergewöhnliche Ereignisse, und unsere Hilfe wird dringend gebraucht werden.“
Emma Smith, die erste Präsidentin der Frauenhilfsvereinigung, hatte stets den starken Wunsch, anderen zu dienen und das Reich Gottes aufzubauen, und erklärte einmal, dass sie „allen, die irgendetwas in irgendeiner Form von ihr benötigten, Gutes tun“ wolle.3 In New York nähte sie Kleidung für die vier Missionare, die berufen wurden, den Lamaniten das Evangelium zu verkünden. In Kirtland arbeitete sie mit anderen Frauen zusammen, um Decken, Nahrung und Kleidung zu sammeln, die die Männer des Zionslagers für die bedrängten Heiligen in Missouri mitnehmen konnten. Sie half, für die Arbeiter beim Bau des Kirtland-Tempels Mahlzeiten zuzubereiten und Strümpfe, Hosen und Jacken anzufertigen. Sie nahm so viele dieser Bauarbeiter zu sich in Pension, dass sie und Joseph auf dem Boden schlafen mussten. In den Gründungstagen von Nauvoo verwendete sie viel Zeit und Aufmerksamkeit auf die Pflege der vielen Malariaopfer, die außerhalb ihres Hauses am Ufer des Mississippis lagerten. So und auf andere Weise war sie ein Beispiel für den Dienst, den zu dieser Zeit viele Schwestern leisteten. Polly Angell erinnerte sich daran, wie der Prophet eine Gruppe von Frauen sah, die geschäftig die Vorhänge nähten, die im Kirtland-Tempel Bereiche voneinander abtrennen sollten, und sagte: „Nun, Schwestern, ... ihr seid immer zur Stelle. Die Schwestern sind immer die Ersten und allen voran bei allen guten Werken.“
Nach diesen Anfangstagen der Frauenhilfsvereinigung sind die Frauen der Kirche eine gewaltige Kraft zum Guten geblieben. Auf einer Versammlung, die eine Woche nach der Gründung der Frauenhilfsvereinigung abgehalten wurde, gab Lucy Mack Smith, die Mutter des Propheten, den Schwestern einen Rat, der heute für Millionen von Frauen in der Kirche gilt: „Wir müssen einander schätzen, übereinander wachen, einander trösten und Weisung erhalten, damit wir alle im Himmel beisammensitzen können.“
Die Frauenhilfsvereinigung, die unter dem Priestertum und nach dessen Muster organisiert ist, ist ein wesentlicher Bestandteil der Kirche Sarah Granger Kimball erinnerte sich daran, dass Joseph Smith kurz, bevor er die Frauenhilfsvereinigung gründete, gesagt hatte: „Ich werde die Frauen unter dem Priestertum nach dem Muster des Priestertums organisieren. ... Die Kirche war nicht vollständig organisiert, bis die Frauen auf diese Weise organisiert wurden.“
Die Lebensgeschichte des Propheten enthält für den 24. März 1842 den Eintrag: „Die Organisation FHV wurde am heutigen Tag vollendet. Mrs. Emma Smith bekleidet das Amt der Präsidentin, Mrs. Elizabeth Ann Whitney und Sarah M. Cleveland sind ihre Ratgeberinnen; Miss Elvira Cowles ist Schatzmeisterin, und unsere wohlbekannte und talentierte Poetin, Miss Eliza R. Snow, Sekretärin.“
Eliza R. Snow hat berichtet: „Präsident Joseph Smith erhob sich. Sprach von der Gründung der Frauenhilfsvereinigung; sagte er sei äußerst interessiert daran, dass sie dem Allerhöchsten auf annehmbare Weise aufgebaut werde.“ Eliza R. Snow hat außerdem berichtet: „Joseph Smith ermahnte die Schwestern stets, auf … jene glaubenstreuen Männer, die der Herr an die Spitze seiner Kirche gestellt hat, um sein Volk zu führen, ihren Glauben und ihre Gebete zu vereinen und auf sie zu vertrauen; wir sollten sie mit unseren Gebeten rüsten und unterstützen. ... Wenn diese Vereinigung auf den Rat des Allmächtigen hört, der durch die Führer der Kirche ergeht, so wird sie imstande sein, sogar Königinnen in ihrer Mitte zu haben.“
„Diese Vereinigung wird Weisung nach der Ordnung erhalten, die Gott eingerichtet hat – durch diejenigen, die dazu bestimmt sind, zu führen. Und jetzt drehe ich für euch im Namen Gottes den Schlüssel um, und diese Vereinigung soll sich freuen, und Erkenntnis und Intelligenz sollen von nun an herabfließen – das ist der Beginn besserer Tage für diese Vereinigung.“
