Geistiger Tod

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Der geistige Tod ist die Verbannung aus der Gegenwart Gottes. Man stirbt geistig und ist nicht mehr empfänglich für Rechtschaffenheit. Geistige Wesen sterben natürlich nicht im Sinne von völliger Vernichtung, im Gegenteil, sie leben fort bis in alle Ewigkeit, entweder als Geist oder als auferstandenes Wesen (Lehren der Erlösung, Bd. 2, S.216-230).

Die geistigen Nachkommen von Gott Vater jedoch, die geistigen Eindrücken gegenüber nicht empfänglich sind und sich gegen Geistiges auflehnen, sind geistig tot bis zu dem Zeitpunkt, von dem an sie wieder Fortschritt machen und geistigem Licht zugänglich sind. Die Offenbarungen beschreiben geistig Tote, auf vier verschiedenen Daseinsebenen:

Inhaltsverzeichnis

Geistig tote Geister, die nie einen Körper bekommen.

Luzifer und ein Drittel der Geister des Himmels lehnten den Plan Gottes im vorirdischen Leben ab und waren dem Geist der Wahrheit gegenüber unempfänglich. Schließlich lehnten sie sich offen gegen Gott auf. Sie wurden auf die Erde hinabgeworfen, und es ist ihre Strafe, bis in alle Ewigkeit in Gottlosigkeit zu verbleiben. Sie sind ewig geistig tot (LuB 29:36-40; 76:25-29; 2. Nephi 2:17).

Sterbliche, die geistig tot sind.

Adam unterwarf sich dem Willen des Teufels, als er in Versuchung geführt wurde und von der verbotenen Frucht aß. Für seine Übertretung wurde er aus dem Garten von Eden ausgewiesen und war daraufhin geistig tot, weil er nicht mehr in Gottes Gegenwart war und nicht länger mit Gott persönlich oder durch den Geist verkehrte. Er war daher geistigen, rechtschaffenen Dingen gegenüber tot. Er verblieb in diesem Zustand, bis er durch die Taufe geistig neu geboren wurde, die Gabe des Heiligen Geistes empfing und auf diese Weise in die Gegenwart Gottes zurückkehrte (LuB 29:40-45). „Und nun siehst du daraus, daß unsere ersten Eltern sowohl zeitlich als auch geistig von der Gegenwart des Herrn abgeschnitten waren; und so sehen wir, daß sie dem untertan wurden, ihrem eigenen Willen zu folgen. Nun siehe, es war nicht ratsam, daß der Mensch aus diesem zeitlichen Tod zurückgeholt wurde, denn das hätte den großen Plan des Glücklichseins zunichte gemacht. Da nun die Seele niemals sterben kann und der Fall sowohl einen geistigen Tod als auch einen zeitlichen über alle Menschen gebracht hatte, das heißt, sie von der Gegenwart des Herrn abgeschnitten waren, war es ratsam, die Menschen aus diesem geistigen Tod zurückzuholen. Da sie nun ihrer Natur nach fleischlich, sinnlich und teuflisch geworden waren, wurde dieser Bewährungszustand für sie zu einem Zustand, sich vorzubereiten; er wurde zu einem vorbereitenden Zustand. Und nun denke daran, mein Sohn, gäbe es nicht den Plan der Erlösung (würde er abgeschafft), so wäre, sobald sie tot waren, ihre Seele elend gewesen, denn sie wäre von der Gegenwart des Herrn abgeschnitten.” (Alma 42:7-11).

Erlösung von diesem geistigen Tod ist möglich geworden durch das Sühnopfer Christi.

So sind alle Menschen, das heißt alle, die das Alter der Verantwortlichkeit erreicht haben, geistig tot und bleiben es auch, bis sie durch die Taufe und den Empfang den Heiligen Geistes geistig zu neuem Leben geboren werden. Kleine Kinder jedoch leben in Christus; sie sind geistig lebendig (Moroni 8:8-26), „denn dem Satan ist nicht die Macht gegeben, kleine Kinder zu versuchen, ehe sie anfangen, vor mir verantwortlich zu werden” (LuB 29:46-50). Wo keine Sünde ist, da kann auch kein geistiger Tod sein.

Gottlose, die geistig tot und körperlos sind

Wenn die Gottlosen aus diesem Leben scheiden, werden sie in „die äußerste Finsternis geworfen”, das heißt, in die Hölle „Sie haben kein Teil und kein Maß des Geistes des Herrn” (Alma 40:13,14). Sie bleiben bis zu ihrer Auferstehung geistig tot in der Hölle (LuB 76:103-112), bis „der Tor und die Hölle” ihre Toten herausgeben, se dass sie nach ihren Werken gerichtet werden (Offenbarung 20:12,13).

Jakob spricht von dieser Befreiung und sagt, dass der Herr „einen Weg bereitet, damit wir dem Zugriff dieses furchtbaren Ungeheuers entrinnen können, ja, jenes Ungeheuers, Tod und Hölle, womit ich den Tod des Leibes meine und auch den Tod des Geistes. Und wegen der Art der Befreiung durch unseren Gott, den Heiligen Israels, wird der Tod, von dem ich gesprochen habe, nämlich der zeitliche, seine Toten freigeben; dieser Tod ist das Grab. Und der Tod, von dem ich gesprochen habe, nämlich der geistige Tod, wird seine Toten freigeben; dieser geistige Tod ist die Hölle; darum müssen Tod und Hölle ihre Toten freigeben, und die Hölle muß ihre gefangenen Geister freigeben, und das Grab muß seine gefangenen Leiber freigeben, und der Leib und der Geist des Menschen werden einer dem anderen wiederhergestellt werden; und dies geschieht durch die Macht der Auferstehung des Heiligen Israels.” (2. Nephi 9:10-12).

Geistiger Tod für auferstandene Wesen.

Der geistige Tod endet für die Geister, die aus der Hölle hervorkommen und ihr Erbe in der telestialen Welt antreten (LuB 76:98-112). Obgleich die Bewohner der telestialen Welt keinen vollständigen Lohn empfangen, empfangen sie „vom Heiligen Geist, und zwar durch den Dienst der Terrestrialen” (LuB 76:81-86). In diesem Sinn sind sie in Gottes Gegenwart und nicht länger geistig tot. Bis zum Tag ihrer Auferstehung jedoch sind sie geistig tot. Sie „werden ihr Teil haben in dem See, der mit Feuer und Schwefel brennt, was der zweite Tod ist.” LuB 63:17-18), aber wenn sie aus der Hölle entlassen sind, endet für sie der geistige Tod. Samuel, der Prophet der Lamaniten, erklärt dieses Prinzip folgendermaßen: Christus „muß gewiß sterben, damit die Errettung kommen kann; ja, es ist für ihn erforderlich und wird ratsam, daß er sterbe, um die Auferstehung der Toten zustande zu bringen, so daß dadurch die Menschen in die Gegenwart des Herrn gebracht werden können. Ja siehe, dieser Tod bringt die Auferstehung zustande und erlöst alle Menschen vom ersten Tod—jenem geistigen Tod; denn alle Menschen, durch den Fall Adams von der Gegenwart des Herrn abgeschnitten, sind als tot anzusehen, sowohl was das Zeitliche als auch was das Geistige betrifft. Aber siehe, die Auferstehung Christi erlöst die Menschen, ja, selbst alle Menschen, und bringt sie in die Gegenwart des Herrn zurück. Ja, und sie bringt die Bedingung der Umkehr zustande, so daß jeder, der umkehrt, nicht abgehauen und ins Feuer geworfen wird; wer aber nicht umkehrt, der wird abgehauen und ins Feuer geworfen; und über ihn kommt abermals ein geistiger Tod, ja, ein zweiter Tod, denn er wird abermals von dem, was die Rechtschaffenheit betrifft, abgeschnitten.” (Helaman 14:15-18).

So werden schließlich alle vom geistigen Tod erlöst außer denen, die „zum Tode gesündigt haben” (LuB 64:7). Das sind die Söhne des Verderbens. Johannes sagt, nachdem der Tod und die Hölle ihre Toten herausgegeben haben, werden der Tod und die Hölle in „den Feuersee” geworfen (Offenbarung 20:12-15). In unseren Tagen hat der Herr gesagt, dass die Söhne des Verderbens die einzigen sind, „über die der zweite Tod noch Macht haben wird” nach der Auferstehung (LuB 76:37).

Alma sagt, dass die Rechtschaffenen nach der Auferstehung „im Reich Gottes leuchten” werden. „und dann werden die Rechtschaffenen im Reich Gottes leuchten. Aber siehe, ein furchtbarer Tod kommt über die Schlechten; denn in dem, was die Rechtschaffenheit betrifft, sterben sie; denn sie sind unrein, und nichts Unreines kann das Reich Gottes ererben; sondern sie werden ausgestoßen und dem überantwortet, die Früchte ihrer Arbeit oder ihrer Werke zu genießen, die böse gewesen sind; und sie trinken den Bodensatz eines bitteren Kelchs.” (Alma 40:25,26). Nach der Auferstehung werden sie „hinweg in das immerwährende Feuer gehen, das für sie bereitet ist; und ihre Qual ist wie ein See von Feuer und Schwefel, dessen Flamme für immer und immer emporsteigt und kein Ende hat” (2. Nephi 9:14-16).

verwendete Quellen

Mormon Doctrina

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