Gehorsam

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Gehorsam ist das erste Gesetz des Himmels und das Fundament, auf dem alle Rechtschaffenheit errichtet wird. Gehorsam bedeutet Übereinstimmung mit dem göttlichen Gesetz und mit dem Willen Gottes und völlige Unterwerfung unter Gott und seine Gebote. Dem Gesetz des Evangeliums zu gehorchen bedeutet, dem Herrn zu gehorchen, seine Gebote zu halten und ihm untertänig zu sein. Gehorsam ist aus zweierlei Gründen möglich:

  1. Gesetze sind von Gott geschaffen worden, damit seine Geistkinder Fortschritte machen und ihm gleich werden können, wenn sie sich Gottes Gesetzen fügen.
  2. Gott hat seinen Kindern die Entscheidungsfreiheit gegeben und damit die Möglichkeit und die Fähigkeit, dem göttlichen Willen zu gehorchen oder Gott gegenüber ungehorsam zu sein.

Es war schon im vorirdischen Dasein möglich, gehorsam oder ungehorsam zu sein. Die gehorsamen Geister behielten dort ihren ersten Stand, während die ungehorsamen zusammen mit Luzifer und seinen Anhängern ausgewiesen wurden. Der Herr war vollkommen gehorsam, als er im vorirdischen Rat freiwillig den Plan des Vaters annahm und zum Erlöser der Welt wurde: „Aber siehe: Mein geliebter Sohn, der mein Geliebter und Erwählter von Anfang an war, sprach zu mir: Vater, dein Wille geschehe, und dein sei die Herrlichkeit immerdar“ (Mose 4:2).

Die Erde wurde erschaffen, damit die Geistkinder Gottes einen sterblichen Körper bekommen und geprüft werden konnten: „Und wir wollen sie hierdurch prüfen und sehen, ob sie alles tun werden, was auch immer der Herr, ihr Gott, ihnen gebietet“ (Abr 3:25). Der Herr schuf Menschen, brachte sie auf die Erde „und gab ihnen das Gebot, ihn, den einzigen lebendigen und wahren Gott, zu lieben und ihm zu solle, das sie anbeten sollten“ (LuB 20:19). Die ganze Schöpfung dreht sich also um das ewige Prinzip des Gehorsams dem Gesetz Gottes gegenüber.

Eine von Adams großen religiösen Handlungen wird als klassisches Beispiel für vollkommenen Gehorsam angesehen. Der Herr hatte ihm geboten, die Erstlinge seiner Herde zu opfern. Das tat er. Darauf erschien ihm ein Engel und fragte ihn: „Warum bringst du dem Herrn Opfer dar? Und Adam sprach zu ihm: Ich weiß nicht – außer daß der Herr es mir geboten hat.“ In seiner Antwort erklärte ihm der Engel den Sinn und Zweck des Opfers. „Dies ist ein Sinnbild für das Opfer des Einziggezeugten des Vaters, der voller Gnade und Wahrheit ist“ (Mose 5 :5-8). Dieses Beispiel zeigt, daß Adam erst dann eine neue Offenbarung empfing, als er seinen Gehorsam bewiesen hatte.

Ein lehrreiches Beispiel von Ungehorsam finden wir im 1. Samuel. Saul hatte dem Rat Gottes nicht gehorcht, alle Rinder der Amalekiten zu vernichten, sondern er hatte sie dem Herrn geopfert. Daraufhin wies ihn der Prophet Samuel zurecht: „Hat der Herr an Brandopfern und Schlachtopfern das gleiche Gefallen wie am Gehorsam gegenüber der Stimme des Herrn? Wahrhaftig, Gehorsam ist besser als Opfer, Hinhören besser als das Fett von Widdern. Denn Trotz ist ebenso eine Sünde wie die Zauberei, Widerspenstigkeit ist ebenso (schlimm) wie Frevel und Götzendienst. Weil du das Wort des Herrn verworfen hast, verwirft er dich als König“ (1 Sam 15:22,23).

Der Herr hat allen Menschen geboten, das Evangelium anzunehmen und an Christus zu glauben, die Sünden zu bereuen, durch das Tor der Taufe einzutreten, auf dem engen und schmalen Weg zu gehen und durch Gehorsam gegenüber allen Gesetzen und Verordnungen des Evangeliums bis ans Ende in Rechtschaffenheit auszuharren. Dadurch haben sie Hoffnung auf das ewige Leben im Reich Gottes (2. Ne 31;[ 3. Ne 27:13-22). Durch die Taufe schließen sie einen feierlichen Bund mit dem Herrn und versprechen, ihm zu dienen und „seine Gebote zu halten“ (Mosia 18:7-10). Diesen Bund erneuern sie jedesmal, wenn sie am Abendmahl teilnehmen (LuB 20:77-79).

Die Liebe des Menschen zu Gott kann man messen an seinem Gehorsam und seinem Dienst am Nächsten. „Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote halten“ (Joh 14:15). Alle Segnungen von Gott empfangen wir nur, indem wir gehorsam sind, „indem wir das Gesetz befolgen, auf dem sie beruhen“ (LuB 130:18-21). Da der Mensch vom Herrn erschaffen und erlöst worden ist, kann Gott von ihm erwarten, daß er seinen Rat befolgt, den er ihm von Zeit zu Zeit gibt [(Mose 2:20-24).

Christus selbst war all seinen Brüdern ein vollkommenes Vorbild im Gehorsam. Er ließ sich taufen, um dem Vater zu bezeugen, „daß er sich gemäß dem Fleische vor dem Vater demütigt und dem Vater bezeugt, daß er ihm im Halten seiner Gebote gehorsam sein will“ (2. Ne 31:7). Paulus schreibt: „Obwohl er der Sohn war, hat er durch Leiden den Gehorsam gelernt; zur Vollendung gelangt, ist er für alle, die ihm gehorchen, der Urheber des ewigen Heils geworden“ (Hebr 5:8,9).

verwendete Quellen

  • Mormon Doctrine von Bruce McConkie

Weiterführendes Material

  • Der Stern November 1968 S. 458: Gehorsam lehren, damit sie Jünger Christi werden können
  • Der Stern Oktober 1970 S. 295: Die Segnungen des Gehorsams - von Eldon Tanner
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