Ezra Taft Benson

Aus MormonWiki

Wechseln zu: Navigation, Suche

Präsident Benson wurde in Whitney im Kreis Franklin in Idaho geboren, und zwar am 4. August 1899. Seine Eltern waren George T. Benson und seine Frau Sarah Dunkley. Er war der Urenkel des Apostels Ezra Taft Benson, der mit Brigham Young und den ersten Pionieren am 24. Juli 1847 in das Salzseetal kam.

Seine Großeltern gehörten zu den ersten Siedlern im Cache Valley an der Grenze zwischen Utah und Idaho. Er wuchs auf einer Farm in seinem Geburtsland auf und bewirtschaftete dort von 1923 bis 1930 selbst eine Farm.

Präsident Benson war das älteste von elf Kindern. Als er zwölf Jahre alt war, übernahm er die Aufsicht über eine Herde Milchkühe, denn sein Vater ging für die Kirche auf eine zweijährige Mission. Mit der Arbeit in der Landwirtschaft verdiente er sich auch sein Studium.

Am 10. September 1926 wurden Flora Smith Amussen und Ezra Taft Benson im Salt Lake Tempel von Elder Orson F. Whitney vom Rat der Zwölf getraut. Elder Whitney war Präsident Bensons Missionspräsident gewesen und nach ihm war die Geburtsstadt Präsident Bensons, nämlich Whitney in Idaho, benannt worden. Präsident Benson und seine Frau haben sechs Kinder, vierunddreißig Enkel und zwanzig Urenkel.

Flora Amussen war die jüngste Tochter von Carl C. Amussen, einem gebürtigen Dänen, der während des Goldrausches in Australien vom Jahre 1849 ein bekannter Juwelier und Uhrmacher war. Er schloss sich der Kirche in Liverpool in England an und wanderte dann 1865 nach Utah aus. In der South Main Street Nr. 60 richtete er ein Juweliergeschäft ein. Floras Mutter war Barbara Smith Amussen, die in Tooele in Utah als Tochter schottischer Pioniere geboren worden war. Floras Vater starb, als sie erst ein Jahr alt war, und ihre Mutter zog die sechs Kinder allein auf.

Als Präsident Benson Flora zum ersten Mal sah, hatte er sofort das Gefühl, sie würde einmal seine Frau werden. Er stand gerade mit einigen anderen Studenten auf dem Gelände der Universität des Staates Utah beisammen. Da kam ein Mädchen in einem Auto vorbeigefahren, und sie winkten ihr zu. Elder Benson fragte: „Wer ist das?" Seine Freunde antworteten: „Das ist Flora Amussen.” Darauf sagte er: "Ich werde sie heiraten." Aber ein Freund sagte: „Das wirst du nicht. Sie ist viel zu beliebt für einen Bauernjungen.” Darauf entgegnete Präsident Benson nur: „Das macht die Sache erst recht interessant.”

1927 wurde er mit seinem Studium an der Universität des Staates Iowa fertig und wurde in die ehrenamtliche Landwirtschaftsgesellschaft mit Nanen Gamma Sigma Delta gewählt. Präsident Benson und seine Frau zogen nach Whitney in Idaho, wo sie sich aktiv der Landwirtschaft widmeten. Gemeinsam mit seinem Bruder Orval kaufte er eine Farm. Im Herbst des Jahres 1927 wurde Orval nach Dänemark auf Mission berufen und von dem unterstützt, was die Farm einbrachte. 1939 wurde Präsident Benson Führungssekretär des Nationalrates der vereinigten Farmer. Deshalb musste er nach Washington D. C. ziehen. Er war noch nicht einmal ein Jahr dort, als er der erste ((Pfahlpräsident|Präsident]] des neugegründeten Pfahles Washington in Washington D. C. wurde.

Zu den bemerkenswertesten Erlebnissen seines Amtes gehört die Berufung, am Ende des zweiten Weltkrieges nach Europa zu reisen und die Kirche dort wieder aufzubauen, denn sie war während des Krieges ziemlich zerschlagen worden. Außerdem sollte er die dringend benötigten Lebensmittel, Kleidungsstücke, Bettwaren und Medikamente an die Heiligen verteilen, die die Kriegswirren überlebt hatten. In Erfüllung dieses Auftrags besuchte er die Heiligen in dreizehn Ländern und teilte die dringend benötigten Hilfsgüter an sie aus. Er traf sich mit ihnen in großen und kleinen Gruppen und drang immer darauf, dass sie an Gott glaubten und darauf vertrauten, er werde für sie sorgen.

Am schwierigsten war es, nach Deutschland zu kommen, aber der Herr öffnete ihm die Türen und schuf ihm Freunde, so dass er die Heiligen in fast allen Teilen des Landes besuchen konnte.

Das gleiche galt auch für Polen. Nur mit Gottes Hilfe kam er überhaupt in das Land hinein. Er besuchte auch alle skandinavischen Länder und weihte Finnland für die Verkündigung des Evangeliums. Er arbeitete in Holland, Frankreich, Belgien, in der Tschechoslowakei, in Österreich, in der Schweiz und in Großbritannien und gab den Heiligen überall geistige Kraft, versorgte sie aber auch mit den benötigten Nahrungsmitteln, Kleidungsstücken, Medikamenten und Bettwaren.

Dies wurde durch die Zusammenarbeit mit dem Wohlfahrtsprogramm der Kirche in den Vereinigten Staaten ermöglicht. Aus Salt Lake City wurden viele Lastwagenladungen voll mit Hilfsgütern aus den Vorratshäusern der Pfähle losgeschickt, und zwar solange, wie sie gebraucht wurden. Präsident Benson musste sie dann verteilen.

Um Zugang zu den unterschiedlichen Ländern zu erhalten, musste er natürlich mit den Militärbeamten zusammenarbeiten. Meistens war es schwierig, zu diesen Männern vorzudringen, aber der Herr schuf immer eine Möglichkeit. Einmal musste Präsident Benson nach Berlin. Als er darum bat, General Joseph McNarney sprechen zu dürfen, den 4-Sterne-General, der damals den Oberbefehl über alle amerikanischen Streitkräfte in Europa hatte, wurde er vom Sekretär des Generals gleich abgewimmelt.

Enttäuscht ging er zum Auto zurück und bat den Herrn demütig darum, eine Möglichkeit zu schaffen. Er ging wieder zum Büro des Generals und wurde diesmal sofort eingelassen. Der General gewährte ihm auch die notwendige Hilfe.

Der General machte ihn darauf aufmerksam, dass er der erste amerikanische Zivilist sei, der seit der Besetzung Berlins mit dem Auto dorthin führe, und dass die Armee nicht die Verantwortung für seine Sicherheit übernehmen könne. Präsident Benson versicherte ihm, dass er sich um seine Sicherheit keine Sorgen mache, denn er wüsste, dass der Herr ihn beschützen würde. Derartige Erlebnisse wiederholten sich immer wieder.

Einmal musste Präsident Benson von Paris nach Den Haag in Holland fliegen, aber keine Fluggesellschaft hatte noch Plätze frei. Durch Fasten und Beten wurden drei Plätze für ihn, seinen Sekretär und einen Militär-Geistlichen frei, der sie begleitete.

Richard Ranglack, ein Mitglied der Kirche in Deutschland, begleitete Bruder Benson einmal zu einem Lagerhaus, wo Hilfsgüter aus Utah gelagert wurden. Bruder Ranglack fragte: „Wollen Sie sagen, dass diese Kisten alle voller Nahrungsmittel sind?” Präsident Benson erwiderte; „Ja, voller Nahrungsmittel, Kleidungsstücke, Bettwaren und, wie ich hoffe, auch ein paar Medikamente.” Sie öffneten ein paar Kisten. Die erste Kiste war voll von geschrotetem Weizen. Bruder Ranglack konnte es kaum glauben. Er ließ den Weizen durch die Finger laufen, und dann fing er wie ein kleines Kind zu weinen an. Die zweite Kiste war voll mit getrockneten Bohnen. Wieder weinte Bruder Ranglack und sagte: „Bruder Benson, es fällt mir schwer zu glauben, dass Menschen, die uns noch nie gesehen haben, so viel für uns tun.” So etwas erlebte Präsident Benson oft bei der Erfüllung seines Auftrages.

Bei diesen und anderen Erlebnissen vergaß Präsident Benson nie, was sein Vater – der ihm gemeinsam mit der Mutter beigebracht hatte, beim Beten Glauben zu üben – einmal zu ihm gesagt hatte, nämlich: „Was immer du auch tust, wo immer du auch bist: vergiss nicht, dass du nie allein bist. Der himmlische Vater ist immer da. Du brauchst nur die Hand auszustrecken, und dann wird er dir helfen, wenn du ihn darum bittest.” Präsident Benson hat festgestellt, dass das immer gilt. Der Herr hat ihn niemals im Stich gelassen.

Zwanzig Jahre nach seiner Reise in das kriegsgeschüttelte Europa wurde er wieder dorthin geschickt, diesmal als Präsident der europäischen Missionen mit dem Hauptsitz in Frankfurt. Auch dort stellte er immer wieder fest, dass der Herr ihm bei der Arbeit half. Hier wurde er jetzt auch Zeuge des großen Wachstums, das in den Jahren seit dem Krieg erreicht worden war. Es gab Pfähle und neue Missionen, und Tausende hatten sich der Kirche angeschlossen.

Von seinem Hauptsitz in Deutschland aus lenkte er das Werk nach Italien, wo sich stärkere Zweige entwickelten. Außerdem schickte er Missionare in den Libanon. Am 26. Februar 1965 arbeiteten zwanzig Missionare in Italien und legten die Grundlage für die derzeitig drei Missionen und den Pfahl in diesem Land. Präsident Benson ist später selbst nach Italien gereist und hat den Pfahl Mailand gegründet.

Zu seinen bedeutendsten Lebensabschnitten gehört die Zeit, als Präsident Dwight D. Eisenhower ihn in sein Kabinett holte und ihn als Landwirtschaftsminister berief. Das war eine Aufgabe, nach der er sich nicht gesehnt hatte. Als Präsident Eisenhower ihm dieses Amt antrug, lehnte er zuerst ab. Dann beriet er sich mit Präsident David 0. McKay, dem damaligen Präsidenten der Kirche, und sagte Präsident McKay ganz offen, dass er lieber seine Aufgabe als Mitglied des Rates der Zwölf weiter ausüben würde. Präsident McKay riet ihm jedoch, nach der Wahl nach New York zu gehen, wo Präsident Eisenhower seinen Hauptsitz hatte, und dort mit ihm zu sprechen. Eisenhower sagte Elder Benson, dass er bei den Farmern des Landes hohes Ansehen genieße und dass er ihn gerne im Kabinett hätte, und zwar als Landwirtschaftsminister.

Wieder beriet Elder Benson sich mit Präsident McKay, der ihm sagte, es sei seine patriotische Pflicht, die Berufung in die Regierung der Vereinigten Staaten anzunehmen. Also nahm Elder Benson die Berufung an. Er war acht Jahre Landwirtschaftsminister. Präsident Eisenhower hatte ihn gebeten, während seiner ganzen Amtszeit im Weißen Haus im Kabinett zu bleiben, und Minister Benson folgte diesem Wunsch.

Im Zuge seines Amtes bereiste er die ganze Welt, führte mit vielen Regierungschefs Gespräche und trug viel zum Fortschritt und zur Gesundung der Landwirtschaft der Vereinigten Staaten bei. Vor allem notleidende Länder profitierten davon, dass er Landwirtschaftsminister war, denn er leitete einen Großteil der Hilfeleistungen an notleidende Länder. Am 10. April 1957 verlieh ihm die italienische Regierung das Große Verdienstkreuz Italiens, die höchste Auszeichnung, die die italienische Regierung vergeben kann. Sie wurde ihm verliehen, weil er geholfen hatte, Italiens Ernährungsprobleme mit Hilfe der Überschüsse der Vereinigten Staaten zu lösen.

Im Januar 1961 war seine achtjährige Amtszeit als Landwirtschaftsminister der Vereinigten Staaten abgelaufen, und er kehrte nach Salt Lake City zurück, um sich wieder seinen Aufgaben als Mitglied des Rates der Zwölf zu widmen.

Präsident Benson präsidierte fast zwölf Jahre über den Rat der Zwölf Präsident Kimball hatre ihn am 30. Dezember 1973 eingesetzt. Präsident Benson hat das Kollegium mit großer Fähigkeit geleitet; er war unablässig von Inspiration und einer nie endenden Liebe zu seinen Brüdern beseelt. Ihr Wohlergehen lag ihm als einziges am Herzen. Er hatte immer ihren Vorteil im Sinn, gemeinsam mit dem, was für das Reich am besten ist, wenn er ihnen ihre Aufgaben in unterschiedlichen Teilen der Welt zugeteilt hat. Seine Arbeit mit den Zwölfen war durch Harmonie gekennzeichnet. Alle arbeiteten liebevoll und voll guten Willens zusammen. Die Brüder standen in völligem Einklang mit dem Wort des Herrn, das folgendermaßen lautet: „Ich sage euch: Seid eins! Und wenn ihr nicht eins seid, dann seid ihr nicht mein.” (LuB 38:27.)

Als Mitglied des Rates der Zwölf ist Präsident Benson in der ganzen Welt umhergereist und hat Hunderte von Pfählen und alle Missionen besucht und dabei viele neue Einheiten gegründet. In den Jahren als Apostel hat er viele Pfähle gegründet, unter anderem in: Tokio am 15. März 1970; Melbourne in Südaustralien am 22. August 1971; Osaka in Japan am 12. September 1972; Manila auf den Philippinen am 20. Mai 1973; Belfast am 9. Juni 1974; Kopenhagen am 16. Juni 1974; Helsinki am 16. Oktober 1977; München am 23. Oktober 1977; Nagoya in Japan am 10. Mai 1978; Nauvoo in Illinois am 18. Februar 1979; Wien am 20. April 1980; Brasilia in Brasilien am 12. Oktober 1980; Naha Okinawa in Japan am 23. Oktober 1980; San Juan auf Puerto Rico am 14. Dezember 1980; Bern am 3. Mai 1981; Mailand am 7. Juni 1981; Genf am 20. Juni 1982 und Barcelona am 31. Oktober 1982.

Nachdem Ezra Taft Benson mehr als zweiundvierzig Jahre lang führende Positionen in der Kirche bekliedet hat wurde er am 10. November 1985 als Präsident der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage eingesetzt. Präsident Benson tritt das Amt des Präsidenten der Kirche mit der liebevollen Unterstützung der Zwölf und aller anderen Generalautoritäten an. Sie werden mit ihm im Sinne ihrer Berufung zusammenarbeiten, um das Gottesreich in allen Teilen der freien Welt voranzubringen.

Manche haben erwartungsgemäß gefragt, in welche Richtung die Kirche nun schreiten werde. Dabei möchten wir darauf hinweisen, dass der Herr durch Präsident Kimhall ganz deutlich die drei Hauptaufgabenbereiche der Kirche genannt hat, nämlich: das Evangelium zu verkündigen, die Heiligen zu vervollkommnen und die Toten zu erlösen. Wir werden alles in unserer Macht Stehende tun, um diese Aufgabe weiterzuführen.

Wir werden weiterhin alle Mitglieder auffordern, ihre Missionsaufgabe wahrzunehmen. Wir werden nun in den Nationen missionieren, in denen wir die Genehmigung dazu haben. Wir fordern unsere Mitglieder überall auf, die Gesetze des Landes zu achten, in dem sie leben.
Wir werden weiterhin betonen, wie wichtig ein starkes christliches Zuhause und das Familienleben sind. Wir haben den Eindruck, dass es immer notwendiger wird, dass Eltern ihren Kindern beibringen, nach den Evangeliumsgrundsätzen zu leben, so wie sie in der Bibel, im Buch Mormon und in anderer heiliger Schrift offenbart worden sind.
Wir werden weiterhin Wert auf die Tempelarbeit legen. Der Herr hat uns die Aufgabe zugewiesen, die notwendigen heiligen Handlungen für die Lebenden und die Toten zu vollziehen.
Wir möchten der ganzen Welt erneut bestätigen, dass die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage von unserem Herrn und Erretter Jesus Christus geführt wird. Wir glauben an Christus. Wir nehmen ihn an und bestätigen seine Lehren als offenbarte wahre Grundsätze von Gott. Wir wissen, dass er buchstäblich Gottes Sohn ist. Wir lieben ihn, denn er ist unser auferstandener Herr und Erretter.
Wir glauben, dass kein anderer Name unter dem Himmel gegeben ist, durch den wir errettet werden sollen.
Wir fordern alle Menschen mit den Worten des Buches Mormon auf: ,Kommt zu Christus, und werdet inn ihm vollkommen, und verzichtet auf alles, was ungöttlich ist, und liebt Gott mit aller Macht, ganzem Sinn und aller Kraft.` [10:32.)
Wir rufen die Mitglieder der Kirche auf, treu zu sein und Gottes Gebote zu halten.
Ich möchte den Ratgebern an meiner Seite sagen, wie sehr ich sie schätze und wie dankbar ich für sie bin. Wir senden allen Mitgliedern der Kirche und allen Kindern des himmlischen Vaters in allen Ländern unsere Liebe.
Ich liebe dieses Werk von ganzem Herzen. Ich werde Ihnen von Herzen dankbar sein, wenn Sie Glauben haben und für mich, für meine beiden Ratgeber und für dieses heilige Werk des Allmächtigen beten."

verwendete Quellen

  • Der Stern Februar 1986


Propheten der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage
Joseph Smith | Brigham Young | John Taylor | Wilford Woodruff | Lorenzo Snow | Joseph F. Smith | Heber J. Grant | George Albert Smith | David O. McKay | Joseph Fielding Smith | Harold B. Lee | Spencer W. Kimball | Ezra Taft Benson | Howard W. Hunter | Gordon B. Hinckley | Thomas S. Monson
Persönliche Werkzeuge