Eva
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Eva war die erste sterbliche Frau, die Mutter des Menschengeschlechts. Sie war eine großartige und edle Frau, die uns das Beispiel eines rechtschaffenen Lebens gegeben hat, das für alle Frauen vorbildlich ist.
Sie hat mit ihrem Mann gearbeitet
Den ersten Hinweis auf Eva als sterbliche Frau ist im ersten Vers des fünften Kapitels Moses in der Köstlichen Perle zu finden:
- Und es begab sich: Nachdem ich, der Herr, Gott, sie hinausgetrieben hatte, fing Adam an, die Erde zu bebauen und über alle Tiere des Feldes zu herrschen und sein Brot im Schweiße seiner Stirn zu essen, wie ich, der Herr, es ihm geboten hatte. Und auch Eva, seine Frau, arbeitete mit ihm. (Moses 5:1)
Es ist für Eva eine bittere Notwendigkeit geworden, an der Seite ihres Mannes zu arbeiten, während sie und Adam angefangen haben, die Bedeutung der Worte Gottes zu verstehen:
- ...verflucht sei der Acker um deinetwillen! Mit Mühsal sollst du dich von ihm nähren dein Leben lang. Dornen und Disteln soll er dir tragen ...Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen, bis du wieder zu Erde werdest... (Genesis 3:17-19)
In ihrem tapferen, einsamen Kampf um den Lebensunterhalt hat diese edle Frau mit ihrem Mann gearbeitet. Das Wort „mit” hat hier eine besondere Bedeutung. Es heißt mehr als körperliche Arbeit allein. Es schließt auch ein gemeinsames Ziel, Verständnis, Zusammenarbeit und Liebe mit ein. Von dieser Arbeit mit ihrem Mann hat sie all ihren Töchtern bis zur jetzigen Generation ein nachahmenswertes Beispiel gegeben.
Seit jener Zeit hat sich die Art der Arbeit einer Ehefrau verändert, aber das Verhältnis von Mann und Frau ist sich gleichgeblieben. Selbst wenn die Umstände die Berufstätigkeit einer Ehefrau rechtfertigen, weil sie ihre Familie unterstützen muß, soll sie „mit” ihrem Mann arbeiten, und nicht von sich aus oder entgegen seiner Ansicht. „Und ...Eva, sein Weib, arbeitete mit ihm.” In der Familie eines Heiligen der Letzten Tage müssen Mann und Frau eins sein. Paulus hat gesagt:
- „ Doch im Herrn gibt es weder die Frau ohne den Mann noch den Mann ohne die Frau.” (1. Kor 11:11)
Sie hat ihre Aufgabe erfüllt, indem sie und Adam sich gemehrt und die Erde gefüllt haben
Nach dem Bericht, daß sie mit ihm gearbeitet hat, wird uns auch klar aufgezeigt, daß Eva sich nicht der Pflicht der Mutterschaft entzogen hat. Es heißt:
- Und Adam erkannte seine Frau, und sie gebar ihm Söhne und Töchter, und sie fingen an, sich zu mehren und die Erde zu füllen.. (Moses 5:2)
Später hat sie Kain und Abel geboren. (Moses 5:16-17.) Wahrscheinlich hat sie Seth und viele andere Kinder geboren, denn der Bericht sagt uns, daß Adam, nachdem er Seth gezeugt hat, noch ... achthundert Jahre lebte, und er zeugte viele Söhne und Töchter." (Moses 6:10-11)
Die Verantwortung, die der Herr Eva und allen Frauen auferlegt hat, nämlich Kinder zu gebären, wird heutzutage von vielen mit Spott betrachtet. Die Gemeinheit unserer Gesellschaft, die einerseits solche Schändlichkeiten wie Unkeuschheit und andere Arten von zügelloser Ausschweifung toleriert, unterstütz und sogar entschuldigt und andererseits Abtreibung gesetzlich anerkennt und Geburtenbeschränkung befürwortet und in einigen Fällen sogar zu erzwingen versucht, ist eine Herabwürdigung unserer Lebensaufgabe. Wenn diesem Treiben nicht Einhalt geboten wird, werden sie uns in die Verderbtheit von Sodom und Gomorrha stürzen, und wir werden die gleichen tragischen Folgen zu erleiden haben. Der Herr hat immer wieder diese Dinge aufs schärfste getadelt. Er hat sie in den Zehn Geboten, in der Bergpredigt in Palästina und bei den Nephiten verdammt. Er hat sie auch zu Beginn dieser letzten Evangeliumszeit verdammt.
Im 59. Abschnitt des Buches Lehre und Bündnisse fügte Er nach der Stelle „Du sollst nicht stehlen, auch nicht ehebrechen oder töten” die bezeichnenden Worte hinzu „noch irgend etwas Ähnliches tun”. In der Schrift gibt es keine präzise Angabe über die Art von Übertretungen, die der Herr dem Ehebruch und Töten gleichstellt; doch könnte dem Satzzusammenhang nach vorsätzliche Abtreibung durchaus in einer solchen Liste enthalten sein. Die meisten Frauen stehen unter dem göttlichen Gebot, „sich zu mehren und die Erde zu füllen”, wie auch Eva. Wenn sie bestrebt sind, Evas Gehorsam gegen dieses göttliche Gebot nachzuahmen, finden sie den sichersten Weg zur Herrlichkeit.
Sie hat mit ihrem Mann gebetet
Zum dritten Mal wird auf Eva als Sterbliche hingewiesen, als sie zusammen mit ihrem Mann den Herrn anruft:
- Und Adam und Eva, seine Frau, riefen den Namen des Herrn an, und sie vernahmen die Stimme des Herrn aus der Richtung vom Garten von Eden her, wie er zu ihnen sprach; und sie sahen ihn nicht, denn sie waren aus seiner Gegenwart ausgeschlossen. (Moses 5:4)
Es ist dies der erste Hinweis auf Gebete von Sterblichen. Es ist kein gewöhnliches Gebet gewesen. Die Umstände, unter denen es gesagt worden ist, sind keine normalen Umstände gewesen. Als Adam und Eva aus dem Garten Eden vertrieben worden sind, da sind sie verbannt worden, daß heißt, ausgeschlossen aus der Gegenwart des Herrn. Mit Mühe und Kummer haben sie der Erde das entrissen, was sie für sich und ihre Familie zum Leben gebraucht haben. Sie haben mit den Schwierigkeiten und Fragen gerungen, die auftauchen, wenn man ohne das Wissen um den Sinn des sterblichen Lebens oder den Gesamtplan für das ewige Leben eine Familie aufziehen soll.
Es scheint, daß sie sich in ihrer großen Not an ihren Umgang mit dem Herrn im Garten Eden erinnert und Ihn nun in ihrer Verzweiflung um Hilfe angerufen haben. Dies zu tun ist ein entscheidender Entschluß gewesen. Es ist für sie nicht nur nötig gewesen zu beten, sondern sogar unerläßlich — obschon sie sich dessen nicht bewußt gewesen sind —, wollten sie Kenntnis und Verständnis des Evangeliums erhalten.
Das gemeinsame Gebet ist für Eheleute unerläßlich, wenn sie ihre Familie zusammenhalten und auf dem Weg zum ewigen Leben halten wollen. Die kluge Frau und Mutter tut daher alles, um ihren Haushalt so zu ordnen, daß das tägliche Familiengebet stattfinden kann. Wenn sie mit ihrem Mann und den anderen Angehörigen der Familie niederkniet und den Herrn anruft, ahmt sie nicht nur das Beispiel Evas nach; sie befolgt auch den Rat des Propheten Joseph Smith und veranlaßt ihren Mann zu guten Werken. Das gemeinsame Gebet bringt die Familie wirklich auf dem Weg zum ewigen Leben vorwärts.
Sie hat das Evangelium kennengelernt, verstanden und geschätzt
Der Herr hat Adams und Evas Gebete mit zwei Geboten beantwortet, erstens, „. . . daß sie den Herrn, ihren Gott, anbeten sollen”, dies ist das erstemal, daß den Sterblichen geboten worden ist zu beten, und zweitens, „. . . daß sie die Erstlinge der Herden dem Herrn zum Opfer darbringen sollten”. (Moses 5:5). Die unbedingte Befolgung dieser Gebote hat Eva ermöglicht, ihre große Verstandes- und Geisteskraft zu beweisen und die Wahrheiten des Evangeliums zu verstehen und zu würdigen. Adam hat dem Gebot des Herrn gehorcht.
Und nach vielen Tagen erschien Adam ein Engel des Herrn und sprach: Warum bringst du dem Herrn Opfer dar? Und Adam sprach zu ihm: Ich weiß nicht, außer daß der Herr es mir geboten hat. (Moses 5:6) Dann hat der Engel begonnen, Adam das Evangelium zu lehren. Er hat ihm gesagt, das Opfer, das er darbringe, sei ein „Sinnbild des Opfers”, das Jesus in der Mitte der Zeiten darbringen würde, und Jesus sei der Sohn Gottes — der Einzig Gezeugte im Fleisch.
Nicht nur der Engel hat Adam belehrt; auch der Heilige Geist ist auf ihn gefallen und hat ihn geführt, und Gott selbst hat ihn mit Seiner eigenen Stimme unterwiesen. Er ist über die Präexistenz belehrt worden und über die Schöpfung der Erde — bei der er sich selbst beteiligt hat, was ihm aber nicht mehr bewußt gewesen ist —, den Sündenfall und die Gründe für die Sterblichkeit, die Mission von Jesus Christus und den ganzen Evangeliumsplan: Glauben an den Herrn Jesus Christus, Umkehr, Taufe mit Wasser zur Vergebung der Sünden, Taufe mit Feuer zum Empfang des Heiligen Geistes, die Auferstehung, Unsterblichkeit und ewiges Leben.
- Und es begab sich: Als der Herr mit Adam, unserem Vater, gesprochen hatte, da rief Adam zum Herrn, und er wurde vom Geist des Herrn hinweggeführt und wurde ins Wasser hinabgetragen und wurde unter Wasser gelegt und wurde aus dem Wasser hervorgebracht. Und so wurde er getauft, und der Geist Gottes kam auf ihn herab, und so wurde er aus dem Geist geboren und wurde bim inneren Menschen belebt. Und er hörte eine Stimme vom Himmel sagen: . . . Siehe, du bist eins in mir, ein Sohn Gottes; und so können alle meine Söhne werden. (Moses 6:64-66, 68)
Dieser Evangeliumsplan ist eine wunderbare Nachricht für Adam gewesen. Er hat ihm den Weg offenbart, wodurch er und alle Menschen aus dem gefallenen Zustand der Sterblichkeit zurück in die Gegenwart Gottes gelangen können.
- Und an jenem Tag pries Adam Gott und wurde erfüllt und fing an, in bezug auf alle Familien der Erde zu bprophezeien, nämlich: Gepriesen sei der Name Gottes, denn infolge meiner Übertretung sind meine Augen aufgetan, und in diesem Leben werde ich Freude haben, und wiederum dim Fleische werde ich Gott schauen. (Moses 5:10)
Und wie hat sich Eva verhalten? Der Bericht sagt uns:
- Und Eva, seine Frau, hörte das alles und war froh und sagte: Wenn wir nicht übertreten hätten, so hätten wir nie Nachkommen gehabt und hätten nie Gut und Böse erkannt, auch nicht die Freude unserer Erlösung und das ewige Leben, das Gott allen gibt, die gehorsam sind. (Moses 5:11)
Manche Menschen sagen, daß Frauen nur so daherreden. Ich kenne keine Stelle in den Schriften mit mehr Gehalt und Erkenntnis und Weisheit als diesen kurzen Abschnitt, in dem Eva spricht. Ihre Erkenntnis, ihre Annahme und die Wertschätzung, die sie der Offenbarung an ihren Mann bezeigt hat, der mit dem Himmel in Verbindung gestanden hat, zeigt uns, daß sie einen erhabenen Verstand, einen edlen Charakter und eine auf geistige Dinge gerichtete Seele besessen hat. Es ist nicht immer leicht für die Frau, Offenbarungen anzunehmen, die ihr Mann erhält. Sariah hat sich über Lehi beklagt,
- ... er sei ein Mann mit Visionen; sie sprach:: Siehe, du hast uns aus dem Land unseres Erbteils hinweggeführt, und meine Söhne sind nicht mehr, und wir gehen in der Wildnis zugrunde. (1. Nephi 5:2)
Die Frau des Propheten Joseph Smith hat Schwierigkeiten gehabt, ihren Mann zu verstehen. Und so mag es auch heute Frauen geben, die sich über die Zeit beklagen, die ihr Mann für die Kirchenarbeit aufwendet.
Wir können uns kaum vorstellen, wie groß Adams und Evas Erleichterung, Freude und Glück gewesen sind, als sie die gute Botschaft des Evangeliums erhalten haben. Während der beachtlichen Zeit seit dem Verlassen des Gartens Eden haben sie auf harte Weise lernen müssen — durch praktisches Herumprobieren. Während sie sich abgemüht und abgeplagt haben, hat Eva sicher oft mit Selbstvorwürfen und Bedauern an die Rolle gedacht, die sie gespielt hat, daß es zu der Vertreibung aus dem Garten gekommen ist, denn zu jener Zeit hat weder sie noch Adam noch irgend jemand von ihrer Nachkommenschaft etwas über den Plan der Erlösung oder über die Bedeutung ihrer Handlungsweise im Garten gewußt. Und während sich das Evangelium entfaltet hat — eine Offenbarung auf die andere —, hat sie mit gespannter Aufmerksamkeit zugehört. Sie hat gehört, gehorcht, verstanden, geglaubt und ist glücklich gewesen. Ihr Verstand hat die Bedeutung von allem erfaßt, und ihr Geist ist emporgehoben worden. Aus der großen Erleichterung und Begeisterung heraus hat sie ihre inneren Gefühle in folgenden erhabenen Worten ausgesprochen:
- ...Wenn wir nicht übertreten hätten, so hätten wir nie Nachkommen gehabt und hätten nie Gut und Böse erkannt, auch nicht die Freude unserer Erlösung und das ewige Leben, das Gott allen gibt, die gehorsam sind. (Moses 5:11)
Glücklich sind der Mann und die Kinder einer Frau, die das Evangelium erlernen, verstehen und schätzen kann wie Eva. In dieser Hinsicht ist sie ein außerordentlich würdiges Beispiel gewesen.
Zusammen mit ihrem Mann hat sie die Kinder das Evangelium gelehrt
Die Schriften zeigen noch ein anderes Beispiel von ihrem Betragen, das nachahmenswert ist: Zusammen mit ihrem Mann hat sie die Kinder das Evangelium gelehrt. Als der Herr Adam das Evangelium offenbart hat, da hat Er gesagt:
- ... Weil deine Kinder in Sünde empfangen sind, ja, so wird die Sünde in ihrem Herzen empfangen, wenn sie anfangen aufzuwachsen; und sie schmecken das Bittere, damit sie das Gute zu würdigen wissen. Und es ist ihnen gegeben, Gut von Böse zu unterscheiden; darum können sie für sich selbst handeln, und ich habe euch noch weiteres Gesetz und Gebot gegeben. (Moses 6:55-56)
Dieses andere Gesetz, das er ihnen gegeben hat, ist das Gesetz der Umkehr und der Vergebung gewesen.
- Darum lehre dies deine Kinder, daß alle Menschen, wo auch immer, umkehren müssen, sonst können sie keinesfalls das Reich Gottes ererben, denn nichts Unreines kann dort wohnen oder in seiner Gegenwart wohnen;... Darum gebe ich dir das Gebot, dies alles deine Kinder frei und offen zu lehren, ... Und Adam und Eva priesen den Namen Gottes, und sie taten alles ihren Söhnen und ihren Töchtern kund. (Moses 6:57-58; 5:12)
Heute stehen alle Eltern der Kirche unter diesem göttlichen Gebot, Adam und Eva darin nachzufolgen. Im November 1831 hat der Herr gesagt:
- Und weiter: Wenn Eltern in Zion oder einem seiner organisierten Pfähle Kinder haben und sie nicht lehren, die Lehre von der Umkehr, vom Glauben an Christus, den Sohn des lebendigen Gottes, und von der Taufe und der Gabe des Heiligen Geistes durch Händeauflegen zu verstehen, wenn sie acht Jahre alt sind, so sei die Sünde auf dem Haupt der Eltern. Denn dies soll für die Einwohner Zions und in einem jeden seiner organisierten Pfähle ein Gesetz sein. Und sie sollen ihre Kinder auch lehren, zu beten und untadelig vor dem Herrn zu wandeln. (LuB 68:25,26,28)
verwendete Quellen
- Der Stern August 1968
