Die Taufe Jesu
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um alle Gerechtigkeit zu erfüllen
Als Jesus „ungefähr dreißig Jahre alt (Luk. 3:23)” war, kam Er von Galiläa an den Jordan zu Johannes, um sich von ihm taufen zu lassen. Johannes aber wollte es nicht zulassen und sagte zu ihm: Ich müsste von dir getauft werden, und du kommst zu mir? Jesus antwortete ihm: Lass es nur zu! Denn nur so können wir die Gerechtigkeit (die Gott fordert) ganz erfüllen. Da gab Johannes nach.
Johannes und Jesus waren Vettern zweiten Grades; ob es zwischen ihnen in der Kindheit oder später zu einer engeren Freundschaft gekommen war, ist uns nicht berichtet. Es ist jedoch sicher, dass Johannes, als Jesus zu ihm kam, um sich taufen zu lassen, in Ihm einen sündenlosen Mann erkannte, der keine Umkehr nötig hatte; und da der Täufer beauftragt war, zur Vergebung der Sünden zu taufen, sah er keine Notwendigkeit, diese Verordnung an Jesus zu vollziehen. Er, der die Sündenbekenntnisse ganzer Scharen von Menschen entgegengenommen hatte, bekannte sich nun ehrfurchtsvoll zu Einem, von dem er wusste, dass Er gerechter war als er selbst. Angesichts späterer Ereignisse hat es den Anschein, dass Johannes damals nicht wusste, dass Jesus der Christus war, der Stärkere, auf den er gewartet hatte und dessen Wegbereiter er — wie er wohl wusste — war. Als Johannes seine Überzeugung aussprach, dass Jesus der Reinigung durch die Taufe nicht bedürfe, bestritt unser Herr, der sich Seiner eigenen Sündenlosigkeit wohl bewusst war, diese Anerkennung des Täufers nicht, bestand aber dennoch auf Seiner Taufe mit den bezeichnenden Worten: „Denn so gebührt es uns, alle Gerechtigkeit zu erfüllen.” Sofern Johannes imstande war, die tiefere Bedeutung dieses Ausspruchs zu verstehen, muss er darin die Wahrheit erkannt haben, dass die Taufe mit Wasser nicht nur das Mittel darstellt, um die Vergebung von Sünden zu erlangen, sondern dass sie auch eine unerlässliche, in Gerechtigkeit verankerte und von allen Menschen geforderte Verordnung ist — eine notwendige Voraussetzung für die Zugehörigkeit zum Reich Gottes.
Jesus Christus fügte sich somit demütig dem Willen des Vaters und wurde von Johannes durch Untertauchen im Wasser getauft. Seine Taufe wurde als wohlgefälliger und notwendiger Akt der Unterordnung angenommen; ein Beweis dafür ist, was sofort darauf geschah: „Kaum war Jesus getauft und aus dem Wasser gestiegen, da öffnete sich der Himmel, und er sah den Geist Gottes wie eine Taube auf sich herabkommen. Und eine Stimme aus dem Himmel sprach: Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe." (Matth. 3:16,17; vgl. Mark. 1:9—11; Luk. 3:21,22).` Da erkannte Johannes seinen Erlöser.
Die Verfasser der vier Evangelien berichten über das Herabkommen des Heiligen Geistes auf den getauften Jesus, dass es von einer sichtbaren Erscheinung „wie einer Taube” begleitet war, und dieses Zeichen war Johannes auch als das vorbestimmte Mittel angesagt worden, durch das er den Messias erkennen sollte; jetzt kam zu diesem Zeichen auch noch das allerhöchste Zeugnis des Vaters: dass Jesus buchstäblich Sein Sohn sei. Matthäus gibt die Anerkennung des Vaters in der dritten Person wieder: „Dies ist mein lieber Sohn”, während Markus wie auch Lukas die persönliche Anrede verzeichnen: „Du bist mein lieber Sohn.” Diese Abweichung — so geringfügig und unwesentlich sie selbst bei einem so schwerwiegenden Gegenstand sein mag — beweist indes, dass die Verfasser unabhängig voneinander geschrieben haben, und widerlegt jede Anspielung auf ein heimliches Einverständnis zwischen ihnen.
Die Geschehnisse, die mit dem Hervorkommen Jesu aus dem Grab im Wasser der Taufe einhergingen, führen deutlich vor Augen, dass die drei Personen der Gottheit getrennte Wesen sind. Bei dieser feierlichen Gelegenheit war Jesus, der Sohn, im Fleisch anwesend; die Anwesenheit des Heiligen Geistes tat sich durch das begleitende Zeichen der Taube kund. und die Stimme des Ewigen Vaters wurde vom Himmel her gehört. Hätten wir keine anderen Beweise über die Eigenpersönlichkeit jedes Mitglieds der Heiligen Dreieinigkeit, so müsste uns schon dieses Beispiel überzeugen; aber auch andere Schriftstellen erhärten diese große Wahrheit Kurz vor Seinem Tod verhieß der Erlöser den Aposteln, dass der Vater ihnen den Tröster senden würde, der der Heilige Geist ist (Joh. 14:26 und 15:26).
verwendete Quellen
Jesus, der Christus von James E. Talmage
| Jesus Christus |
| Die Geburt Christi | Die Taufe Jesu | Jesus richtet das Abendmahl ein | Jesus vor Gericht | Kreuzigung | Auferstehung | Zweites Kommen Christi |
