Godon B. Hinckley

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Gordon B. (Bitnar) Hinckley
Gordon B. (Bitnar) Hinckley

Als Gordon B. Hinckley nach dem Tod von Präsident Hunter Präsident der Mormonenkirche wurde, fragte man ihn, was der Leitgedanke seiner Präsidentschaft sein werde. Er antwortete: „Weitermachen. Jawohl. Unser Motto wird lauten, wir machen weiter in dem großen Werk, das unsere Vorgänger, die bewundernswert, glaubenstreu und hervorragend dienten, auf den Weg gebracht haben. Die Bedeutung der Familie stärken, ja. Die Erziehung fördern, ja. Toleranz und Nachsicht unter unseren Mitgliedern auf der ganzen Welt fördern, ja. Und die Verkündigung des Evangeliums Jesu Christi” (Church News, 18. März 1995, 10).

Die reichen Erfahrungen, die er in Führungspositionen der Mormonenkirche gesammelt hatte, haben ihn gut auf die Präsidentschaft vorbereitet. 1961 wurde er als Mitglied des Kollegiums der Zwölf bestätigt. Seit 1981 diente er unter drei Präsidenten der Mormonenkirche als Ratgeber in der Ersten Präsidentschaft – unter Spencer W. Kimball, Ezra Taft Benson und Howard W. Hunter. In diesen Jahren trug er, wenn die Präsidenten der Kirche aufgrund ihres hohen Alters nicht mehr tatkräftig mitwirken konnten, große Verantwortung.

Als der junge Gordon B. Hinckley in England eine Mission erfüllte, erhielt er einen Rat, der ihm in den Jahren, in denen er von seinen Aufgaben sehr gefordert wurde, sehr geholfen hat. Entmutigt schrieb er seinem Vater einen Brief: „Ich verschwende meine Zeit und Dein Geld. Ich sehe keinen Sinn darin hierzubleiben.“ Einige Zeit später erhielt er einen kurzen Brief seines Vaters: „Lieber Gordon, ich habe Deinen Brief erhalten. Ich kann Dir nur eins raten: Vergiß Dich selbst, und mach Dich an die Arbeit. In Liebe, Dein Vater.“

Präsident Hinckley meinte dazu: „Ich dachte über seine Antwort nach, und dann lasen wir am nächsten Morgen beim Schriftstudium diese bedeutende Aussage des Herrn: ‚Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen und um des Evangeliums willen verliert, wird es retten.‘ (Markus 8:35.) Ich war gerührt. Diese Aussage, diese Verheißung und der Brief meines Vaters bewegten mich, nach oben zu gehen. . . . Ich kniete nieder und gelobte dem Herrn, ich würde mich bemühen, mich selbst zu vergessen und an die Arbeit zu gehen. Dieser Tag war für mich der entscheidende Tag meines Lebens. Alles Gute, das seitdem mit mir geschehen ist, kann ich auf die Entscheidung zurückführen, die ich damals getroffen habe” (Gordon B. Hinckley: Man of Integrity, 15th President of the Church, Videokassette (1994)).

Man kennt Präsident Hinckley als jemanden mit einem unbezwingbaren Optimismus, der erfüllt ist von starkem Glauben an Gott und an die Zukunft. „‚Es wird sich schon richten‘ ist wohl der Zuspruch, den Präsident Hinckley seiner Familie, seinen Freunden und Mitarbeiter am häufigsten sagt. ‚Versuch es weiter‘, sagt er dann‚ ‚glaub daran. Sei glücklich. Laß dich nicht entmutigen. Es wird sich schon richten.‘“ (Jeffrey R. Holland, „President Gordon B.Hinckley“, Ensign, Juni 1995, 5).

Ein Reporter bat ihn, die größte Herausforderung der Mormonenkirche zu nennen. Er antwortete: „Unsere schwerste Herausforderung und gleichzeitig die wunderbarste Herausforderung kommt durch das Wachstum.“ Er erläuterte, daß durch das zunehmende Wachstum mehr Gebäude gebraucht werden, darunter auch Tempel: „Im Tempelbau haben wir jetzt die größte Epoche in der Geschichte der Mormonenkirche. Nie zuvor wurde der Bau von Tempeln so schnell vorangetrieben wie jetzt. Wir haben 47 Tempel in Betrieb. Wir haben 13 Tempel in verschiedenen Bauphasen, einige davon gibt es erst auf dem Zeichenbrett. Wir werden auch weiterhin Tempel bauen” (Church News, 18. März 1995, 10). Das rasche Wachstum der Mormonenkirche hat es außerdem notwendig gemacht, das Buch Mormon in viele Sprachen zu übersetzen.

Präsident Hinckley hat selbst seine Erfahrungen mit dem enormen Wachstum der Mormonenkirche gemacht. Auf einer Konferenz in Osaka blickte er 1967 auf die Versammelten, darunter viele junge Menschen, und sagte: „In euch sehe ich die Zukunft der Kirche in Japan. Und ich sehe eine große Zukunft. Wir haben bisher nur an der Oberfläche gekratzt. Aber ich habe das Gefühl, ich muß etwas sagen, was ich schon seit langem empfinde, nämlich daß der Tag nicht weit ernfernt ist, an dem es in diesem wundervollen Land Zionspfähle geben wird” (Gordon B.Hinckley, „Addresses“, AV 1801; in LDS Church Archives). Innerhalb einer Generation gab es in Japan 100 000 Mormonen, viele Pfähle, Missionen und Distrikte, und einen Tempel.

Präsident Gordon B. Hinckley ist außerdem sehr am Wachstum der Mormonenkirche auf den Philippinen interessiert. Dort wurde 1973 in Manila der erste Pfahl gegründet. Zwei Jahrzehnte später, zu der Zeit, als er Präsident der Kirche wurde, empfingen mehr als 300 000 philippinische Mormonen die Segnungen des Evangeliums, und sie hatten in ihrem Land einen Tempel. Präsident Hinckley ist auch sehr um das Wachstum der Kirche in anderen Teilen Asiens besorgt, darunter Korea, China und Südostasien.

Das Erlebnis einer Generalautorität, die beauftragt war, in einem Pfahl auf den Philippinen einen neuen Pfahlpräsidenten zu berufen, verdeutlicht die geistige Gesinnung vieler Mormonen in Asien. Nachdem der Kirchenführer eine Reihe von Priestertumsträgern interviewt hatte, hatte er das Gefühl, er solle einen Mann Mitte zwanzig als Pfahlpräsidenten berufen. Er bat den jungen Mann, in einen Nebenraum zu gehen und sich die Zeit zu nehmen, seine Ratgeber auszuwählen. Der Bruder kam nach 30 Sekunden zurück. Der Kirchenführer glaubte, der Mann habe ihn mißverstanden, aber der neue Pfahlpräsident sagte: „Nein. Ich habe schon vor einem Monat durch den Geist des Herrn gewußt, daß ich der Pfahlpräsident sein werde. Ich habe mir meine Ratgeber schon ausgesucht.“

Es paßt zu Präsident Hinckley, der soviel dazu beigetragen hat, daß die Mormonenkirche in der ganzen Welt fest etabliert ist, daß er während seiner Amtszeit verkünden konnte: „Unsere Statistiker sagen mir, falls der gegenwärtige Trend anhält, wird es im Februar 1996, also in wenigen Monaten, mehr Mitglieder außerhalb der Vereinigten Staaten als in den Vereinigten Staaten geben. Über diesen Punkt hinauszugelangen ist etwas Bedeutendes. Es ist die Frucht einer immensen Anstrengung” (Der Stern, Januar 1996, 64). Ein wichtiger Schwerpunkt in der Amtszeit von Präsident Hinckley ist die Bedeutung des guten Familienlebens, insbesondere in unserer Welt, die die Werte der Familie häufig nicht unterstützt. Unter seiner Leitung haben die Erste Präsidentschaft und der Rat der Zwölf eine besondere Proklamation an die Welt veröffentlicht, die die Familie zum Thema hat. Darin heißt es unter anderem:

„Die Familie ist von Gott eingerichtet. Die Ehe zwischen Mann und Frau ist wesentlich für seinen ewigen Plan. Das Kind hat ein Recht darauf, im Bund der Ehe geboren zu werden und in der Obhut eines Vaters und einer Mutter aufzuwachsen, die den Ehebund in völliger Treue einhalten. Ein glückliches Familienleben kann am ehesten erreicht werden, wenn die Lehren des Herrn Jesus Christus seine Grudlage sind. . . . Wir weisen warnend darauf hin, daß jemand, der die Bündnisse der Keuschheit verletzt, der seinen Ehepartner oder seine Kinder mißhandelt oder seinen familiären Verpflichtungen nicht nachkommt, eines Tages vor Gott Rechenschaft ablegen muß. Weiter warnen wir davor, daß der Zerfall der Familie Unheil über die einzelnen Menschen, die Gemeinwesen und die Länder bringen wird, wie es in alter und neuer Zeit von den Propheten vorhergesagt worden ist.” (Die Erste Präsidentschaft und der Rat der Zwölf Apostel, „Die Familie – eine Proklamation an die Welt“, Der Stern, Januar 1996, 93).

Auf der Generalkonferenz im April 1995 gab Präsident Hinckley bekannt, daß am 15. August 1995 die Regionalrepräsentanten entlassen würden und daß es ein neues Amt, nämlich das der Gebietsautorität, geben werde. Die Gebietsautorität präsidiert bei Pfahlkonferenzen, reorganisiert und gründet Pfähle, schult die Pfahl-, Missions- und Distriktspräsidenten und erfüllt Aufträge der Ersten Präsidentschaft und der Gebietspräsidentschaften. Durch dieses neue Amt sind die Kirchenführer näher bei den Menschen, denen sie dienen, und sie können das zunehmende Wachstum in aller Welt fördern.

weiter: Gordon B. Hinckley, Prophet der Mormonen, verstorben

Sein Zeugnis

übesetzt

Gordon B. Hinckley gibt Zeugnis von Jesus Christus

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