Die Gadiantonräuber
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Die Gadiantonräuber waren eine Räuberbande. Ihr Gründer war ein böser Nephit names Gadianton. Ihre Organisation war auf Geheimhaltung und satanische Eide gegründet. Ein Teil dieser Geheimhaltung bestand darin, die unehrlichen und mörderischen Handlungen der anderen in der Bande geheimzuhalten. Dies ist die gleiche Art von Eid, die Kain, der Sohn Adams, und seine Kohorten hatten – zu morden und Gewinn zu erlangen und das Geheimnis durch andere bewachen zu lassen. Gadianton verursachte die Vernichtung des nephitischen Volkes. Der Teufel gab Gadianton geheime Eide und Bündnisse. Geheimbünde (geheime Verbindungen) waren auch die Ursache für die Vernichtung der Jarediten.
Raub ist etwas anderes als Diebstahl. Diese Unterscheidung wird auch im Alten Testament getroffen. Diebstahl bedeutet, dass man etwas wegnimmt, was einem nicht gehört. Raub hingegen ist ein Gewaltakt, oft mit Waffen, wozu auch Brandstiftung und Mord gehören können. Die Gadiantonbande nahm während der gesamten Zeit des Buches Mormon zu und ab. Sie ähnelte dem organisierten Verbrechen oder sehr wilden Völkern. Wie die übrigen Menschen im Buch Mormon mit diesen Räubern umgingen, war ein Spiegelbild der allgemeinen Stärke und Rechtschaffenheit dieser Gesellschaftsformen. Sowohl die Nephiten wie auch die Lamaniten mussten sich mit den Räubern auseinandersetzen. Auch die Jarediten, eine noch ältere Kultur Amerikas, wurde durch die Räuberbanden vernichtet. Wir können für uns heute sehr viel aus dieser Geschichte mit den Gadiantonräubern lernen.
Nachstehend finden Sie einige Schriftstellen, die viel über die Gadiantonräuber aussagen:
- Aber siehe, diese geheimen Eide und Bündnisse gelangten nicht aus den Aufzeichnungen, die Helaman übergeben worden waren, an Gadianton; sondern siehe, sie wurden Gadianton von demselben Wesen ins Herz gelegt, das unsere ersten Eltern verleitete, von der verbotenen Frucht zu essen -- Ja, es ist dies dasselbe Wesen, das es Gadianton ins Herz gab, das Werk der Finsternis und der geheimen Morde weiter fortzuführen; und er hat dies von den Anfängen des Menschen bis herab in diese Zeit zuwege gebracht (Helaman 6:26,29).
- Und es gab auch einen Grund für viel Kummer unter den Lamaniten; denn siehe, sie hatten viele Kinder, die aufwuchsen und anfingen, an Jahren zuzunehmen, so daß sie sich selbständig machten und von einigen, die Zoramiten waren, durch ihr Lügen und ihre Schmeichelreden verführt wurden, sich diesen Gadiantonräubern anzuschließen (3. Nephi 1:29).
- Und es begab sich: Im dreizehnten Jahr fingen überall im ganzen Land Kriege und Streitigkeiten an; denn die Gadiantonräuber waren so zahlreich geworden und töteten so viele vom Volk und verwüsteten so viele Städte und richteten überall im Land so viel Tod und Gemetzel an, daß es ratsam wurde, daß alles Volk, die Nephiten ebenso wie die Lamaniten, die Waffen gegen sie erhob.
- Darum vereinigten sich alle Lamaniten, die sich zum Herrn bekehrt hatten, mit ihren Brüdern, den Nephiten, und sie waren um der Sicherheit ihres Lebens und ihrer Frauen und ihrer Kinder willen gezwungen, die Waffen gegen diese Gadiantonräuber zu erheben, ja, und auch, um ihre Rechte und die Rechte ihrer Kirche und ihrer Gottesanbetung sowie ihre innere und ihre äußere Freiheit aufrechtzuerhalten (3. Nephi 2: 11,12)
- Und als er sah, daß das Volk sich in einem Zustand von so furchtbarer Schlechtigkeit befand und daß jene Gadiantonräuber die Richterstühle innehatten — sie hatten die Macht und Gewalt im Land an sich gerissen; sie hatten die Gebote Gottes beiseite gesetzt und waren nicht im geringsten vor ihm im Recht; sie übten an den Menschenkindern keine Gerechtigkeit (Helaman 7:4).
- O Herr, sieh, dieses Volk kehrt um; und sie haben die Gadiantonbande aus ihrer Mitte hinweggefegt, so sehr, daß sie ausgelöscht ist, und sie haben ihre geheimen Pläne in der Erde verborgen (Helaman 11:10).
- Und so wurden sie im Laufe der Zeit, ja, selbst im Zeitraum von nicht vielen Jahren, zu einer überaus großen Räuberbande; und sie suchten alle die geheimen Pläne Gadiantons hervor, und so wurden sie Gadiantonräuber (Helaman 11:26).
- Aber siehe, diese Räuber richteten große Verheerung, ja, sogar große Vernichtung unter dem Volk Nephi und auch unter dem Volk der Lamaniten an (Helaman 11:27).
- Und es begab sich: Die Lamaniten hetzten die Räuberbande Gadiantons; und sie predigten das Wort Gottes unter dem schlechteren Teil von ihnen, so daß diese Räuberbande unter den Lamaniten völlig vernichtet wurde (Helaman 6:37)
- Und siehe, am Schluß dieses Buches werdet ihr sehen, daß dieser Gadianton sich als der Fall, ja, beinah die völlige Vernichtung des Volkes Nephi erwies (Helaman 2:13).
Geheime Verbindungen
Seit den Tagen Kains, und zwar immer, wenn gottlose und abgefallene Menschen auf der Erde waren, hat der Satan ihnen seine Eide, Gelübde und geheimen Verbin-dungen offenbart. Kain war der erste, der die geheimen Eide schwor, so wie sie ihm von Satan vorgesprochen wurden, und eine geheime Verbindung gründete. Dann er-mordete er seinen Bruder Abel. Seitdem sind Mord, Plünderung, Raub, ungerechte Machtausübung, sowie die Zerstörung von Freiheit und die Verfolgung der Heiligen, der Mitglieder der Kirche Christi, das Ziel dieser geheimen Verbindungen (Mose 5:16-59; 6:5; Helaman 6:17-41).
Geheime Verbindungen bestanden bereits vor der Sintflut überall auf der Erde. Sie waren unter den Jarediten, den Gadiantonräubern und den Lamaniten auf dem amerikanischen Kontinent weit verbreitet, und sie bestehen auch heute in allen Teilen der Erde. Moroni schreibt: „Ich aber, Moroni, schreibe nicht die Art ihrer Eide und Verbindungen nieder, denn es ist mir kundgetan worden, dass sie unter dem Volk vorhanden sind, und sie sind unter den Lamaniten vorhanden“ (Ether 8:20).
Zuverlässige aktuelle Berichte weisen darauf hin, dass heute geheime Verbindungen in manchen Regierungen, Ländern, Gewerkschaften und sogar in religiösen Organisationen bestehen. Moroni weist auf diese Zustände in unseren Tagen hin, wenn er schreibt: „Darum gebietet der Herr euch, wenn ihr so etwas unter euch entstehen seht, dass ihr zur Erkenntnis eurer furchtbaren Lage erwacht, und zwar wegen dieser geheimen Verbindung, die unter euch sein wird. ... Denn es begibt sich: Wer sie aufbaut, der trachtet danach, die Freiheit aller Länder, Nationen und Staaten zu zerstören« (Ether 8:14-26).