Die Bibel
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Heilige der Letzten Tage betrachten die Bibel als Heilige Schrift. Der 8. Glaubensartikel besagt:
- Wir glauben, dass die Bibel, soweit richtig übersetzt, das Wort Gottes ist; wir glauben auch, dass das Buch Mormon das Wort Gottes ist.
Inhaltsverzeichnis |
Bibelübersetzungen
Übersetzungen der Bibel wurden sofort nötig, als das Hebräische aufhörte, lebende Sprache zu sein, und die Juden in der griechischen Welt zerstreut waren, noch mehr, als das Christentum zu den Völkern nichtgriechischer Zunge drang. * * * Für die Erforschung der Urgestalt aller Teile der Bibel kommen nur die ersteren in Betracht, so die griechische Übersetzung des Alten Testaments, welche unter dem Namen Septuaginta weltberühmt geworden ist, und die chaldäische (Targum); so in bezug auf das Alte und Neue Testament die syrischen Übersetzungen, besonders die erst nach 200 entstandene Peschito; ferner die lateinische, deren ältere Gestalt, gewöhnlich Itala genannt, in das 2. Jahrhundert hinaufreicht, während die spätere, die sogen. Vulgata, erst von Hieronymus herrührt. Auch ägyptische, äthiopische, arabische, persische, armenische, gotische, georgische, slawonische Übersetzungen entstanden; einige derselben sind schon mehr oder weniger mittelbare, d. h. von Septuaginta, Peschito, Itala oder Vulgata abhängige Übersetzungen. Letzteres gilt namentlich von den mancherlei Versuchen des mittelalterlichen Abendlandes. * * * Ohne einheitliche Aufsicht seitens der kirchlichen Behörden erschienen die deutschen Bibeln an den verschiedensten Orten, jede mit ihren eigentümlichen Druckfehlern und sonstigen Änderungen, wie solche teils die Errungenschaften der Wissenschaft, teils die fortschreitende Veränderung der deutschen Sprache für das Verständnis in Kirche, Schule und Haus nötig zu machen schienen Die Geschichte der deutschen Bibelübersetzung Luthers von 151734 gab der Hamburger Hauptpastor J. M. Goeze aus dem Nachlass von J G. Palm heraus. (Halle 1772) Bis 1581 wird diese Geschichte geführt von G. W. Panzer (Nürnberg 1783.) Weitere Beiträge lieferten Heinrich Schott („Geschichte der deutschen Bibelübersetzung”, Leipzig 1835), G. W Hopf („Würdigung der Lutherischen Bibelverdeutschung mit Rücksicht auf ältere und neuere Übersetzungen”, Nürnberg 1874) und Wilib. Grimm (Kurzgefasste Geschichte der lutherischen Bibelübersetzung bis zur Gegenwart”, Jena 1884) Den ersten Anstoß zu einer gründlichen Revision des Textes auf Grund der gewonnenen Einsicht in seine Geschichte gab der Stuttgarter Kirchentag 1857; die maßgebenden Grundsätze stellte 1863 die Eisenacher Konferenz fest, und 1865 bis 1868 wurde das Neue Testament in drei Lesungen durch den Germanisten G: K. Fromman und zehn sachkundigen Theologen in der Weise behandelt, dass die Auswahl unter den Varianten mit Rücksicht auf den Grundtext erfolgte, die wenigen Stellen aber, an deren Verbesserung nach dem Grundtext man sich heranzutreten getraute, möglichst aus dem Sprachschatz der Lutherbibel erneuert wurden. In demselben Jahre, als die Cansteinsche Anstalt erstmalig das revidierte Neue Testament herausgab (1870), erklärte sich die Konferenz für die Ausdehnung der Revision auch auf das Alte Testament; 1883 erschien die „Probebibel”, die revidierte Bibel Halle 1892. * * * Auch die Katholiken folgten dem gegebenen Beispiel. Die neuerdings gebrauchtesten Übersetzungen sind die von Leander van Eß (1807 u. ö.) und die autorisierte Übersetzung von Allioli (Nürnberg 1830-1834 u. ö., 6 Bde.) („Meyers Konversationslexikon unter Bibelübersetzungen”)
Echtheit und Glaubwürdigkeit der Bibel
Wie interessant und lehrreich diese geschichtlichen und literarischen Angaben über die jüdischen Schriften auch sein mögen: sie sind untergeordnet der Frage der Glaubwürdigkeit der Bücher. Gerade weil wir diese, zusammen mit der übrigen christlichen Welt, als das Wort Gottes annehmen, geziemt es uns; nach der Glaubwürdigkeit der Werke zu forschen, die in so großem Maße die Grundlage unseres Glaubens bilden. Alle von der Bibel selbst gelieferten Beweise: Sprache, geschichtliche Angaben, Zusammenhang und gegenseitige Übereinstimmung des Inhaltes, unterstützen vereint ihren Anspruch auf Glaubwürdigkeit als die tatsächlichen Werke der Verfasser, denen die einzelnen Bücher zugeschrieben werden. In vielen Fällen kann der biblische Bericht leicht mit der Weltgeschichte verglichen werden, namentlich auf dem Gebiete der Lebensbeschreibung und Abstammungsgeschichte. In allen diesen Fällen lässt sich genaue Übereinstimmung feststellen. Weitere Beweise liegen in dem Persönlichen, wie es von jedem Schreiber beibehalten und gepflegt wird und sich in einer bemerkenswerten Mannigfaltigkeit der Schreibweise äußert, während anderseits eine sich über das Ganze erstreckende Einheitlichkeit die Mitwirkung eines führenden Einflusses offenbar erscheinen lässt. Dieser überragende Einfluss kann nichts Geringeres sein als das Licht der Inspiration, das auf alle wirkte, die als Werkzeuge in der Hand Gottes das Buch der Bücher schrieben. Überlieferung, Geschichte, literarische Zergliederung und neben und über allem der Prüfstein andächtiger Untersuchung und wahrheitssuchender Erforschung vereinigen sich, um die Glaubwürdigkeit, Wahrheit und Echtheit dieses wunderbaren Buches zu beweisen, welches den Weg zeigt, der die Menschen in die Gegenwart Gottes zurückführt.
Das Zeugnis des Buches Mormon für die Bibel
Die Heiligen der Letzten Tage anerkennen das Buch Mormon als einen Band heiliger Schriften, der ebenso wie die Bibel das Wort Gottes enthält. Wir möchten auf folgende Beweise aufmerksam zu machen, welche dieses Buch für die Glaubwürdigkeit der Bibel und ihrer allgemeinen Vollständigkeit in ihrer jetzigen Gestalt liefert. Nach dem Bericht des Buches Mormon verließ der Prophet Lehi mit seiner Familie und einigen anderen auf Befehl Gottes die Stadt Jerusalem etwa ums Jahr 6U0 v. Chr., im ersten Jahre der Regierung des Königs Zedekia. Bevor die Auswanderer ihre Heimat verließen, sicherten sie sich gewisse urkundliche Berichte, die auf Messingplatten eingraviert waren. Unter diesen Urkunden befanden sich eine Geschichte der Juden sowie einige der heiligen Schriften, die damals als gesetzmäßig galten. Lehi prüfte die Urkunden: „Und er sah, dass sie die fünf Bücher Moses enthielten; die Bericht geben von der Erschaffung der Welt und auch von unseren ersten Eltern, Adam und Eva; und auch einen Bericht der Juden, von Anfang an bis zum Beginn der Regierung Zedekias, des Königs von Juda; und auch die Prophezeiung der heiligen Propheten, von Anfang an bis zum Beginn der Regierung Zedekias; und auch viele Prophezeiungen, die Jeremia gesprochen hat.” (1. Nephi 5:10-13) Dieser Hinweis auf den Pentateuch und gewisse jüdische Propheten ist wertvoll als ein von außen kommender Beweis für Echtheit und Glaubwürdigkeit jener Teile der biblischen Berichte.
Nephi; der Sohn Lehis; erfuhr in einem Gesicht etwas von dem, was Gott mit der menschlichen Familie vorhatte. Er sah wie ein Buch von großem Werte, welches das Wort Gottes und die Bündnisse des Herrn mit Israel enthielt, von den Juden auf die Heiden kam (siehe 1. Nephi 13:21-23). Es wird weiter erzählt, dass die Kolonie Lehis, die, wie wir sehen werden, über die großen Gewässer nach der westlichen Halbkugel kam, wo sie sich niederließ und später zu einem großen mächtigen Volk wurde, wie diese Kolonie gewohnt war, die auf den Platten eingegrabenen heiligen Berichte zu lesen, und dass darüber hinaus ihre Schreiber lange Ausführungen aus ihnen ihren eigenen Berichten einverleibten (siehe 1. Nephi 20, 21; 2. Nephi 7, 8; Kap. 12-24). Soviel über die Anerkennung; die das Buch Mormon der Bibel zollt, oder wenigstens jenem Teil der jüdischen Schriften, der zu der Zeit, als Lehi Jerusalem verließ, vorhanden war.
Aber diese Stimme aus dem Westen schweigt auch nicht hinsichtlich der neutestamentlichen Schriften. In prophetischen Gesichten sahen viele nephitische Propheten das irdische Wirken Christi in der Mitte der Zeiten voraus und überlieferten uns Prophezeiungen über die Hauptereignisse des Lebens und des Sterbens Christi von überraschender Treue in vielen Einzelheiten. Ein solches Zeugnis wird uns überliefert von Nephi (siehe 1. Nephi 10:4-5; siehe auch Kap. 11-14; 2. Nephi 25:26; 26:24), von Benjamin Mosiah 3; 4:3), der zugleich Prophet und König war, von Abinadi (siehe Mosiah Kap 13-16), von Samuel (siehe Helaman 14:12), dem bekehrten Lamaniten, und manchen anderen. Als Ergänzung dieser und vieler sonstiger Prophezeiungen über die Mission Christi, die alle mit dem neutestamentlichen Bericht über ihre Erfüllung übereinstimmen, gibt uns das Buch Mormon noch einen Bericht über die Tätigkeit des auferstandenen Erlösers unter dem nephitischen Volk, während der Er bei ihnen Seine Kirche gründete nach dem im Neuen Testament aufgezeichneten Muster; darüber hinaus gab Er ihnen viele Belehrungen, die mit denen, die Er den Juden im Osten gab, beinahe wörtlich übereinstimmen (siehe 3. Nephi 9:26 vergl. im Neuen Testament Matthäus 57 etc.; im Alten Testament Jesaja 54; Maleachi 3 4)
Altertumskundliche Beweise
Altertumskundliche Beweise, welche die Bibel bestätigen. Prof. Dr. A. H. Sayce fasste seine lehrreichen Abhandlungen über das Zeugnis der alten Baudenkmäler wie folgt zusammen: „Die kritischen Einwendungen gegen die Wahrheit des Alten Testamentes, einst der Rüstkammer der griechischen und lateinischen Schriftsteller entnommen, können nie wieder erhoben werden. Sie sind ein für allemal angegriffen und geschlagen worden. Die Entgegnung auf sie ist von den Papyrus, Ziegeln und Steinen, von den Gräbern des alten Ägyptens, den Wällen Babylons und den zerfallenen Palästen der assyrischen Könige gekommen:”
Verlorengegangene heilige Schriften.
Diejenigen, welche die Lehre von fortlaufender Offenbarung zwischen Gott und seiner Kirche mit der Begründung bekämpfen, dass die Bibel als eine Sammlung heiliger Schriften vollständig sei und dass angebliche Offenbarungen, die darin nicht gefunden werden, deshalb unecht sein müssen, können mit Nutzen Kenntnis nehmen von den vielen Büchern, die in der Bibel nicht enthalten sind, obschon sie in dieser erwähnt werden, und zwar allgemein in solcher Weise, dass kein Zweifel darüber bestehen kann, dass sie als kirchengesetzlich betrachtet wurden. Von diesen außerbiblischen Schriften seien die folgenden genannt; einige von ihnen sind heute noch vorhanden, werden aber zu den apokryphischen gezählt, die meisten dagegen sind heute unbekannt. Wir lesen von dem „Urkunde des Bundes” (Exodus 24:7); „Buch von den Kriegen des Herrn” (4. Mose 21:14); „Buch der Aufrechten” (Josua 10:13); „Buch der Rechte” (1. Samuel 10:25); „Buch Henoch" (Judas 14); „Chronik von Salomo” (1. Könige 11:41); „Geschichten des Propheten Nathan” und „Geschichten Gads, des Schauers” (1. Chronik 29:29); „Prophezeiungen des Ahias von Silo” und die „Gesichte Jeddis, des Schauers" (2. Chronik 9:29); „Geschichten Semajas, des Propheten” (2. Chronik 12:15); „Historie des Propheten Iddo” (2. Chronik 13:22); „Geschichten Jehus” (2. Chronik 20:34); die „Taten des Usijas, geschrieben von dem Propheten Jesaja, dem Sohne Amoz” (2. Chronik 26:22); „Geschichten der Schauer” (2. Chronik 33:19); ein verlorengegangener Brief des Apostels Paulus an die Korinther (1. Korinther 5:9); ein verlorengegangener Brief an die Epheser (Epheser 3:3); ein verlorengegangener Brief an die Kolosser, geschrieben aus Laodizea (Kolosser 4:16); ein verlorengegangener Brief des Apostels Judas (Judas 3); die „Reden von den Geschichten”, die in Lukas 1:1 erwähnt sind.
verwendete Quellen
- Die Glaubensartikel von James E. Talmage
Videos
Externe Links
- Hinzufügen und wegnehmen
- Die Bibel - sonst nichts?
- Verlorene Schriften
- offener oder geschlossener Kanon
- Behauptet die Bibel, unfehlbar zu sein? - FAIR-Artikel
- Mormonenkirche.com
- 180. Frühjahrs-Generalkonferenz, April 2010 - Die heiligen Schriften – ein Segen von Elder D. Todd Christofferson
- Das Wunder der Bibel Elder Russell Ballard, Generalkonferenz April 2007 Audiodatei
- Aus der Vergangenheit lernen - Elder M. Russell Ballard - 179. Frühjahrs-Generalkonferenz, April 2009 mp3 dazu
- Meine Worte ... hören niemals auf mp3 dazu
- Encyclopädie des Mormonismus - Die Bibel
zusätzliches Material
- Der Stern Februar 1967 S. 52: Der Einfluss der Bibel