David O. McKay
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Präsident David O. McKay
David O. McKay war unter Präsident George Albert Smith Ratgeber in der Ersten Präsidentschaft der Mormonenkirche. Im Frühjahr 1951, als sich der Gesundheitszustand von Präsident Smith zu bessern schien, entschlossen sich Präsident McKay und seine Frau, Emma, Salt Lake City zu verlassen und den bis dahin verschobenen Urlaub in Kalifornien anzutreten. Sie übernachteten in St. George. Als Präsident McKay am frühen Morgen erwachte, hatte er deutlich das Gefühl, er müsse zum Hauptsitz der Mormonenkirche zurückkehren. Nur wenige Tage nach seiner Ankunft in Salt Lake City erlitt Präsident Smith einen Schlaganfall, an dessen Folgen er am 4. April 1951 starb. David O. McKay wurde der neunte Präsident der Mormonenkirche.
Präsident McKay war gut darauf vorbereitet, die Mormonenkirche zu führen. Mit acht Jahren, als sein Vater nach Großbritannien auf Mission berufen worden war, hatte er die Verantwortung des Mannes im Haus übernommen. Zwei seiner älteren Schwestern waren kurz zuvor gestorben, und seine Mutter erwartete ein weiteres Kind. Sein Vater glaubte, daß die Verantwortung für die Farm für Davids Mutter zu groß sei. Unter diesen Umständen sagte Bruder McKay zu seiner Frau: „Natürlich kann ich nicht gehen.“ Schwester McKay sah ihn an und antwortete: „Natürlich mußt du die Berufung annehmen. Mach dir um mich keine Sorgen. David O. und ich schaffen das schon” (Zitiert in Llewelyn R.McKay, Home Memories of President David O.McKay (1956), 5f). Der Glaube und die Hingabe seiner Eltern flößten dem jungen David den Wunsch ein, dem Herrn sein Leben lang zu dienen. 1906 wurde er mit 32 Jahren in den [[Rat der Zwölf Apostel|Rat der Zwölf] berufen. Er diente 45 Jahre in diesem Rat und in der Ersten Präsidentschaft (als Ratgeber von Präsident Heber J. Grant und Präsident George Albert Smith), bis er Präsident der Mormonenkirche wurde.
Sein ausgedehnter Reiseplan führte Präsident McKay zu den Mormonen in aller Welt. Er besuchte die Mormonen in Großbritannien und Europa, in Südafrika, Lateinamerika, im Südpazifik und in anderen Ländern. Als er in Europa war, traf er erste Vorbereitungen für den Bau des London-Tempels und des mormonischen Tempels in der Schweiz. Bis zum Ende seiner Amtszeit hatte er fast die ganze Welt bereist und die Mitglieder der Mormonenkirche besucht und begeistert. Vor seinem Tod wurde Präsident McKay der bisherige vielgereisteste Präsident der Mormonenkirche
Präsident McKay legte erneuten Nachdruck auf die Missionsarbeit und forderte jedes Mitglied auf, sich zu verpflichten, wenigstens ein neues Mitglied pro Jahr zur Kirche zu bringen. Man kannte ihn für seine oft wiederholte Mahnung: „Jedes Mitglied ein Missionar.“ 1952 unternahm die Mormonenkirche einige Anstrengungen, um die Arbeit der Vollzeitmissionare erfolgreicher zu machen. Der erste offizielle Missionarsplan, ein systematisches Programm für die Unterweisung im Evangelium, wurde an die mormonischen Missionare in aller Welt verschickt. Der Plan enthielt sieben Missionarslektionen, die Nachdruck darauf legten, daß die Untersucher durch den Geist unterwiesen werden sollten. Er legte das Wesen der Gottheit, den Erlösungsplan, den Abfall vom Glauben und die Wiederherstellung sowie die Bedeutung des Buches Mormon deutlich dar. Die Zahl der Menschen in der ganzen Welt, die sich bekehrten, stieg stark an. 1961 hielten die Führer der Mormonenkirche das erste Seminar für alle Missionspräsidenten ab. Man erklärte ihnen, sie sollten die Familien dazu anhalten, ihre Freunde und Nachbarn zu sich einzuladen, damit sie von den Missionaren der Mormonen unterwiesen werden konnten. Für die neuberufenen Missionare wurde 1961 eine Sprachschule eingerichtet; später wurde die Missionarsschule in Provo gegründet.
Während der Amtszeit von Präsident McKay legten die Mitglieder, die im Militär dienten, den Samen für das Wachstum der Mormonenkirche in Asien. Ein junger Soldat aus American Fork, Utah, der in Südkorea stationiert war, beobachtete folgendes: Amerikanische Soldaten, die auf einem Fußweg auf koreanische Zivilisten trafen, zwangen die Zivilisten, rechts und links den Weg zu verlassen, während die Soldaten weitergingen. Der junge Mormone aber machte den Koreanern Platz. Er bemühte sich, die Namen der Koreaner zu lernen, und grüßte sie im Vorübergehen freundlich. Eines Tages betrat er mit fünf seiner Freunde das Kasino. Die Schlange an der Essensausgabe war sehr lang, deshalb setzte sich der junge Mann an einen Tisch und wartete. Bald schon kam ein koreanischer Arbeiter mit einem gefüllten Tablett zu ihm. Der junge Mann wies auf den Streifen auf seinem Ärmel und sagte: „Sie dürfen mich nicht bedienen. Ich bin nur ein einfacher Soldat.“ Der Koreaner antwortete: „Ich bediene dich. Du erste Klasse Christ” (George Durrant, „No. 1 Christian“, Improvement Era, Nov. 1968, 82–84).
Die mormonischen Missionare und Soldaten, die der Kirche angehörten, hatten das Evangelium in Korea so erfolgreich verkündigt, daß 1967 das Buch Mormon in die koreanische Sprache übersetzt wurde und es bald im ganzen Land Pfähle und Gemeinden gab.
Auch in Japan waren die Missionare der Mormonen sehr erfolgreich. Nach dem Zweiten Weltkrieg hatten die japanischen Mitglieder mehrere Jahre lang nur gelegentlich Kontakt mit Vertretern der Mormonenkirche. Die Soldaten, die der Kirche angehörten und nach dem Krieg in Japan stationiert wurden, halfen der Kirche, stärker zu werden. 1945 war Tatsui Sato von einem Soldaten, der keinen Tee trinken wollte, so sehr beeindruckt, daß er Fragen stellte. Im darauffolgenden Jahr ließen er und einige seiner Angehörigen sich taufen. Elliot Richards taufte Tatsui, und Boyd K. Packer, ein Soldat, der später Mitglied des Kollegiums der Zwölf Apostel wurde, taufte Schwester Sato. Viele Japaner hörten zu Hause bei den Satos zum ersten Mal vom wiederhergestellten Evangelium. Schon bald begannen Missionare der Mormonen, die während des Zweiten Weltkriegs gegen die Japaner gekämpft hatten, in japanischen Städten mit der Missionsarbeit.
Auch in den Philippinen geht die Anwesenheit der Mormonenkirche auf die Bemühungen von amerikanischen Soldaten und anderen Mormonen während des Zweiten Weltkriegs zurück, aber das starke Wachstum der Kirche setzte dort erst 1961 ein. Eine junge Filipina, die kein Mitglied der Mormonenkirche war, hörte vom Buch Mormon und lernte mehrere Mormonen kennen. Daraufhin hatte sie das Gefühl, sie müsse Behördenvertreter, mit denen sie bekannt war, ansprechen und sie bitten, die Genehmigung dafür zu erteilen, dass die Missionare der Mormonen auf die Philippinen kamen. Die Genehmigung wurde erteilt, und schon wenige Monate später weihte Elder Gordon B. Hinckley vom Kollegium der Zwölf das Land erneut für die Missionsarbeit.
Als Folge des starken Wachstums der Mormonenkirche in den fünfziger Jahren gab Präsident McKay das Priestertumskorrelationsprogramm bekannt. Ein Komitee unter der Leitung von Elder Harold B. Lee vom Kollegium der Zwölf wurde beauftragt, alle Programme der Kirche gebetserfüllt und umfassend zu studieren,um festzustellen, wie gut diese Programme die wichtigsten Ziele der Kirche erfüllten. Mit der Genehmigung der Ersten Präsidentschaft gab Elder Lee 1961 bekannt, daß Richtlinien entwickelt wurden, die die Planung, Erstellung und Einführung des gesamten Lehrmaterials der Mormonenkirche regeln sollten. Die Hilfsorganisationen der Kirche hatten bisher den größten Teil des Lehrmaterials selbst entwickelt. Die neue Regelung sollte erreichen, daß Programme und Unterrichtsmaterial nicht unnötigerweise doppelt entwickelt wurden, damit die Mormonen der weltweiten Kirche in allen Altersgruppen und Sprachen besser im Evangelium unterwiesen werden konnten.
Die Mormonenkirche nahm noch weitere Änderungen vor, um alle Programme und Aktivitäten, zu denen auch die Wohlfahrt, die Missionsarbeit und die genealogische Arbeit gehörten, erfolgreicher zu korrelieren, um die Mission der Kirche besser zu erfüllen. In den sechziger Jahren wurde auf Heimlehren, das seit den Tagen Joseph Smiths zum Programm der Kirche gehörte, erneut Nachdruck gelegt – als Möglichkeit, für die geistigen und zeitlichen Bedürfnisse aller Mitglieder der Mormonenkirche zu sorgen. Gemeindehausbibliotheken wurden eingerichtet, um den Unterricht zu verbessern, und das Lehrerschulungsprogramm wurde ins Leben gerufen. 1971 begann die Kirche drei englischsprachige Zeitschriften herauszugeben, die von Generalautoritäten beaufsichtigt wurden: Friend für die Kinder, New Era für die Jugendlichen und Ensign für die Erwachsenen. Zur selben Zeit vereinheitlichte die Kirche ihre fremdsprachigen Zeitschriften, die bis dahin von verschiedenen Missionen selbständig herausgegeben worden waren. Jetzt wird eine Zeitschrift in viele Sprachen übersetzt und an die Mormonen in der ganzen Welt verschickt.
Präsident McKay betonte immer, wie wichtig die Familie und das Familienleben als Quelle des Glücks und als Bollwerk gegen die Prüfungen und Versuchungen des heutigen Lebens sind. Oft sprach er über die Liebe, die er für seine Familie empfand, und von der nie versagenden Unterstüzung durch seine Frau, Emma Rae. Während der Amtszeit von Präsident McKay wurde dem Familienabend als Hilfsmittel, durch das die Eltern ihre Kinder enger an sich binden und sie die Grundsätze des Evangeliums lehren können, erneut Nachdruck verliehen. Die FHV unterstützte den Propheten, indem sie Nachdruck darauf legte, wie wichtig es ist, die Familie zu stärken. Seit ihren Anfängen in Nauvoo war die FHV gewachsen und zählte Hunderttausende Frauen in aller Welt, für die der Unterricht und die Gemeinschaft in der FHV ein großer Segen waren. Auch die Familien profitierten davon. Belle S. Spafford war von 1945 bis 1974 Präsidentin der FHV. Sie war eine fähige Führerin, die auch landesweite Anerkennung erhielt, als sie von 1968 bis 1970 Präsidentin des amerikanischen Frauenrats war.
Präsident McKay starb im Januar 1970 mit 96 Jahren. Er hatte fast 20 Jahre über die Kirche präsidiert. Während dieser Zeit hatte sich die Mitgliederzahl verdreifacht, und es waren große Anstrengungen unternommen worden, der ganzen Welt die Evangeliumsbotschaft zu bringen.
weitere Links
- Encyklopädie des Mormonismus - David O. McKay
- GA-Pages - Lebensläufe der Generalautoritäten, englisch
zusätzliches Material
- Der SternApril 1973 S. 165: David O. McKay - Der Wert einer Seele