Das Millennium

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Das Wort Millennium stammt von dem lateinischen Wort mille (mit der Bedeutung „tausend”) und annus (ein „Jahr”) ab. Es bedeutet den Zeitraum von tausend Jahren. Es ist von Interesse, ganz kurz die Ansicht der Menschen aufzuzeichnen, die sich auf den Zeitraum beziehen, der in heiligen Schriften als Millennium bezeichnet wird.

Inhaltsverzeichnis

Millenarier oder Chiliasten

Nachdem Christus auf die Erde gekommen war, gab es einige, die der Ansicht waren, dass der Heiland zurückkehren und tausend Jahre lang regieren würde. Diese Menschen wurden Millenarier oder Chiliasten genannt. Ein derartiger Glaube, der als Chiliasmus (Von chilloi, das griechische Wort für „tausend“) bekannt war, galt als üblich und hatte in der christlichen Urkirche viele Anhänger. Der Glaube gründete sich im allgemeinen auf den Psalm: „Denn tausend Jahre sind vor dir wie der Tag, der gestern vergangen ist, und wie eine Nachtwache” (Psalm 90:4). In diesen Worten werden tausend Jahre des Menschen mit nur einem Tag des Herrn verglichen. Die sechs Tage der Schöpfung, die im Bericht des Moses erwähnt werden, gelten als die Bezeichnung von 6000 Jahren schwerer Arbeit, und darauf folgt der Sabbat als 1000 Jahre der Ruhe und der Glückseligkeit. Das Millennium sollte die Ruhe des Sabbats der neuen Schöpfung der Menschheit sein. Die Chiliasten zitierten aus den Schriften des Johannes, um ihre Ansicht zu unterstützen, und sie sagten oft die wohlbekannte Schriftstelle aus der Offenbarung auf, die so beginnt: „Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde ...” (Siehe Offb 21:1-6.)

Die jüdischen Christen aus früher Zeit hingen hoffnungsvoll dem Gedanken nach, dass sie als ein Volk während des Millenniums unter einem königlichen Messias die Welt regieren würden. Die Ebioniten, Nazarener und Korinther traten alle für das Millennium ein. Gleichfalls tat es eine weitere christliche Sekte, die nach Montanus benannt war und die es als fundamentale Lehre der christlichen Religion betrachteten. (Ebioniten: eine Sekte aus dem 2. Jahrhundert, jüdisch, die an Jesus als den Messias glaubte, Ihm aber keine göttliche Geburt zusprach, Nazarener: eine jüdischchristliche Sekte aus dem 4. Jahrhundert, die Jesus Christus als göttlich anerkannte. Montanus: der Begründer des Montanismus, eine abgespaltene christliche Sekte im 2. Jahrhundert, die zum größten Teil chiliastisch war. Montanus hatte erklärt, er sei der Tröster, den Christus verheißen habe.) Der Lehrsatz über das Millennium erhielt sich danach durch viele Jahrhunderte des Glaubens und Unglaubens hindurch. Aber nach der ersten Zeit der Christenheit hat er niemals große Kraft wiedererlangt, obgleich die Reformation dem chiliastischen Gedanken neuen Antrieb verlieh.

Es fehlt die Erkenntnis über das Millennium

Die meisten Christen anerkennen die Heilige Schrift. Obgleich diese sich auf die Sabbatzeit des Erdenlebens bezieht, überrascht es, wie diese Schriftstellen missverstanden werden. Auch ist es erstaunlich, wie sehr der Zweck und die Notwendigkeit eines Millenniums in den kirchlichen Lehren der christlichen Welt wirklich fehlen. Das Schweigen über dies Thema oder dessen Ableugnen entspringt zweifelsohne der unvollständigen oder verlorengegangenen Information darüber.

Diejenigen, die an keine Religion glauben, erwarten eine Art Millennium. Ihre Gedanken betreffen ein materielles Millennium, eine Art Utopie, die nach ihrer Meinung ganz innerhalb zukünftiger Möglichkeiten liege. Sie lehren, dass die Rasse darauf achten müsse, sich zu erneuern und zu verbessern. Als Mittel diene Nichtverbreitung von Krankheiten und Schwäche jeglicher Art; ferner die ständige und freudige Vermehrung der besten Elemente unsrer Rasse in einem fortgesetzten Fortschreiten gemäß der Hierarchie des Lebens, und zwar aufgrund natürlicher Mittel.

Zum größten Teil sind diese Begriffe sowohl in der Vergangenheit als auch jetzt Verdrehungen des wahren Lehrsatzes über das Millennium gewesen. Der Mensch kann die Erkenntnis der wahren Bedeutung und der Absicht nur durch Offenbarung von Gott erhalten, der die Grenzen und das Zeitalter von Anfang an festgelegt hat.

Das Millennium nach den Worten der Propheten — in früherer und in heutiger Zeit

Die Grenzen und der Aufenthaltsort für das irdische Leben wurden festgelegt, ehe Adam, der erste Mensch, in sie eintrat. Das Zeitalter des Millenniums ist ein wichtiger und notwendiger Teil des Aufenthaltes der Menschen auf der Erde. Es wird oft als Zeit der Ruhe und des Friedens unter den Menschen bezeichnet, wo alle Feindschaft in der Natur, bei den Tieren und den Menschen aufhört, wo Sorge und Herzleid nicht zu dem üblichen Los des Menschen gehört. Trotzdem muss man diese Zustände als Eigenschaft dieses Zeitabschnitts betrachten und nicht etwa als Beschreibung seines Zwecks. In der Weisheit Gottes, des Vaters, sind die letzten ungefähr 1000 Jahre des irdischen Lebens Zeuge davon, wie Sein Werk unter der Menschheit einen Höhepunkt erreicht. Die Propheten haben Äußerungen über Gottes Offenbarungen hinterlassen. Daraus erkennen wir, dass viel Arbeit geleistet wird, wenn Christus wirklich im Millennium regiert. Durch diese Arbeit werden alle Menschen auf ihre Aufgabe und ihren zukünftigen Wohnort in der Sphäre ewiger Existenz vorbereitet, wo sie nach der Sterblichkeit und der Auferstehung des sterblichen Leibes sein werden. In diesem Sinn wird die „Ruhe” kein Teil des Millenniums sein. Statt dessen werden wir von qualvoller Arbeit und von Streit ausruhen; denn die zu bewältigende Arbeit wird reizvoll und wunderbar sein und unter hervorragenden Bedingungen ausgeführt. Man kann aus den heiligen Schriften kein realistisches Bild entnehmen, das Millennium sei eine Zeit seligen, kein Ziel verfolgendes Dahintreibens ohne Mühen oder Verpflichtungen. Das wäre kein Teil des vorher verfügten Planes dieser großen Zeit des Angleichens, des Richtspruches und der Vorbereitung.

Durch Christi Erscheinen wird die Regierung im Millennium hergestellt

Wir müssen uns daran erinnern, dass es zu den Aufgaben Jesu Christi, des Sohnes Gottes, gehört, dass Er den Lebens- und Erlösungsplan auf Erden für die ganze Menschheit leitet. Er hat die Priestertumsrechte, -mächte und -schlüssel inne, die Er dem Menschen zu verschiedenen Zeiten und an mannigfaltigen Orten während des Aufenthaltes in der irdischen Existenz übertragen hat. Somit zeigt sich Seine große Sorge und Sein unmittelbares Mitwirken, bis die Arbeit des Erdenlebens abgeschlossen ist. Danach wird Er um der Rechtschaffenen willen eine noch größere Herrschaft ausüben.

Es ist prophezeit worden und wird auch entschieden notwendig sein, dass die wirkliche Gegenwart Christi auf Erden während des Herannahens des Millenniums oft genug und häufig eintreten wird, desgleichen Sein Einfluss und die ständige Macht, um Sein Werk einzuleiten, das zum Einrichten des Millenniums führt.

Der große Priestertumsrat der Propheten aus alter Zeit in Adam-ondi-Ahman

Im August 1830 hat der Herr in Harmony, Pennsylvania, Joseph Smith eine Offenbarung erteilt, wo Er sich auf einen Zeitpunkt bezieht, den Er so bezeichnet: „ ... die Stunde wird kommen” (LuB 27:5). Dann will Er mit vielen Propheten aus alter Zeit auf Erden zusammenkommen, die Ihm jeder zu seiner Lebzeit gedient haben. In dem Tal von Adam-ondi-Ahman hatte Adam drei Jahre vor seinem Tod seine rechtschaffenen Nachkommen zusammengerufen und ihnen seinen letzten Segen erteilt. In demselben Tal wird der Alte der Tage sitzen, und dies gemäß der Ausführung der Vision, die der Prophet Daniel gesehen hat. (Siehe Daniel 7:9.) Dann werden vor Michael diejenigen stehen, welche die Schlüssel in jeder Evangeliumszeit innegehabt haben. Sie werden ihr Verwalteramt dem patriarchalischen Fürsten des Menschengeschlechts übergeben, der die Schlüssel zur Erlösung innehat. Das ist ein Tag der Rechtsprechung und der Vorbereitung.

Die Schlüssel, die Adam übergeben werden, wird er dann Christus aushändigen, weil Christus persönlich 1000 Jahre auf der Erde leben und regieren wird. Dadurch wird die konzentrierte Priestertumsmacht dem Sohn zurückgegeben. Zu diesem hervorragenden Rat in Adam-ondi-Ahman mögen viele rechtschaffene Führer in Gottes großem Werk in den Letzten Tagen, die jetzt leben, eingeladen werden. Dann wird der Herr offiziell die Regierung auf dieser Erde in die Hand nehmen (Vgl. Alvin R. Dyers Buch, The Lord speaketh; Deseret Bock Company, Salt Lake City, Utah, 1964; Seite 183-185).

Die Übertragung der Vollmacht

Von größter Wichtigkeit für die Welt wird die Übertragung der Vollmacht von Luzifer, dem unrechtmäßigen Herrscher und Betrüger, an den rechtmäßigen König Jesus Christus sein. Das dort versammelte Priestertum wird die Handlung bestätigen und unmittelbar vom Herrn Anweisungen und Vollmachtsübertragungen erhalten, während die Vorbereitungen zur Einleitung des Millenniums voranschreiten. Die Welt wird nicht wissen, wann diese Versammlung stattfindet. Die Kirchenmitglieder ohne besonderes Amt wissen es nicht. Nur diejenigen, die offiziell berufen sind, werden daran teilnehmen. Dieses Erscheinen Christi geht Seinem allgemeinen zweiten Kommen voraus und verwirklicht die Schriftstelle, „dass der Tag des Herrn wird kommen wie ein Dieb in der Nacht” (1. Thess. 5:2).

Prophezeiungen und Offenbarungen weisen auf wichtige Leistungen hin, die der wirklichen Regierung Christi im Millennium vorangehen müssen. Zweifelsohne werden diese bei dem großen Priestertumsrat in Adam-ondi-Ahman gründlich erwogen, und der Sohn Gottes, Jesus Christus, wird über die Versammlung präsidieren. Anweisungen für folgende Punkte müssen erteilt werden:

  1. Die Nachkommen Ephraims und Manasses müssen die Stadt Neujerusalem erbauen. Dabei werden sich alle Heiden beteiligen, die den ewigen Bund eingegangen sind und zu dem Haus Israel zählen. (Siehe 3. Nephi 21:22, 23.)
  2. Die Arbeit zugunsten der Reste des Hauses Jakob (der Lamaniten) wird zu dieser Zeit ernsthaft vorangetrieben. (Siehe 3. Nephi 21:23, 26.)
  3. Die zerstreuten und angeblich verlorenen Stämme müssen zurückkehren und ein Teil des neuen Jerusalems werden. Dafür müssen Vorbereitungen getroffen werden. [(Siehe 3. Nephi 20; 21:26.)

Der Herr kommt plötzlich zu Seinem Tempel

Wichtig ist auch das Erscheinen des Herrn vor Seinem allgemeinen Zurückkommen, wenn Er in dem Tempel in Neujerusalem erscheint. Dieser wird im Mittelpunkt Zions in dem Gebiet errichtet, das jetzt als Jackson County, Missouri, bekannt ist. [(Siehe 3. Nephi 21:25.) Zweifelsohne dient dies Erscheinen vor denjenigen, die berufen werden, anwesend zu sein, um die Vorbereitungen für die Regierung im Millennium des Friedens auf Erden und des guten Willens unter den Menschen zu fördern. Um dies zu ermöglichen, erscheint der Herr „...der mit einem Fluch zum Gericht über die Welt herniederkommen wird, ja, über alle Nationen, die Gott vergessen, und über alle Gottlosen unter euch.” (LuB 133:2). Der Prophet Maleachi hat über dieses bestimmte Kommen des Herrn verkündet: „ ... er ist wie das Feuer im Schmelzofen und wie die Lauge im Waschtrog” (Maleachi 3:2).

In den Tagen der Vorbereitung für Christi Regierung im Millennium werden die Heiligen Zions geprüft, wie sie nie zuvor geprüft worden sind. Sie müssen beweisen, dass sie würdig sind, emporgehoben zu werden und dem Herrn zu begegnen.

Werkzeuge der Vernichtung. Die Menschen selbst werden in der Zeit vor dem Millennium die unredlichen und bösartigen Menschen vernichten. Ihr eigener Ungehorsam und die Gesetze der Rechtschaffenheit gestatten es nicht, dass die Macht des Heiligen Geistes gegen die Menschen kämpft. Das wird der Hauptgrund für den Untergang und den Verfall der irdischen Zivilisationen sein.

Es wird eindeutig unterschieden. Folgende Feststellung ist bezeichnend. Prophezeiungen, Gleichnisse und direkte Offenbarung haben erwiesen, dass alle Hinweise auf diese Zeit des Höhepunktes bei Gottes Werk mit der Menschheit klar zwischen den Rechtschaffenen und den Unredlichen, den Gerechten und den Ungerechten, den Guten und den Bösen oder Gottlosen unterscheiden. Obgleich dieser Unterschied in jeder Kategorie allgemein gehalten ist, wird er in den letzten Jahren der irdischen Existenz des Menschen deutlicher zutage treten. Allmählich führt er zu der Endschlacht zwischen den Heerscharen der Hölle unter Luzifers Führung und den rechtschaffenen Heeren, die von Michael, dem Fürsten, geführt werden. (Siehe LuB 88:111-115.)

Luzifer wird gebunden. Nach der Vernichtung der Gottlosen lebt der Rest der Menschen auf Erden in Rechtschaffenheit: Satan wird keine Macht über sie haben. Dadurch wird Satan oder Luzifer gebunden. Er kann die Menschen nicht mehr täuschen oder verwirren, seine Macht ist wirkungslos. Und wenn Satan gebunden ist, geht die notwendige Arbeit des siebten Jahrtausends, des Sabbats der Schöpfung, voran.

Die zwei großen Hauptstädte der Welt

Bei der Vorbereitung der weltlichen Regierung unter der Anleitung Christi bilden die Rechtschaffenen — diejenigen, die nach der Vernichtung der Gottlosen auf der Erde übriggeblieben sind — ein herrliches Reich oder eine Regierung. Die Rechtschaffeneren unter ihnen, die bei der wichtigen Arbeit helfen sollen, die in dieser Zeit geleistet werden soll, werden aus allen Nationen der Welt gesammelt. Sie werden an zwei Stellen zusammengebracht: die eine Gruppe in Jerusalem (die von Juda abstammen und als Töchter Zions bezeichnet werden, ferner alle Nachkommen der andern Stämme Israels, die benötigt werden). Der andre Ort ist die Stadt Neujerusalem, die Zion genannt wird. Dort sind die meisten Nachkommen der andern Stämme Israels unter der Leitung des Stammes Ephraim — dieser war der patriarchalische Erstgeborene von Israel —, und sein Stamm wird als erster dem Ruf zur Sammlung folgen. Die Inseln oder Kontinente werden miteinander verbunden wie in den Tagen, ehe die Erde zerteilt wurde (Siehe LuB 133:22-34 Siehe auch 1. Mose 10:25). Dadurch wird die Entfernung auf dem Land zwischen den Städten Jerusalems aus alter Zeit und dem Neujerusalem sehr verkürzt. Letzteres wird da erbaut, wo jetzt der geographische Mittelpunkt der Vereinigten Staaten ist.

Das Reich Gottes

Das Reich Gottes ist mit der Kirche Christi identisch. Es ist in diesen Letzten Tagen seit der Wiederherstellung des heiligen Priestertums und der Schlüssel, wodurch seine Macht ausgeübt wird, auf der Erde. Zu verschiedenen andern Zeiten ist das Reich Gottes auf der Erde gewesen, angefangen damit, dass Gott Adam das Priestertum verliehen hat. Diese Zeitabschnitte werden Evangeliumszeiten genannt. Die letzte und wichtigste davon ist jetzt auf Erden: „wenn die Zeit erfüllt wird” (Epheser 1:10; LuB 112:30). Folglich ist die Kirche Jesu Christi oder das Reich Gottes auf der Erde.

Das Reich des Himmels

Der Herr hat uns in eigenen Worten ein Gebet genannt, das all denjenigen als Muster dienen soll, die in Seinem Namen beten. Darin heißt es: „Dein Reich komme. Dein Wille geschehe auf Erden wie im Himmel” (Matth. 6:10). Über das Errichten des himmlischen (oder celestialen) Reiches auf Erden haben wir folgende Erklärung: ... Das Himmelreich, das die Kirche in sich schließt und das alle Nationen umfasst, wird mit Macht und großer Herrlichkeit aufgerichtet werden, wenn der triumphierende König mit Seinen himmlischen Scharen erscheint, um persönlich zu regieren auf der Erde, die Er mit dem Opfer Seines eigenen Lebens erlöst hat.

Wie wir gesehen haben, umfasst das Himmelreich mehr als die Kirche. Den Ehrbaren und Rechtschaffenen unter den Menschen wird Schutz gewährt werden, und sie werden auch die Vorrechte des Bürgerrechts unter dem vollkommenen Regierungssystem, das von Jesus Christus selbst gehandhabt werden wird, genießen; und zwar wird dies ihr glückliches Los sein, ob sie nun tatsächlich Mitglieder der Kirche sind oder nicht (James E. Talmage, Die Glaubensartikel, 5. Auflage, S. 363).

Wer das Evangelium völlig annimmt und sich während des Millenniums der Kirche anschließt oder ihr angehört, dem wird das Recht zuteil, das heilige Priestertum innezuhaben und anzuwenden. Das können sie zugunsten ihrer eigenen Erlösung und für ihre verstorbenen Verwandten, die vor der tausendjährigen Regierungszeit Christi gelebt haben und gestorben sind. Das gilt für diejenigen, die gewissermaßen im Gefängnis darauf warten, dass sie durch stellvertretende Arbeit befreit werden.

Das zweite Kommen Christi

Der zehnte Glaubensartikel der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage erklärt, dass die Mitglieder überzeugt sind, „Christus [würde] persönlich auf der Erde regieren. Diese inspirierte ,Erklärung legt den Hauptgrund dar, dass Gottes Sohn ein zweites Mal in Seiner Herrlichkeit kommen wird. Er wird auf Erden regieren, und zwar mit Seinen Kindern, die der Vater Ihm als eigene Kinder gegeben hat. Der Prophet Joseph Smith hat folgende wichtige Erklärung über die Herrschaft bei des Herrn Regierung abgegeben:

Es ist Jehovas Plan von Anbeginn der Welt gewesen und ist auch jetzt Seine Absicht, die Angelegenheiten der Welt zu Seiner eigenen Zeit zu regeln, die führende Stellung des Weltalls einzunehmen und die Leitung der Regierung selbst in die Hand zu nehmen. Wenn das getan ist, wird das Urteil auf rechtschaffene Weise erteilt. Anarchie und Verwirrung werden vernichtet, und die Nationen „werden hinfort nicht mehr lernen, Krieg zu führen” (Jesaja 2:4). Aufgrund des Fehlens dieses großen Regierungsprinzips hat all die Verwirrung bestanden; denn „es liegt in niemandes Macht, wie er wandle oder seinen Gang richte” (Jeremia 10:23); das haben wir vollends gezeigt (Documentary History of the Church, Bd. 5, S. 63).

Die Patriarchen und Propheten kommen mit dem Herrn zusammen

Enoch und die Menschen aus seiner heiligen Stadt, die Patriarchen, Propheten und Apostel werden den Herrn begleiten, wenn Er in Majestät und Herrlichkeit ein zweites Mal kommt. Über die zwölf Apostel aus der Zeitenmitte und ihre Stellung in des Herrn Gegenwart bei Seiner Rückkehr hat Er folgendes gesagt: „ ... Ihr sollt in meinem Reich mit mir an meinem Tisch essen und trinken, und ihr sollt auf Thronen sitzen und die zwölf Stämme Israels richten.” (Lukas 22:30) (Siehe auch Matth 19:28). Die gleiche Berufung im Millennium ist den zwölf nephitischen Jüngern zuteil geworden, die der Herr dazu bestimmt hatte, dem Volk zu dienen. Dem Propheten Joseph Smith ist verheißen worden, dass er „das Antlitz des Menschensohnes sehen” würde (LuB 130:15). Denn wenn der Herr kommt, so hat der Prophet es verkündigt, „werden wir ihn sehen, wie er ist ... dass er ein Mensch ist wie wir” (LuB 130:1). Zu einer andern Zeit ist dem Propheten auch verheißen worden, dass der Herr „auf Erden von der Frucht des Weinstocks trinken werde”, und zwar mit Joseph Smith persönlich, mit Moroni, Elias, Elia und andern Propheten (Siehe LuB 27:5-12).

Darum können wir annehmen, dass alle Rechtschaffenen, die der Bezeichnung Heilige wert sind, die Gott gekannt und dem Evangelium Jesu Christi gehorcht haben, bei der Auferstehung in „einem Augenblick” (LuB 101:31) wiederbelebt und emporgehoben werden, um Ihm in den Wolken zu begegnen. Dies geschieht all denjenigen aus der obengenannten Gruppe, die gelebt haben und gestorben oder verwandelt worden sind oder die bereits auferstanden sind. Ferner gilt es auch für diejenigen, die in der Geisterwelt der Auferstehung harren sowie denjenigen, die bei Seinem Kommen auf der Erde leben.

Die Erhabenheit, die überraschende Macht und die Majestät bei Seinem zweiten Kommen zur Welt, ganz allgemein gesehen, ist von den Propheten beschrieben worden. Diese haben durch Offenbarung, Visionen und Verkündigungen von dem Herrn selbst dieses wunderbare Erlebnis erkannt, das von Anbeginn im Herzen guter Menschen erhofft worden ist.

verwendete Quellen

  • Der Stern Dezember 1970

weiterführendes Material

  • [Der Stern November 1967 S. 456: Der Sabbat der Erde

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