Das Gesetz der Weihung

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Eine Gruppe von Campbelliten, die bestrebt war, nach der Gütergemeinschaft der frühen Christen zu leben (Apg 4:32 - 34), schloss sich nach Parley P. Pratts Besuch den Mormonen an. Dieses Sozialexperiment führten sie fort bis zur Ankunft von Joseph Smith, der ihre brüderliche Gesinnung lobte, sie dann aber davon überzeugte, dass dieses Unterfangen nicht dem Gesetz Gottes entspräche und sie es daher aufgeben sollten. Die Heiligen wollten nun wissen, was für ein Gesetz Gottes es in dieser Hinsicht gebe, weil sie demgemäß leben wollten, und so fragte Joseph den Herrn im Gebet. Am 9. Februar 1831 erhielt die Gemeinde in Kirtland eine Offenbarung (LuB 42) über diesen Gegenstand. Das neue Gesetz wurde das Gesetz der Weihung des Eigentuns genannt. Edward Partridge wurde zum Amt des Bischofs berufen und ordiniert. Es wurde im aufgetragen, sein Geschäft aufzugeben und sich ganz den kirchlichen Angelegenheiten zu widmen, um bei den Heiligen in Kirtlnad das Gesetz der Weihung in die Tat umzusetzen.

Inhaltsverzeichnis

Eigentum zum Gebrauch aller

Nach dem Plan [LuB 104) - auch als vereinigte Ordnung bekannt - sollten alle Mitglieder der Kirche in einem bestimmten Gebiet ihren Besitz dem Bischof, der dem Gebiet vorstand, urkundlich übertragen. Der Bischof wurde somit Treuhänder des gesamten Eigentums der Gemeinde. Dann sollte der Bischof mit besonderer Urkunde jedem Familienoberhaupt - je nach dessen Lebensverhältnissen und Umständen - Land, Vorräte, eine Mühle, einen Laden oder sonstiges Privateigentum rückübertragen. Niemand sollte mehr Land besitzen, als er in rechter Weise benutzen konnte. Ferner sollte alles, was an Erzeugnissen oder Geld aus dem Land oder sonstigem Besitztum gewonnen wurde und über das hinausging, was man für den Lebensunterhalt der Familie und der Instandhaltung oder Verbesserung des Besitzes benötigte, jährlich an den allgemeinen Fonds oder das Vorratshaus der Gemeinde abgeführt werden. Es sollte daraus für die Armen gesorgt und der Bedarf der Witwen und Waisen und der Kranken gedeckt werden. Straßen sollte man damit bauen und Schulen errichten, Kirchengebäude und Gemeindezentren und alles andere, was der Gemeinde zugute käme. Der ganze Plan war so gestaltet, dass damit die Klassenbildung verhindert und das Zusammenraffen und die Selbstsucht ausgeschaltet werden sollten - das und alles andere, was in der heutigen Gesellschaft dem christlichen Geist der Brüderlichkeit so abträglich ist. Erzeugnisse und Dienstleistungen sollten, wie üblich, verkauft und gekauft werden, und "der Müßiggänger sollte weder des Arbeiters Brot essen noch sein Gewand tragen."

Die Heiligen der Letzten Tage unterschieden sich von ihren Nachbarn, gesellschaftlich und wirtschaftlich gesehen, hauptsächlich durch den daraus resultierenden Gemeinschaftsgeist, der im Gesetz der Weihung seinen schönsten Ausdruck fand. Dieses Gesetz führte einen harten Schlag gegen die Wurzeln des amerikanischen Wirtschaftssystems und schaltete den Gewinn als treibenden Beweggrund im menschlichen Handeln aus. In den einzelnen Kommunalgemmeinden wurden die Mormonen dadurch immer fester miteinander verbunden. Dass das Gesetz der Weihung so kurzlebig war, darf man nicht dahingegend auslegen, dass die Brüderlichkeit verlorengegangen wäre. Sie wuchs vielmehr mit den Jahren und wurde stärker, bis die Mormonen als Leute bekannt waren, die ``anders`` sind. Weil das Gesetz der Weihung nicht zum Erfolg führte, - die Kirche war noch sehr jung und es fehlte ihnen an Erfahrung - wurde es durch das Gesetz des Zehnten ersetzt.

Die Erfolge der Vereinigten Ordnung in Nauvoo

Auch in Nauvoo wurde das Gesetz der Weihung niemals ausprobiert, aber er Geist dieser Gesellschaftsordnung war durchaus spürbar. Im Wirtschaftsdenken der Mormonen war Zusammenarbeit das wichtigste, nicht die Konkurrenz. Die Gesellschaftsordnung der Mormonen erwies sich als so erfolgreich, dass die Nachbarn aufmerksam wurden und sich alle möglichen Sorgen zu machen begannen.

Die Bodenspekulanten waren vielleicht die einzigen, die unmittelbar betroffen wurden. Für sie war es unmöglich, im Gebiet von Nauvoo zum Zug zu kommen. Die Kriche kaufte ausgedehnte Ländereien und verkaufte sie ohne Gewinn an die Heiligen weiter. Es gab zwar ein paar private Abschlüsse, aber die Kirche beherrschte die Lage auf diesem Markt; und sie war gegen die Profitmacherei. Zu sehen, wie Nauvoo sich zur größten Stadt in Illinois ertwickelte, ohne selbst einen Cent verdient zu haben, das brachte die damals üblichen Bodenspekulanten in Wut.


verwendete Quellen

  • Seine Kirche wiederhergestellt von William Edwin Berrett

Externe Links

weiterführendes Material

  • der Stern Dezember 1975 S. 27: Nur eine Frage der Entscheidungsfreiheit von Robert D. Hales
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