Celestiale Ehe

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Eine Ehe, die im Tempel für Zeit und alle Ewigkeit und mit der durch Elija wiederhergestellten siegelnde Vollmacht geschlossen worden ist, wird als celestiale Ehe bezeichnet. Die beiden Partner werden Mann und Frau in diesem Leben, und wenn sie nach der Eheschließung alle Bedingungen dieser Priestertumsordnung einhalten, werden sie Mann und Frau im celestialen Reich Gottes bleiben.

Wenn die Familie fortbesteht, dann empfangen die Familienangehörigen ewiges Leben, die größte aller Gaben Gottes. Erhöhung bedeutet Fortbestand der Familie in alle Ewigkeit. Alle, die Erhöhung ererben, sind Söhne und Töchter Gottes, Angehörige seiner Familie, deren Berufung und Erwählung Bestand hat. Sie sind Miterben Christi und erben alles, was der Vater hat. Sie empfangen die Fülle der Herrlichkeit des Vaters (LuB 132; Doctrines of Salvation, Bd. 2, S. 58-99).

Die Taufe ist das Tor zum celestialen Reich und die celestiale Ehe das Tor zur Erhöhung im höchsten Himmel der celestialen Herrlichkeit 131:1-4). Wer Erlösung erlangen will, muss getauft werden, die Gebote Gottes halten und treu bis ans Ende ausharren (2. Ne 31:17-21). Voraussetzung für die Erhöhung ist die celestiale Ehe und ein fortwährender rechtschaffener Lebenswandel. Wer im Tempel für alle Ewigkeit die Ehe geschlossen hat, weiß, dass in der Trauungszeremonie ausdrücklich betont wird, dass die Erfüllung aller verheißenen Segnungen von der Glaubenstreue der Eheleute abhängen.

Beide Ehepartner müssen gemeinsam das Ziel verfolgen, ihrer Berufung und Erwählung Bestand zu geben, und diesen Zustand können sie nur durch vollkommenen Gehorsam der Gebote Gottes und ein gottgefälliges Leben in Rechtschaffenheit erreichen. Sie werden niemals und unter keinen Umständen Erhöhung erlangen, wenn sie nicht die Gebote Gottes und den Bund der Ehe halten, den sie geschlossen haben.

Die celestiale Ehe ist eine heilige und ewige Verordnung. Als Priestertumsverordnung wird sie als der neue und immerwährende Bund der Ehe bezeichnet. Adam war der erste Mensch auf dieser Erde,.der diesen Bund geschlossen hat, einen Bund, der zu allen Zeiten, da die Fülle des Evangeliums auf Erden war, die Ordnung des Herrn gewesen ist. Die wesentliche Bedeutung des Ehebundes im Plan der Errettung kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Daher ist es für ein Mitglied der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage überaus wichtig: 1. den richtigen Partner im Haus des Herrn zu heiraten und die Ehe von einem bevollmächtigten Diener Gottes siegeln zu lassen, und 2. den heiligen Bund der Ehe zu halten. Dadurch erhält der gehorsame Mensch die Gewissheit, dass er im celestialen Reich Gottes Erhöhung ererben wird.

Inhaltsverzeichnis

Es ist beabsichtigt, dass die Ehe ewig währt

Die Eheschließung im Tempel für Zeit und Ewigkeit soll das Ziel jedes Mitglieds der Kirche sein; denn die Ehe ist von Gott eingesetzt. Gott selbst hat die Ehe eingerichtet. Der Herr hat gesagt:

„15 Und weiter, wahrlich, ich sage euch: Wer verbietet zu heiraten, ist nicht von Gott verordnet, denn die Ehe ist dem Menschen von Gott verordnet. Darum ist es rechtens, dass er eine Frau habe, und die beiden werden ein Fleisch sein, und dies alles, damit die cErde den Zweck ihrer Erschaffung erfülle und damit sie sich mit dem Maß an Menschen fülle, gemäß seiner Erschaffung, behe die Welt gemacht wurde. [LuB 49:15-17)

Die Ehe ist eine heilige Beziehung, die man hauptsächlich eingeht, um Kinder aufzuziehen und so die Gebote des Herrn zu erfüllen.

Eine Ehe mit Kindern und das schöne Familienverhältnis, das sich daraus ergeben kann, ist die Erfüllung des Lebens. Wenn alles so wäre, wie es sein sollte, würden wir in der Familie eine Mutter und einen Vater sehen, die im Tempel für Zeit und Ewigkeit geheiratet haben. Der Vater würde sein Priestertum ehren und zu Hause in Rechtschaffenheit präsidieren. Vater und Mutter würden einander und ihre Kinder lieben. Die Kinder würden einander und Mutter und Vater lieben und achten. Alle würden eifrig ihre Pflichten in der Kirche erfüllen. Der Herr hat beabsichtigt, dass die im Tempel geschlossene Ehe ewig währen soll. Dies war Sein Plan. Joseph Fielding Smith hat gesagt: „Die Ehe, wie sie von den Heiligen der Letzten Tage verstanden wird, ist ein für ewige Dauer bestimmtes Bündnis. Sie ist die Grundlage für ewige Erhöhung, denn ohne sie kann es kein ewiges Fortschreiten im Reich Gottes geben.”

„Was denn Gott zusammengefügt hat, soll der Mensch nicht scheiden.”

Aus heiliger Schrift geht klar hervor, (Mt 19,6) dass die auf Gottes Weise geschlossene Ehe nicht geschieden werden soll. Es betrübt wirklich, wenn man sehen muss, wie leicht manche ihr Ehegelübde nehmen. Unter den führenden Brüdern herrscht große Besorgnis darüber, dass die Zahl der Ehescheidungen heute in der Kirche zunimmt. Obwohl die Zahl der Scheidungen unter den Mitgliedern der Kirche beträchtlich niedriger ist als bei den übrigen Staatsbürgern und obwohl es bei im Tempel geschlossenen Ehen weniger Scheidungen gibt als bei nur zivil Getrauten, ist die Zahl doch alarmierend hoch.

Eine Ehescheidung ergibt sich meistens dadurch, dass einer oder beide nicht nach dem Evangelium leben. Aus diesem Grunde ist wohl zur Zeit Mose schließlich die Ehescheidung erlaubt worden. Der Heiland bezog sich auf das, als Er den Pharisäern antwortete: „Er sprach zu ihnen: Mose hat euch erlaubt, euch zu scheiden von euren Frauen, eures Herzens Härte wegen; von Anfang an aber ist's nicht so gewesen..” [Mt 19,8) Und so bleiben auch in unsern Tagen die Mitglieder nicht bei dem Gesetz des Evangeliums in seiner Fülle; und so ist — wie es in den Tagen Mose war—Scheidung erlaubt, wenn es für nötig gehalten wird, obwohl es nicht so beabsichtigt gewesen ist.

Wenn in der Ehe beide Teile die Richtlinien und Grundsätze des Evangeliums zur Grundlage ihrer Ehe machen würden, gäbe es wenig Probleme, mit denen sie nicht fertig werden könnten. Wenn der eine oder der andere oder beide mit Evangeliumsrichtlinien Kompromisse zu schließen beginnen, folgen darauf Schwierigkeiten. Die Ehe ist eine heilige Beziehung; und gute Mitglieder der Kirche wissen, dass sie hauptsächlich eingegangen wird, um Kinder aufzuziehen. Auch die andern wichtigen Absichten und Pläne hinsichtlich der Ehe sollen von beiden Partnern gut verstanden werden. Präsident McKay hat hinsichtlich der Wichtigkeit des Ehebündnisses gesagt:

„Es ist Sünde und verdient schwere Verurteilung, wenn man die Ehe als einen bloßen Vertrag ansieht, den man nach Belieben aus einer romantischen Anwandlung oder auch aus Selbstsucht schließt und bei der ersten Schwierigkeit oder beim ersten Missverständnis wieder löst. Das gilt ganz besonders dann, wenn Kinder unter der Trennung zu leiden haben.”

Möglicherweise trägt es dazu bei, dass diese Probleme vermieden werden, wenn ich die üblichsten Ursachen aufzähle, wegen denen eine zivile Scheidung beantragt wird. Das sind: Unverträglichkeit, Ehebruch, Geldangelegenheiten, körperliche Misshandlung, Unehrlichkeit, es wird nicht nach dem Evangelium gelebt, Untreue, das Priestertum wird nicht geehrt, im Stich lassen, ständiges kleinliches Gezänk, Gleichgültigkeit, Trunksucht und unbeherrschtes Temperament.

Unverträglichkeit ist zu so einem gebräuchlichen Wort geworden; es scheint die Rechtfertigung für viele Probleme zu sein. Es Anlässe mag geben, wo dies gerechtfertigt ist. Aber was ist Unverträglichkeit? Zeigt sich dadurch nicht Eigennützigkeit? Sind wir wfklich uneigennützig, lieben wir unsern Nächsten wie uns selbst, wenn wir unverträglich sind? Haben wir jede Anstrengung unternommen, um unsere Neigungen und Abneigungen mit denen unseres Ehegatten abzustimmen? Wenn wir wirklich nach dem Evangelium leben, gibt es viel weniger Unverträglichkeit. Präsident McKay hat über Unverträglichkeit gesagt:

„Wie tragisch ist es für ein Paar, das sich in den Strahlen gegenseitiger Liebe gesonnt hat, wenn es sieht, wie die Wolken des Missverständnisses und der Uneinigkeit das Liebeslicht in ihrem Leben verdunkeln, wie schwierig wird es dann, täglich zueinanderzuhalten. Die darauffolgende Dunkelheit verdeckt den Liebesfunken im Auge des andern. Um ihn wiederherzustellen, werden Versuche unternommen, das richtige Wort zu sagen und das Richtige zu tun; aber das Wort und die Tat werden falsch ausgelegt, und eine zornige Erwiderung bricht die Wunden wieder auf, und Herzen, die einst vereint gewesen sind, werden immer weiter auseinandergerissen. Wenn dieser herzzerbrechende Zustand erreicht ist, wird eine Trennung gesucht.”

Es ist schockierend, in welchem Ausmaß manche Männer ihre Frau körperlich misshandeln. Auf der Oktoberkonferenz 1951 sagte Präsident McKay:

„Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Mann grausam gegenüber einer Frau ist. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich eine Frau so benimmt, dass sie so eine Behandlung verdient. Vielleicht gibt es Frauen in der Welt, die ihren Ehemann zum Zorn reizen; aber kein Mann ist gerechtfertigt, wenn er körperliche Gewalt anwendet oder seinen Gefühlen durch Fluchen freien Lauf lässt. Es gibt zweifellos Männer in der Welt, die sich brutal benehmen; aber kein Mann, der das Priestertum Gottes trägt, soll sich so herabwürdigen.”

Teilnahmslosigkeit, Mangel an freier Meinungsäußerung und Mangel an Liebe sind übliche Ursachen für den Zusammenbruch einer Ehe. Harold B. Lee hat folgendes zu einer Gruppe von Priestertumsführern gesagt:

„Ich sage Ihnen, Brüder, dass das Gefährlichste, was zwischen Ihnen und Ihrer Frau oder zwischen mir und meiner Frau passieren kann, Gleichgültigkeit ist . . wenn sie fühlen, dass wir kein Interesse für ihre Angelegenheiten haben, dass wir ihnen nicht unsere Liebe und Zuneigung in vielfältiger Weise zeigen. Wenn Frauen glücklich sein sollen, müssen sie geliebt werden, und so ist es auch mit den Männern.”

Das Gesetz der Keuschheit

Das Gesetz der Keuschheit leichtzunehmen oder den moralischen Lehren des Heilands zuwiderzuhandeln ist eine ernste Sache. Es scheint unglaublich, dass Priestertumsträger und Frauen, die als würdig erachtet worden sind, einen Tempelempfehlungsschein zu erhalten und dort zu heiraten, sich des Ehebruchs, ehelicher Untreue und anderer geschlechtlicher Sünden schuldig machen. In dieser Zeit, wo so viele Frauen außer Haus arbeiten und wo Männer und Frauen zusammen arbeiten, werden viele Familien durch etwas zerbrochen, was als harmloses Kameradschaftsverhältnis begonnen hat. Präsident McKay hat Männern eine ernste Belehrung erteilt, wenn er sagt:

„Ein Mann, der im Haus des Herrn ein heiliges Bündnis eingegangen ist und versprochen hat, seinem Ehegelöbnis treu zu bleiben, ist ein Verräter an dem Bündnis, wenn er sich von seiner Frau und seinen Kindern trennt, nur weil er sich von dem hübschen Gesicht und der schönen Figur irgendeines jungen Mädchens hat betören lassen, das ihm mit einem Lächeln geschmeichelt hat. Wenn auch durch die Auslegung der Landesgesetze so einem Mann die Scheidung bewilligt wird, halte ich ihn für unwürdig, eine Empfehlung zu bekommen, seine zweite Ehe im Tempel zu schließen.”

Was auch der Grund für die Scheidung sein mag, die Kinder leiden gewöhnlich am meisten darunter. Zu oft werden die Kinder der grundlegenden Notwendigkeiten beraubt, sich auf das Leben vorzubereiten. Präsident McKay hat gesagt, dass es drei fundamentale Dinge gibt, auf die jedes Kind ein Recht hat:

  • 1. ein geachteter Name,
  • 2. Sicherheit und
  • 3. Entwicklungsmöglichkeiten.

Bei einer Scheidung wird all dies eingeschränkt. James A. Cullimore erzählt:

„Als meine Frau und ich zum Tempel gingen, um zu heiraten, rief uns Präsident George H. Brimhall von der Brigham-Young-Universität in sein Büro. Er gab uns einige Belehrungen, die wir die Jahre hindurch gewürdigt haben. Er sagte: ‚Die vier Quellen, die Ihren ,Garten Eden' davon abhalten werden, zu einer Wüste zu werden, sind festes Vertrauen, gegenseitiges Beraten, die stete Bereitschaft, einander entgegenzukommen, und ständiges Werben.’“

Über alles zu beraten, was getan wird, festigt die Ehe.

Wichtig für jede Ehe ist festes Vertrauen — Vertrauen in allen Dingen. Damit ist das Vertrauen gemeint, das aus wahrer Liebe geboren ist und das niemals die Rechtschaffenheit des andern anzweifelt und in Frage stellt. Jemand hat einmal gesagt: „Die Gesellschaft baut sich auf Vertrauen auf, auf das Vertrauen in die Rechtschaffenheit des andern.” Sich gegenseitig zu beraten und gemeinsam Entschlüsse zu fassen ist so wichtig für eine glückliche Ehe! Beratungen innerhalb der ganzen Familie fördern ein gutes Familienverhältnis.

Es gibt in der Ehe kein wichtigeres Erfordernis als die stete Bereitschaft, einander entgegenzukommen. Dadurch, dass wir Kompromisse schließen, können wir einander näherkommen. Wenn wir unsere eigenen Fehler eingestehen, die Tugenden des andern erkennen und uns anpassen, stärken wir unsere Ehe. Henry Watterson' hat einmal gesagt:

„Ich würde mit dem Krieg Kompromisse schließen. Ich würde mit der Ehre Kompromisse schließen. Ich würde mit allem an dem Punkt Kompromisse schließen, wo Hass entsteht, wo Not entsteht, wo Liebe aufhört, Liebe zu sein, und das Leben seinen Abstieg in das Tal der Todesschatten beginnt. Aber mit der Wahrheit würde ich keine Kompromisse schließen. Und mit dem Recht würde ich keine Kompromisse schließen.”


Ständiges Werben

Präsident McKay hat gesagt. „Die Saat für ein glückliches Eheleben wird in der Jugend gestreut. Das Glück beginnt nicht am Altar; es beginnt während der Jugendzeit und während der Zeit des Werbens.”

Auch soll das Werben nicht am Altar enden. Es ist so wichtig, sich ständig der Ehe bewusst zu sein, jeden Tag unseres Lebens daran zu arbeiten und unser Werben immer durch Güte, Aufmerksamkeit und Rücksichtnahme zu zeigen. Archibald F. Bennett bringt dies über die Erhöhung der Familie schön zum Ausdruck: „Zu viele Paare kommen zum Altar und sehen in der Trauungszeremonie das Ende des Werbens, anstatt darin den Anfang eines ewigen Werbens zu sehen. Wir wollen nicht vergessen, dass im drückenden Alltag des Familienlebens . . . liebevolle Dankesworte und Höflichkeit noch dankbarer aufgenommen werden als in der schönen Zeit der jungen Liebe. Nach der Heirat und im Familienalltag mit seinen Sorgen und Problemen sind es Worte wie ,danke', ,Verzeihung' oder ,bitte', welche die Liebe weiterleben lassen, die Sie zum Altar geführt hat ... Der Ehering gibt keinem Mann das Recht, grausam oder rücksichtslos zu sein, und er gibt keiner Frau das Recht, nachlässig, mürrisch oder liederlich zu sein.” Mögen wir unser Ehegelübde heilighalten und so leben, dass wir uns der ewigen Segnungen erfreuen können.

zusätzliches Material

  • 146. Herbst-Generalkonferenz, der Stern April 1977 S. 13: Die Familie kann für immer bestehen, von Elder David B. Haight
  • 154. Herbst-Generalkonferenz, der Stern Jan 1985 S. 30: Die ewige Ehe

siehe auch Familien sind für die Ewigkeit

verwendete Quellen

Persönliche Werkzeuge