Bündnisse

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Im Sinne des Evangeliums ist ein Bündnis ein bindender und ernster Vertrag, ein Übereinkommen, ein Abkommen oder ein gegenseitiges Versprechen zwischen Gott und einer Person oder einer Gruppe von auserwählten Personen (LuB 5:3,27-28; 54:4). Da Gott bei jedem Evangeliumsbündnis die eine Partei ist, folgt es, dass sein Wille bei einem Vertragsabschluss bekannt sein muss. Daher werden Bündnisse nur durch Offenbarung geschlossen, und keine Person oder Gruppe von Personen kann ein Evangeliumsbündnis ohne direkte Offenbarung von Gott schließen.

In unseren Tagen haben nur Mitglieder der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage Bündnisse mit Gott geschlossen, denn nur die Propheten dieser Kirche empfangen Offenbarungen für die Kirche und für die ganze Welt. Lediglich die Heiligen der Letzten Tage haben ständig den Heiligen Geist bei sich und empfangen daher persönliche Offenbarung. Ein Bericht von den vielen früheren und neuzeitlichen Bündnissen ist in alten und neuzeitlichen heiligen Schriften enthalten (1Ne 13:23-26; Doctrines of Salvation, Bd. 1, S. 152-156).

Der neue und immerwährende Bund ist die Fülle des Evangeliums und umfasst mit seinen Bedingungen alle anderen Bündnisse, die Gott je mit den Menschen geschlossen hat oder je schließen wird (LuB 132:5-7; 133:57). Die Bedingungen dieses Bündnisses lauten: Wenn der Mensch Glauben übt, umkehrt, sich taufen lässt, den Heiligen Geist empfängt und rechtschaffen bis ans Ende ausharrt, dann wird er sein Erbe in der celestialen Welt antreten können.

Alle Bedingungen des neuen und immerwährenden Bundes müssen von einem Menschen akzeptiert werden, bevor er von einem bevollmächtigten Knecht Gottes getauft werden kann. Man könnte sagen, dass der Mensch mit der Taufe einen Erlösungsvertrag unterschreibt. Wenn er nach der Taufe das Taufbündnis hält, das heißt, wenn er im Glauben bis ans Ende ausharrt, dann ist seine Errettung gesichert (2Ne 31; Mos 18:8-10).

Mit dem heiligen Abendmahl erneuert der Mensch das Bündnis, das er durch die Taufe geschlossen hat und empfängt von neuem die Zusage, dass er den Geist Gottes bis ans Ende seines Lebens haben wird (LuB 20:77-79) und dass er in der künftigen Welt ewiges Leben empfangen wird (Joh 6:54). Der Mensch verspricht erneut, die Gebote Gottes zu halten.

Die Ordination zu einem Amt im Melchisedekischen Priestertum und der Beitritt zur „Ordnung des Priestertums“, nämlich zum „neuen und immerwährenden Bund der Ehe“ sind beides Anlässe, wo der Mensch ein Bündnis der Erhöhung schließt. Der Vater verheißt ihm alles, was er hat, wenn der Mensch Gott treu bleibt (LuB 131:1-4; s. 84:39-41; 132; Num 25:13).

Das Gesetz des Zehnten ist ein Bündnis. Wer den Zehnten ehrlich zahlt, erhält zeitliche und geistige Segnungen (Mal 3:7-12; LuB 119). Die Sabbatheiligung ist ein Bündnis zwischen Gott und seinem Volk, das schon seit vielen Generationen besteht (Ex 31:16; LuB 59:9-20). Wer das Bündnis des Wortes der Weisheit hält, empfängt körperliche Kraft und besondere geistige Segnungen (LuB 89). Der Vereinigten Ordnung mit ihren Prinzipien der Weihung traten und treten die Heiligen durch einen Bündnisschluss bei (LuB 42:30; 78:11; 82:11, 15,21; 104:4), wobei den treuen Gläubigen eine celestiale Belohnung verheißen wird (LuB 105:3-5). Im Tempel des Herrn schließen die Gläubigen viele Bündnisse, die für die Erhöhung von Bedeutung sind. Je treuer und hingebungsvoller ein Mensch ist, desto mehr Bündnisse kann er mit dem Herrn schließen, bis er am Ende alle Bündnisse geschlossen und seine Berufung und Erwählung Bestand hat.

Zu besonderen Zwecken sind oft besondere Bündnisse mit gewissen Personen oder Gruppen abgeschlossen worden. Mit Noach schloss der Herr einen Bund, die Erde nie wieder durch eine Sintflut zu zerstören, und als Zeichen des Bündnisses setzte er den Regenbogen in den Himmel (Gen 9:12,13).

Mit Abraham machte Gott das Bündnis der Beschneidung, das unter den auserwählten Nachkommen Abrahams bestehen blieb, bis es durch Christus erfüllt wurde (Gen 17:11-14; Moro 8 :8). Mit Lehi schloss Gott das Bündnis, dass Amerika für seine Nachkommen für immer ihr Erbe sein würde (2. Ne 1). Die Heiligen in unserer Zeit empfingen eine ähnliche Verheißung (LuB 38 :20). Ein Teil von Abrahams Bündnis war die Verheißung, dass Israel ein besonderes Land empfangen würde (Gen 17). Das Buch Mormon ist ein neues Bündnis, das die Heiligen der Letzten Tage verpflichtet, die Lehren und Ratschläge des göttlichen Berichts zu befolgen (LuB 84:57).

Das Volk des Herrn ist verpflichtet, die Bündnisse des Herrn heilig zu halten (LuB 33:14; 35:24; 42:13,78; 97:8). Von den Heiligen wird nichts erwartet, was den Bündnissen der Kirche entgegengesetzt ist (LuB 28:12; 68:24; 107:63). Das Volk des Herrn ist gemäß den Bündnissen zu belehren (LuB 107:89). Wer die Bündnisse Gottes hält, dem gibt der Herr die „Verheißung mit dem unabänderlichen Bündnis, dass sie sich erfüllen werden; und alles, womit ihr bedrängt seid, wird sich für euch zum Guten und zur Verherrlichung meines Namens auswirken (LuB 98:3). Jedes Mitglied der Kirche sollte vorbehaltlos den folgenden offenbarten Satz beherzigen: „Und unser Bündnis soll dies sein: Wir wollen nach allen Verordnungen des Herrn leben“ (LuB 136:4). „Aber gesegnet sind, die das Bündnis halten und das Gebot beachten, denn sie werden Barmherzigkeit erlangen“ (LuB 54:6).

verwendete Quellen

Mormon Doctrine von Bruce McConkie

zusätzliches Material

  • Der Stern August 1973 S. 343: Wir haben mit dem Herrn Bündnisse geschlossen, von Elray L. Christiansen
  • Der Stern März 1973 S. 114: Hüter des Bündnisses von Marry Pratt Parrish
  • Der Stern Januar 1991 S. 78: Bündnisse - von Boyd K. Packer
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